Yvonne Asch

verbotene, Nächtliche Liebe... Teil 17... Ein letztes Mal

Da stand sie nun mit einem entsetzten Blick, ihr Gegenüber schaute ihr noch immer mit diesen unerklärbaren Funkeln in ihre Auge. Shakira war wie angewurzelt, vollkommen erstaunt, verärgert und entsetzt? Oder war es doch ein anderer Grund?

Das Handtuch war bereits zu Boden gesegelt und hatte sich nun sanft auf ihre nackten Füße gelegt. Doch er schaute ihr noch immer in die Augen, senkte seinen Blick nicht ein einziges Mal. Betrachtete die grünen, großen Augen, die ihn vollkommen erschrocken und verblüfft anschauten.                                                

„Alejandro??!“, sagte sie verwundert, fast unhörbar. Der junge Spanier nickte und lächelte. Dann ließ er doch seinen Blick an ihr hinab gleiten, aber sofort machte sich sein schlechtes Gewissen breit und er drehte ihr den Rücken zu.

„Es tut mir leid, ich wollt euch nicht erschrecken, Shakira, so war doch dein Name oder?“, entschuldigte er sich. sie bückte sich vorsichtig und hob das Handtuch auf, wickelte es wieder, so gut es ging, schützend um ihren nackten Körper. „Was machst du hier? Also ich meine wie kommst du hier her?“, ihre Stimme klang genau so, wie ihr Kopf sich fühlte, durch einander und verwirrt. Er musste grinsen, sein braun gebranntes Gesicht strahlte richtig, auch wenn er sich an liebsten wieder umgedreht hätte um den Engel noch einmal zu bewundern, nicht wegen ihren nackten Leib, sondern ihrer scheinbar göttlichen Erscheinung, aber er wagte es nicht, sich zu ihr zu drehen.

Shakira war inzwischen zum Schrank gegangen, behielt aber denn noch Alejandro in Auge.

„Es hat Monate gedauert dich zu finden, weist du das eigentlich?“, das war eigentlich keine Frage von ihm gewesen sondern eine Feststellung.

Sie streifte sich grade eine Jeanshose über die Beine und zog den Reißverschluss zu. „Du hast mich gesucht?“; fragte sie verwundert. Er schaute mittlerweile aus dem Fenster, von wo man direkt auf die Weide schauen konnte. „Ja, ich hatte dich gesucht, es war wirklich schwer, ich hatte so sehr gehofft dich zu finden. Denn ich hatte etwas Wichtiges vergessen dir zu sagen!“, sprudelte es fast schon euphorisch aus ihn her raus. Nun wurde Shakira erst recht neugierig. „Ich hab das einfach alles nicht war genommen, es war so ein kleines bedeutungsloses Detail!“, murmelte er vor sich hin, als wollte er sich entschuldigen. Als der Engel das Rücken freie schwarze Top über gezogen hatte, kam sie auf ihn zu und stellte sich vor ihn. Ihr Haar tropfte noch vom Duschwasser. Sie fing seinen Blick auf, der auf die Weide hin ausging. „Was hast du mir denn vergessen zu sagen?“, fragte sie eilig. Nun erwiderte er ihren Blick. „Weist du noch das Bild in der Kirche?“, fragte er sie, natürlich wusste sie noch welches Bild er meinte, sie hatte es lang genug sich angeschaut. Sie nickte. „Ja, sicherlich!“, sie wurde immer ungeduldiger, dass hörte er ihrer Stimme deutlich an. Alejandro sammelte erst einmal seine Worte, dann sprach er ruhig: „Das Baby, da war ein Baby drauf nicht war?“. Langsam ging sein gezögere  ihr wirklich auf die Nerven. Sie stöhnte genervt auf, ohne es bemerkt zu haben. „Ja, jetzt erzähl endlich!“, drängte sie ihn.

„Du hast ja auch den Rosenkranz gesehen der alles mit einander verband oder?“.

Schon wieder eine überflüssige, nervende Frage, sie sah ihn fordernd an. Er verstand und erzählte weiter: „Bist du überhaupt einmal darauf gekommen warum es grade Rosen sind, warum wurde die ganzen Dinge nicht mit Efeu oder Tulpen verbunden, warum grade Rosen?“

Nun fing sie schon fast an zu knurren, anstatt ihr gleich zu sagen was er wusste, stellte er ihr tausende Fragen. „Jetzt sag es mir!“. Nun musste er lächeln und verzog etwas sein junges hübsches Gesicht. „Immer mit der Ruhe! Ich werde dich ja schon aufklären!“.

Sie lehnte sich zurück an die Zimmerwand und schaute ihn fordernd an.

„Also, Rosen stehen für Liebe, so was weis ja jedes Kind, Blumen stehen so ziemlich für Leben oder nicht? Und das hat mich zum nachdenken gebracht. Denn bisher hatte so gut wie jedes Detail in dem Bild eine Bedeutung…“, er machte eine Pause und ließ seinen Blick auf ihre Flügel gleiten. Sie bemühte sich ihn nicht zu drängeln.

Dann bewegten sich auch seine Lippen schon wieder. „Vielleicht, gibt es eine ganz andere Lösung, also ich meine vielleicht müsst ihr euch gar nicht bekriegen. Manchmal hilft auch einfach ein neues Leben und die Liebe!“, nun lächelte er sie liebevoll an. Er war sichtlich stolz auf sich, was er grade so zu Stande gebracht hatte. Sie ließ seine Worte langsam in ihren Kopf rum kreisen. Über den Rosenkranz hatte sie sich wirklich keine Gedanken gemacht. Aber wie sollte neues Leben und Liebe, gegen den Jahrhundert alten Hass siegen? Nein, das half ihr nicht grade sehr viel weiter. Sie verschränkte die Arme und schaute ihn dann lieb an.

„Deswegen hast du den weiten Weg auf dich genommen? Um mir das zu sagen?“, fragte sie ihn, ihre Stimme klang berührt. Er grinste und zuckte mit den Schultern. „Na ja, deswegen und vielleicht auch deswegen, damit ich eine kleine Rolle in der neuen Bibel bekomme!“. Nun mussten beide lachen und er ließ sich in den Sessel neben sich fallen, sie schaute ihn an, der Spanier wirkte vollkommen ruhig, lässig und sorgenlos, wie kam dies? Hatte er denn keine angst, er wusste doch das, dass Leben auf der Erde gefährdet war und am seidenen Faden hing, aber trotz allem, saß er hier und lächelte sie völlig entspannt an.

Noch einmal dachte sie daran was er gesagt hatte. Dann nickte sie. „Ich lasse mir deine Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen. Aber eins interessiert mich ja jetzt wirklich.“ Er lächelte sie an und machte ein Handzeichen sie solle sprechen. „Ich meine du weist das, dass Leben hier vollkommen in Gefahr ist und trotz allem, hast du keine angst und suchst mich!“.

Er grinste breit. „ ich setze nun Mal auf weiß!“, damit erhob er sich aus dem Sessel, zwinkerte ihr zu und ging zur Tür. Doch noch ehe er sie öffnen konnte, trat Shakira zwischen ihn und die Tür. „Du willst jetzt gehen?“, fragte sie verwundert. Er nickte „ich habe doch gesagt was ich sagen wollte und ich möchte dich nicht aufhalten, außerdem bleibt dir nicht mehr viel Zeit und mein Flieger geht gleich, bin ja schon etwas länger hier, dich zu finden war wirklich nicht leicht. Einen Engel zu finden ist nie leicht!“ seine Hand streifte an ihrer Taile vorbei als er nach den Türgriff griff. „vielleicht bin nicht ich der Engel sondern du!“, sagte sie leise, viel mehr zu sich als zu ihn. Aber es erreichte ihn und er musste lächeln als er vorsichtig die Tür öffnete und Shakira somit zwang zu Seite zu weichen. Er trat an ihr vorbei in den Türrahmen. Wandte sich noch ein Mal zu ihr um und sagte: „Wie gesagt ich denke du gewinnst, ich weis es. Wenn nicht hast du dein Bestes gegeben und jeder muss einmal sterben. Sterben um neuen Leben Platz zu machen!“. Ein letztes Mal schaute er den Engel in die Augen dann ging er hinaus und zog die Tür hinter sich zu.

Sterben um neuen Leben Platz zu machen…hmm…

 

Lorenzo stand in seinen Zimmer und schaute aus den Fenster hinaus, seine Hände waren in seinen Hosentaschen, er bemerkte dass er nicht mehr alleine im Raum war, aber in war es egal.

Keity trat dicht hinter ihn und legte ihn, ihre Hand auf seine breite Schulter, auf den seidigen Stoff des Hemdes. „Bist du aufgeregt Lorenzo?“, fragte sie ihn leise. Er zuckte mit den Schultern. Ließ seinen Blick über das Sternenmeer gleiten.

„Nein, ich habe mich so sehr auf diesen Tag gefreut, ich habe ihn herbei gesehnt! Ich werde Morgen den Tag genießen, Morgen beginnt die Ewigkeit, Keity. Morgen beginnt sie endlich für alle Zeiten!“, seine Stimme klang hart. Seine eisblauen Augen formten sich zu Schlitzen und er zog mit einem Ruck den dunklen Vorhang vor’ s Fenster. Dann wandte er sich an die Vampirlady die nun vor ihn stand und ihn mit ihren, Macht gierigen und hungrigen Augen an. Er streichelte ihr sanft über ihre kalte Wange. „Nichts werde ich für meine Liebe aufgeben, ich werde hart sein so wie immer!“, er wollte es sich selber Versprechen nicht schwach zu werden. Sie lächelte ihn an, ihre weichen Lippen verformten sich zu einen Grinsen. „Ich weis, du möchtest ja auch für die Unendlichkeit leben!“.

 

Shakira suchte nun schon über drei Stunden nach ihren Pferd, aber sie hatte keinen Erfolg, es war hoffnungslos, sie hoffte still das ihr schwarzer Hengst nicht angefahren wurde oder gefangen. Der Wald verdichtete sich immer zu und am Horizont ging die Sonne bereits unter,

der Himmel färbte sich in ein beruhigendes orange, ein Farbenspiel bot sich ihren Augen, wie schon lange nicht mehr zu vor und sie spähte durch das dichte Blätterdach hindurch um zu sehen wie der friedvolle Tag schwand und die fast so gut wie letzte Nacht anbrach. Ihr Blick wurde düster, ihr Herz wurde schwer. Sie musste Morgen entscheiden. Entscheiden zwischen Liebe, Macht, Gewinnen und den Tod!

Plötzlich hörte sie das Knacken der Äste und sie hörte wie der schwere, muskulöse Körper sich durch die Dämmerung kämpfte, zwischen den Bäumen tauchte endlich der schwarze Körper ihres Freundes auf. Stolz den Kopf erhoben und die Nüstern weit aufgebläht kam er zu ihr galoppiert. Ihr Herz schlug schneller vor Freude. Es ging ihren Partner gut, er lebte. Adler blieb kurz vor ihr stehen und warf seinen Kopf aufgeregt hoch und runter, seine lange Mähne peitschte mit der Bewegung mit, dann grummelte er zärtlich zur Begrüßung und kam auf sie zu. Seine Nüstern fühlten sich wie immer samtweich an und seine tief schwarzen Augen schauten sie treu an. „Schön dich wieder zu sehen…“, murmelte sie still in sein Ohr.

Gemeinsam gingen Beide ein letztes Mal nach Hause. Ein letztes Mal gab sie den Tier etwas Hafer aus einen Eimer, brachte in ein letztes Mal in seinen Stall und gab ihn ein letztes Mal ganz zärtlich einen Kuss auf die Nüstern. Sie würde ihn nie wieder sehen, aber das wusste sie nicht. Aber er spürte es. Und schmiegte seinen Kopf ganz fest an ihre Hand.

 

Sie war wie versprochen zurückgekehrt, wie versprochen rechtzeitig um den Kampf anzutreten der am nächsten Morgen beginnen würde. die weite, scheinbar endlose Wolkenlandschaft, war wie jeden anderen Tag auch in den warmen Licht getränkt, einige Lichtsäulen ließen bestimmte Flecken der Wolken silbern schimmern. Shakira flog durch die Landschaft hindurch, ihre Gedanken waren überall nur nicht hier.

Sie erwischte sich dabei wie ihr die erste Träne über ihre Wange rann, dann erwischte sie sich, wie dieser einen, viele andere folgten.

Sheran empfing sie ungeduldig und ohne auf etwas zu warten nahm er sie fest in seinen Arm und drückte sie ganz fest an sich. er streichelte ihr durch das blonde Haar. „Ich dachte du kommst nicht!“, sagte er leise zu ihr. „Ich hatte es versprochen, außerdem ist dies nun einmal meine Bestimmung nicht war?“, fragte sie und versuchte das ihre Stimme dabei nicht zitterte oder sogar brach. Er nickte legte seinen Kopf auf den ihren und schloss die Augen. „Ja, es tut mir so Leid, mein Engel, ich liebe dich, so wie es ein Vater nun einmal tut!“.

In diesen Moment hörte sie seine Worte gerne, in diesen Moment hatte sie nichts gegen seine Nähe. Obwohl sie bisher immer eher verschlossen ihn gegen über war. Aber nun brauchte sie ihn. Sie würde eventuell Morgen nicht mehr hier sein. „Ich weiß, ich weiß Daddy…“, flüsterte sie und diesmal bebte ihre Stimme. Es war das Erste mal das sie ihn Daddy genannt hatte das Erste mal.

„Ich hoffe du schaffst es, aber ich weiß das du dies schaffst!“, sagte er und atmete ihren Duft ein, hielt seine Tochter noch immer fest in seinen starken Armen.

 

Lorenzo hatte sich in sein Zimmer zurückgezogen, er hatte jeden verboten ihn zu stören und er hatte selbst den Kontakt zu seiner Mutter diesen Abend  verweigert. Er wollte diesen Abend nur für sich haben. Ein letztes mal wollte er wissen das seine Liebste lebte, ein letztes mal wollte er gemeinsam mit ihr Atmen und ein letztes mal wollte er einschlafen und wissen das es ihr gut ging.

Er wollte sich an diesen Abend nicht hassen, nicht an diesen einen letzten Abend, denn hassen konnte er sich noch lange genug eine ganze Ewigkeit lang und er wusste er würde dies, er würde eine endlose Zeit alleine sein, sein Herz wäre für immer gerissen und nichts in diesen Universum konnte es flicken nichts! Sein Blick war lehr.

Doch er schüttelte die Gedanken an den nächsten Tag aus seinen Kopf hinaus und lehnte sich zurück in die weichen Federkissen, schloss seine Augen und versuchte einzuschlafen, ein letztes Mal einzuschlafen, mit den Gedanken daran das sie lebte.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.04.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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