Andreas Rüdig

Der Kantor

Wo man singt, da laß dich nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder. Weiß zumindest der Volksmund. "Also bitte. Bei uns wird auch Instrumentalmusik gemacht," berichtet Jürgens Kuns. Er ist Kantor an der Christuskirche in Rheinhausen.Doch zuerst einmal die berufskundlichen Fakten. "Kirchenmusiker leiten die kirchenmusikalischen Aktivitäten einer Gemeinde, wobei sie insbesondere die musikalische Gottesdienstgestaltung sowie die Arbeit mit den Chören und Instrumentalgruppen der Gemeinde übernehmen. Darüber hinaus organisieren sie kirchenmusikalische Veranstaltungen und führen sie durch.
Kirchenmusik als grenzüberschreitende Sprache

Der Beruf des Kirchenmusikers dient der Förderung und Pflege des Musiklebens in Kirchen und Gemeinden. Singen und Musizieren haben als elementare menschliche Lebensäußerungen auch in Kirche und Gemeinde ihren festen Platz. Vieles von dem, was die Grenzen der Sprache überschreitet, kann in Musik ausgedrückt werden: Klage und Zweifel, Anfrage, Bitte, Gewissheit, Dank, Lob, Anbetung und Jubel. Bei Mitwirkenden und Zuhörern kann die Musik zur Besinnung führen und Empfindungen wecken. So ist die Kirchenmusik in ihrer Vielfalt - vom schlichten Gemeindelied bis zur Aufführung großer Werke - eine besondere Weise, in der Glaubenserfahrungen laut werden können. Dabei werden neue Impulse sowohl empfangen als auch an andere weitergegeben.

Als wichtigste Aufgabe in diesem Beruf gestalten, betreuen und leiten Kirchenmusiker die musikalische Untermalung des Gottesdienstes. Dabei soll die Musik integriert sein und als regelmäßiger Bestandteil aller Liturgie gesehen werden, nicht als musikalische "Einlage'' für besondere Gottesdienste an hohen Festtagen. Das Orgelspiel, umfangreichster künstlerischer Aufgabenbereich der meisten Kirchenmusiker, spielt dabei eine besondere Rolle. Darüber hinaus leiten Kirchenmusiker musikalische Gruppen, Chöre und Ensembles. Zusammen mit den Mitgliedern treffen sich die Kirchenmusiker, häufig auch in den Abendstunden, zu regelmäßigen Proben und erarbeiten miteinander musikalische Werke. Darüber hinaus veranstalten und bereiten sie innerhalb ihres Aufgabenbereichs auch Konzerte vor.

In Gottesdienst und Gemeindearbeit wirken sie zusammen mit Priester oder Pfarrer, anderen Gemeindefachleuten, dem Kirchenvorstand und natürlich mit den Gottesdienstbesuchern und -gestaltern an der musikalischen Ausgestaltung mit. Sie übernehmen auch die bei der Konzeption und Organisation von Kirchenmusik in Gottesdienst, Probenarbeit und Konzert anfallende Verwaltungsarbeit," berichtet BerufeNet, das berufskundliche Internetportal der Arbeitsverwaltung.
"Wer Kirchenmusiker werden will, absolviert ein Hochschulstudium von 8 Semestern. Es gibt die Möglichkeit, einen staatlich anerkannten Abschluß zu erwerben. C steht dabei für den kirchlichen Abschluß für Nebenamtliche, B für den kirchlichen Abschluß für Hauptamtliche und A für den staatlichen Abschluß für Hauptamtliche, quasi das Diplom," berichtet Kuns. Und ergänzt: "Das Berufsbild variiert je nach örtlichen und persönlichen Voraussetzungen. Der Spannungsbogen reicht vom reinen Orgelspiel über das Leiten eines Ensembles bis zur musikalischen Grundlagenarbeit."
Organisationstalent gehört genauso zum Beruf wie musikalischen Fähigkeiten. Ein Kantor muß daneben auch mit Menschen umgehen können. "Je nach Altersstufe und Laien / Professionals haben die Leute in den Gemeinden einen anderen Zugang zur Musik. Darauf muß ich mich einstellen können."
28 Gemeinden gibt es im Kirchenkreis Moers. Nur 7 von ihnen beschäftigen einen Kantor, also einen hauptamtlichen, festangestellten Kirchenmusiker. Kuns ist Chorleiter in der Rumelner Geminde und leistet Instrumentalarbeit, Konzerte und Chorleitung in Rheinhausen. "Wer keine Anbindung an eine Gemeinde hat, wird auf dem freien Arbeitsmarkt bestenfalls noch Chöre leiten können. Es schadet nicht, ein zweites Standbein zu haben," meint Kuns. "Es gibt immer weniger Kantoren. Da wird die Basisarbeit immer wichtiger werden. Wo soll sonst der musikalische Nachwuchs herkommen?"
Am Sonntag klimpert er auf der Orgel und von Montag bis Samstag dreht er Däumchen. Oder? "Mitnichten," behauptet Kuns. "Konzeption, Vorbereitung und Durchführung von Proben und Auftritten zieht sich durch die Wochen. Da kommt schon keine Langeweile auf."

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.03.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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