Judith Beiten

The Song VI



Sie waren für eine längere Zeit beide unfähig miteinander zu sprechen. Dann sagte Jay: „Ich liebe dich mein sanfter Engel.“ Plötzlich fing Sarah an zu weinen. „Bitte bring mich hier weg. Ich möchte das alles so schnell wie möglich hinter mir haben.“ Josh fuhr die beiden zur Polizeiwache, wo Jay draußen wartete, während Sarah ihre Aussage machte. Zu gerne hätte er gewusst, wie weit Mike gekommen war und was er mit ihr gemacht hatte. Aber er spürte deutlich, dass sie noch nicht bereit war um mit ihm darüber zu reden. Das Einzige was er wusste war, dass er sie über alles liebte und das ihre Gefühle für ihn genauso intensief sind. Und doch hatte Mike etwas kaputt gemacht. In den volgenden Wochen lief alles so weiter wie vor dem Ereignis. Er hatte täglich Bandproben und Konzerte und sie half am Merchandisestand. Er bemühte sich sehr um sie und war sehr zärtlich, doch sie blockte immer ab, wenn er sie berührte. Sie war über sich selber enttäuscht, weil sie wusste, dass er sie liebte und sie nicht verletzen würde und doch baute sie immer wieder eine Mauer um sich. Sie war von Natur aus schon immer eifersüchtig gewesen, auch wenn sie es eigentlich gar nicht wollte. Der Erfolg der Band wurde immer grösser und sie fühlte sich immer kleiner. Aber das Schlimmste war, dass sie die Sache mit Mike nicht vergessen konnte. Sie kriegte oft Panikattacken und konnte sich bei Jay’s zärtlichen Berührungen einfach nicht entspannen. Obwohl die anderen Bandmitglieder Sarah mochten, machten sie langsam Jokes über Jay’s Leidenschaft für sie. Er wurde immer verzweifelter und fragte sich wie er an sie heran kommen könnte. Schließlich ging es allmählich auf das gross angekündigte Abschiedskonzert der Tournee zu und Jay wusste nicht, wie es danach weiter gehen sollte. Aber er wusste, dass er Sarah unendlich liebte, auch wenn diese von Tag zu Tag mehr in ihr Schneckenhaus kroch. Er grübelte immer noch, wie er sie dazu bringen könnte sich ihm zu öffnen. Er wollte ihr bei dem grössten ihrer Konzerte, das auch live übertragen und auf DVD verkauft werden sollte, einen ganz besonderen Liebesbeweis zukommen lassen, obschon seine Bandkollegen ihm sagten, dass danach aber das Theater um seine Liebe bitte beendet wäre. Inzwischen war Sarah sich über ihr Verhalten bewusst, konnte aber nichts daran ändern. Sie hatte schon überlegt in Therapie zu gehen. Es scheiterte daran, dass sie immer in anderen Städten und Ländern waren. Aber dann machte sie doch abends einen Termin bei einem jungem Psychologen um zu reden, vielleicht würde das schon helfen und er könnte ihr Tipps geben. Sarah war im Laufe des Tages nervös, weil sie es sehr konfrontierend fand und sich doch Hoffnungen machte, dass der Mann ihr helfen könnte. Jay merkte diese Angespanntheit und beschloss darum ihr abends zu folgen. Er war geschockt, als er sah, dass sie in eine fremde Wohnung ging. Leider übersah er das Namensschild, sonst hätte er sich bestimmt gefreut, dass seine Geliebte sich Hilfe sucht. Das ganze war am Tag vor dem grossem Konzert. Jay fragte sich die ganze Zeit, ob er sie gehen lassen sollte, oder ob er alles für sie geben sollte. Er war sich sehr unsicher. Das Konzert begann und Sarah stand hinten am Merchandisestand. Sie war sehr zittrig, da sie nicht wusste, wie es nach der Tour weiter gehen sollte. Konnte sie weiter mit Jay in seiner gemütlichen Wohnung wohnen? Würde auch er sie im Stich lassen und sie würde ohne Geld und Freunde ganz alleine auf der Strasse stehen? Sie war völlig in Gedanken versunken, während tausende kreischende Girls um sie rumhopsten. Jay spielte, gab sein Bestes, aber dennoch fragte er sich die ganze Zeit ob er vor einem weltweitem Publikum alles für sie geben sollte, oder ob er sie, wie sie es anscheinend wollte, loslassen sollte. Doch dann erinnerte er sich daran, wie er wegen Mike, für den er immer noch Mordgelüste hegte, eine Todespanik um sie hatte und damals hatte er nicht ohne sie weiter leben wollen. Er fragte sich selber, ob er verrückt geworden sei, er könnte so viele Mädels haben, sehr hübsche und kluge und doch war Sarah sein Engel. Er beschloss egoistisch zu sein und um sie zu kämpfen. Er gab seinen Jungs ein Zeichen. „Liebe Fans, es befindet sich hier heute eine Dame unter uns, der ich mein Herz geschenkt habe. Ich liebe dich meine Süsse. Ich weiß nicht, ob du mich wirklich willst, aber ich will dich! Darum habe ich dieses Lied geschrieben.“ Daraufhin begann Jay mit so viel Leidenschaft, Liebe und Zärtlichkeit zu singen, wie er es nie wieder tun sollte. Das Lied: Difference covers our way Devoted are our hearts In your arms I wanna stay We are made of the same parts   I welcome you with open arms I don’t care what others say You protect me from all harms We go our own way   Be my sin Be my princess Be my wife Be my everything   Sarah stand verblüfft da. Die Mauer, die sie um sich gebaut hatte, viel auf einmal in sich zusammen. Das einzige, was sie spürte war eine unbändige Liebe, sie konnte sich auf einmal nicht mehr halten. Sie stürmte auf die Bühne. Die ganzen Fans, die Kameras, es war so als wäre sie alleine mit Jay. Sie flog in seine Arme. Er flüsterte ihr zärtlich „mein geliebter dunkler Engel“ ins Ohr. Sie hatten wieder zu einander gefunden. Das Lied stürmte die Charts, der Auftritt wurde unzählige Male gezeigt und es gab kaum ein Mädel, das sich nicht an Sarahs Stelle wünschte. Aber auch viele Männer erkannten Sarahs dunkle und vollkommene Schönheit. Sie begann doch noch ein Kunststudium. Nichts konnte die Beiden mehr trennen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.12.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Stream of thoughts: Stories and Memories – for contemplating and for pensive moments (english) von Heinz Werner



Do we know what home is, what does this term mean for modern nomads and cosmopolitans? Where and what exactly is home?
Haven't we all overlooked or misinterpreted signs before? Are we able to let ourselves go during hectic times, do we interpret faces correctly? Presumably, even today we still smile about certain encounters during our travels, somewhere in the world, or we are still dealing with them. Not only is travveling educating, but each travel also shapes our character, opens up our view for other people, cultures and their very unique challenges.
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