Klaus-D. Heid

Der Einsame

Ganz langsam wanderte mein Gesicht über Katharinas Rücken, ohne ihn auch nur ein einziges Mal mit den Lippen zu berühren. Meine Wanderung hatte an ihrem Nacken begonnen, hatte dort den himmlischen Duft ihres Haares geatmet, um dann die Spur der Wirbelsäule zu suchen, bis ich endlich an Katharinas Po landete. Von der faszinierenden Schönheit ihres Popos berauscht, hauchte ich meinen heißen Atem auf die zarte Haut der zuckersüßen Rundungen. Ich verlor mich in den unsichtbaren Tiefen jener Spalte, die schließlich im Tal der absoluten Weiblichkeit, mündete und die ich vorerst nur erahnen und nicht ergründen wollte. Zu verführerisch war der Gedanke, mit den Händen das Tal der Lust freizulegen, um dort mit meinem Mund einzutauchen. Meine Haare berührten flüchtig Katharinas Haut, die daraufhin leicht zusammenzuckte. Ich wusste, wie kitzelig sie war und wollte auf keinen Fall, dass sie sich schon jetzt umdrehte. Etwas mehr Abstand haltend, wanderte mein Mund nun von ihrem Popo zu den Schenkeln. Tage, Monate, gar Jahre hätte ich damit verbringen können, diese endlosen glatten Schenkel zu bewundern. Besonders die Stelle, an der Katharinas Popo in die Oberschenkel überging, musste von einem wahren Meister der schönsten Künste geschaffen worden sein. Wie makellos ihre Beine waren. Ich bewegte mein Gesicht vorsichtig von ihren Kniekehlen zu den Waden. Schlanke Waden. Waden, die göttlicher nicht sein konnten. Dann die Fesseln. Diese schmalen Fesseln, diese liebreizenden Knöchel und... diese übersinnlich schönen, kleinen Füße mit ihren niedlichen Zehen. Ich war versucht, ihre Füße mit Küssen zu bedecken. Ich kämpfte mit mir, um nicht der Versuchung zu erliegen, meine Lippen auf Katharinas Waden zu pressen. Ich befahl meinen Händen, sich von der Vollkommenheit ihres Popos fernzuhalten. Ein ums andere Mal zwang ich mich, nicht schon jetzt ihre schmalen Schultern zu küssen, ihren Nacken zu liebkosen und ihr langes schwarzen Haar zu streicheln. Katharina bewegte sich nicht. Ich wusste, dass sie wartete, was nun geschehen würde. Bestimmt ahnte sie, wie schwer es mir fiel, standhaft zu sein. Vielleicht genoss sie gar meine inneren Kämpfe, die ich gegen mich selbst führte? Ein Körper aus Ebenholz. Gleichmäßig, berauschend in seiner schweigenden Darbietung und engelsgleich lag dieser Körper vor mir. Wie viel Kraft muss ich noch aufbieten, um nicht im Strudel unkontrollierter Lust zu ertrinken? Musste ich mich erst fesseln und knebeln, damit ich der vor mir liegenden Versuchung widerstehen konnte? Würde Katharina sich nun bewegen, sich vielleicht sogar umdrehen, um mich vollends durch den Anblick ihrer Alabasterbrüste in den Wahnsinn zu treiben – ich würde für nichts mehr garantieren können.

„Lass mich also nicht in Dein Gesicht sehen, Du menschgewordene Statue, die von einem Gott geschaffen sein muss. In Deinem Gesicht vereint sich jeder Reiz Deines Körpers. Dein Gesicht ist das sanfte Lächeln, dem ich hoffnungslos erlegen bin. Katharina, Dein Gesicht ist das Abbild all meiner Phantasien und Träume; in ihm sehe ich das Verlangen, die Gier, die Zärtlichkeit und die Wärme Deines Wesens. Dreh Dich bitte nicht um! Sieh mich nicht an. Schenke mir nicht Dein Lächeln, auf dass ich vergesse, mich zu beherrschen. Katharina, führe mich nicht in Versuchung, Dich liebkosen und streicheln zu wollen. Verbirg Deine zartesten Geheimnisse vor mir und lass mich irgendwann erschöpft und zu Tode betrübt, einschlafen. Lass mich von Dir träumen. Lass mich diese unendliche Spannung der Versuchung erdulden, die ein Mann nur dann ertragen kann, wenn er wirklich liebt; wobei ich mit Liebe nicht die oberflächliche Liebe meine. Ich meine auch nicht jene sterbliche Liebe, die nicht weiterexistiert, wenn die Liebenden nicht mehr sind. Die Liebe, die ich fühle, ist unsterblich, gewaltig und grausam in Einem. Sie quält, verzehrt und sättigt. Sie reißt Dir die Seele aus dem Leib und schenkt Dir neues Leben in einem Kaleidoskop zauberhafter Farbenspiele. Deshalb, Katharina, deshalb will ich Dir beweisen, wie ich Dich liebe. Deshalb darfst du Dich nicht umdrehen. Nur aus diesem Grund möchte ich, dass Du lediglich den Hauch meiner Berührungen wahrnimmst. Katharina? Was tust du, Katharina? Tue es nicht! Dreh Dich nicht um. Katharina? Liebste? Nun doch? So soll es denn sein. Hinweg mit der Beherrschung meiner Lüste. Hinfort mit den Fesseln, die mich binden. Wie schön Du bist, Liebste! Wie schön. Keine Ketten mehr. Keine Mauern zwischen uns. Kein Zögern und kein Warten. Endlich, endlich, endlich sehe ich Dein Gesicht. Deine Wangen so gerötet, Katharina? Was fürchtest Du? Deine Augen geschlossen? Was möchtest Du nicht sehen? Deine zarten Hände über den Brüsten verschränkt? Die Knospen Deiner Erregung vor mir verborgen?“

Katharina öffnete ihre Augen. Sehnsüchtig versank ich im Strahlen ihrer Aura. Ich betete, weil ich sie sehen durfte – und fluchte, weil ich sie so lange nicht sah. Als Katharina dann ihre Arme hinter den Kopf legte und ich den schönsten Busen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erblickte, musste ich sie einfach küssen. Ich musste – und ich tat es! Meine Lippen fanden Katharinas Lippen. Unser Kuss ließ mich das Elend dieser Welt vergessen. Während meine Hände Katharinas erregte Brustwarzen liebkosten, verschmolzen unsere Münder zu einem gigantischen Feuerwerk aus brodelnder Leidenschaft. Der Vulkan bebte. Nichts konnte ihn nun noch daran hindern, auszubrechen. Nichts irdisches wäre noch imstande, das Überirdische zu unterbinden. Unsere Körper wurden eine Einheit. Ein Körper. Unkontrolliert. Ekstatisch. Wild. Zärtlich und bittend. Fordernd und gebend. Schreiend und schweigend. Rhythmisches, orgiastisches Höllenspiel. Himmel und Hölle. Feuer und Wasser. Ich vergaß meinen Namen, meine Vergangenheit und meinen Verstand. Der Schweiß unserer Körper ließ ein Meer aus tausend und einer Nacht entstehen, in dem wir wie Fische beim Spiel, schwammen. Deine Lippen an meinen Ohren. Meine Wange an Deinem Busen. Unsere Herzen wild schlagend und pochend, bis...

..die Tür geöffnet wurde – und meine Frau hereinkam und mit keifender Stimme schrie:

„Es reicht Dir wohl nicht, was Du von mir bekommst, wie? Dass Du Dich nicht schämst! Ein Mann in Deinem Alter – und macht sich’s noch selbst! Ich hoffe, Du hast wenigstens schon den beschissenen Einkauf erledigt? Soll ich das etwa auch noch machen, während Du Dir inzwischen...“

Ich hörte einfach nicht mehr hin. Irgendwann wird sie schon mit ihrem Geschrei aufhören. Irgendwann wird sie wieder die Tür schließen, weil sie mit irgendeiner ihrer bescheuerten Freundinnen darüber quatschen will, wie langweilig ihr Mann doch ist. Und dann? Dann? Dann werde ich wieder bei Katharina sein. Ich werde genau da weitermachen, wo ich unterbrechen musste. „Katharina? Hörst du mich? Warum drehst Du Dich nicht wieder auf den Bauch? Lass es mich noch einmal versuchen, standhaft zu sein, ja? Du weißt ja, wie schön es für mich ist, zu ‚wollen’ und nicht zu ‚müssen’, oder? Hast du gehört? Die Tür ist wieder zu. Meine Frau telefoniert nun wieder. Wie schön, dass Du Dich bereits umgedreht hast.“

Ganz langsam wanderte mein Gesicht über Katharinas Rücken, ohne ihn auch nur ein einziges Mal mit den Lippen zu berühren. Meine Wanderung hatte an ihrem Nacken begonnen, hatte dort den himmlischen Duft ihres Haares geatmet, um dann die Spur der Wirbelsäule zu suchen, bis ich endlich an Katharinas Po landete. Von der faszinierenden Schönheit ihres Popos berauscht, hauchte ich meinen heißen Atem auf die zarte Haut der zuckersüßen Rundungen. Ich verlor mich in den unsichtbaren Tiefen...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.10.2002. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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