Marianne Knip

Traummann gefunden

Wieder war einmal so ein langweiliges Wochenende da und ich war total frustriert. Das Wetter war auch nicht gerade berauschend und im Fernsehen kommt auch nichts gescheites.Nur lauter Krimis und Psychotriller und auf fast allen Kanälen waren nur Wiederholungen, einfach nur trübsinnig. Also legte ich eine CD ein und griff nach einem Roman, aber ich konnte mich überhaupt mich konzentrieren.

Was ist eigentlich mit mir los, warum lerne ich nicht endlich einen netten Mann kennen. So Übel sah ich doch auch nicht aus, hatte ein ganz hübsches Gesicht und meine Figur war auch in Ordnung. Man könnte meinen auf meiner Stirn ist ein unsichtbares Etikett angebracht mit der Aufschrift "Bitte nicht berühren oder ansprechen, höchst gefährlich." Anscheinend konnten dieses unsichtbare Etikett nur ledige Männer lesen. Männer hätte ich schon genügend haben können, aber die waren entweder verheiratet oder hatten eine Freundin. Ja und das kam für mich überhaupt nicht Frage, also war Langeweile an den Wochenenden angesagt. Bernd unser Casanova im Betrieb würde schon ganz gerne mit mir was anfangen, aber einer der die Frauen wechselt wie seine Hemden, nein danke der war nichts für mich.

Am Montag ging ich noch immer schlecht gelaunt ins Büro und prompt lief mir als erstes Bernd über den Weg. Er grinste mich an und fragte, ob ich Streit mit meinen Freund gehabt hätte, sein Wochenende wäre ja sooooo toll gewesen und ging lachend weiter. Lass mich in Ruhe knurrte ich zurück und ging noch frustrierten, wie ich schon war, in mein Büro. Ausgerechnet heute kommt auch noch so ein Typ bei mir vorbei, der bei uns in der Firma die Arbeitsabläufe überprüfen soll. Na da bin ich ja gespannt was da dabei heraus kommt.

Als ich gerade dabei war alles auf meinem Schreibtisch für den Arbeitstag zu richten ging meine Tür auf und der tollste Mann, den ich je gesehen hatte, kam herein. Er war groß, schlank, hatte blonde Haare und tiefblaue Augen. Ich konnte ihn nur anstarren und mein Herz klopfte so stark und in meinen Bauch flatterten Tausende von Schmetterlingen. Vor lauter Aufregung brachte ich keinen Ton heraus und dabei merkte ich das auch noch mein Gesicht rot anlief. Er grüßte ganz freundlich und wünschte mir einen guten Morgen und ich stotterte noch immer rot im Gesicht auch einen Gruß heraus. Mein Gott war mir das peinlich, der wird doch denken das ich nicht ganz richtig im Kopf sei. Doch mit seinen strahlend tiefblauen Augen lächelte er mich ganz lieb und freundlich an und stellte sich als Gerd Schneider vor und mit klopfenden Herzen sagte ich mein Name ist Anja Hoffmann.

Er blieb den ganzen Tag bei mir im Büro und sah mir bei der Arbeit zu. Er stellte mir ab und zu Fragen und machte sich Notizen. Verstohlen sah ich ihn immer wieder von der Seite an und wenn er mich dann anschaute lächelte er mich an und die Schmetterlinge im Bauch wurden immer schlimmer. Ach mit ihm würde ich am liebsten jeden Tag verbringen. Aber so ein toller Mann ist doch sicher schon vergeben, denn so etwas wie ihn lässt man doch nicht frei herumlaufen.

Gerd, so nannte ich ihn in für mich, war nun schon eine Woche bei uns in der Firma. Wir begegneten uns täglich und ich schaute ihn immer verlegen an. Am Freitag kam er dann in der Mittagspause zu mir ins Zimmer und schon wieder flatterten diese blöden Schmetterling in meinen Bauch herum. Er lächelte mich ganz lieb an und fragte mich ob er mich heute abend einladen dürfte und vor lauter Glück stotterte ich ein Ja heraus.

Zuhause wusste ich nicht was ich anziehen sollte und der Inhalt meines Kleiderschrankes landete dabei auf meinen Bett. Da es ein warmer Sommerabend war, entschied ich mich letztendlich für einen Weinroten Rock und ein weißes Top und dazu weiße Sandaletten. Als es dann an meiner Wohnungstüre klingelte ergriff ich noch schnell meine Jacke und meine Handtasche um ganz nervös die Türe auf zu machen. Da stand er nun mit einer weißen Rose in der Hand und sah mich strahlend an. Und schon wieder flatterten diese Schmetterlinge im Bauch, denn weiße Rosen sind meine Lieblingsblumen.

Wir verbrachten den Abend in einen gemütlichen Weinkeller bei Kerzenschein und leiser Musik und schauten uns verliebt in die Augen. Es wurde ein wunderschöner Abend und als es schon sehr spät wurde hat er mich nach Hause gebracht. Als wir bei meiner Wohnung ankamen küßte er mich ganz zärtlich. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und fragte ob er noch zu einen Kaffee zu mir in die Wohnung kommen würde. Er lachte und sagte, er hatte schon Angst bekommen ich würde ihn dies überhaupt nicht fragen.

Langweilig wurde dieses Wochenende ganz und gar nicht und die darauf folgenden wurden immer schöner, denn ich hatte endlich meinen Traummann gefunden.

Anscheinend hatte ich an diesen Montagmorgen, nach dem frustrierten Wochenende, das unsichtbare Etikett auf meiner Stirn verloren.

 

 

Erstellt von M.Knip am 18.09.2006

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.11.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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