Elisabeth Halupczok

Das Meer und ich

ich denke wenn ich mich mit irgendetwas vergleichen würde, wäre es das Meer.
Es ist am Ufer so hell und klar, und du siehst bis auf den Grund und erkennst die Muscheln und Fische mit bloßem Auge. Spielerisch wallen die Wogen gegen den Sand und laden dich zu einem Spiel ein.
Watend platscht du mit deinen Füßen am Ufer entlang und tastest dich immer weiter vor. Das Spiel schreitet weiter voran und die Wogen entwickeln sich langsam zu kleinen Wellen, die deine Knie umspielen und du kannst nicht anders, als dir den Spaß zu gönnen und dich weiter vorzuwagen und dich auf das Spiel einzulassen.
Währen das Meer dir Freude und Spaß bereitet, nimmt es langsam eine kräftigere, tiefere Farbe an und du merkst die Kraft, die es birgt.
Die Wellen werden größer und machtvoller, um so weiter du gehst.
Du musst jetzt schwimmen.
Du schwimmst. Je weiter, um so geheimnisvoller und gefährlicher wird dein Unternehmen.
Es kann dir verborgene Geheimnisse preisgeben, die es in sich birgt und dir stürmische, unvergessliche Zeiten bereiten. Beim durchqueren der Felsspalte, die dir entweder den Weg frei gibt für ein unvergessliches Abenteuer oder dich an den gefährlichen Klippen des Lebens zerschellen läßt, entscheidest du, ob du dich vertrauensvoll hingibst und dich auf die Gefahr einlässt.
Schwimmst du zurück und vergisst die Tiefen des Ganzen? Oder du vertraust auf dein Glück und begibst dich ins Abenteuer, mit dem Risiko, dass das Meer dich verschluckt und dich ganz tief hinunterzieht, um dich in sein Geheimnis einzuweihen und dir etwas zu verschaffen, das du dein Leben lang nicht mehr vergessen wirst?
 
Sind wir nicht alle mehr oder weniger ein bisschen Meer?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.06.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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