Yvonne Asch

Anders als Du....4

Kevin setzte sich auf eine Holzbank im Park, die unter den Schutz zweier alten Eichen stand, die diesen Platz somit etwas Schatten boten. Er schaute auf den kleinen Parksee hinauf und atmete tief die herrliche Blum getränkte Luft ein. Es tat ihn unwahrscheinlich gut, einfach nur hier auf der Bank zu sitzen und die lebendige Natur zu genießen. Er konnte endlich seinen Gedanken freien Lauf lassen. Die meisten Menschen die auf den Sandweg entlang gingen, waren in stetiger Hektik, alle hatten mit Sicherheit irgendwelche Termine die sie einhalten musste. Termine, schoss es durch seinen Kopf, ja die hatte er auch, um 14 Uhr musste er wieder in der Firma sein und mit einen reichen Geschäftsmann über seine besten Autos sprechen, eventuell auch mit ihn eine probe Fahrt machen. Aber daran wollte er jetzt nicht denken, denn seine Gedanken kreisten bei dieser wunderschönen maskierten Frau. Er kannte nur ihren Namen, wusste nicht einmal ob sie vergeben war. Aber was interessierte ihn dies überhaupt, denn bald, war er es der nicht mehr zu haben war, dann war er an eine Frau gebunden die er doch gar nicht liebte. Er wusste genau warum sein Vater so heiß darauf war, das er sie heiraten würde. sie sah Top aus, sie kam aus einer sehr, sehr wohl habenden Familie, die Tochter eines Architekten und zu dem hatte sie noch diese unverkennbaren Manieren, sie hatte einfach die beste Erziehung genossen. Ja, wenn er sie heiraten würde, so war es ihn klar, würde sein Leben ein ewigen, langen graden Weg gehen, ohne einer Abzweigung, ohne einen kleinen Umweg oder einen Berg, den er ab und zu mal erklemmen musste. Aber was sollte es? Wieso freute er sich nicht darauf ein Problemloses Leben zu führen? ganz einfach er liebte das Abendteuer zu sehr, er liebte es auf zuwachen und sich den kopf darüber zu zerbrechen, wie er aus den ganzen Schlammassel wieder her raus kam, er brauchte es  einfach, war es denn nicht ansonsten einfach langweilig?

Er seufzte auf und schaute auf das Wasser, wo das Sonnenlicht etwas an der Oberfläche tanzte und dem See einen geheimnisvollen, schönen Anblick verpasste. Die Sonne tat unwahrscheinlich gut. Aber er genoss es das er grade im Schutz der Bäume sitzen konnte und den kühlen Schatten genießen konnte.

Er bemerkte die alte Frau erst, als sie sich zu ihm auf die Bank gesetzt hatte, sie hatte ihre grauen Haare frech geschnitten und die Kleidung die sie trug, wirkte eher Sportlich als für eine alte Frau eher elegant. Sie sah den jungen Mann neben sich erst einmal an. Er hatte seine längeres Haar wieder lässig zusammen gebunden und hatte sich eine Sonnenbrille aufgesetzt, womit er jetzt zu den Parksee schaute, sein einen Fuß hatte er auf sein Oberschenkel gelegt und somit so zusagen ein Dreieck mit den Beinen gebildet. „Guten Morgen!“, begrüßte die Dame ihn. Als er nun zu ihr schaute erkannte er die alte Lady wieder, es war die von neulich, die mit den zwei Marmeladen Brötchen extra.

„Wünsch ich ihnen auch!“, gab er als Antwort und schaute wieder zum See, wo nun eine Entenmutter mit ihren kleinen Küken auf den ruhigen Wasser her rum schwimmten.

„Haben sie denn heute keine Termine?“, fragte sie ihn, sie war sehr froh darüber, dass sie nicht alleine auf der Bank saß, sie hatte ja keinen mehr zum reden und genoss es daher um so sehr, dass er scheinbar etwas Zeit hatte.

Er zuckte mit den Schultern. „Doch schon, aber erst so um 14 Uhr, bis dahin kann ich noch den herrlichen Tag genießen und haben sie sich heute wieder ein Marmeladen Brötchen gegönnt?“, fragte er sie nun zurück. Sie runzelte etwas ihre alte Stirn, verwundert darüber dass er sie scheinbar beim Bäcker gesehen hatte. Dann nickte sie zaghaft. „Ohja, dass habe ich! Es gefällt mir einfach, morgens mein Brötchen in Gesellschaft zu essen!“, sagte sie schmunzelnd. „Sie haben doch sicherlich einen Mann mit dem sie gemeinsam Frühstücken können oder nicht?“

„Nein, mein Mann ist vor gut einen Monat verstorben und wir hatten keine Kinder, wissen sie unsere Hochzeit war mehr oder weniger geplant worden und wie soll ich sagen, ich mochte meinen Mann sehr, auch obwohl ich ihn anfangs nicht geliebt hatte, nach einigen Jahre Ehe, fängst du an jemanden zu lieben, auf eine bestimmte Art und Weise. Aber Kinder? Kinder wollte er nie, er sagte immer es passt nicht zu seiner Firma, es passte einfach nicht zu seinen Plan, den er sich schon in seinen jungen Jahren zu Recht gelegt hatte! Ich wollte immer Kinder haben, für mich war ein Leben ohne Kinder eigentlich nicht lebenswert. Aber bei ihn musste alles immer stimmen, alles musste so laufen, wie er es sich gedacht hatten. Sie denken jetzt sicherlich dass ich eine ziemliche miese Witwe bin. Aber glauben sie mir ich habe ihn trotz allem geliebt. Nur jetzt wo er gestorben ist, er hatte sich übrigens überarbeitet und sein Herz hat gestreikt…“, sie seufzte schwer und sengte ihren Blick, Kevin schaute durch seine Sonnenbrille zu ihr rüber. „Er hat einen Schlaganfall bekommen…“, wieder ein Seufzen. Dann winkte sie mit einer Handbewegung ab. „Der Sture Mann ist gestorben, nur weil er das erreichen wollte was er sich ewig zu recht gelegt hatte, ja es gelang ihn auch, sein Ruf stieg und die Firma machte einen sehr großen Gewinn. Nur er durfte es leider nicht mehr erleben. Und er hat mich alleine gelassen, ich habe niemanden mehr der mir nahe steht, keine Kinder die mich besuchen kommen und mit mir einen Kaffee trinken, keine Kinder den ich zu Weihnachten ein ganz tolles Fest bescheren kann und auch keine Enkelkinder auf die ich aufpassen könnte…“, ihr Blick wurde nun etwas lehr. Kevin sah sie mitfühlend an und irgendwie kam es ihn vor als würde er in seine Zukunft blicken, als würde sie ihm seine Zukunft vor raus sagen. „Ich möchte sie gar nicht mit meinen Leben nerven! Sie haben sicherlich wichtigeres im  Kopf!“, versuchte sie sich zu entschuldigen, dass sie ihn so voll textete. Doch er schüttelte den Kopf, wandte nun seinen Blick ganz zu ihr und sah sie durch die dunklen Gläsern lächelnd an. „Sie haben mich keines Wegs genervt, sagen sie wieso hatten sie ihn geheiratet?“. Nun schien ihre Augen zu strahlen, das sanfte Braun funkelte auf, endlich interessierte sich jemand, für ihr Geschichte, für ihren Weg den sie nie selber gehen durfte. „Meine Eltern hatten mich ihn versprochen, er war wohlhabend, genauso wie wir es waren und noch dazu verstanden unsere Eltern sich gut und sie mussten ein Geschäft abwickeln, was wirklich sehr wichtig für die Firma meiner Eltern war. Wie hätte ich nein sagen sollen? Hätte ich abgelehnt, als er mich um meine Hand anhielt, wäre das Geschäft mit Sicherheit geplatzt und meine Eltern wären nie so reich und die Firma nie so groß geworden!“, ein schwaches Lächeln umspielte ihre Lippen. „Glauben sie mir, er war kein schlechter Mann, er hat sich gut um mich gekümmert aber etwas hat halt immer gefehlt…“.

Er nickte wissend und lächelte sie an. „Sie haben mir grade  richtig geholfen, ich bin ihnen äußerst dankbar und glauben sie mir, ich kann sie gut verstehen ihre Gefühle und ihr Handeln!“. Ja, er konnte sie wirklich gut verstehen und fast schien es ihn so als hätte Gott ihn einen Engel geschickt, einen Engel der ihn davor bewahrte ein Leben zu leben, was er nie selber gewählt hatte und welches nie sein Leben erfüllt hätte. Er zog aus seiner Jeanstasche eine Karte her raus und reichte der Dame die Visitenkarte mit seiner Nummer und seinen Namen drauf. „Wenn sie mal wieder das Bedürfnis verspüren zu reden“, sagte er grinsend. Sie nahm die Karte nickend an. Ein wirklich netter junger Mann, dachte sie sich und sah zu wie er sich von der Bank erhob. „Passen sie auf sich auf, versprochen?“, fragte er sie noch bevor er ganz aufgestanden war. Sie lächelte. „Aber natürlich und sie tun mir den Gefallen und hören auf ihr Herz, nicht auf das was man von ihnen verlangt!“, sagte sie, denn sie wusste das er wohl vor so einer ähnlichen Hochzeit stehen musst, so wie er reagiert hatte.

Er stand nun mit den Rücken zu ihr, nickte heftig und lächelte dankbar. „Das werde ich tun! Schönen Tag ihnen noch“

„Danke, das wünsche ich ihnen ebenfalls!“.

Jasmin saß im Büro von Kevin, warum wollte er sie denn so dringend sprechen? Vor allem warum hier in seinen Büro? Das war alles so förmlich. Sie nippte an der kalten Limo und rückte ihr prächtiges Haar, mit ihren dünnen Fingern zu recht. Sie musste ja immerhin gut aussehen wenn er kommen würde. als die Tür aufging, zupfte sie noch schnell ihren Rock grade und lächelte ihn vom Sofa aus an. Sofort sah sie seinen bedrückten Gesichtsausdruck. „Hallo Kevin!“, begrüßte sie ihn erheblich freundlich. Er nickte, stand noch in der offnen Tür und schloss diese nun leise. Dann ging er zu ihr, setzte sich auf den teuren Ledersessel, der den Sofa gegen über stand und lehnte sich lässig nach vorne. Das was er jetzt vorhatte, würde sein Herz ganz schön schmerzen, es würde ihn gewiss nicht leicht fallen aber er musste. „Jasmin?“, fragte er sie nun, um zu wissen ob er ihre Aufmerksamkeit hatte, eigentlich wusste er das er ihre ganze Aufmerksamkeit hatte. „Möchtest du mit mir über die Einladungen sprechen? Da habe ich schon ein paar gute Ideen!“, sagte sie voller Elan. Er senkte den Blick, konnte ihr einfach nicht in die strahlenden Augen schauen. „Nein, ich möchte mit dir nicht über die Einladung sprechen, aber über unsere Verlobung…“, er hielt inne. Schaute dann zu ihr auf seine Whyskifarbenen Augen schauten nun direkt in ihre und schon alleine an ihren Blick konnte sie erkennen, dass es nichts erfreuliches sein würde. „Aber …du?“, sagte sie nun mit bebender Stimme, den Tränen nahe, sie hatte es doch vom Anfang an geahnt, doch glauben wollte sie dies einfach nicht. Wieso? Sie verstanden sich doch prächtig, redeten über alles, lachten zusammen, gingen zusammen auf Veranstaltungen und tanzten des Öfteren dort über die Tanzfläche.

„Weist du, ich liebe dich nicht, jedenfalls nicht so, wie ein Mann seine Frau lieben sollte, für mich bist du immer schon die kleine Schwester gewesen. Ich habe dich unwahrscheinlich gerne, aber dich heiraten?“, fragte er mehr sich selber und dachte wieder an die alte Dame, auf der Bank. Er schüttelte den Kopf. Jasmin schaute ihn vollkommen bleich an. Ihre Hände griffen in ihren schwarzen Rock, fast zerrissen ihre Hände den dünnen Stoff. Ihre Augen flackerten wild vor Gefühle. Doch plötzlich packte sie die Wut, sie sprang vom Sofa auf und schaute ihn vollkommen zornig und verletzt an. „Du bist einfach so was von egoistisch!“, schrie sie ihn lauthals an, ihr Stimme zitterte und ihre Beine fühlten sich Butterweich an. Kevin schaute mehr als nur verwundert zu ihr hoch, mit dieser Reaktion hatte er nicht gerechnet. „Jasmin!“, sagte er vorsichtig. „Nein! Nein, Kevin, ich kann es dir nicht verzeihen! Du spielst einfach so mit meinen Gefühlen, trittst sie mit Füßen, erst verlobst du dich mit mir und dann schmeißt du alles hin! So wie es dir grade passt, denkst du denn auch ab und zu mal an die Menschen in deiner Nähe? Daran das sie auch Gefühle haben? Daran das sie dich liebe!“, ihre Stimme war so verletzt und voller Zorn, nun rollte ihr eine Träne die Wange hinab. Er schielte zu ihr hoch. Wie verletzt sie aussah, so zerbrechlich und klein. „Es tut mir Leid, aber ich kann dich nicht heiraten. Ich hatte es nie vor, dass alles hatte mein Vater einfach geplant gehabt und einfach unsere Verlobung erfunden…“; er hielt inne sah nun ganz zu ihr hoch. Es tat ihr so unendlich weh, wie er sie ansah, voller Mitgefühl, voller Flehen, sie sollte ihn verzeihen. Aber das konnte sie nicht. „Sag mir, was hätte ich denn tun sollen, ich wollte es dir sagen, dass ich es nie vorgehabt hatte dich zu heiraten. Aber ich wollte dich nicht vor all den Menschen verletzen und enttäuschen! Und die anderen Tage darauf, warst du so voller Glück und Freude, ich brachte es nicht übers Herz dir zu sagen, dass ich dich nicht heiraten möchte“. Ihr Blick schweifte von ihn Weg zum Fenster hin, Draußen schien die Sonne in ganzer Kraft, schenkte der Welt ihren Glanz und ihre Wärme, wie konnte sie nur? Wie konnte sie an einen solchen Tag, nur so voller liebe scheinen? An einen Tag, wo alles in ihr zusammen brach! Wieso stürmte, hagelte, regnete es jetzt nicht? War das gerecht? War es gerecht dass sie ganz alleine in ihrer Trauer zu sein schien?

„Das war’s dann wohl, aus die Maus, was?“, fragte sie nun mit schluzener Stimme und schaute noch immer hinaus, auf die Feldlandschaft die sich hinter den Haus bot. Er nickte, es tat ihn so unendlich Leid, er würde seinen Vater dies nie verzeihen können. nie mehr würde die Freundschaft zwischen Jasmin und ihn so sein wie sie es einmal gewesen war.

„Ja, das war es“, sagte er nur noch, er wusste nicht was er noch mehr sagen konnte. wie konnte er ihren Schmerz heilen den er ihr doch verursacht hatte?

Sie wandte den Blick vom Fenster weg und schaute noch einmal Kevin an, ihr Blick war so lehr und sein Blick, schien schon fast erleichtert. Er liebte sie wirklich nicht, dass hatte sie schon immer gewusst aber sie hatte es bisher immer verleugnet, aber jetzt stand sie der eisigen Wahrheit gegenüber und sie fror, obwohl Draußen 27 Krad waren. Eine Gänsehaut legte sich auf ihre weiche Haut und sie wusste sie konnte nichts mehr sagen, sie konnte nicht mehr lange ihre ganzen Tränen zurück halten, sie musste hier raus! „Lebwohl Kevin!“, seufzte sie noch kurz, dann pressten sich ihre roten Lippen eng auf einander, sie wandte sich blitzschnell um und stürmte aus den Raum. Ihre Absätze schalten im langen, gefliesten Flur und er hörte wie sie den ganzen Flur entlang zur Treppe rennten.

„Es tut mir leid, Jasmin!“, hauchte er ihr noch hinter her, er wusste sie hörte dies nicht, aber er hoffte sie wusste es.

Draußen an ihren silbernen Bmw angekommen brach sie an der offenen Tür zusammen und viel auf ihre nackten Knie, der Aufprall auf die harten Steine, nahm sie kaum war, der Schmerz in ihren Herzen war zu groß. Sie weinte, so sehr, wie sie noch nie geweint hatte, nun war jede Hoffnung nach seiner Liebe verschwunden, nun brauchte sie sich keine Hochzeitkleider mehr ansehen und sie musste jeden noch erklären, dass es keine Hochzeit geben würde. ihre Hände ballten sich zu Fäusten und ihr Körper wurde von Weinkrämpfen heimgesucht,

Anastasia schlenderte durch den Park, auf den Weg nach Haus. Sie hatte Feierabend, jedenfalls bis heute Abend, denn um 22 Uhr musste sie wieder Kellnern, doch diesmal auf keiner Veranstaltung sondern in der kleinen Bar, eines alten Freundes von ihr. Umso mehr genoss sie jetzt die Sonne und die freie Zeit die ihr blieb. Die Entenmutter mit ihren Nachwuchs schwamm seelenruhig auf den kleinen Parksee herum und drehte sich ab und zu mal nach ihren Jungen um. Die junge Frau beobachtete die Tiere eine weile mit einen Lächeln. Aber schnell dachte sie wieder an Kevin, wie er sie heute Morgen nicht einmal erkannt hatte. Sie schluckte und wandte sich wieder den Weg zu. Vielleicht sollte sie bei Ben vor bei schauen.

Gesagt getan, als sie den Kiosk ihres Freundes betrat lächelte er sie begeistert hinter seine Theke an. „Meine Sonne geht auf!“, sagte er lachend und sah zu wie sie zu ihm kam. Sie grinste ihn an. „Du Spinner!“, schmunzelte sie. „Wie geht’s dir? Du siehst mit genommen aus!“, sagte er und musterte seine beste Freundin, die noch immer das rote Tshirt aus der Bäckerei trug und die alte Jeans an hatte, jedoch hatte sie die Schürze abgenommen.

„Es ging mir schon mal besser!“, seufzte sie und sah dann das der kleine Laden ganz lehr war. „Hast du Lust Pause zu machen?“, fragte sie ihn. Ben nickte und schaute sie mit seinen grau-blauen Augen an, strich sich durch sein kurzes, blondes Haar und kam aus dem Thekenbereich hervor. „Ja, die Idee finde ich wunderbar, lass uns doch ein Eis essen gehen!“, schlug er vor und Anastasia nickte ab.

Die Straßen waren nicht mehr so voll wie am Morgen, die meisten Menschen waren sicherlich auf Arbeit oder in einen Schwimmbad, bei dem warmen Sommertag. Sie gingen zu den Lieblingskaffee, an einen breiten Fluss und setzten sich an den weisen Tisch, genossen Beide das Rauschen des fliesenden Flusses. Jeder bestellte sich sein Eis und sie redeten, über dies und das. Dann erzählte sie ihn von Kevin, von den Abend wo sie kellnerte und er sich verlobte, von dem Kuss und von heute Morgen, nichts ließ sie aus und er wollte alles ganz genau wissen. Dann nickte er immer wenn er es verstand.

„Das ist ja mal ein unerhörter Bengel, was denkt der sich eigentlich meiner Süßen, so weh zu tun?“, fragte Ben und schob sich einen Löffel vom Schokoeis in den Mund. Anastasia schaute nachdenklich an ihn vorbei, dann zuckte sie mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung, aber sollte der noch einmal in den Laden kommen, glaube ich explodiere ich vor Wut!“, mit den Satz nickte sie und trank einen großen Schluck von der kalten Cola. Ben runzelte die Stirn. „Sag mal wie hieß er noch mal mit Nachnamen?“

„hmm… ich hab keine Ahnung, also er heißt Kevin und sein Vater heißt mit Nachnamen Herr Kilo!“, sie schaute Ben fragend an „Wieso?“

er zuckte mit den Schultern „Nur so! du arbeitest nachher wieder in der kleinen Bar, richtig?“

„Ja, aber erst um 22 Uhr“, sie lächelte Ben an. „Kommst vorbei?“

„Mal schauen, wenn ich nicht zu Müde bin sicherlich! Sag mal wie spät ist es?“

„14 Uhr“, sagte sie nach einem kurzen Blick auf ihre Armbanduhr. „Sei mir nicht böse aber ich muss los! Hier, ich lade dich heute ein, du hast mich ja letztes Mal eingeladen!“, er gab ihr 15 Euro. „Danke dir Ben, vielleicht ja bis nachher?“. Er nickte „Ja mal sehen, bye Süße!“

schon war er um die Ecke und sie saß alleine am Tisch mit ihren riesigen Eisbecher und der fetten Karamellsoße.
Ben hatte das Schild an den Kiosk „Geschlossen“ gehängt und trat jetzt auf das Gaspedal seines alten Polos, dann wollte er doch mal dem Autohändler einen Besuch abstatten. Ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht, als er das schwarze, kleine Auto auf die Hauptstraße fuhr.

Kevin reichte den Käufer die Autopapiere und lächelte ihn gespielt freundlich an.

„Ich hoffe sie werden ihr Freude mit den Auto haben!“, sagte er und der kleine, dicke Mann nahm zufrieden die Papiere an. „Oh, die werde ich haben, ich höre schon wieder Weiber mich rufen werden. Mit diesen Auto entkommt mir keine mehr!“, grinste er und zwinkerte Kevin zu. Ja na klar! Wenn sie blind und geruchlos wären vielleicht! Der hat’s nötig… er legte wieder sein Lächeln auf „Das glaube ich auch, ich wünsche ihnen dann viel Freude und eine gute Heimfahrt!“.

Die Tür schalte auf und Ben betrat den großen Glasladen, mit den ganzen, glänzenden Neuwagen, wovon er sich mit Sicherheit nie einen leisten könnte. Er schlenderte den roten, ausgelegten Teppich entlang und schaute sich nach jemanden um, der hier arbeiten würde.

Kevin beobachtete den locker gekleideten gut aussehenden Mann der scheinbar  nach etwas suchte. Er erhob sich aus seinen Bürostuhl, öffnete die Tür und trat zu Ben. Bens Augen wurden wacher, als sie den Mann mit den längeren, dunklen Haaren sahen. Er passte auf Anastasias Beschreibung, und verdammt, dieser Mann sah wirklich gut aus. „Hallo, kann ich ihnen behilflich sein?“, fragte Kevin den Mann vor sich der ihn so neugierig musterte. Sofort nickte dieser. „Gewiss! Sind sie Kevin?“, fragte er nun. Die Augen des Autoverkäufers sahen den Blonden verwundert an. „Äh, ja der bin ich, wieso?“, fragte er erstaunt. „Gut, sie haben einer guten Freundin von mir sehr wehgetan!“ Jasmin, schoss es durch seinen Kopf, aber hing Jasmin mit einen solch schon fast gewöhnlichen Mann ab?

„Ich wollte ihr nicht wehtun, aber hätte ich sie wirklich heiraten sollen, obwohl ich sie nicht einmal Liebe?“, versuchte er sich gleich zu entschuldigen. Verwundert sah Ben den jungen Mann im Anzug an. „Heiraten? Ich glaube kaum das sie Anastasia heiraten wollte“. Für einen Moment war es still, hatte Ben grade von Anastasia geredet? Hatte er wirklich grade ihren Namen erwähnt? „Anastasia?“, wiederholte er nun ihren Namen. Ben nickte „Erzählen sie mir nicht noch das sie, sie nicht einmal mehr kennen!“, grummelte der blonde Mann. „Wie könnte ich diese Frau denn vergessen?“.

Da stand er nun vor der kleinen Bar, wo der Rauch schon bis zur Decke stieg, Lichter erhellten den Raum in ein sanften Licht, rot mischte sich mit blau und rosa. Er stand auf der anderen Straßenseite und schaute das Schild mit der Aufschrift: „blaue Nächte“ an. hier arbeitet sie also, schluckte er und schaute sich den Laden von Außen noch eine weile an. Die bunten Lichter, die Teenager, die versuchten hin ein zu kommen und die Erwachsenen Männer die hinaus schwängten, mit zu viel Alkohol im Blut. Hier sollte nun diese reizende, gut aussehende und elegante Frau arbeiten? Immer hatte er sich gefragt, was sie macht, wo sie wohnt, wie sie wohnt und lebt. Aber das hier hatte er nie, niemals in betracht gezogen.

Seine Finger strichen nervös durch sein offenes Haar, erinnerte sich daran was Ben ihn erzählt hatte, daran das er sie sehr verletzt hatte, dass  hatte er schon vorher gewusst, aber er hatte nicht geahnt das er sie so sehr verletzt hatte.

Nun ging er auf die Tür zu, um gleich den Laden zu betreten und sie endlich wieder zu sehen.

Doch eins hatte Ben ihn verschwiegen, dass er sie schon in der Bäckerei gesehen hatte, dass er sie nur nie erkannt hatte. Denn das sollte er gleich selber merken und sich selber versuchen daraus zu boxen, er hatte schon genug getan. Immer hin war er es gewesen der ihn auf gesucht hatte und ihn erzählt hatte, wo er Anastasia finden würde. nun lag alles andere bei Kevin.

Langsam drückte Kevin den Griff runter und trat hin ein, in den Rauch getränkten Raum. Sein Herz blieb fast stehen, als er die Verkäuferin aus der Bäckerei dort stehen sah und Gläser abspülen sah. das ist unmöglich, warum habe ich sie nicht viel eher erkannt? Er zitterte am ganzen Körper so nervös wie er war, seine Knie fühlten sich Butterweich an, als er zu ihr ging. Und dann an der Bar zum stehen kam und ihr dabei zu sah wie sie ein Glas nach den Anderen abwusch.

„Hey!“, sagte er dann mit zaghafter, schwacher und nervöser Stimme.

Kevin…traf es sie wie ein Schlag und aus ihrer Hand rutschte das nasse Glas, welches mit einen klirrenden Geräusch vor ihren Füßen, auf den Boden in Tausend Stücke zersprang.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.04.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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