Hardy Schneck

Tod eines Kettenrauchers

                                                 Der Tod eines Kettenrauchers

Gert hatte in seinem Leben vieles erreicht. Er war stolzer Erbe seiner elterlichen gutgehende Gaststätte,
hatte es zu Wohlstand gebracht, war zwei mal verheiratet und seine jetzige Frau stammte aus Thailand.
Gert besaß ein schönes Anwesen auf dem Land und außerdem einen Bungalow in Florida.Außer seinen
drei Sportwagen nannte er einen Jeep und zwei Motorräder sein eigen. Kurz, ihm ging es gut bis..........

das Schicksal ihn traf. Es geschah alles eines abends, als er mit seiner Frau, wie so oft rauchend vor dem
Fernseher saß. Rauchen, ja das war seine große Leidenschaft. Schon mit 13 hatte er angefangen:Erst
waren es noch leichte Zigaretten, so wie Lord Extra, Stuyvesant,Ernte 23 oder HB. Doch später griff er
zu stärkerem Tobak, jetzt hießen seine Marken Rothändle, Reval und Gauloises. Mit 40 bekam er einen
bösen Reizhusten und das Atmen fiel ihm schwer, doch egal, was soll's- er 'qualmte weiter. Von früh
bis spät in der Nacht hinterm Tresen, nicht nur den Rauch seiner 'Dochte, nein auch noch den der
vielen rauchenden Gäste, dazu noch Alkohol und nicht zu knapp.
Jetzt, vor dem Fernsehgerät spürte er plötzlich einen stechenden Schmerz in seinem Brustkorb.Er
krümmte sich und dann mußte er rasch in die Toilette, sich gewaltig übergeben. "Was ist los?"fragte ihn seine
Frau. Er wußte es nicht."Ist gleich vorbei," meinte er nur. Doch die Anfälle kamen wieder. Manchesmal
verließ er sein Lokal, setzte sich in die Küche und rauchte erst mal eine. So zwischen 80 und 100
Stück waren Standard.
Die Zeit verann, er wurde 56. Seinen Geburtstag verbrachte er im Krankenhaus (Hals/Nasen/Ohren). Man
hatte >Speiseröhren,Bronchial und Kehlkopfkrebs< diagnostiziert!
Als ich Gert im Krankenhaus besuchte, erkannte ich ihn kaum wieder. Der immer lustige, kräftige, braun=
gebrannte ehemalige Klassenkamerad war nur noch ein Schatten seiner selbst. 46 kg wog er noch.Sein
Gesicht eingefallen und sein Teint von gelblich,grauer Farbe. Zum Herzerweichen.
"Mensch Gert," sagte ich zu ihm, "wie geht's dir denn?" "Es ist aus," meinte er und dann gingen wir vor
den Eingang des Krankenhauses, wo er sich erst mal eine Zigarette anzündete. "Ist ja jetzt egal, ich hätte
mit diesen verfluchten Kippen nie anfangen dürfen, die Ärzte sagen der Teer hat's bewirkt." Ich blieb still,
was hätte ich auch sagen sollen? "Rauchst du noch?" fragte er mich. "Nein, schon lange nicht mehr,"
antwortete ich. "Das ist gut, weißt du, hier liegen nur Krebspatienten, sehr viele junge Frauen, alle waren
starke Raucher, sie werden sterben, genau wie ich."In seinen Augen schimmerten Tränen. Ich blickte
zu Boden, mir kamen auch die Tränen. Jetzt sprach ich noch mit ihm, doch wie bald würde er nicht
mehr sein.
Als ich ihn verließ, bat er mich um meine Telefonnummer, er wollte mich anrufen, wenn er wieder zu Hause
sei. Er hat nie angerufen. Drei Monate später las ich seine Todesanzeige in der Tageszeitung. Bei seiner
Urnenbestattung war ich zugegen. Ruhe in Frieden Gert.

Sollte diese Geschichte auch nur Einen Raucher  zur Vernunft bringen, hat sich mein Schreiben gelohnt!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.06.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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