Andreas Rüdig

Die Haushaltshilfe

Meine Güte - wie sieht es hier denn aus! Wie im Schweinestall. Überall liegt Kleidung `rum, teilweise sogar auf dem Fußboden. Das Butterbrotpapier stapelt sich auf dem Schreibtisch, genauso wie die Chipstüten und Coladosen. Das Fenster ist schon lange nicht mehr geputzt worden; auch die Gardinen sahen schon lange keine Waschmaschine mehr von innen. Betten machen - geschweige denn beziehen - tun die Kinder auch nciht.
Woher sollen sie es auch wissen? Johanna, ihre Mutter, ist ja den ganzen Tag auf der Arbeit; ihr Mann, der Adalbert, hat zwei linke Hände, was die Hausarbeit anbelangt. Tagsüber ist er Amtsleiter bei der Stadtverwaltung und abends auch noch Nebenerwerbslandwirt. Der kann den Hals auch nicht voll kriegen.
 
Meine Güte, wie sieht es denn hier aus? Diese doofe Tussie, die hier täglich zum Putzen kommt, hat doch tatsächlich bei uns aufgeräumt. Die Kleidung hängt ordentlich im Schrank. Die Frau hat Staub gesaugt, Staub gewischt, Fenster geputzt, Betten bezogen.
Und erst mein Schreibtisch - oh Graus! Da liegt ja Bleistift neben Bleistift und ein Blatt Papier auf dem anderen. Na warte, Puppe! Das erfordert Rache. Grausame Rache!
 
Puh, dieser Tag war lang und anstrengend. Den Feierabend habe ich mir redlich verdient. Was stinkt denn hier so? Oh wehe, das kommt ja aus meinem Zimmer! Igittigitt! Wer hat denn die Schweinejauche in mein Zimmer gekippt? Nein, hier bleibe ich keinen Tag länger.
 
(lachend) Gut gemacht. Die Hexe sind wir los.
 
Gestatte. Mein Name lautet Mayer - Remscheid. Ich bin die neue Haushaltshilfe. Duftet das aber hier, so richtig schön nach Landleben. Ich glaube, ich werde mich hier richtig wohl fühlen. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.09.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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