Pierre Heinen

Live Dabei - Teil X

X

„Eine Lawine muß einige Maste mitgerissen haben. Es hat nämlich eben eine gegeben, vor einigen Minuten“, berichtete der Verantwortliche der Bergwacht.

„Was jetzt wohl vorgehen mag?“, fragte der Produzent leise.

„Was ist jetzt mit der Seilbahn?“, fuhr der Polizeibeamte dazwischen.

„Wir müssen einige Reparaturen durchführen. Das ist kein Problem. Der eigentliche Haken liegt in der Bergstation.“

„Wieso?“

„Der Antrieb des Zugseiles ist da oben. Wie es dort aussieht wissen wir nicht“

„Ist nicht einer der Kandidaten Mechaniker?“, forschte der Polizist beim Produzent nach.

„Roger Carlyle ist Techniker“, informierte er ihn.

„Wir müssen irgendwie eine Verbindung herstellen“, grübelte der Beamte laut vor sich hin.

„Wir könnten eine Werkzeugtasche an das Zugseil hängen und versuchen irgendwie einen Antrieb hier zu installieren und eine Kabine fahrtüchtig herrichten. Der Mann könnte da oben vielleicht alles wieder hinbekommen“, schlug der Techniker vor.

„Dauert das lange?“

„Die Böden der Kabinen sind ziemlich vom Rost zerfressen und die Laufwerke ziemlich defekt“, kommentierte dieser die Situation.

„Setzen sie alle Hebel in Bewegung. Wir müssen schleunigst nach oben“

Der Techniker nickte und griff sofort zu seinem Handy.

Stockfinster lag die Station drohend auf dem Felsvorsprung. Die einzige Lichtquelle bestand aus dem Kaminfeuer, welches die Hölle, in der sich alle befanden, am besten widerspiegelte. Zunächst hatte sich niemand gerührt. Samanta lag noch immer auf der Couch. Um ihre Wunde hatte man improvisativ ein Küchentuch geknotet.

John Smellog hatte sich seit dem Ausgehen der Lichter ebensowenig bewegt. Er blickte zum Kamin hinüber und lauschte in die Dunkelheit hinein.

Er hatte den Stuhl in Samanta’s Zimmer genommen, die Fenster und Läden beiseite geschlagen und auf die darunterliegende Terrasse gesprungen, wobei er sich bestimmt einige blaue Flecken zugezogen hatte. Er hörte wie die Schiebetür kurz darauf geöffnet wurde und hatte zugeschlagen. Nun stand er wie alle anderen in der Dunkelheit.

Noch immer lauschte er und konnte das Quietschen der Treppe hören. Irgend jemand kam hinunter. John entfernte sich etwas vom Kamin um keineswegs Umrisse seines Schattens und somit seine Position preiszugeben. Jemand näherte sich. Er sah plötzlich das Aufblitzen eines metallisch glänzenden Objektes. Instinktiv legte er sich zu Boden und konnte das Surren des Objektes über ihm hören. Sogleich drehte sich John mit ausgestreckten Beinen um seines eigene Achse, stieß am Boden liegend gegen ein Bein und brachte den dazugehörigen Körper aus dem Gleichgewicht.

Roger, völlig überrascht von dem Gegenangriff fiel zu Boden, wobei er den Kaminstöber fallenließ. Dieser kam scheppernd auf dem Fußboden auf und blieb vor dem Kamin liegen. John stand auf und hörte wie alle anderen fluchtartig das Kaminzimmer verließen. Roger stöhnte kurz. John tastete mit dem Fuß den Boden ab und stieß mit Wucht dem auf dem Boden liegenden in die Seite. Anschließend schleifte er ihn vor den Kamin. John erkannte ihn jetzt.

„Hallo Roger“, sagte John genüßlich und zückte blitzschnell sein Messer und hielt es dem Mann an den Hals.

„Wer sind sie?“, fragte Roger röchelnd.

„Dein Tod“, antwortete John und stach zu.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.08.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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