Harry Schloßmacher

KÖLNER Zoo-Besuch...an einem schrecklichen Tag

 

Ab und zu war Peter beim Gruppentreff. Ab und zu sah er Gaby Reichstein dort. Zunächst gingen sie zu dritt ins Kino - Gaby's guter Bekannter (Hans Rosenbaum) war mit dabei. Wochen später sah er allein mit ihr den Film "Farbe lila" - rechts in der Zweier-Reihe. Die war durchaus praktisch: Sie saßen hoch über allen anderen und schauten nach links auf die Leinwand - niemand versperrte so die Sicht. Und knutschen, etc., konnte man da auch ganz gut. Auch leckeren Eiskonfekt lutschen steigerte das Wohlbefinden.

Dieser Streifen war sehr emotional. Noch nie hat Peter beim Rausgehen soviele Leute traurig gesehen, auch Neufreundin Gaby war zu Tränen gerührt- er selbst stark beeindruckt.

 

Besagte Gruppe führte auch rund einen Monat lang ein Schachturnier durch. Turnierzeit und die einzelnen Paarungen waren groß auf einem Plakat an der Wand aufgetragen. Peter wußte zwar auch vorher schon, daß er das Königsspiel ganz gut beherrschte. Im Bekanntenkreis hatte er kaum noch richtige Gegner und zeitweilig war er im "1. Dürener Schachverein". Trotzdem waren er, seine Mitstreiter und das bescheidene Publikum erstaunt und verblüfft,  wie er in vielen Runden schließlich alle Kontrahenten ausknockte! Als etwas gefeierter Turniersieger des intelligentesten Spieles bekam sein lädiertes Ego natürlich wieder für einige Zeit Auftrieb. Das tat Peter so richtig gut und fortan wollten viele mit ihm Schach spielen...

 

Gaby war nicht nur im Kirchenchor ;-)). Sie war auch eine rundum liebenswerte Person - zumeist ein richtig süßes Mäuschen - und wie Peter recht unternehmungslustig. So waren sie mit Gab's Auto viel unterwegs. Hier eine kleine Auswahl der Reiseziele, nicht chronologisch:

 

 

- Mehrfach zum Tanzbrunnen am Rheinufer, Köln. Viele prominente Solisten und Gesangsgruppen dort, waren immer wieder ein besonderes Erlebnis und die Talenteshows ganz lustig. Auch die "Barbados-Karibik-Showband" mit ihren vielen Steel/Trommel-Instrumenten, Leuten und hübschen Tänzerinnen, war ein unvergeßliches highlight.

 

- Ritterspiele auf Burg Satzvey

 

- "Phillipshalle" in Düsseldorf - turbulenteKarnevalssitzung und später auch "Holiday on Ice". Hier war auch der Vater von Gaby dabei, den sie gleichzeitig in Düsseldorf besuchten.

 

- Rosenmontagszug in Köln

 

- Karnevalssitzungen der Narrenzunft im Posthotel, Düren

 

- Freilichtmuseum in Kommern

 

- regelmäßiges Kegeln mit Bekannten im Hotel "Zum Nachtwächter", DN

 

- Zoo in Köln

Das war ein schrecklicher Tag. Der fing sowas von überraschend und bekloppt an:

 

Gaby und Peter bereiteten sich noch auf diese Fahrt vor, als lautes LKW-Hupen bis in den 4. Stock zu hören war. Peter ahnte was und fuhr gleich mit dem Aufzug runter (Wäre doch Gaby gleich mitgefahren, so hätte er zumindest eine Zeugin gehabt). Ein Fahrer einer benachbarten Eisenwarenhandlung schimpfte gleich wütend auf ihn ein und Peter ging zum PKW, um für den LKW in der relativ schmalen Durchfahrt Platz zu machen. Es fehlten wohl nur Zentimeter, denn er stand schon nahe der Hauswand.

 

Das Peter noch schnell "Arschloch" fluchte - als kurze Antwort auf die Schimpfkanonade -, sollte ihnen noch den ganzen Tag versauen. Auch hier wieder: Kleine Ursache, große Wirkung! Peter war auch nicht schmächtig und gut bei Kräften. Aber innerhalb von Sekunden packten kräftige, schwerlastgewohnte Hände den Kragen seiner Jacke und zerrten ihn schnell in den Flur des Hauses. Dort klebte er wie eine Fliege an der Wand, wo er keinerlei Bewegungsspielraum mehr hatte. Pech für ihn, der Flur blieb menschenleer, obwohl eine Türe zum bekannten "Café Kern" führte und es in jenem Haus viele Stockwerke mit vielen Leuten gab. Und Gaby rührte sich auch nicht. So blieb ihm nach der Schocksekunde nur, den Mund zu halten. Der Täter redete auf ihn ein: "Kannst ruhig zur Polizei gehen...ich gib dir Arschloch!" und noch so einiges andere. Ihm zu antworten und womöglich nochmals zu provozieren, konnte lebensgefährlich werden. Der war nämlich weiterhin rasend vor Wut und es gab keine Zeugen...

 

Peter kam es wie eine Ewigkeit vor - mit die schlimmsten Minuten seines bisherigen Lebens -, bis er schließlich verschwand. Der Kerl hätte mich auch umgebracht, dachte er noch. Gaby fiel natürlich aus allen Wolken, als er keuchte, was gerade passiert war. Sie überlegten, ob es überhaupt noch Sinn machte, zum Kölner Zoo zu fahren. "Rooohht jeeess, rooohht boock" oder so ähnlich (Jedenfalls in üblichem Deutsch: "Rate Geiß, rate Bock") heißt es dann hierzulande bei fifty-fifty-Situationen/Entscheidungen. Wohlwissend, daß so oder so nicht mehr viel Freude aufkommt, war dann doch der Ablenkungs/Verdrängungseffekt durch eine lange Autofahrt mit viel Abwechslung, letztlich maßgebend. Und dann fuhren sie doch noch los.

 

Peter hat lange gebraucht, diese Bedrohung zu vergessen. Zwar überlegte er später eine Anzeige und er hatte mittlerweile auch rausbekommen, wer es war - aber dann hätte es wohl erneut einen unberechenbaren Buzz-Widerbuzz gegeben und das war es dann auch nicht wert.

 

- Botanischer Garten und Flora, Köln

 

- Fantasialand, Brühl

 

 

Auch Besuche bei Verwandten/guten Bekannten im Tessin waren im Gespräch.

 

Gaby war später Bürokauffrau in Köln und eines Tages holte Peter sie wieder im Bahnhof Düren ab. Fast wäre es aber nicht mehr dazu gekommen, weil vor ihm (in der Bahnhofshalle) eine wahre Sexbombe daherschritt. Sie war rundum nach seinem Geschmack: Busen, Hintern und Oberschenkel so richtig weiblisch proportioniert - Gaby war dagegen zierlich.

 

Peter könnte sich heute noch schwarz darüber ärgern, wie trottelig er sich (auch) bei ihr anstellte. Dabei hatte die Schöne sich ihm noch zugewandt und nett angelächelt - wollte wohl sagen: "Nur Mut, warum sprichst Du mich nicht an?"

Das sind so Einmal-Chancen, die man schnell und beherzt anpacken muß, sonst sind sie zumeist für alle Zeiten vorbei. Er hat dieses Superweib später auch nie mehr gesehen.

 

Peter war eigentlich nicht feige, aber beim Frauenkontakten litt er offenbar an der "Krankheit" Mangelnde Courage. ;-)) Ihm war klar: Nicht nur wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...nein, wohl auch den, der durch Nichtstun Chancen einfach keine Chance gibt.

 

Peter war zwar um einiges älter als Gaby, aber das fiel bei seiner junggebliebenen Art, seinen vielen Interessen und dem noch ansehnlichen Äußeren nicht so auf. Und wenn's umgekehrt gewesen wäre, auch sch...egal. Die Hauptsache, man versteht sich und funkt auf einerWelle! Aber das reichte dann doch nicht. Das Ende kam aus einer ganz anderen Ecke:

 

Gaby (noch jung an Jahren) sprach immer öfter von Hochzeit und Kinder kriegen - Peter wurde immer kleinlauter. Und eines Tages war Aus-die-Maus, nachdem sie sich jahrelang näher kannten.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.05.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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