Birgit Hofmann

Nur fliegen ist schöner

Ach Du dickes Ei !  Gerade waren wir durch den Sicherheitscheck auf dem Flughafen und ich wollte, nichts Böses ahnend, freudig meine Handtasche wieder in Empfang nehmen, als mir die Dame hinter dem Tisch sagte : „ Da ist ein Taschenmesser drin!“ Ich errötete, im Angesicht dessen, dass um mich herum noch ein Dutzend andere Passagiere standen. Fing mich jedoch schnell, nachdem es mir siedend heiß in den Kopf stieg : Klar ist da ein Taschenmesser drin! Habe ich doch immer in der Handtasche. Aber natürlich nicht als Waffe, sondern als „Werkzeug“ um mir evtl. einen Apfel damit aufzuschneiden, wenn wir unterwegs sind oder überhaupt : so ein Taschenmesser kann einem doch schon mal irgendwo und irgendwie aus der Klemme helfen! Ist doch immer gut, so ein Ding bei sich zu tragen ! Aufgeregt untersuchte ich die Fächer in meiner Tasche. Da! Endlich ! Im dritten Reißverschlussfach wurde ich fündig : Ein klitzekleines Damen-Taschenmesser ! „Wollen sie das behalten ?“ wurde ich in barschem Ton gefragt. „ Dann müssen Sie mit der Tasche noch zur runter zur Gepäckaufgabe. Ansonsten entsorgen wir das !“ „Ehh…..jaaaa…..“ stotterte ich völlig irritiert. „Was nun ? Wollen sie es behalten oder soll es weg? Wir werfen all diese Sachen in den Müll!“ Wie ein begossener Pudel stand ich da. Blickte fragend meinen Mann an, der nur mit den Schultern zuckte. Und, schoss es mir in den Kopf, was macht schon so ein kleines Taschenmesser? Deshalb die Handtasche aufgeben? Nee!  Wir haben zuhause noch einige, die mein Mann als Werbegeschenk bekommen hat, in der Schublade! Also weg damit ! Erledigt ! Die Dame vom Sicherheitsdienst stand immer noch wartend und unfreundlich dreinblickend da. Seh’ ich etwa aus wie eine Terroristin ? Was denkt die eigentlich ? Gut, die macht halt auch nur ihren Dienst nach Vorschrift. „Tun Sie es weg“, sagte ich zu ihr. „Also weg,“ fragte sie noch mal nach, so als ob sie nicht verstanden hätte, was ich gesagt habe. „ Ja, ja weg – ist okay ! Habe zuhause noch ein neues“, erwiderte ich und begab mich ein paar Schritte weiter, weil ich dort hinten noch unser Handgepäck, meinen Rucksack liegen sah, der auch auf dem Fließband den Beleuchtungsapparat durchlaufen hatte. Neben mir kramte ein Mann in seinem kleinen Trolley, welcher auf dem Tisch lag, herum. Auch dort drin sollte sich ein Taschenmesser befinden, was er aber, im Gegensatz zu mir, verneinte und sagte, das dies nicht sein könnte.  Verwirrt ausschauend durchsuchte er seine Utensilien . Da ich nicht über diesen Herrn hinweglangen konnte , um an unseren Rucksack zu gelangen, bat ich eine der diensthabenden Beamtinnen mir diesen bitte rüber zu reichen. „Welchen? Den hier“ zeigte sie so fragend auf genau unser Handgepäck. „Ja, das ist meiner, genau“. „Da ist ein Taschenmesser drin,“ wurde mir da aus der Ecke entgegen gerufen. Nicht schon wieder ! Nun musste ich aber doch fast lachen ! Da auch noch ? Ja, das stimmt ! Da habe ich ebenfalls eines drin ! In all’ meinen Ausflugstaschen habe ich so ein – ich möchte nun fast sagen : verdammtes Ding ! Hier befand sich aber ein etwas größeres in der Reißverschlußvortasche. Jetzt könnte man mich tatsächlich doch so langsam  für eine kleine Verbrecherin halten !   Die Prozedur mit den Fragen : Wollen Sie es behalten ? Dann müssen Sie noch zur Gepäckaufgabe usw. wiederholte sich.  Nein, auch dies Taschenmesser ließ ich entsorgen.   Da hatte ich dieses Mal absichtlich und voraus denkend meinen Kosmetikkoffer mit dem Nadeletuie nicht als Handgepäck genommen, weil ich genau damit schon Gleiches erlebt habe und dann heute dieses !  Noch mehr Stress und Aufregung zum Urlaubsanfang brauchte ich nun wirklich nicht !                                                                                                                                                                    Birgit Hofmann  
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.08.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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