Klaus-D. Heid

Lektion

Als sich ihre Lippen öffneten, zitterten meine Knie wie Espenlaub. Ich, der ich – unerfahren wie ich noch war – brav und fest meinen Mund verschlossen hielt, spürte ihre Zunge, die sich unnachgiebig zwischen meine Lippen drängte, bis ich endlich aufgab und mich dem Erlebnis des ersten Kusses von Sandra hingab. Statt nun Sandra fest an mich zu pressen, um ihren Kuss mit Lust und Leidenschaft erwidern zu können, stützte ich mich mit den Händen an der Wand hinter mir, ab. Ich überließ Sandra jene Initiative, die sie wahrscheinlich von mir erwartete. Meine Hände suchten nicht Sandras nackte Haut unter dem T-Shirt. Sie dachten gar nicht daran, den Rücken des Mädchens zu streicheln, ihren Haaransatz mit den Fingern zu liebkosen oder sich gar ihren Brüsten zu nähern.
Sandra hingegen hatte weniger Hemmungen, ihre Hände auf Wanderschaft zu schicken, während sie mit der Zunge wahre Kunststücke in meinem Mund vollführte. Jeden Zahn in meinem Mund tastete sie ab. Sie kämpfte und balgte mit meiner Zunge und biss sogar leicht in meine hinein, als ich endlich einen zaghaften Vorstoß wagte, ihre Mundhöhle zu erforschen. In dem Moment, als ich überrascht ‚Aua’ schreien wollte, fühlte ich Sandras Hand zwischen meinen Beinen. Mit sicherem Griff hatte sie jene Stelle gefunden, deren Wachstum ich längst nicht mehr kontrollieren konnte. Schreien war ohnehin nicht mehr möglich, weil Sandra meine Zunge gleichzeitig fest in ihren Mund saugte. Schreien Sie mal, wenn Ihre Zunge in einem anderen Mund feststeckt. Überhaupt war mir nicht mehr nach Schreien zumute. Dass, was Sandras Hände immer heftiger zwischen meinen Schenkeln anrichteten, war viel zu schön, um dabei ‚Aua’ zu schreien. Ich genoss es zunehmend, von Sandra in die vielfältigen Möglichkeiten sexueller Leidenschaften eingeführt zu werden. Als dann Sandras Hände meine südlichen Regionen verließen, fürchtete ich schon das frühe Ende unserer Spielerei. Stattdessen aber packte Sandra meine Hände, zerrte sie von meinem Rücken weg – und führte sie unter ihr T-Shirt. Noch immer saugte sie dabei an meiner Zunge. Sie führte meine Hände von ihren straffen Bauch zu jenen Hügeln, deren Berührung mir vollends den Rest gaben. Als ich die Knospen ihrer Brüste fühlte, geschah etwas, das einem Kerl in meinem Alter wirklich nicht passieren sollte. Trotzdem geschah es – und es war mir überaus peinlich. Nie zuvor hatte ich ein Mädchen so geküsst, beziehungsweise wurde ich ‚so’ geküsst. Nie zuvor hatte mich ein Mädchen an dieser unsäglichen Stelle berührt, die ich nun unangenehm feucht zwischen meinen Beinen spürte. Mir war’s einfach gekommen. Einfach so. Obwohl Sandras Hände sich nur ‚auf’ und nicht ‚in’ meiner Hose vergnügten, hatte ich es nicht verhindern können. Grand Malheur. Und Sandra? Hatte sie überhaupt mitbekommen, was mir passiert war? Erst jetzt wagte ich es, zaghaft die Augen zu öffnen. Ich spürte zwar Sandras warmen Atem – aber ich registrierte auch, dass meine Zunge wieder da war, wo sie hingehörte. Sandras Lippen hatten sich von mir gelöst. Sie lächelte mich an. Lächelte? Sandra grinste mich breit an und streichelte mir mit der Hand über den Kopf. „Du bist wirklich nichts Gutes gewöhnt, oder?“ fragte sie mich. Ich hätte gelogen, wenn ich das abstreiten würde. „Es tut mir wirklich leid, Sandra. Mir ist das noch nie passiert...!“ erwiderte ich und schämte mich tatsächlich in Grund und Boden. „Nun ja...“ sagte Sandra mit verständnisvollem Blick, der tief in meine unsicheren Augen eindrang, „...vielleicht wird’s ja auch endlich mal Zeit, dass Du ein bisschen dazulernst? Wenn Du willst, können wir zu mir gehen. Du könntest Dich erst einmal ein wenig... reinigen, bevor ich Dir ganz genau zeige, was ein Mädchen mag und was es nicht mag. Und? Kommst Du mit?“
Natürlich ging ich mit. Ich, der unerfahrene Junge von immerhin 17 Jahren, der damals grauenvoll schüchtern und prüde war, folgte Sandra wie ein gehorsamer Dackel. Eine halbe Stunde später waren wir in ihrer Wohnung. Eine weitere halbe Stunde später lagen wir in Sandras Bett. Vier weitere Stunden später wusste ich, dass ich verliebt war. Ich hatte meinen ersten ‚Einführungskurs’ in Sachen Sex erhalten. Offenbar handelte es sich um einen langfristigen Einführungskurs, der nun schon knapp 27 Jahre andauert. Meine Lehrerin heißt übrigens immer noch Sandra und das Üben mit ihr ist noch immer die schönste Büffelei, die ich mir vorstellen kann...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.10.2002. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Lieber Papa von Klaus-D. Heid



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