Yvonne Asch

Gegengift...nur ein einziger kuss

Ich stand schon seit einer ganzen weile vor der Pastaabteilung, nun war ich an überlegen

„Bolognese oder doch lieber Mozzarella? Oh man...“, murmelte ich in Gedanken vor mich hin und las dann noch einmal die Beschreibung durch. „ich an deiner Stelle würde Mozarella wählen, ist viel cremiger!“ ich zuckte zusammen und sah erschrocken von der Packung weg, schaute direkt in die blauen Augen, wie sie mich an sahen. Wieso traf ich ihn grade hier? Man, ich hasste diesen Typen, seit einer Woche ging er nun in meine Klasse, war neu da zu gezogen und wenn man mich fragte war er einfach nur arrogant und eingebildet. Ich zuckte mit den Schultern, packte die Mozzarellapackung wieder ins Regal zurück und legte stattdessen die Bolognesepackung in den Einkaufswagen. „Ich habe dich aber nicht gefragt!“, sagte ich stumpf und schob den Wagen an ihn vorbei, er hielt mich je doch am Arm fest und trat etwas näher an mich. „Ich habe einen sehr guten Geschmack suche mir immer nur das Beste aus, bin ganz schön wählerisch. Vielleicht möchtest du ja nach den Hauptgang noch einen heißen Nachtisch?“, flüsterte er mir ins Ohr, eine Weile musste ich erst einmal den Satz verarbeiten dann spürte ich wie ich rot wurde. „Du bist das Letzte was ich vernaschen will!“, schrie ich ihn darauf hin an, die Leute im Laden sahen mich verwundert an und er grinste nur breit, legte ein Kirschglas in meinen Wagen und ließ meinen Arm los. „Ich meinte eigentlich die Kirschen, sie schmecken besser wenn du sie heiß vernascht.“, mit diesen Satz ließ er mich einfach stehen und ging zur Kasse. Ich sah ihn noch nach „Was für ein dummer, arroganter Wichtigtuer!“, grummelte ich und stellte das Kirschglas ins Regal zurück.

 

 

Ohh man! Schon wieder komme ich zu spät zum Unterricht... ich rannte den Flur entlang und geriet ins Rutschen als ich scharf vor den Klassenraum bremste, ich schlitterte noch etwas weiter, kam fast ins schwanken und hielt mich so mit an der Fensterbank fest um etwas halt zu finden, was zum glück auch klappte. Schnell holte ich noch etwas Luft und betrat dann den Klassenraum, ab in die Höhle des Löwen hin ein. Meine Lehrerin sah mich fragend an, dann schüttelte sie den Kopf und zeigte auf die Tür, in dessen Rahm ich noch stand, alle anderen Augen waren auch auf mich gerichtet.  Ich verstand was sie meinte, wartete aber trotzdem noch ihre Worte ab. „Lucina Komila! Du kannst bis zum Pausenläuten draußen warten!”

Was ich dann auch tat. Ich setzte mich also auf die Fensterbank und sah den Treiben auf den Schulhof zu, viel passierte da nicht grade. Ich hörte wie die Tür auf ging und wieder zu und jemand zu mir trat. „Sag mal hast du eigentlich keinen Wecker?“, fragte er mich. Nicht schon wieder er, ließ der mich denn nie in ruhe? Ich sah ihn nicht an. „Das geht dich nichts an und überhaupt warum bist du Draußen?“, fragte ich ihn. Er stützte sich am Fensterbrett ab und stand neben mir. „Ich wollte einfach diese Aussicht genießen für diese Bergigelandschaft verzichte ich auch gerne auf den Unterricht!“. Ich legte die Stirn in Falten, weit und breit war kein Berg, die Landschaft war eher Flach und langweilig, also sah ich ihn fragend an. Bis ich dann seinen Blick folgte, der Arsch schaute mir tatsächlich in den Ausschnitt!

Schon wieder lief ich rot an, ich sprang verlegen auf und drehte ihn den Rücken zu. „Hör auf mich zu nerven!“, brummte ich ihn an. Ich spürte genau das er mich an sah. „Du bist total arrogant!“. ja, diese Worte kamen von seinen Lippen, ich glaube er verwechselt da gehörig was ! ich zuckte mit den Schultern. „Und du bist einfach nur .....“,ich konnte den Satz nicht beenden, zu sehr war ich verwundert über das was er tat, er hatte einfach nach meinen Arm gegriffen und mich rumgewirbelt, zu sich heran gezogen, hielt mich fest in den Arm und schaute mir mit seinen blauen, großen Augen in die meine. Sein braunes, Haar, viel ihn etwas ins Gesicht. „Was bin ich?“, fragte er mich leise und kam mit seinen Kopf meinen näher, ich stand ziemlich perplex da und sah ihn bestimmt wie so ein Ufo  aber ich konnte nicht anders, brauchte eine weile um mich zu fangen. „also was bin ich?“, fragte er mich wieder. Endlich hatte ich es geschafft mich zu fangen und drehte mich geschickt aus seinen Armen. „Du bist ein verdammter Großkotz!“ mit diesen Worten, schlug die Klassenzimmertür auf und Frau Olinka schaute uns entsetzt an. „Es reicht mir mit euch Beiden, ihr wisst ganz genau wenn ihr aus den Unterricht fliegt habt ihr Draußen nicht zu reden und man hört euch hier laut und deutlich!“, schrie sie uns an. Ich spürte wie ich rot wurde jeder hatte wohl unser Gespräch gehört. „Nachsitzen alle Beide!“.

 

 

Die Sonne schien durch das Fenster des Klassenraums und tat auf meiner Haut unendlich gut, wie gerne hätte ich das Wetter genutzt zum baden gehen und stattdessen saß ich hier an meinen Tisch und schrieb bestimmt 15 Seiten damit voll: Ich werde nicht Draußen vor den Klassenraum reden. Und er? Er machte sich auch noch ein Spaß daraus hier mit mir zu sitzen, direkt neben mir. Er sah mich sicherlich schon eine gute Minute an. „Was ist?“, fragte ich ihn dann genervt. Er lächelte mich an und sagte dann: „Gehen wir nachher zusammen schwimmen du und ich?“. Ich sah ihn entgeistert an „Ja, sicher und danach zu dir oder mir?“, fragte ich ihn und schrieb bestimmt zum hundersten mal das Wort: reden auf. Er sah mich entgeistert an. „Du schätzt mich falsch ein!“, sagte er und legte den Stift beiseite, ich schrieb weiter. „so tue ich das?“, fragte ich ihn, gut das ich eine Frau bin und zwei Sachen auf einmal kann: reden und schreiben.

„Ja, ich finde dich einfach nur ganz niedlich!“

„ja, sicher.“

„du bist echt eingebildet“

„Schön, nerv mich nicht!“

„Wieso bist du so?“

„Wieso ich?“

„ja, du gibst mir doch immer eine abfuhr, komm schon hässlich bin ich nun wirklich nicht!“

„Nein, aber arrogant!“

„so wirklich?“

„Ja und wie!“
“ und du bist echt süß wenn du dich aufregst“, sagte er gelassen.

wäre geschafft mein letzter Satz war erledigt, also packte schnell meine Sachen ein.

„ich wünsch dir noch viel Spaß beim schreiben! Hättest  nicht so viel labbern müssen!“, verabschiedete ich mich und ging zur Tür, er seufzte. „Weißt du was ich glaube?“, fragte er, als ich grade die Tür öffnete. „Was?“, fragte ich zurück ohne ihn an zu sehen.

„Du bist einfach nur gerne einsam, du möchtest gar nicht irgendwen an dich ran lassen. Vielleicht hast du angst davor weil du schon mal verletzt wurdest.“ Ich schluckte schwer, aber? Wieso? Wieso sagte er das, hatte er recht? Ich war doch wirklich alleine. Ich spürte wie meine Augen sich mit Tränen füllten. „Arschloch....“, murmelte ich und knallte die Tür hinter mir zu, rannte den Flur entlang, ich wollte jetzt niemanden sehen, wirklich niemanden..

alleine? Ja, ich war alleine. Sie hatten mich doch  alle im stich gelassen, wo waren sie? In Afrika, ihre Ausrede: „Schatz, du musst verstehen du bist alt genug du schaffst das schon, die Menschen brauchen uns da. Wir kommen dich ja wieder besuchen und ziehen auch irgendwann wieder zu dir. Aber erst einmal müssen wir den Menschen helfen.“

Pah, Ärzte! Wieso konnten sie denn nicht hier den Menschen helfen ich hasste sie dafür. Ich brauchte sie doch... ich spürte wie die Trauer mich ein nahm, wie sie mich kontrollierte, wie ich unter der großen Eiche am Fluss saß und weinte, viel Tränen rollten, viele Gedanken schossen durch meinen Kopf, lange saß ich da und bemerkte noch nicht ein mal den Regen der meine Kleidung durch nässte, bemerkte nicht wie es dunkel wurde und bemerkte nicht die Stunden die vergingen. Doch plötzlich spürte ich den Regen nicht mehr, plötzlich war es um mich trocken dabei goss es doch noch. Ich sah auf, noch immer hatte ich meine Beine fest umschlungen und da stand er neben mir, wieso tat er das? Verfolgte er mich?

Er hielt mir seinen Regenschirm über den Kopf. „Ich wollte dir nicht weh tun, ich hab mir Sorgen gemacht“, sagte er sanft und hockte sich zu mir runter. Sah mir in meine Tränengefüllten Augen und hielt noch immer den Regenschirm über mich, er selber wurde nass. „Lass mich in ruhe!“, sagte ich und sah zum Boden. Er schlang seinen Arm um mich und drückte mich einfach an sich ran. „Nein, du bist mir so wichtig Lucina. Ich möchte nicht das du weinst!“, flüsterte er mir ins Ohr. „Ich habe dich gesucht, habe doch bemerkt wie sehr dich mein Satz verletzt hat. Ich möchte dich wirklich. Ich möchte für dich da sein wenn du Hilfe brauchst, ich möchte dir ein Freund sein und dich über Wasser halten. Du sollst nicht unter gehen, verstehst du?“ wieder holte  mich die Trauer ein, vielleicht war ich auch etwas gerührt von den was er gesagt hatte, es tat so gut in seinen Armen zu weinen und das tat ich auch und er hielt mich fest und ließ mich nicht los, er hielt mich sicher eine Ewigkeit so, in seinen starken Armen, dann ließ er mich los, streichelte mir über die Wange und sah mir fest in die Augen. „Du musst doch gar nicht alleine sein...“, flüsterte er und kam meinen Kopf näher, ich schloss meine Augen und es viel mir nicht einmal schwer noch einmal einen Menschen zu lieben, noch einmal jemanden eine Chance zu geben und noch einmal mein Herz zu verschenken. Dieser lange, zärtliche Kuss, war fast wie das Gegengift eines Schlangenbisses, war wie das Medikament welches mein Herz heilte. Es tat gut mich zu verlieben und seine Liebe zu spüren...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.02.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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