Harry Schloßmacher

Fantastischer Dialog (Kosmische “Körperwelten“)

 

(Ungeahnte Plastik-Möglichkeiten...)

  

 

Kleines Vorwort.

Bitte zu bedenken: Selbst zunächst unglaublich anmutende SciFi-Fantasien sind oft Vorläufer späterer Realität gewesen - so vielleicht auch diese.

 

Und gar der heute überaus populäre und geachtete Scifi-Autor Jules Verne (u.a. "Reise zum Mond"), wurde Zeit seines Lebens wegen seiner extravaganten Vorstellungen als Spinner gedemütigt...

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WOHLERHALTEN AUF ZU DEN SONNEN, ANSTATT ZERFRESSEN UNTER DER ERDE !  

(Oder: Wenn Millionen plastinierte Leichname in allen Richtungen durchs Weltall fliegen ...)

 

 

... "Also, bevor ich mich von Würmern und ähnlichem häßlichen Kleingetier zerfressen

oder urnenmäßig verbrennen lasse, wäre mir eine Mumifizierung gleich welcher Art

lieber."

Aber es bringt doch nichts, Du würdest ja ohnehin nichts mehr spüren und bemerken."

"Das sehe ich auch so. Aber wer kann da schon konsequent die Trennungslinie ziehen?

Man empfindet seltsamerweise noch für seinen toten Körper mit. Vielleicht will zu-

mindest das Unterbewußtsein nicht einsehen, daß es dann für alle Zeiten Schluß sein

soll?"

 

"Milliarden Jahre benötigte die Evolution, die Natur oder wer weiß ich was, um eine

Menschheit und dann auch so etwas wie mich und wie euch entstehen zu lassen - doch

irgendwann ist zumindest für den Einzelnen alles für die Katz. Zumindest für Leute

unserer Art, die ein Weiterleben auf der Erde oder im Kosmos 1000 x einem mehr als

fraglichen im Jenseits vorziehen würden."

"Ja, gut. Aber eine echte Lebensverlängerung wäre nicht zum Nulltarif zu haben. Die

wäre zigfach aufwendiger als nur mit dem Begriff Seele zu jonglieren. Seelenheil,

Seelenwanderung, etc., kosten nur eine Wortschöpfung und gelegentliche Mundbewe-

gungen. Aber lassen wir das. Wem es genügt und wer damit glücklich wird ..."

 

"Ja, es müßte schon tüchtig genetisch, biotechnisch, wie überhaupt im Mikrobereich

geforscht werden. Je nach Körperart und anvisierter Lebenszeit."

Aber ich denke, es ist es dicke wert."

"Bis dahin könnten unsere Körper zumindest durchs Weltall schweben!"

"Wie meinst Du das?"

"Ja, die heutige Mumifizierung ist vielfach weiter als die aller Völker von früher zu-

sammengenommen. Der Leichnam wird so plastifiziert, daß er nahezu ewig hält. Und

dies so körpergetreu, daß auf den ersten Blick kaum unterscheidbar ist, ob der Betreffen-

de noch lebt oder nicht. Denke doch nur an den weltweiten Publikumserfolg der "Körperwelten" eines Professor von Hagens!"

 

"Schon interessant - zumindest bedeutend attraktiver als im Erdreich früher oder spä-

ter in Nichts zu zerfallen. Doch Du selbst hast natürlich in diesem Zustand auch

nichts davon."

"Solange ich lebe, ist es aber ein viel angenehmerer Gedanke..."

"Und wenn uns sonst nichts besseres einfallen würde, wäre dies sogar eine - wenn

auch makabre - Form, eigenwillig das Überleben der Menschheit zu sichern."

"Etwas genauer, please."

 

"Ja, wenn wir zu tausenden plastifizierte Körper von Freiwilligen - womöglich auch

von Tieren - in alle Richtungen irgendwie in den Kosmos schießen würden, so hätte es

interessante und bedeutende Effekte."

"Verstehe. Ich würde folgern, daß die Betreffenden bereits Zeit ihres Lebens sich ei-

ner erheblich angenehmeren Todesvision hingeben können. Der Gedanke - wenn auch

nur als Leichnam - im Topzustand durchs All zu fliegen, der hat schon was."

"Richtig! Insbesondere, wenn jeder vorher die Richtung seines Fluges und womöglich -

bei Vervollkommnung der Technik und Kosmoskenntnisse - auch irgendwann in etwa

das vermeintliche Ziel bestimmen kann."

 

"Je mehr und gezielter 'Plastiker' durchs Universum fliegen oder treiben, um so größer

auch die Chancen, von Aliens irgendwo aufgefischt zu werden. So kannst Du noch

nach deinem Tode in besonderer Form berühmt werden. Denn bei den Extraterrestri-

schen dürftest Du der King sein. So etwas haben sie nämlich bestimmt noch nicht ge-

sehen."

"OK, warum nicht. Dann noch Liebesgrüße und Geschenke von der Erde dabei..."

 

"Gut, das wäre der individuelle Aspekt. Wenn es im Laufe der Zeit im Weltall nur

noch so wimmeln würde von 'Terra-Plastikern', dann wäre zumindest derart ein Pseudo-über-

leben der Menschheit gesichert. Und wie schnell hätte man in Jahrhunderten oder

Jahrtausenden  gleich Millionen davon ins Universum katapultiert!"

"Und im Vergleich zu Raumschiffbesuchen wäre es auch noch zigfach billiger."

"Das soll wohl sein. Trotzdem würde ich lieber im Raumschiff als Lebender durchs

Weltall kutschieren."

 

"Na klar. Aber die Plastiker könnten bereits in großer Zahl zu vielen Sonnen hintrei-

ben, da hast Du noch nicht ein Raumschiff fertig, um die uns nächste zu erreichen...

 

Interessierte mit reichlich 'Kleingeld' sollten u.a. Mäzen werden, um

entsprechende Forschungen wie Stiftungen zu fördern. Andere sollten Politik

und Bevölkerungsakzeptanz richtungsweisend gestalten helfen. Um Besagtes

auch in die Tat umzusetzen und sich so ein kosmisches persönliches Denkmal

setzen, das seinesgleichen sucht. Für die Betreffenden selbst und auch für

fremde Intelligenzen, die so erreicht werden. Deren Gesicht würde ich dann

gerne einmal sehen.

 

Also, wenn all dies nicht menschliche Emotionen, Verstand wie Fantasie weit

mehr als das Herkömmliche beflügelt, dann weiß ich es nicht ..."

 

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(c)  by Harry Schloßmacher

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.06.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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