Walter Raasch

Peinlich 31

„Hallo, Daggi ich bin’s.

Na, wie war Euer Date? Erzähl schon. Ich bin ja so gespannt.“

„Ach es war einfach nur toll. Wir waren bei Angelo.

Das ist was anderes als auf dem Moped mit Herbert zu Manfreds

Frittenbude oder zu Mac Doof zu fahren.

Hör mal, das Essen war mit Vorspeise und Wein und Nachtisch

und mehreren Kellnern

und Bernd hatte einen sagenhaft schicken Anzug an und keine knieseligen

Fingernägel vom schrauben an der Karre und ach, es war einfach nur perfekt.“

„Und weiter, worüber habt ihr gesprochen?“

„Über alles mögliche. Ich habe erzählt dass ich den neuen Stephen King gelesen habe

und jetzt den letzten Harry Potter anfange und er hat erzählt, dass er noch mal

den Wallenstein liest und welche Bücher ihm gut gefallen haben.“

„Boah, Wallenstein? Das ist doch von Shakespeare oder?“

„Nee, von Goethe. Ja, und dann haben wir über Musik geredet und über Hunde,

weil er hat ja so einen Cesar Hund und einfach über alles Mögliche.

Mit Herbert kannst du dich nur über Fußball oder Motorräder unterhalten.

Sonst über gar nichts.“

„ Jetzt lass dir doch nicht die Einzelheiten aus der Nase ziehen.

Was war nach dem Essen?

Habt ihr’s gemacht?

Und wie war er?“

„Nee gar nix war? Er hat mich nach Hause gefahren,

mich zur Haustür gebracht, mir einen Kuss gegeben,

sich verabschiedet und gesagt, dass er mich anrufen würde.“

„Hör auf, kein Versuch dich zu pimpern?

Gar nix?

Das gibt es doch nicht.

Oh, warte da klopft einer in der Leitung.

Ich melde mich wieder.“
 

„Hi, ich bin’s. Hat er wieder angerufen?“

„Celine, ich bin schon fast zur Tür raus.

Wir wollen ins Kino. Sei nicht böse ich ruf dich wieder an, okay?“

„Kein Problem. Aber lass ihn heute nicht ohne innere Einkehr nach Hause. Hörst du?“

„Geht klar, Bis dann.“
 

„Hallo Celine, ich bin’s.“

„Daggi, wolltet ihr nicht ins Kino?

Moment mal eben Daggi.

Klaus warte mal einen Moment ja? Geh in die Küche, rauch dir eine Zigarette und

mach dir eine Flasche Bier auf. Ja gleich, ganz bestimmt, ja von mir aus auch das, aber jetzt geh schön.

So Daggi da bin ich wieder, ich musste nur Klaus kurz wegschicken,

jetzt erzähl aber mal.“

„Also wir waren im Kino. Es war wirklich einmalig. Der Bernd ist ein richtiger

Gentleman. Hat mir Popcorn geholt. Eine große Tüte.

Und für sich nur eine kleine und wir haben richtig den Film geguckt.

Er hat überhaupt nicht versucht mir die Möpse zu drücken. Hat noch nicht mal meine

Hand gestreichelt und auf seinen Schoss gelegt. Und als der Film zu Ende war,

da hat er mich nach Hause gebracht und wollte mich küssen.

Aber das ging einfach nicht.

Er hatte nämlich so einen ganz dicken Popel auf der Backe kleben.

Ein richtiges Prachtexemplar. Grün und mit ein bisschen Schnodder dran.

Ich mein, das passiert schon mal, dass man nicht alles ins Taschentuch pustet

beim Schnäuzen, aber fies ist es doch.

Dann wollte ich es einfach wegwischen,

wie ich das auch beim Herbert immer mache wenn der sich einen grünen Bömmel

ins Gesicht geklebt hat.

Aber das ging einfach nicht.

Ich konnte den Popel nicht wegmachen.

Und da wusste ich, dass ich den Herbert immer noch liebe.

Ich werde ihn gleich anrufen und ihm sagen, dass ich ihm verzeihe.“

„Wie romantisch. Durch einen Popel die große Liebe erkannt.

Du bist bescheuert. Ja Klaus, jetzt geht’s weiter, aber putz die erst mal die Nase

und zwar ordentlich.

Mach’s gut Daggi. Bis Morgen. Langsam Klaus, langsam.“

„Bis morgen Celine.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.09.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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