Marianne Knip

Wartezeit auf eine rote Rose

"Mensch Erika jetzt reiß dich doch endlich zusammen, so wie du gerade rumhängst kann es so einfach nicht mehr weitergehen", sagte meine Freundin Monika. "Außerdem ist es dieser blöde Mistkerl es ja gar nicht wert", sagte Angela, meine andere Freundin, "das du so traurig bist".

"Ach ihr könnt dies doch gar nicht verstehen, denn diesen, von euch sogenannten Mistkerl, Namens Peter. liebe ich nun einmal". "Das er weg gegangen ist, war meine eigene Schuld, denn ich habe ihn zu sehr bedrängt, er war noch nicht so weit um eine feste Bindung einzugehen". "Ist ja schon gut" meinte Monika, "aber mit deinem zu Haus rumhängen machst du es auch nicht besser". Ja, Monika hat recht" sagte Angela, "gehe aus und mache ihn eifersüchtig und beachte ihn nicht, wenn du ihn siehst, tu so als wäre er dir gleichgültig".

"Angela hat recht und wir drei gehen jetzt in die Stadt und bummeln durch die Straßen und setzen uns dann in irgend ein Straßencafe", erwiderte Monika. "Wenn ich mir es so richtig überlege habt ihr zwei ja auch Recht, alsdann laßt uns losgehen, vielleicht komme ich dann doch noch auf andere Gedanken".

Es wurde noch ein richtig angenehmer Tag, wir hatten noch einen freien Tisch in meinem Stammcafe gefunden und wir unterhielten uns angeregt mit ein paar jungen Männern am Nebentisch. Es dauerte nicht lange und wir stellten unsere Tische zusammen und hatten einfach nur richtig voll unsern Spaß. Auf einmal flüsterte Monika mir ins Ohr, "Erika schau jetzt nicht auf die andere Straßenseite, denn Peter steht dort drüben und schaut wütend herüber, ich glaube er beißt an". "So, dann wollen wir sehen wie er reagiert" sagte ich, "dann werde ich jetzt einmal mit meinem Tischnachbarn ein bißchen mehr anlächeln und du erzählst mir wie er darauf reagiert". Gesagt und getan, ich lächelte den neben mir sitzenden nett an, schaute ihm in die Augen und flirtete, auf Teufel komm raus mir ihm. "Er kommt rüber und setzt sich rechts von dir da hinten auf einen freien Platz, ach und jetzt starrt er wütend auf sein Bier und es sieht aus als würde er dir am liebsten den Hals umdrehen und den armen Kerl neben dir erschießen". Gut so, dachte ich, er soll selbst einmal spüren wie es ist, wenn man leidet.

Nach einiger Zeit, Peter war schon gegangen, sind wir drei dann auch aufgebrochen und als ich dann bei mir daheim angekommen bin, sah ich Peter vor meiner Haustüre stehen. Puh was mache ich jetzt, Erika bleibe ganz ruhig, sagte ich mir und ging auf Peter zu und fragte ihn schnippisch, "wartest du auf mich". Statt mir darauf eine Antwort zu geben, sagte er. "Was soll das", knurrte Peter mich an und ich fragte ihn ganz scheinheilig, "was meinst du mit", "was soll das". "Das weißt du ganz genau", erwiderte er, "hat es dir Spaß gemacht ,mich mit dem andern so zu quälen". "Wieso dich quälen, ich dachte du willst deine Freiheit haben und die hast du ja jetzt". "Du denkst wohl, bis du so langsam darauf kommst, was du einmal willst, soll ich daheim sitzen und Däumchen drehen und warten bis der gnädige Herr sich entschieden hat was das Richtige für ihn ist. Und wenn du dich dann irgendwann anders entschieden hast, kann ich ja sehen wo ich dann bleibe. Du hast jetzt deine Freiheit, also mach etwas daraus und wenn du es rechtzeitig weist, kannst du mir ja Bescheid geben und jetzt laß mich vorbei". Peter schaute mich wütend an und wollte mich festhalten, aber ich bin schnell, an ihm vorbei, ins Haus gegangen und die Türe hinter mir zugemacht. Hinter der Türe habe ich mich, mit stark klopfenden Herz, an die Wand gelehnt und überlegt ob es richtig war was ich gemacht habe. Mein Gott was habe ich da nur getan, hoffentlich habe ich ihn jetzt nicht für immer vertrieben. Schnell drehte ich mich um und machte die Haustüre wieder auf, aber Peter war schon gegangen. Was hat mich da bloß geritten, ich war verzweifelt, wie konnte ich nur so dumm sein, ich liebe ihn doch.

Zwei Tage habe ich von Peter nichts gehört und gesehen und ich dachte jetzt habe ich ihn ganz vertrieben. Doch als ich am dritten Tag nach Hause kam steckte im Briefkasten eine gelbe Rose mit einem Zettel daran, darauf stand. "Damit die Wartezeit nicht so lange für dich wird, steckt jeden Tag eine Rose im Briefkasten und wenn du eine rote Rose darin findest habe ich mich entschieden". Mein erstes nach Feierabend, war der Blick zum Briefkasten und holte jedesmal eine gelbe Rose heraus.

Das ist doch reines Folter was Peter mit dir macht, sagten meine Freundinnen und ich wurde immer trauriger. Abends saß ich im dunklen Zimmer und starrte zum Himmel hinauf und lauter dumme Gedanken gingen mir durch den Kopf. Was ist wenn dann plötzlich keine Rose mehr im Briefkasten ist, ich hoffte nur das es dazu nie kommt. Ach Peter du brichst mir das Herz und langsam liefen mir die Tränen herunter.

Drei Wochen sind nun schon vergangen und immer nur die gelben Rosen. Oh nein was ist das, keine Rose schaut heute aus meinen Briefkasten. Schaute den Briefkasten ganz entsetzt an und brach in Tränen aus, ich habe verloren. Blind vor Tränen ging ich zu meiner Wohnung und stieß plötzlich mit jemand zusammen.

Peter stand da mit einem großen Strauß roter Rosen und zog mich zärtlich an sich und ich blöde Kuh konnte nur noch weinen. Er nahm mir den Schlüssel aus meiner zittriger Hand und schloß die Wohnungstüre auf zog mich schnell rein. Drinnen legte er erst einmal den Rosenstrauß auf die Seite, dann nahm er mich zärtlich in den Arm und küßte mich voller Verlangen. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, nur noch ein Gedanke ging mir durch den Kopf ... er ist wieder da.

"Ach Erika, ich war so dumm, ich liebe dich doch von ganzem Herzen und frage dich ob du es mit so einen dummen Kerl wie mich für immer aushalten kannst". Freudestrahlend und mit Tränen in den Augen habe ich Peter umarmt und sagte nur, "oh ja, ich kann" und die Welt versank um uns herum.

 

M.K. am 03.10.2006

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Die Autorin, geboren 1960, wohnt im Dreiländereck Nordrhein-Westfalen/Hessen/Rheinland-Pfalz. Erst spät hat sie ihr Talent zum Dichten entdeckt und ihre Gedanken und Erfahrungen zusammengetragen. So entstand eine Gedichtsammlung, an der die Autorin gerne andere Menschen teilhaben lassen möchte, und daher wurde der vorliegende Band zusammengestellt.

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