Fabian Krebs

Beerdigung

 Normalerweise regnet es bei Beerdigungen - so dachte ich. Aber diesmal war es anders, denn die Sonne brannte uns auf die Haut. Das fand ich ungewöhnlich, weil ich Beerdigungen eigentlich mit Trauer verbinde und Trauer mit Negativität und Negativität mit Regen.
Schweigend standen wir also da und warteten. Die Bäume raschelten unschuldig, als hätten sie nichts von dem Ganzem mitbekommen. Einfach Alles war so wie immer, ausser wir.
Wir standen da und warteten... Nach einer, wie es sich anfühlte, Ewigkeit wurden wir gebeten in die Kirche zu gehen. Wärend wir gingen, sah man den Schmerz auf den Gesichtern der Leute und man sah all die Erinnerungen , die sie mit dieser Person geteilt haben.
Nun waren wir in der Kirche  vor uns war der Sarg, der mit Blumen und Kerzen beschmückt war. Es war schon komisch diesen Sarg anzusehen, weil man dachte man könnte den Menschen in ihm erblicken. So nah und doch so fern. Es begann alles mit deren Lieblingslied :"Lemon Tree" von Fool's Garden. Wenn man Lieder im Radio hört, dann beachtet man es nicht, aber wenn sie bei einer Beerdigung gespielt werden,  haben sie etwas sehr Emotionales. Dann ging es weiter mit vielen herzergreifenden Trauerreden, die alle eins sagen wollten: "Warum bist du nicht mehr da? Wieso jetzt? Wir vermissen dich so sehr."
Es hat schon etwas sehr Komisches, dieses Absolute. Absolut weg.Nie mehr im Leben zu betrachten. Auch wenn man sie oder ihn nur vom Sehen kannte fühlt man mindestens halb so stark mit.Vor allem für die Familie war diese Hürde sehr schwer zu überwinden.Und als der Sarg dann langsam in das Loch sank, musste man sich endgültig verabschieden.

(Anmerkung: Die Person hatte sich selbst umgebracht)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.05.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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