Walter Raasch

Peinlich 11

 

„Verdammt was soll das?“ Daggi fuhr herum als sie eine Hand an ihrem

Hintern spürte und riss das Knie hoch.

Sie traf Daniel voll ins Zentrum.

Mit einem lauten Grunzen sackte er zusammen.

Das Kaufhaus war gut besucht und

es bildete sich in Windeseile ein Kreis aus Neugierigen.

„Ist ihnen nicht gut? Sollen wir einen Krankenwagen rufen?“

fragte ein dicker, älterer Mann.

„Nein, nein, es geht schon wieder, nur ein kleiner Schwächeanfall.“

beschwichtigte Daniel die Umstehenden und richtete sich mühsam auf.

„Es ist wirklich wieder okay, danke, sehr nett von ihnen.“

Daniel atmete tief durch, während sich die Gruppe der Schaulustigen wieder zerstreute.

Daggi betrachtete den Po Grabscher genauer.

So hässlich war der gar nicht, vielleicht ein bisschen mager, aber sonst ganz okay.

„Hey Mann, Du siehst noch reichlich lädiert aus,

ich lade dich zu einer Tasse Kaffee ein.“

„Danke, ist echt nicht nötig. Bin wieder ganz okay.“

„Nichts da, die Brühe hier ist wirklich trinkbar, jetzt mach keine Mätzchen.“

Als sie sich im Cafe gegenüber saßen, fragte Daggi

„Machst du das regelmäßig, fremden Frauen an den Arsch packen?

Oder darf ich mich geehrt fühlen weil du dich bei mir nicht zurückhalten konntest?“

„Ich wollte dir nicht an die Kiste greifen. Wirklich nicht“

„Ist schon klar, du wolltest ihn vermessen, weil du Statistiken über

weibliche Hinterteile erstellst. Hör auf, klar wolltest du mich betatschen.“

„Nein wollte ich nicht.“

„Jetzt hab doch wenigstens den Mut es zuzugeben.“

„Herrgott nein, ich wollte dein Portemonnaie klauen.“

„Also das ist die bescheuertste Ausrede die ich je gehört habe.“

„Es ist die Wahrheit. Ich bin Taschendieb.“

„Ja klar. Erzähl mir noch einen.

Du hast mich gesehen und konntest dich nicht beherrschen

und jetzt bist du auch noch zu feige dazu zu stehen.“

„Du irrst dich. Dein Hintern hat mich überhaupt nicht interessiert.

Guck mal hier.“

Daniel griff in die verschiedenen Taschen seines Sakkos und beförderte vier Brieftaschen

auf den Tisch.

„Bitte sehr. Glaubst du mir jetzt?“

Daggi untersuchte die Geldbörsen.

„Gibt’s doch gar nicht. Interessiert sich nicht für meine Achterfront,

sondern nur für meine Kohle.“

Daniel sammelte die Portemonnaies wieder ein.

„Alles klar?“

„Nee, nichts ist klar. Dir gefällt meine Rückseite nicht? Bist du schwul oder was?“

„Keine Ahnung, ist mir bisher nicht aufgefallen.“

„Das wird ja immer besser. Herr Ober, würden sie bitte herkommen.

Nun passen sie mal auf. Dieser Kerl hier ist ein Taschendieb und wollte mich beklauen,

würden sie bitte den Hausdetektiv rufen?

Kommt sofort? Das ist schön, danke sehr.“

„Oh Mann, weshalb jetzt diese Nummer, weil ich bei der Ansicht deines Arschs nicht auf die

Knie gefallen bin und mit dem Kopf den Boden weich geklopft habe vor Begeisterung?“

„Ah, da sind sie ja schon. Dieser Herr ist ein Taschendieb. Er wollte mein Portemonnaie klauen.“

„ Unsinn.

Ich habe sie in den Hintern gekniffen,

das habe ich getan und ich weiß dass es nicht richtig war, aber sehen sie sich

das Mädchen doch mal an und wenn sie sie von hinten sehen würden,

dann könnten sie mich noch besser verstehen.

Wirklich, ein Traum.

Jedenfalls tat es mir ehrlich leid

und deshalb habe ich sie zum Kaffee eingeladen. Wir sitzen schon zwanzig Minuten friedlich hier,

sie können den Kellner fragen und auf einmal fängt sie an zu schwafeln dass ich ihr

eine kleine Entschädigung zahlen soll sonst würde sie behaupten dass ich ein Taschendieb wäre.
Mein Ausweis? Hier, gerne. Sehen sie der Ober gibt mir Recht.

Nein, kein Problem. Verstehe ich vollkommen, sie haben nur ihre Pflicht getan.

Ja, genau. Überspannt, sie ist etwas überspannt. Auf Wiedersehen.“

„Hey sie können ihn nicht einfach laufen lassen. Durchsuchen sie ihn doch wenigstens,

Wie, das dürfen sie nicht ohne Grund. Wenn ich es ihnen doch sage, er ist ein Taschendieb.

Also hier haben sie mich auch das letzte Mal gesehen. Herr Ober ich will zahlen.

Sechs Euro für zwei Kaffee. Schämen sie sich nicht?

Moment, wo ist mein Portemonnaie? Ja gleich, hier habe ich es hingelegt.

Holen sie sofort den Detektiv zurück.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.08.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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