Andreas Rüdig

Das Bügeleisen

Frisch gebügelte Hemden sind eine Zierde für jede Hausfrau. Je eleganter Ehemann und Kinder aussehen, desto mehr Ruhm fällt auf die Hausfrau. Ist es nicht so?
Mein Mann sieht das nicht so. Er liebt zerknitterte Kleidung. Er würde sogar am liebsten in Sporthose, Turnschuhe und T - Shirt ins Büro gehen. Doch glücklicherweise zwingt ihn sein Chef, mit Hemd und Jacket zur Arbeit zu kommen. Das wirft ein Problem für mich auf. Es gibt zwar eine Waschmaschine in unserer Waschküche im Keller; Malte erlaubt es mir aber nicht, ein Bügeleisen zu kaufen.
Was soll ich also tun, wenn Malte ordentlich aussehen soll? Ich war gestern in einem Hauswirtschaftsmuseum. Dort fand ich ein altes Buch mit historischen Fotographien, auf denen historische Haushaltsgeräte zu sehen sind. Die alten Geräte, mit denen Bekleidung geplättet wurde, sehen ja wirklich ulkig aus. Ein Holzgriff steckt in einer Eisenplatte. Sie sollen ganz einfach herzustellen sein. Mal sehen, ob es die Teile in dem Kolonialwarenladen um die Ecke gibt. Und wie funktioniert dieses historische Bügeleisen? Man kocht 10 Liter Leitungswasser, bis es sprudelt. Dann taucht man das Bügeleisen für 2 Minuten ein. Es wird dann so heißt, daß man es 5 Minuten nutzen kann. Sprüht man die Wäsche leicht mit kaltem Wasser ein, geht das Bügeln wie von selbst.
 
Sag mal, Berta, was ist das für eine seltsame Konstruktion im Keller? Und warum hast du so viele Brandblasen an den Händen? Egal. Sieh mal: Ich habe dir ein Bügeleisen gekauft. Es ist ja Weihnachten. Da will ich ja mal nicht so sein. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.10.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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