Walter Raasch

Peinlich 4

Ich hatte einen Aushilfsjob in einem Schallplatten Laden.

Großartig. Vor den Zeiten des Internets war es gar nicht so

einfach die Szene in den Griff zu bekommen.

Kohle dafür zu kriegen die neuesten Sachen hören und

unbekannte Bands kennen lernen zu können kam mir fast unverschämt vor.

Und die Arbeitsbedingungen, einfach klasse.

24 Stunden Woche, der Chef, so gut wie nie zu sehen,

eine nette Kollegin, Steffi, blonder Strubbelkopf, sportlich und

mit viel Toleranz gegenüber meiner konstanten, Bomben Alarm gleichen

Beschallung ausgestattet.
Plus laufend hirnloses Gequassel mit Kunden
oder Freunden, die sich die neuesten Infos abholten.
Es war wirklich herrlich.

Als Dreingabe kam zweimal die Woche ein Mädchen in den Laden, das

aussah und sich benahm wie der fleischgewordene Tetosteron-Beutel Traum.

Sie war etwas über mittel groß, hatte lange schwarze Haare, ein schönes, wenn auch sehr stark geschminktes Gesicht und eine überaus wohlgeformte Figur, mit großen festen Brüsten, die meist zu zwei Dritteln aus dem Top quollen.

Der Begriff ist bewusst so gewählt, denn da ihre Oberteile mindestens zwei

Nummern zu klein waren, blieb ihren Möpsen zum Überleben gar keine andere Möglichkeit

als die teilweise Flucht in die Freiheit .

Sie kam nur um sich LPs anzuhören und kaufte höchstens einmal im Monat eine Platte.

Häufig ließ sie sich von mir ein Auswahl zusammenstellen und ich kam mir wichtig und

großartig vor. Dabei drückte sie sich viel an mich, sprach mit rauchiger Stimme

Dinge die ich nicht verstand, da mein Blut so laut in den Ohren pochte.

Oder mein Sperma.

Sie Zeigte viel Haut, lachte über meine armseligen Scherze, wobei sich der sowieso

schon stark belastete Stoff noch mehr spannte.

Ich dachte immer verzweifelt nach,

damit mir ein richtiger Kracher einfiel, der ihre wundervollen Titten vollends freilegen würde.

Gelang mir natürlich nie.

Und so stand ich eines Tages an die Ladentheke gelehnt hörte John Cales Sabotage und wartete auf die

begehrte Schwarzhaarige als ich merkte wie eine warme Flüssigkeit meinen

Oberschenkel hinab lief.

Ich hatte echt keine Ahnung was mir da passiert war.

Hatte mich eine unbekannte aber sehr bedrohliche,
natürlich sehr bedrohliche, ich bin schließlich ein Mann,
Krankheit erwischt.

Ich sah mir die Bescherung genau an.

Es sah absolut so aus als hätte ich mir in die Hosen gepinkelt.

Ich fühlte meine Taschen ab.

Oh nein, meine Nasentropfen waren ausgelaufen.

So eine Sauerei.

Ich hatte sie nach dem letzten Gebrauch wohl nicht richtig zugedreht.

Was jetzt? Flucht nach vorne hilft fast immer.

Steffi würde die Bescherung sowieso entdecken, also war es besser

ihr mein Unglück gleich zu zeigen.

„Steffi, guck mal was mir passiert ist, das fühlt sich ganz eklig an.“

„Ach kein Problem, bleib mal da stehen, ich hol ein Handtuch.“

Schon hatte sie eins in der Hand und fing an zu reiben.

„Hey, du kannst doch nicht einfach an meiner Hose herum schubbern,

wenn das jemand sieht.“

„Stell dich nicht so an, ist doch keiner im Laden.

Jetzt halt endlich still. Du musst doch proper sein, wenn deine Traumfrau

eintrudelt.“

„Woher weißt du das?“

„Wenn ein halbwegs normaler Mann nicht mehr in der Lage ist

die einfachsten Sätze zu bilden, sondern nur noch sabbernd dasteht

und ständig das Wort vögeln  murmelt, dann ist die Erklärung nahe liegend.

Du hast jetzt übrigens einen prächtigen Ständer. Da kannst

der Tusse doch sagen dir wäre voll einer abgegangen als du an sie

gedacht hast und damit den Flecken erklären. Und dass die nächste Munition

schon im Rohr steckt, wird sie sicher beeindrucken. Aber wahrscheinlich wird

sie dich wieder zum Hampelmann machen wie jede Woche und wie jeden Mann.

Ob das Spaß macht? Wollen doch mal sehen.“

Mittlerweile waren zwei männliche Kunden in den Laden gekommen.

Steffi griff hinter sich und zog ihr T-Shirt stramm so dass es

vorne wie eine zweite Haut saß.

Dann legte sie den Kopf schief und sagte mit rauchiger Stimme

„Was kannst du mir heute empfehlen, du kennst doch meinen Geschmack.“

Wieder mit normaler Stimme:

„Warte, da fehlt noch was. Guck weg. Los, dreh dich um,

so, fertig, du darfst wieder gucken.“

Jetzt drückten sich auch noch ihre erigierten Brustwarzen durch den Stoff.

Sie leckte sich über die Lippen und tänzelte mit wackelndem Hintern zu einem der Kunden.

Ich sah ihr zu wie sie eine perfekte Imitation der Schwarzhaarigen ablieferte,

mit allem was dazu gehört, wie

kokettes Kopf in den Nacken legen, ständiges mit den Händen berühren,

bereitwilliges über jeden Stuss lachen mit offenem Mund, Busen am Oberarm und Arsch

an den Schenkeln reiben, das volle Programm.

Der arme Kerl machte sich in Windeseile vor Geilheit zum kompletten Hanswurst.

Ich beendete das Theater.

„Ist gut Steffi, ich glaube ich habe es begriffen.“

Sie kam wieder zu mir hinter die Theke und fing wieder an meine Hose zu reiben.

„Hey, der steht ja immer noch.“

„Könntest du vielleicht mal aufhören meinen Schwanz in
aller Öffentlichkeit zu drücken?

Ich bin doch nicht aus Stein.“

„Fühlt sich aber hier so an.“

„Darf ich euch mal stören? Was kannst du mir heute empfehlen?

Du kennst doch meinen Geschmack.“

Die frühere Traumfrau war unbemerkt eingetrudelt.

„Nichts. Du hast gar keinen Geschmack. Deine monatliche Kuschel Rock LP kannst

du dir auch bei Karstadt holen.“

Ich wandte mich wieder Steffi zu.

„Ich denke es gibt eine Erleuchtung zu feiern?

Vielleicht um Acht bei mir?“

„Ist okay.“

Sie sah mir auf die Hose.

„Sollen wir heute etwas eher zu machen?“

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.08.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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