Martina Hoffelner
Offen und Ehrlich - Mein Weg bis zur Transplantation 93
Ich bin bei der Geburt mit 2 Doppelnieren (also hatte ich 4 Nieren) auf die
Welt gekommen. Gleich nach der Geburt wurden mir 4 Nieren entfernt und ich mußte
länger im LKH bleiben und kam erst nach ca. 6 Monaten das erste Mal nach Hause.
(Normal kommt ein Baby mit Mutter erst nach ca. 5 tage nach hause)
Es folgten eine strenge Diät, wo ich keine Wurst und nichts salziges essen
durfte, es war eine harte zeit, keine Chips usw, essen zu dürfen. Trotz den
ganzen Tabletten wurden meine zwei anderen Nieren sehr schwach und ich mußte mir
4 Shunts setzen lassen, um die schwachen Nieren zu entlasten. Aber leider waren
meine Adern zu schwach und die Zeit rannte mir davon.
Schließlich entschied sich mein Vater zu einer Spende seiner Nieren und wir
fuhren bald nach Graz hinunter. Jetzt hatten wir Hoffnung, doch diese wurde je
nach der vesuchten Transplantation zerstört. Ich hatte die Niere drinnen, jedoch
war diese für meinen Körper zu groß und sie mußte einige Tage später wieder
heraus.
So mußten wir wieder eine neue Lösung für meine geschwächte Niere finden
und es kam die Bauchfelldialyse (CAPD). So wurde ich nach Wien überstellt und
dort ein Kartheder transplantiert. :-(( So nun mußte ich 4x am Tag zur Wäsche,
die ich aber danke meiner Eltern daheim machen konnte(EInschulung im AKH)
Es folgten mehrer Kontrollen und auch meine Herzleistung lies durch diese
"Krankheit" mehr nach und mein Körper war "chronisch" vergiftet. Ich war zuerst
auc nicht bereit eine Niere haben zu wollen, bis meine Eltern meinten ich sollte
zu einer Psychologien gehen. Kommentar der Frau: "Die Niere kriegst von einem
toten Menschen!" Darauf ging ich nie wieder zu dieser Frau hin! Im nachhhinein
verstehe ich es, aber würdest du zu einem Kind so etwas sagen? Noch zu einem
Kind, das eh schon psychisch am Ende ist??? Wohl kaum, oder??
Im April 1993 folgte die zweite leider nicht geglückte Transplantation, die
leider einige Stunden am selben Tag wieder abgebrochen werden mußte. Niere
sprang nicht an. :-(((( Wir waren verständlicherweise sehr frustriert, auch ich
wollte schon keine Niere mehr.
Dann am 27.12.1993 kam DIE Niere, auf die ich wartete. Ich war natürlich
etwas misstrauisch was auch zu verstehen war. Aber dann lies ich mich drauf ein
und wir fuhren im Affentempi mit dem Auto nach wien. ich war so hypernervös wie
nie, ich heulte und freute mich gleichzeitig. Ich wurde ca. 6 - 12h !!
transplantiert. Es hat sich gelohnt. Ein sehr guter Chirurg schaffte es doch
tatsächlich meine Nieren in meinem doch sehr verwachsenen Bauchgegend zu
transplantieren, sie arbeitete von der ersten Sekunde an. Vorallem hatte für
mich auch ein neues Leben begonnen und hatte einen 2. Geburtstag. den meine
Herzleistung war bei diese langen Transplantaion 10%! Hätte da auch sterben
können!
Wir alle waren seit diesen Tage sehr glücklich.
Doch fing der Kampf mit der Schule erst richtig an. Da ich viel versäumt
hatte, hatetn sich auch bereits die "Freundesgruppen" gebildet und welche gruppe
will einen Neuling wie mich aufnehmen? Noch dazu jemanden, der einen Tag "frei"
hatte um nach Wien zu fahren? oder nicht turnen zu müssen...Da fielen ihnen auch
Ausreden ein, um nicht turnen zu müssen. Wie du viell. scho weißt hatte ich in
der Schule sehr viele Feinde und es ging leider schon so weit da ich körperlich
angegriffen wurde. Tritt in die Niere die 1 cm!! unter der Haut lieg. (Bei mir
gbits das!) Zum Glück wurde nur eine leichte Prellung festgestellt, und sofort
die Polizei eingeschaltet, aber die Hölle ging erst richtig los damit. Ich wurde
mehr gemobbt und die Schüler versuchten mich fertig zu machen. Erst als es hieß
das ich die Realschule nicht weiter besuchte waren sie so "Freundlich" zu mir.
"Eh wissen was "Freundlich" heißt wenn du von der schule gehst.
SCHEISSFREUNDLICH.
Ja Andi, ich hatte mehr als nur Tränen vergossen. Dann besuchte ich die
Hauswirtsschaftsschule wo ich im Internat wohnte. Aber auch dort wurde ich
gleich so lange gemobbt bis ich mir ein einzelzimmer nahm, den meine Kolleginnen
nutzen mich fur das aufräumen des Zimmers aus. Den jeden morgen mußte unser
Zimmer aufgewischt(Das Bad) und gekehrt werden und Mist ausgetragen werden. ich
"durfte" das machen, immer. Ich tat es, aber heute weiß ich das es ein sehr
großer Fehler war. Brachte meine klappe auch nicht auf.
Dann folgten verschiedene Schulungen und Praktika, die zwar positiv
verliefen aber kein Platz war hier.
Meine erste Arbeitsstelle war in der Gemeinde im Kartenverkaufsbüro, aber
da tat ich mir schwer. Ich hätte sollen für das Programm und dem Ablauf
eingeschult werden sollen in einer Schulung. Aber keiner hat sich im
Schulungszentrum gekümmert. Jetzt bin ich halt als "unwissend" dagestanden und
nach einem halben Jahr war es auch schluss.
Dann hatte ich wie viell. schon wissen meine Lehre in einer geschützen
Werkstätte, die für Menschen mit Handicapt ist. Also für mich und ich sollte
eine Lehre als Industriekauffrau machen. Totaler Fehlschlag. Mobbing bis zum Sau
füttern, hier einige Auszüge:
Bemerkungen der Ausbildnerin: Wegen dir fange ich zum rauchen und saufen
an/ Du machst mich krank/ wenn du fort bist gehts mir wieder besser/ ich wollte
dich nie ausbilden, ich habe dich nur so aufgenommen..../
Und vorallem warf sie sich mit dem 2. Lehrling auch auf einen Haufen und
somit war ich alleine. Das komische aber war, das die Metallarbeiter, mit denen
ich so gut wie gar nichts am Hut hatte immer sehr freundlich zu mir waren.
Drunter auch der Andi den ich mal hatte. ;-) Ich schätze ich hätte mich bei
ihnen sicher besser aufgehoben gefühlt...
In der Berufschule ging es mir im Internat auch nicht viel besser.
Aussenseiter und dann wieder körperliche Gewalt an mir. War am vorletzten Tag
bei der Schulschlussfeier. Die Schülter der Nebenklasse waren betrunken und
brachten mich um meinen Schlaf. Sie rissen mir die Decke weg und traten nach
mir, ich wehrte mich aus Angst nicht. So mußte ich wieder "alleine" kämpfen und
hatte wie schon oft keine Freunde.
Und zwischendurch mal zwei Beziehungen, aber die will ich dir ersparen. Wie
du siehst hab ich sehr viel durchgemacht und bin auch sehr davon gerpägt was
mein Leben betrifft.
Oder die traurigsten Sachen waren auch als Omas Hund starb der mit mir
aufgewachsen ist. Ich war ca. 8 Jahre als er zu ihr kam und wir verbrachten oft
zeit mit einander, und du weißt sicher wie es ist wenn ein Tier von dir geht,
ich war sehr fertig. Zuerst starb mein Opa 14 Tage nach meiner Firmung, dann ein
Jahr später auch noch Ringo. In beiden fällen spürte ich das innerlich. (Muss
bei sensiblen Menschen so sein..)
Ich möchte auch dazu sagen, das mir meine Eltern immer geholfen haben und
ich sie auch jetzt sehr verteidige.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.08.2007.
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