Nico Möller

Ein Geschenk des Schicksals

Astiro zog mit zittriger Hand sein Schwert und betrat die dunkle Höhle. Seine Angst wuchs mit jedem Schritt mehr, den er in die Höhle setzte. Er schloss die Hand fester um den Schwertknauf und starrte in die Dunkelheit. Plötzlich vernahm er ein Rascheln. Es klang als ob Schuppen über Stein geschoben wurden. Das Geräusch kam näher, doch in der Dunkelheit konnte Astiro nichts erkennen. Dann trat ein gewaltiger schwarzer Drache aus der Dunkelheit. Seine Flügel waren angelegt, um sich in diesem Gang bewegen zu können. Astiro wich mehrere Schritte zurück, als er die Zähne der riesigen Echse sah. Sie waren ungefähr so groß, wie sein Schwert und konnte leicht einen Menschen durchschneiden.
 
Astiro war wie gelähmt und brachte kein Wort über die Lippen. Der Drache sah spöttisch auf ihn herab "Was willst du hier?" Astiro war sich seiner Sache längst nicht mehr sicher und konnte nur mühsam sprechen "Ich soll dich töten, weil du den Leuten in meinem Dorf ständig das Vieh stiehlst." Die Augen des Drachen verloren plötzlich ihren spöttischen Glanz und wurden sanft "Verzeih mir, aber ich musste dies tun, um meinen Nachwuchs ernähren zu können."  Astiro glaubte nicht richtig zu hören "Es tut dir Leid?" Der Drache nickte kurz und deutete mit seinem Kopf nach hinten. Dort erschienen plötzlich zwei Drachenbabys. Sie hatten beide ungefähr die Größe einer Katze. "Der Nachwuchs ist das wichtigste für uns Drachen." Astiro nickte verstehend "Das kann ich verstehen, aber was soll ich nun den Dorfbewohnern erzählen?" Eines der Drachenjungen  kam auf ihn zu mit einer Goldkette um den Hals. "Nimm die Kette mit als Entschädigung für die deinesgleichen . Außerdem überlasse ich dir eines meiner Jungen als Verzeihung." Astiro schaute erst den Drachen an und dann das Jungtier. "Ich kann doch keinen Drachen in mein Dorf mitbringen." Das Muttertier drehte sich um und wurde von der Dunkelheit verschluckt. Nur ihre Worte vernahm er noch "Betrachte es als Chance." Astiro sah noch einmal den jungen Drachen an und verließ dann die Höhle, nur mit der Kette. Als er die Höhle verließ, vernahm er Schritte hinter sich. Der Drache folgte ihm.
 
Er drehte sich nun vollends um und hob einen Stein auf. Mit lauter Stimme rief er "Verschwinde wieder in die Höhle." Doch der kleine Drache saß einfach nur da und schaute ihn an. Astiro hob die Hand und warf den Stein in Richtung des Drachen. Dieser machte einen schnellen Satz und verschwand wieder in die Höhle. Der Stein prahlte harmlos gegen einen Felsen. Astiro seufzte erleichtert und ging. Er wanderte in Richtung seines Dorfes, bis es zu dämmern begann. Er suchte sich einen Lagerplatz und fing an Holz zu sammeln. Bald darauf prasselte ein herrliches Feuer. Er aß etwas und schaute noch lange in das Feuer. Die Geschehnisse des Tages, liefen noch einmal vor seinem inneren Auge ab.Was er den Dorfbewohnern erzählen sollte wusste er immer noch nicht. Irgendwan schlief er dann ein. Mitten in der Nacht wachte er auf und erlebte eine Überraschung. An seiner Seite gekuschelt schlief der kleine Drache tief und fest. Doch anstatt ihn zu verjagen, grinste er nun und legte ihm eine Hand auf die Flanke. Der junge Drache öffnete seine Augen und sah Astiro an. "Astiro" sagte der Kleine geheimnisvoll. Astiro strich ihm über die Flanke und flüsterte ihm ins Ohr "Mistery." Der junge Drache nickte zufrieden mit den Kopf. Später schlief der Kleine an seiner Brust gekuschelt auf seinem Arm ein. Astiro war noch lange wach und dachte an sein Dorf. Er hatte beschlossen den Dorfbewohnern die Goldkette zu bringen und dann sein Dorf für immer zu verlassen. Er sah noch einmal auf seinen kleinen Freund Mistery und spürte das es die richtige Entscheidung war. Dies war sein Weg, sein Schicksal... 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.08.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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