Harry Schloßmacher

JOACHIM ANONYM (Dauer-Loser wird zum Doppelgewinner)

 

KURZE  INHALTSANGABE:

 

Der überaus schüchterne und problembeladene Dauer-Loser Joachim gewinnt nach langem Hin und Her irgendwann doch noch so richtig:

 

- Sein Lebensglück an der Seite der hübschen, weltgewandten Radio- und TV-Moderatorin Agathe

- und wird selbst schließlich zum gefeierten Fernseh-Star ! 

      

      

-----------------------------------------------------------------------------------

 P e r s o n e n : 

 

Joachim

Agathe           ( = Moderatorin und spätere Frau von Joachim)

ALEX            ( = Zeitweiliger Verlobter von Agathe)

 

ASTRID         ( = Freundin vom Agathe)

SONJA                       (   dto   )

GÜNTHER    ( = Partner von Sonja)

 

YVONNE      ( = Kollegin von Agathe)

und 3              (weitere Kolleginnen von Agathe)

 

GABY            ( = Bekannte von Joachim)

ALBERT        ( = Freund/Bekannter von Joachim)

RUDI                        (   dto   )

KAI                           (   dto   )

THOMAS                 (   dto   )

 

STEFFIE        ( = Arbeitskollegin von Joachim)

CHRISTIAN  ( = Arbeitskollege von Joachim)

DETLEF                  (   dto   )

JOHANNES            (   dto   )

-----------------------------------------------------------------------------------

 

Schauplätze:

 

- BONN

- KÖLN

- HAMBURG

- WEINORT

- LEIPZIG

- DRESDEN

- MÜNCHEN

 

**********************************************************

 

 

 

"JOACHIM  ANONYM "

(Nichtalltägliche Lovestory - Dauerloser wird zum Doppelgewinner)

 

 

... Freunde von Joachim in einer BONNER Kneipe.

GABY: "Wo ist Joachim?

KAI: "Er wollte wieder nicht mit; lieber bei seiner neuen Freundin

bleiben."

Einige grinsen.

RUDI: "Ach, du meinst die vom Radio, deren Stimme ihn so anmacht..."

KAI: "Schlaues Bübchen!"

GABY: "Es ist nicht nur die Stimme; er hat manchmal gar den Eindruck,

sie redet persönlich zu ihm."

RUDI: "Und das aus dem Radio. Der Junge wird  doch  wohl  nicht  krank

sein... ?"

KAI: "... oder werden?"

 

Joachim, 25 J., fühlt sich nicht wohl in seiner Haut.  Stellenlos,  kein

Film-Beau und schüchtern... Dies prädestiniert ihn  nicht  gerade  zum

Frauenhelden; doch auch ein solcher Mann sehnt sich nach Weiblichkeit.

Ja, Freunde - im weitesten Sinne -  hat  er  genug.  Aber  bekanntlich

können 100 Freunde nicht eine einzige Frau ersetzen.

 

Joachim, der TV-Freak, hört in letzter Zeit häufiger Radio, einen KÖLNER

Sender.

Eine Moderatorin, 30J., hat es ihm angetan.  Er  hört  sie  nicht  nur

tagsüber. Immer häufiger schlägt er sich die halbe Nacht um die  Ohren

- nur, um ihrer angenehmen Stimme, den netten Worten und der stimulie-

renden Musik zu lauschen.

Manchmal wünscht er sich, mit  der Sprecherin kommunizieren zu können.

 

Und immer größer wird Joachims Bedürfnis, auch einmal  einen  Blick  auf

ihr Äußeres zu werfen.

Er schreibt an die Redaktion und erhält eine Autogrammkarte.  Nun  ist

er erst recht von der hübschen Moderatorin begeistert.

 

Am nächsten Tag geht Joachim zum Arbeitsamt. Er ist jedoch zu unmoti-

viert, als daß etwas Vernünftiges dabei herauskommt.

 

Joachim hat Mut. Obwohl er sich chancenlos sieht, fährt er  eines  Tages

zum Sender seiner Radiofreundin.

Mittlerweile kennt er ihre Sprechzeiten ziemlich gut. Und  tatsächlich

kommt sie aus dem Gebäude auf ihn zu. Joachim möchte  ihr  etwas  sagen;

doch er ist im  entscheidenden Augenblick - wieder einmal - zu  ge-

hemmt.

Sie steigt unbehelligt ins Auto - langsam und enttäuscht geht er Rich-

tung Bahnhof.

 

Persönlich bringt er es eben nicht, ihr zu sagen, daß er sie und  ihre

Sendungen sehr mag - ein heißer Fan von ihr ist.

So läßt sich Joachim halt etwas anderes  einfallen;  gemäß  der  Devise:

"Steter Tropfen höhlt den Stein" ..

 

In nächster Zeit schickt er ihr zahlreiche Karten und  Briefe  in  die

Redaktion. Anonym versteht  sich;  denn  Joachim  fürchtet,  sich  sonst

lächerlich zu machen. Damit  sie  aber  merkt,  daß  nur  eine  Person

dahinter steckt, unterschreibt er jedesmal mit ' Joachim  Anonym ' !

 

Dann wird ihm klar, daß er auch so keine Blumentöpfe  gewinnen  kann.

Blumen aber sind es, die seine heimliche Freundin  bevorzugt  erhalten

soll...

 

Joachim hat einen Meldetermin beim Arbeitsamt. Noch ist er unmoti-

viert...

 

Erneut fährt unser junger Freund in die Großstadt,  nach  KÖLN  -  zur

Frau seiner Träume.

In einem Taxi verfolgt er sie bis zur Wohnung.

"Warten Sie, ich bin gleich zurück!"

Joachim überfliegt sicherheitshalber die Namen der Mieter. Na  also,  da

ist ja auch ihrer.

Etwas beschwingter als damals fährt er mit dem Taxi, dann mit dem  Zug

wieder Richtung Heimat.

 

Einen Großteil seiner spärlichen Einnahmen investiert er nun in Ge-

schenksendungen.

Jede Woche erhält die Moderatorin nun abwechselnd Blumen, Parfüms, be-

sondere 'Botschafts-Naschereien', etc.. Natürlich begleitet von eini-

gen liebevollen Zeilen. Und es bleibt dabei: alles anonym!

 

Die Sprecherin hat jedoch eine intime, offenherzige Wochenend-Bezie-

hung zu einem 35jährigen Designer aus HAMBURG.

Ihre Gedanken wandern zurück...

 

Öfter besuchte Agathe in der Michelstadt eine gute Freundin. Mit ASTRID

spazierte sie viel durch HAMBURG, 'Das Tor zur Welt'.

Gerne beobachteten die beiden Frauen den  Schiffsverkehr  im  Hafen...

hin und wieder ergriff sie das Fernweh. Vielleicht hätten  Agathe  und

ASTRID sogar eine Weltreise gemacht...

 

Doch in HAMBURG sind auch die Nächte lang und  die  Freundinnen  nicht

gerade Kinder von Traurigkeit. Sie amüsierten sich reichlich und

dann...

lernte Agathe ALEX kennen. Erstaunlich war nur, daß sie ihren  Freund,

Geliebten und Verlobten nicht bei einer der vielen Parties traf.

 

Nein - es geschah beim 'Ball-paradox', in einem bekannten Tanzcafe der

Hansestadt. Agathe forderte ALEX zum Tanz auf. Er war genau  ihr  Typ,

zumindest äußerlich. Vor aller Augen  lachte  sie  damals  köstlich...

über die starke Röte, die seine Gesichtshaut jäh verfärbte.

Leicht unwillig und fast beleidigt tanzte ALEX mit ihr.

Bereits beim zweiten Tanz waren Auslachen und Gekränktsein ferne Ver-

gangenheit. Amor's Pfeile hatten beide getroffen...

 

Seit diesem Zeitpunkt pendeln die Verliebten nahezu jedes  Wochenende.

Sie fahren oder jetten abwechselnd nach HAMBURG oder KÖLN.

 

Agathe und ALEX haben - wie gesagt - keine  Geheimnisse  voreinander.

Sie hat ihm von den Aktivitäten ihres stillen Verehrers  erzählt.  Und

noch gelingt es ihr, den Verlobten zu beschwichtigen:

 

"ALEX, glaub mir, da ist  nichts  Ernsthaftes!"  Ich  kenne  den  Mann

nicht, der mir so penetrant den Hof macht. Außerdem -  Du  weißt,  wie

sehr ich Dich liebe..."

Beruhigt setzt ALEX sich neben sie und streichelt ihr Haar.

"Okay, Schatz..."

 

Freunde von Joachim im Cafe.

ALBERT: "Der Joachim, der ist wirklich nicht  mehr zu retten! Regelmäßig

schickt er einer Frau Geschenke, die er noch nicht  einmal  persönlich

kennt."

GABY: "Wenn er nur so interessiert bei der Arbeitssuche wäre..."

RUDI: "Richtig, das wäre für ihn bestimmt viel sinnvoller."

 

Joachim hängt wieder vor dem  Radio  und  lauscht  einem  erotisierenden

Lovesong. Er fragt sich: Ob Sie mich damit meint - mich womöglich

liebt? Zeigen meine Geschenke jetzt Wirkung?

Joachim setzt sich hin und schreibt den ersten Liebesbrief.

Warum sollte er nicht  zur  Abwechslung  wieder  etwas  zur  Redaktion

senden?

 

In der Redaktion häuft sich die  Post. Versehntlich  wird  so  Joachims

Brief nicht von der Sprecherin geöffnet. Getuschel entsteht...

 

Erste Kollegin: "Sieh an, sieh an. Der stille  Verehrer  ist  ganz  schön

flexibel und ausdauernd."

Zweite Kollegin: "Ich wüßte ja gerne, wer dahinter steckt!"

Dritte Kollegin: "Würde mein Freund mich doch ähnlich beturteln. Also, mir

gefällt das..."

 

Joachim sendet auch Liebesbriefe  zur  Wohnung  der  Radiofreundin.  Sie

liest sie und macht auch nicht den Versuch, diese großartig zu ver-

stecken. Ohnehin erhält sie viel Fanpost und  in ihrer Partnerschaft

herrscht größtmögliche Offenheit.

 

Doch ALEX platzt endgültig der Kragen.

"Diese Liebesbriefe sind eine unüberwindliche Zumutung für mich! Das

Phantom ist hier schon zum Geschenke-Protagonisten geworden. Ich

beschenke Dich wie nie zuvor. - Daß ich zudem  pausenlos  Liebesbriefe

schreiben soll..."

 

"...wäre garnicht so schlecht."

"So - womöglich liebst Du ihn bereits, jenes unbekannte Etwas!?"

"Aber ALEX, mein Schatz... rede bitte keinen Unsinn."

"Das wird Folgen haben. Entweder er... oder ich!"

Wütend verschwindet ALEX und Agathe sieht ihn nie wieder.

 

Joachim sinniert: Lovesongs und betörende Worte aus dem Radio; Karten-

grüße, Geschenke, Blumen, Liebesbriefe - alles gut und schön... Doch

diese Frau gefällt mir so sehr, daß ich ihr nahe sein möchte.  Wenn

schon nicht als Freund, dann als (guter) Bekannter...

 

Was eine gute Motivation nicht alles bewirken kann: Joachim bewirbt sich

um eine Stelle.

Er, der gelernte Tontechniker, war nicht schlecht in seinem Beruf. Das

konnte ihm wirklich keiner nachsagen. Aber bequem war er... irgendwann

zu bequem für seinen Arbeitgeber.

 

Und er hat Glück mit seiner Bewerbung; heutzutage viel Glück.

Joachim fährt zum Vorstellungsgespräch.

Der Personalchef der Sendeanstalt gibt ihm eine Chance. Ihm gefällt

u.a. Joachims ehrliche, uneingeschränkte Selbstkritik und die Konse-

quenz, die er dabei zieht: ...in Zukunft merklich fleißiger zu sein!

 

Erfreut informiert Joachim seinen Vermittler beim Arbeitsamt, der

inoffiziell alle Hoffnung begraben hatte.

 

Joachim ist zufrieden mit seiner Arbeitsstelle und der Möglichkeit, der

Angebeteten öfter zu begegnen: in der Kantine; am Ein- bzw. Ausgang;

bei Betriebsversammlung und Betriebsfest, etc..

Doch Joachim, der heimliche Aktivator, ist nach wie vor öffentlich

schüchtern. Die bekannte Moderatorin dagegen ist locker und  nicht im

geringsten arrogant.

 

In der Kantine sitzt er zur Mittagszeit oft in ihrer Nähe. Gerne

lauscht er ihren Worten, bis eines Tages folgendes an sein Ohr dringt:

"Ach... mein stiller Verehrer. Ja, YVONNE, der ist in der Tat bemer-

kenswert aktiv. Und ich weiß nicht, ob ich über ihn lachen oder weinen

soll.

Dutzende Karten- und Briefgrüße, kleine Geschenke und  Blumen  hat  er

mir bereits zugesandt. Teils  in  meine  Redaktion,  teils  an  meine

Privatanschrift. Als er jedoch begann, Liebesbriefe zu schreiben,  ist

mein Verlobter getürmt...!"

 

Zufällig blickte die Sprecherin Joachim während des Gesprächs länger an.

Ob sie womöglich vermutet, daß er ... ? Joachim wird unwohl bei

dem Gedanken. Wie ein ertappter Sünder eilt er davon...

 

Bekannte von Joachim in der Fußgängerzone:

THOMAS: "Erstaunlich... diese  'Null-Bock-Type'  hat  tatsächlich  eine

Stelle gefunden!"

KAI: "Und sogar die Probezeit überlebt. Wer hätte das gedacht!?"

ALBERT: "Wie Joachim mir sagte, hat er gar einen  echten  Glückstreffer

gelandet."

RUDI: "Er hatte bislang wohl nicht viel zu lachen im Leben. Ich  gönne

es Joachim."

 

Herrliches Sommerwetter. Betriebsausflug zu einem romantischen WEINORT

(Tanzen im Park; Burgfest, etc.)

Joachim  denkt  ernsthaft   daran,   seine   heimliche   Liebe   endlich

anzusprechen; wenn möglich mit ihr zu tanzen. Motto: "Jetzt oder nie!"

 

Tanz inmitten einer prächtigen Parkanlage.

Die reizende Sprecherin wird von zahlreichen Herren zum Tanz aufgefor-

dert.

 

Kollegen von Joachim:

CHRISTIAN: "Unsere Agathe  sieht heute besonders toll aus!"

DETLEF: "Mit ihr zu tanzen wäre schon ein Genuß..."

JOHANNES: "Vergiß es - Agathe  ist ein paar Nummern zu groß für uns."

Joachim: "Ich fürchte, du hast recht, JOHANNES." Und sein Herz sinkt wieder

in die Hose.

 

Buntes Treiben beim Burgfest.

Joachim steht alleine, als Moderatorin Agathe  auf ihn zukommt  und  ihn

anspricht:

"Gelegentlich habe ich den Eindruck... daß Sie mir etwas Wichtiges sa-

gen möchten."

Joachim ist völlig überrascht; schaut nur nach unten.

"Ja... Sie..."

In diesem Augenblick zerren ihn Kollegen fort.

DETLEF: "Komm, Joachim! Alles Zeitverschwendung. Diese Frau hat ganz an-

dere Chancen..."

JOHANNES: "Hier,  schau  mal,  wen  ich  mitgebracht  habe.  STEFFIE,  eine

besonders nette Kollegin...

Joachim: "Ihr seid wahnsinnig - ihr seid allesamt verrückt!"

Enttäuscht schaut er Agathe  nach...

 

Diesmal lauscht Joachim wieder der Nachtsendung mit Sprecherin Agathe:

"Ausnahmsweise werde ich jetzt einmal Grüße übermitteln. Das ist

gestattet; denn sie sind anonym, Joachim Anonym."

Danach folgt jedoch ein Abschiedslied! Und  nicht  ein  von  Joachim  so

erhoffter Lovesong. Er grübelt, was dies zu bedeuten  hat. Erst  spät

schläft er ein...

 

Joachim hört Moderatorin Agathe seitdem nicht mehr im Radio und auch in

der Sendeanstalt ist sie nicht mehr zu sehen.

Agathe fehlt ihm dort, insbesondere mittags. Er lenkt  sich  ab, geht

öfter alleine oder mit Kollegen aus.

Mal zur Domplatte; mal in ein mehrstöckiges, geräumiges und dennoch

gemütliches Restaurant mit zahlreichen Plätzen, Gängen und Nischen. Zu

anderen Zeiten ins Museum... mit dem Kollegen-Auto schnell zum Rhein-

park.

 

Schließlich erfährt er, daß Agathe nunmehr in Leipzig tätig ist.  Dort

hat sie die Möglichkeit, im Rundfunk wie Fernsehen zu arbeiten  -  und

nicht nur als Sprecherin. Diese Aufgabe reizte sie.

 

"Verdammt... verdammt...  verdammt!"  Der  ansonsten  gelassene  Joachim

flippt in seiner Bude ganz schön aus.

Und er denkt nach: Daher - daher also das Abschiedslied!  Dabei  hatte

ich mich schon so an ihre Stimme im Radio gewöhnt; an  ihre  Nähe  auf

der Arbeitsstelle... und hätte es bestimmt geschafft, sie anzuspre-

chen. Aber jetzt... jetzt wird alles viel schwieriger.

 

Joachim hat zu nichts mehr Lust. Er hört kein Radio  mehr,  sieht  nicht

mehr fern. Mit seinen Freunden geht er nur noch selten aus.

 

Aber das schlimmste: auch sein Arbeitseifer läßt  nach  und  er  fehlt

häufiger wegen Krankheit.

 

Beim Abteilungsleiter.

"Nehmen Sie Platz, Herr Schneider. Ich war lange Zeit  sehr  zufrieden

mit Ihnen. Doch wenn das so weitergeht... Wir  möchten  Sie  möglichst

behalten. Sagen Sie besser, wo Ihnen der Schuh drückt."

 

Joachim hatte mit einem Anschiß gerechnet.  Langsam  rückt  er  mit  der

Sprache raus:

"Aus persönlichen Gründen möchte ich in LEIPZIG, beim Regional-TV, ar-

beiten."

Verdutzt sieht ihn der Abteilungsleiter an.

"Ich verstehe zwar nicht so  recht;  aber wenn  Sie  dort  ihr  Glück

suchen..."

"Könnten Sie vielleicht helfen... Vermittlerdienste leisten?"

"Ich werde sehen, was sich machen läßt. Sie hören von uns..."

 

Bislang war Agathe von den Aktionen  ihres  anonymen  Verehrers  nicht

gerade begeistert. Es gab zuviel Gemunkel bei den  Kollegen.  Als  sie

gar ihren Verlobten verlor, war Agathe ganz schön wütend.

 

An ihr Single-Dasein hat sie sich mittlerweile gewöhnt.

Die neue Heimat ist ihr noch etwas fremd. Doch nette  Kollegen  helfen

beim Einstieg, zeigen ihr  LEIPZIG. Eine  Großstadt,  die  nicht  nur

Handelsmetropole ist, sondern  auch  viele  reizende  und  romantische

Flecken bietet.

 

Kaum zu glauben, aber sie vermißt allmählich die allwöchentlichen  kleinen

Präsente. Die zahlreichen Blumen, Parfüms und Naschereien; die  vielen

lieben Karten- und Briefzeilen. Nur ungern gesteht sie sich ein, daß

all dies ihr immer mehr fehlt.

 

Welcher Mensch mag überhaupt dahinter stecken? Wie sieht er aus; wie

lebt und heißt er - wo mag er wohnen?

Muß, wer lange Zeit einen solchen Aufwand betreibt, nicht auch bemer-

kenswert treu sein?

Agathe engagiert einen Detektiv...

 

Auch Joachim hat sich mittlerweile einigermaßen in seine neue Umgebung

eingelebt. Mit LEIPZIG hat es nicht geklappt, so arbeitet er nun bei

einer Rundfunkanstalt in DRESDEN.

 

Mittlerweile hört er wieder Radio und hat auch Agathes Sendung hier

ermittelt. Und nahezu Sensationelles kommt ihm da zu Ohren. Sprecherin

Agathe läßt - mehr versteckt und spaßig zwar - 'Joachim Anonym' einen

Gruß ausrichten! Es folgt ein zu Herzen  gehender Lovesong. Inhalt:

eine Frau sehnt sich nach Joachim...

Zunächst ist er verblüfft, dann sehr happy.

 

Eine Woche später aber, glaubt er zu träumen: In einer TV-Sendung gibt

die Moderatorin unverhohlen einen lieben Gruß an den schenkwütigen

mystery-man 'Joachim Anonym' durch.

Kein Zweifel: damit ist eindeutig er gemeint! Joachim reagiert, als

hätte er '6 Richtige im Lotto'. Er tanzt durch die  Wohnung, trinkt

dann genüßlich seinen Lieblingslikör und schläft wieder die ganze

Nacht nicht.

 

Der Detektiv macht mehrere Fotos von 'Joachim  Anonym' und gibt der

Moderatorin u.a. den Hinweis, daß er mittlerweile bei einem

Rundfunksender in DRESDEN - weiterhin als Tontechniker - arbeitet.

 

Die Zeiten haben sich geändert: Sie fährt nach DRESDEN, und spricht

Joachim nach Dienstschluß an. Es ist allzu verständlich, daß dieser vor

Glück überschäumt. Ihre völlig unerwartete Gegenwart... er  kann

es nicht fassen.

Sie haben sich natürlich viel zu erzählen und fahren zunächst in ein

ruhiges Cafe. Anschließend gehen sie essen.

 

In dieser Nacht macht Joachim kein Auge zu. Seine Gedanken kreisen nur

noch um Agathe, die auch privat eine tolle Frau zu sein scheint.

 

Am Samstag vertiefen sie ihre Zweisamkeit: gehen in LEIPZIG tanzen,

danach ins Kino.

 

Sonntag. GÜNTHER und Sonja, ein überaus liebenswertes, mit Agathe be-

freundetes Paar, hat die beiden eingeladen.

Sie führen Agathe & Joachim durch DRESDEN, ihre wahrhaft sehenswerte,

romantische Heimatstadt. Der weltbekannte Zwinger; das  herrliche

Schloß; Schloßpark, Terrasse, Palais...

Zum Ausklang sitzen die vier in der Fernsehturm-Cafeteria. Hoch über

dem Lichtermeer der Stadt... ein echt himmlischer Ausblick. Sie

prosten sich gegenseitig zu - ein schöner Sommertag geht zur Neige.

 

Agathe & Joachim sind bald unzertrennlich. An ihrer Seite wird er nicht

nur ein unternehmungslustiger, geselliger Mensch.

Auch beruflich macht er Fortschritte. Joachim streift allmählich seine

Schüchternheit ab und wird - zu aller Erstaunen - Rundfunk-Moderator!

 

Dann ein privater Höhepunkt: große Hochzeit in weiß!

Am Vorabend besuchen sie noch das Theater in DRESDEN. Beide wünschen

sich, daß die Operette "Hochzeitsnacht im Paradies" ein gutes Omen für

sie sein wird - in vielerlei Hinsicht.

 

Und ihre Hochzeitsnacht, etwas später, ist da schon vielversprechend:

"Hast Du... noch mit keiner Frau..."

Joachim senkt den Kopf. Sie schmiegen sich aneinander. Agathe strei-

chelt seinen Körper... Behutsam führt sie Joachims Hand zur weiblichsten

Stelle... seinen Mund zur linken... dann zur rechten Rundung.

Eine erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe: ihre Worte; beider Antlitz;

ihre Körper... ein faszinierendes, unberechenbares Spiel lustvoller

Leidenschaft.

 

Diese Nacht wird zum Widerschein weicher und stürmischer Zärtlichkeit

- und für beide unvergeßlich...

 

Nach den Hochzeitstagen haben beide noch Urlaub.

Agathe: "Vielleicht sollten wir langsam überlegen, wo wir unsere Flit-

terwochen verbringen..."

Joachim umarmt Agathe:

"Das wird bestimmt riesig mit Dir!"

"Ich kann's auch kaum erwarten "...

 

Türläuten. Der Briefträger übergibt einen Notar-Brief.

Agathe erbt ein Zweifamilienhaus am Südrand von MÜNCHEN. Einzige Be-

dingung: Sie muß auch dort einziehen!

Die Entscheidung fällt sehr schwer, aber schließlich doch für einen

Umzug.

 

In einem kleinen Saal in LEIPZIG steigt eine Abschiedsfete. So manche

Träne fließt. Einige versprechen, das scheidende Paar in ihrem Haus zu

besuchen.

 

Nach dem Ortswechsel bewerben sich die beiden umgehend bei einem

MÜNCHNER Fernsehsender.

 

Der Umzug war ein erhebliches Berufsrisiko für Agathe &

Joachim. Doch sie haben Glück: feste Stellenzusagen!

Und die Flitterwochen, sie können endlich nachgeholt werden. Bis zu

ihrem Arbeitsbeginn ist es ohnehin noch ein Monat...

 

Bald erkennt das Paar: MÜNCHEN ist eine so großartige Stadt, daß man

nicht zu lange über sie reden - sie vielmehr bald erleben sollte.

 

Flitterwochen in der 'Weltstadt mit Herz', das trifft sich gut. Und

der Naturreichtum; die zahlreichen Seen und bekannten Schlösser der

Umgebung; sind für die beiden nicht minder reizvoll.

 

Dann ruft wieder die Arbeit. Joachim tritt weiter in die Fußstapfen

seiner Partnerin. Aus dem ehemaligen Tontechniker und Nobody wird auch

ein guter TV-Moderator! Zunächst an der Seite seiner  Frau, später

solo.

 

Hin und wieder verspüren die beiden Lust auf extravagante Lust:

Agathe möchte mit Joachim auch im Winter, möglichst umgeben von Schnee,

einmal in der Natur ... - ohne zugleich Frostschäden zu erleiden.

Und da fällt ihr ein, daß Bekannte ein großes Gewächshaus mit herrli-

chen Tropenpflanzen besitzen.

 

Reichlich Schnee ist gefallen. Der Tag für Zärtlichkeiten im Gewächs-

haus ist gekommen...

 

Joachim hat großes Lampenfieber. Wenn alles gut geht, ist heute sein

Tag... bzw. Abend. Erstmalig moderiert er allein eine große Unterhal-

tungsshow.

Die Veranstaltung verläuft weitgehend ohne Komplikationen. Agathe gra-

tuliert als erste, mit einem herzlichen Kuß.

 

In der Freizeit möchte Joachim gerne auch einmal mit seiner Frau auf einem

Wasserbett ...

Zunächst testen sie es bei Bekannten; dann kaufen sie eines. Es berei-

chert nicht nur ihr Liebesleben; sie haben auch viel Bewegungs-Ulk auf

dieser recht wackeligen Angelegenheit.

 

Und irgendwann stellt sich Nachwuchs ein. Zumindest vorübergehend wird

unsere Agathe ganz Hausfrau und Mutter.

 

Dabei werden Rollen getauscht:

Agathe hört nun den Sendungen ihres Mannes zu und beginnt ihrerseits,

Joachim gelegentlich nette Briefe oder kleine Geschenke in die Redaktion

zu senden.

Hin und wieder grüßt - etwas codiert - Joachim seine Agathe auch herz-

lich aus dem Radio.

 

Dann wird aus Agathe eines Tages - bei einem TV-Gruß - MARIOLA!

Die temperamentvolle und recht eifersüchtige Agathe ist außer sich.

GÜNTHER und SONJA aus DRESDEN sind zufällig Gäste. Sie passen auf das

Kleinkind auf, während Agathe in die Live-Veranstaltung stürmt, die

ihr Mann moderiert.

 

Auf der Bühne macht sie ihm Vorhaltungen; ungeachtet des großen Publi-

kums im Saal und der Millionen draußen vor den Bildschirmen.

Joachim erklärt, daß es sich nur um einen bedauerlichen Versprecher han-

delte. Aber kein Freudscher... er habe Sie und nur Sie gemeint.

 

Es gibt einen Versöhnungskuß vor dem zunächst verdutzten, dann begei-

sterten Saalpublikum und den zahlreichen Zuschauern an den Bildschir-

men.

Dann fällt der Bühnenvorhang, bedruckt mit großen Lettern:

 

                                         E N D E

 

 

              - Copyright 1991 by Harry Schloßmacher -


Hallo Leute!

Entschuldigt bitte, daß ich hier so off-topic poste. Aber damit mein "Image-Schaden" ;-)) nicht zu groß wird, muß ich es ja irgendwo irgendwie erklären und so habe ich diese Kommentar-Möglichkeit gewählt:


Viele werden es bereits bemerkt haben:

In meinem vor Tagen geposteten STECKBRIEF, sind im Bereich HINWEISE sage und schreibe 14 (!) Ausrufezeichen, wo sie nun mal garnicht hingehören.
Möchte betonen, daß ich meinen Steckbrief natürlich ohne diese 14 (!) falschen Ausrufezeichen zugesandt habe und nun (sehnsüchtig) auf die Korrektur warte, um die ich bereits zweimal gebeten habe...

Freundliche Grüße
Harry Schloßmacher
Harry Schloßmacher, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.04.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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