1. Polizeibericht des NYPD
Zeit: 02:34
Tatort: Mayhemstreet 24, Brooklyn
Wir kamen mit zwei Streifenwagen zum Gebäude, nachdem ein
verzweifelter Notruf vom Nachbarhaus kam. Die Nachbarn beschrieben
komische Geräusche und Schreie aus dem Haus, die sie sich nicht
erklären konnten. Als wir dort eintrafen fanden wir die Türe zum
Eingang offen vor. Wir gingen mit gezogenen Waffen in das Haus und
standen im Flur. Dort war noch nichts Auffälliges zu entdecken auch die
Küche und das Wohnzimmer sahen aus, wie dem normalen, amerikanischen
Durchschnitt entsprechend. Im oberen Stock hörten wir eine Türe knallen
und ein Schloss versperren. Sofort sprangen wir in den ersten Stock des
Hauses wo sich uns ein Anblick des Grauens bot. Im Flur sahen wir die
enthauptete Leiche eines Mannes, dessen Kopf war aber nirgends zu
finden. Als wir weitergingen kamen wir vermutlich in das Schlafzimmer,
dort fanden wir einen grauenhaft verstümmelten Frauenkörper vor, dessen
Brüste entfernt waren sowie die Augen aus den Höhlen gestochen.
Sofort forderten wir die Spurensicherung und weitere vier
Streifenwagen nach, aufgrund des Türenknalls mussten wir davon
ausgehen, dass der Täter noch im Haus war und verständigten zwei Agents
des FBI.
Als wir weitergingen hörten wir das Spielen einer Spieluhr. Als
wir die Türe zum Zimmer öffneten musste einer der Beamten erbrechen.
Wir sahen ein Mobile in mitten des Zimmers. Dieses Mobile bestand aus
Teilen eines kindlichen Körpers, der Kopf bildete den Mittelpunkt.
Nun gingen wir vor in den zweiten Stock, von wo aus wir das
Knallen der Tür hörten. Oben angekommen gab es nur ein Zimmer und
dieses war verschlossen. Nach Eintreffen der Agents, öffneten wir
gewaltsam die Türe und fanden einen knienden, und lächelnden Mann auf
dem Boden vor. Das Zimmer war ausgekleistert mit Zeitungsausschnitten
von nackten Frauen und Leichenbildern. Der Mann hatte das Messer vor
sich liegen, widersetzte sich nicht und grinste nur vor sich hin als
wir ihn abführten. Auf dem Bett des Täters sahen wir den Schädel des
Mannes und in die Höhlen wurden die Augen des zweiten Opfers
eingesetzt. Die Brüste der Getöteten hatte der Täter selber mit
Klammern an seine Brust geheftet.
Der Täter konnte aufgrund seiner Dokumente als Elliot Meyer
identifiziert werden. Die Getöteten waren seine Eltern und seine kleine
Schwester.
Ende des Berichtes.
Detective John Simmons
2. Des Psychopathen erster Tag
Ich bin gerade
aufgewacht und weiß derzeit nicht wo ich bin. Der Raum ist so weiß und
steril. Ich bin sicher in einem Krankenhaus, oder vielleicht in einer
Irrenanstalt. Es war nett gestern, als ich meinem Vater den Kopf
abtrennte und aus meiner Schwester ein Mobile baute. Nicht zu vergessen
meine Mutter die ich ja so schön schlachtete. Oh was würde ich jetzt
dafür geben, wenn ich einem minderwertigen Geschöpf das sich Mensch
nennt sein erbärmliches physisches Dasein nehmen könnte. Was ist jetzt
los? Ein Mann in einem weißen Kittel tritt ein. Das ist sicher ein
Psychologe, ein Gelehrter der Wissenschaft, dieser Mann will sicher in
das Innere meines kranken Kopfes schauen. Das gelingt niemandem, nur
ich weiß was darin vorgeht und das wird auch so bleiben. Zwei gut
gebaute, muskulöse Männer treten ebenfalls herein. Sie fordern mich auf
ohne schnelle Bewegungen aufzustehen. Was soll das? Haben sie etwa
Angst vor mir? Ich stehe also auf und mache auch keine schnellen
Bewegungen so wie sie es möchten diese kranken Organe des Staates. Ich
muss mich an die Wand stellen und sie legen mir Hand- und Fußfesseln
an, die sie so eng schließen, dass mir ein Schmerz durch die Beine und
die Hände fährt und ich merke wie meine Finger langsam taub werden.
Doch das finde ich toll, ich werde sogar geil von dem Gefühl der
Hilflosigkeit, vom Gefühl des Schmerzes der meinen Körper durchströmt
wie Strom. Sie zerren mich aus meinem Zimmer oder besser gesagt aus
meiner Zelle und ich muss durch einen langen Korridor gehen. An den
Seiten stehen alte, massive Holzbänke die in die Wand hineingelassen
sind. Jetzt kann ich mir auch vorstellen wo ich bin, als ich durch die
Station gehen musste wo die Menschen in komischen, alten Morgenröcken
herumsitzen. Ich sehe in Gesichter die ausdruckslos sind oder voller
Emotionen die allerdings nicht mehr vom Verstand, sondern nur noch von
den Beruhigungsmitteln kontrolliert werden. Ich weiß jetzt wo ich bin,
dies ist eine Anstalt. Eine Anstalt für Personen wie mich die ihren
Trieben freien Lauf ließen. Dies ist das Gebäude das ich vom
vorübergehen kenne, es ist die staatliche Anstalt für geistig abnorme
Rechtsbrecher in New York. Aber warum ich? Ich habe doch ein Kunstwerk
vollbracht, ich sollte gewürdigt werden, man sollte eine Vernissage
machen speziell von meinem Mobile, an dem der Kopf meiner kleinen
Schwester so schön zu den Klängen tanzte die ich aus der Spieluhr ließ.
Ich werde aus meinen Phantasien gerissen als eine Tür vor mir knallt.
Ich kann einen Blick in einen Raum erhaschen wo ich jetzt hineingezogen
werde. Es ist ein kalter Raum, wie alle Räume in dieser Anstalt.
Inmitten des Raumes stehen ein Tisch, zwei Stühle und ein Aschenbecher.
Ich muss mich auf einen unbequemen Stuhl aus Metall setzen, der meinen
Arsch ganz schön frieren lässt. Nicht mal die Ketten nehmen sie mir ab.
Diese armen Geschöpfe haben sicher Angst vor mir und das sollten sie
auch, denn sie stehen auf meiner Liste ganz oben, denn sie werden meine
Komponenten für mein neues Kunstwerk. Ich male mir schon aus wie es
aussehen könnte. Die Türe knallt wieder und zwei Männer in weißen
Kitteln kommen herein. Einer setzt sich auf den Stuhl und der andere
stellt sich dicht zu mir und flüstert mir ins Ohr, dass ich alles
bereuen werde was ich getan habe. Ich drehe meinen Kopf nur langsam zu
ihm um und sehe wie nett seine Nase auf Höhe meines Mundes ist. Ich
kann mich einfach nicht mehr halten und lasse den Trieben meines
tierischen Instinktes freien Lauf. Oh der arme Mann schreit ja, wenn
man ihm in die Nase beißt. Die zwei Männer die mich hereingeführt
haben, stürmen sofort auch mich los und knallen mich mit meinem Kopf
auf den Tisch. Ich spüre den Schmerz der durch meinen Schädel und mein
Gehirn rast und finde ihn sehr schön und euphorisch. Der arme,
verletzte Arzt verlässt wutentbrannt das Zimmer und ich muss noch laut
lachen über seinen Schmerz. Der Zweite der noch im Raum auf seinem
Stuhl verweilt muss wohl den Befehl gegeben haben mich loszulassen,
denn die Männer lassen von mir ab und stellen sich wieder zur Tür. Ich
richte meinen Kopf auf und schaue ihm tief in die Augen während ich
freundlich grüße. Ich würde ihm gerne die Hand schütteln, doch Ketten
die nicht sehr lang sind hindern mich daran. Dann eben nicht. Der Mann
sagt aber nichts dergleichen zu meiner freundlichen Geste sondern macht
einen Klick auf sein Diktiergerät und fängt an zu fragen. Er stellt so
dumme Fragen über meine Kindheit und mein Erwachsenwerden. Nach ca.
zwei Stunden kommen dann die interessanten Fragen. Auf die Frage ob ich
schon einmal Todesangst verspürte antworte ich mit kalter Miene nein.
Ich fragte aber den Arzt ob er jetzt in diesem Augenblick die Angst des
Todes spürt. Er sagt wieder nichts und ich spreche weiter. Ich erkläre
ihm, dass er sicher die Angst spüre, er merkt es nur nicht. Als
nächstes fragt er mich, was ich dabei empfunden habe als ich meiner
Schwester, die ja noch ein unschuldiges Kind war ihren Kopf abschnitt
und legte mir dabei die Fotos meines Kunstwerks vor. Zuerst sage ich
ihm, dass er die Fotos gar nicht hinlegen brauche, denn ich kenne mein
Kunstwerk und dann erkläre ich ihm, dass mich eine künstlerische
Inspiration überkam und dadurch habe ich mir gedacht dass ich das
schnell aber doch gewissenhaft machen solle. Weiters erkläre ich ihm
dann, dass es sehr belustigen war, wie sie um Hilfe schrie und sagte:
„Elli was hast du mit dem Messer vor?“. Natürlich konnte sie diesen
Satz nicht fertig sprechen, denn er endete in einem bitterlichen
Röcheln als ich ihr die scharfe Klinge durch die Kehle schnitt. Ich
wollte doch, dass es schnell geht, sie war ja noch ein Kind und hatte
die Unschuld noch in ihren Augen. Doch sie war doch behaftet von der
Schuld ihrer Erzeuger genau so wie ich. Ich denke es sind zwei oder
drei Stunden während des Gespräches vergangen. Inmitten meiner
freudigen Erzählung steht der Arzt auf und macht eine schwungvolle aber
bestimmte Handbewegung in Richtung Tür um den Wachen damit zu sagen sie
sollen mich wieder in meine Zelle bringen. Ich werde also wieder sehr
forsch aufgerissen und in meine Zelle geschleppt. Natürlich bin ich
nicht alleine in meiner Zelle, sie haben mir, den brutalsten Mörder den
sie je gesehen haben, so nennen sie mich mal einen Zellengenossen
gegeben. Ich unterhalte mich gerne mit Jack er ist ein Mörder von drei
Kindern die er anschließend verspeiste. Ich finde seine Gedanken gut,
wir verstehen uns. Doch er hat nicht mehr lange, in zwei Tagen wird er
in das State Prison nach Nevada überstellt, wo er in der Todeszelle
seine letzten Jahre absitzen muss. Trifft mich das gleiche Schicksal
auch? Mit den Gesprächen die ich führe vergeht die Zeit relativ schnell
und es wird schon Nacht. Ich lege mich in das Bett und versinke sofort
in eine Welt des Traumes, in meine Welt, in diese Welt die sonst
niemandem gehört außer mir.
3. Des Psychopathen zweiter Tag
Ich
habe sehr schlecht geschlafen in dieser Nacht. Trotzdem schlagen diese
Tölpel in aller Frühe die Türe auf. Stiefel treten ein, das ist
deutlich hörbar. Doch dieses Mal kommen sie nicht wegen mir sondern
wegen Jack, er muss zwei Tage früher in das State Prison, denn seine
Hinrichtung wurde vorverlegt und soll schon diesen Freitag sein. Ich
stehe also schnell auf, doch als ich stehe kommt sofort eine Wache und
befiehlt mir die Hände an die Wand zu legen und keine hektischen
Bewegungen zu machen. Während einer mich bewacht wird Jack auch diese
unbequeme Fessel angelegt und er wird aus dem Zimmer geführt. Er ruft
noch, dass es nett war und er mich vermissen werde, dann schloss sich
auch schon die schwere Türe zu meiner Zelle. Nun bin ich wieder
alleine, alleine wie ich es immer schon war und Jack hat sich in der
sehr kurzen Zeit mir so weit geöffnet, dass eine Freundschaft sicher
zustande gekommen wäre. Es wäre meine erste Freundschaft überhaupt
gewesen. Ich hatte nie Freunde und bin jetzt mittlerweile 24 ich war
immer der Sonderbare oder der Freak. Was habe ich schon getan? Zwei
Stunden bin ich sicher vor mich herstarrend auf dem Bett gesessen und
habe auf die leere, weiße Wand gestarrt die vor mir lag und malte mir
die schönsten Bilder aus, wie wohl mein nächstes Kunstwerk aussehen
könnte. Plötzlich höre ich einen Schlüssel und das knarren eines
Schlosses. Eine Klappe wird geöffnet und ein Tablett mit Essen und
einem Brief wird hindurch geschoben. Ich muss sofort hin mein Essen
holen und dann wird die Klappe sofort wieder verschlossen. Zuerst öffne
ich den Brief, worin geschrieben steht, das sich einen Anwalt
zugesprochen bekommen habe und übermorgen die erste Besprechung ist.
Ich möchte keinen Anwalt, ich kann selber für mich sprechen. Alle
meinen ich bin verrückt, das sind alles Kunstbanausen sie verstehen
meine Genialität nicht, die ich in meinen Kunstwerken vorzeige. Ich
will nicht, dass irgendjemand den ich nicht kenne meine Gedanken von
einem Blatt Papier abliest, der zwar von seiner Wissenschaft was
verstehen mag, doch nicht von meiner Genialität für die Künste einen
menschliche Körper noch schöner zu machen wie er im Leben schon ist.
Als ich mein Essen kaum zu mir genommen habe, wird die Türe zu meiner
Zelle geöffnet und das gleiche Szenario wiederholt sich wieder, ich
werde wieder aus meiner Zelle geführt doch dieses Mal komme ich in eine
Raum der aussieht wie ein Untersuchungszimmer, und es stellt sich
heraus, dass es auch eines ist. Sie glauben ich weiß nicht wie man
dieses Gerät nennt an das sie mich anschließen doch ich weiß es genau.
Sie schließen mich an ein EEG an, es soll meine Gedankenwellen messen
währen sie mir die Bilder meines Kunstwerkes vorspielen. Ich weiß nicht
warum diese minderwertigen, dummen Geschöpfe versuchen in meine bizarre
Gedankenwelt einzudringen und sie zu verstehen, wenn sie schon zu dumm
ihre kleinen Gehirne unter Kontrolle zu halten. Ich beantworte auch
ihre Zwischenfragen, doch an ihren Blicken kann ich erkennen, dass sie
nicht fähig sind, meine Gedankenwelt zu erfassen, diese Würmer. Diese
Prozedur dauert zwei Stunden wie ich an der Uhr ablesen kann, die im
Zimmer an der Wand hängt. Nach dieser Untersuchung wie es diese
Geschöpfe nennen, werde ich in ein anderes Zimmer geführt wo sie mir
eine Mappe mit verschiedenen primitiven Tests vorlegen, die ich in
einer nach ihrer Einschätzung Rekordzeit erledigt hatte, doch diese
Ameisen wissen doch nicht einmal die Bedeutung von Zeit richtig zu
deuten. Ich finde diese Gelehrten wie sie sich nennen einfach nur
primitiv. Ich werde nach diesen Tests von den zwei Wachen, die nie von
meiner Seite gewichen sind wieder in meine Zelle zurückgebracht. Als
ich in die Zelle eintrete sehe ich sofort das neue Gesicht, das da in
meiner Zelle sitzt. Wieder jemand, den sie wegen eines Mordes, oder
Gewalttat in geistiger Umnachtung wie sie es sehr gerne bezeichnen in
diese Anstalt gebracht haben. Doch dieses Mal ist es nicht wie bei
Jack, ganz im Gegenteil ich sehe vor meinem Auge schon ein Kunstwerk,
das ich mit ihm als Komponente vollbringen will. Doch nicht diesen
Abend sondern ich warte noch auf den richtigen Tag und den richtigen
Zeitpunkt, denn schließlich soll es ja perfekt werden. Als ich auf die
Uhr schaue, die hinter Stahlgittern versteckt ist sehe ich, dass es
bereits 22 Uhr geworden ist. Ich werde mich also jetzt in das Bett
legen, das wie ein Sarg aus Stahlgittern aussieht und in meine
Traumwelt eintauchen, wo ich mir schon ausmalen kann, wie ich mein
Kunstwerk gestalte. Dieses Kunstwerk soll einmalig werden, genau so wie
mein erstes, das ich mit dem Eichhörnchen und den Hunden machte als ich
anfing als Künstler. Ich habe schon die verschiedensten Utensilien
gefunden, die ich brauche, einen Kleiderschrank, einen Stuhl und eine
Bettdecke, doch ich werde nicht meine nehmen, sondern seine, denn das
Gefühl ist belustigender. Während ich diese Gedanken durch meinen Kopf
rasen lasse merke ich wie mich das wohlige Gefühl des Schlafes
einzuhüllen beginnt.
4. Des Psychopathen dritter Tag
Heute
bin ich wieder früh aufgewacht. Ich bin sehr erschöpft, denn ich hatte
eine sehr unruhige Nacht, aber nicht weil ich schlecht geschlafen habe
sondern weil ich aufgeregt bin, über den Beginn meines Kunstwerkes. Ich
denke heute ist der richtige Tag und ich warte nur noch auf den
richtigen Moment um damit zu beginnen. Zu Schichtwechsel um dreizehn
Uhr sind die Wachen sehr unaufmerksam da sie schnell nach Hause möchten
und da ist auch mein Kunstwerksgegenstand wieder da von seinen
Untersuchungen. Ich hoffe er genießt es, denn es werden seine letzten
Untersuchungen sein, die er macht bevor er in mein schönes Kunstwerk
eingeht, das in meinem Kopf bereits geformt ist. Ich beginne jetzt mal
damit langsam das Stuhlbein zu lösen, das ich für meine ersten
Handgriffe benötige. Ich muss das sehr leise und genau machen, das
dauert seine Zeit und hoffe, dass es niemand bemerkt. Ich werde es so
nur so lockern, dass ich es schnell herausziehen kann, denn mein
Kunstwerk wird von Wachen in den Raum begleitet. Am Ton der Uhr bemerke
ich wie es zwölf schlägt, denn genau zu Mittag und zu Mitternacht,
macht die große Uhr in der Eingangshalle einen lauten Gong, damit jeder
versteht, dass es jetzt zwölf ist, Meistens ist dies auch das Zeichen,
dass es bald was zu futtern gibt. Ich habe meine Vorbereitungen jetzt
fertig gestellt an denen ich den ganzen Vormittag saß. Endlich geht die
Tür auf es ist eine Viertelstunde vor dreizehn Uhr. Die Komponente
meines genialen Kunstwerks wird von zwei schwer bewaffneten Wachen
hereingebracht. Ist er etwa durchgedreht, oder hat er einen Pfleger
verletzt? Ich wurde auch von diesen schwer bewaffneten Organen der
Justiz in meine Zelle geführt als ich dem Psychologen in die Nase biss.
Er setzt sich auf sein Bett und meint jetzt seine Ruhe zu haben doch es
ist in fünf Minuten dreizehn Uhr. Meine Hände beginnen zu zittern, und
mein Puls rast ins Unermessliche. Ich merke wie ich schon wieder geil
werde, genau wie in dieser Nacht, als ich meine Familie in ein
Kunstwerk des Grauens verwandelt hatte. Es ist jetzt zwei Minuten vor
Dreizehn Uhr ich stehe langsam auf und schaue noch einmal tief in seine
von den Beruhigungsmitteln und Tritten rot unterlaufenen Augen. Wenn
ich darin hineinschaue spiegelt sich ein wundervolles Bild wider. Ich
schaue auf die Uhr es ist eine Minute vor Dreizehn Uhr. Meine Hände
beginnen immer mehr zu schwitzen und ich nehme jetzt langsam die
Bettdecke. Dreizehn Uhr. Er versucht sich zwar zu wehren, doch es
gelingt ihm nicht. Zu schnell habe ich die Bettdecke um seinen Kopf
gewickelt, dass seine Schreie ersticken wie Schall im Wasser. Ich
drücke ihn auf das Bett und schlage ihn zweimal mit dem Kopf an die
Wand. Ich merke wie seine Stärke nachlässt er aber immer noch Kraft
genug hätte sich aus seiner Lage zu befreien. Ich muss jetzt alles
schnell machen. Ich nehme das Stuhlbein und stoße es ihm mit voller
Wucht in den Bauch. Nun merke ich wie das Leben aus ihm weicht, ein
Geruch aus Urin und anderen Exkrementen mischt sich in die Luft des
Zimmers. Warme Brühe fließt über meine Hand und ich finde es geil. Ich
bewege einen meiner Finger zu meinem Mund und koste den Saft des
Lebens, der wie ein kleiner Bach meine Hand herunterströmt. Seine Kraft
weicht aus den Händen. Sein Kopf sinkt zurück und er wird immer
schwerer und schwerer. Nun schnappe ich ihn und stelle ihn in den
Kleiderschrank, kopfüber und ramme ihm das Stuhlbein einmal tief in
seinen Kopf, damit das Kunstwerk ganz und gar vollendet werden kann.
Plötzlich wird die Türe hinter mir aufgerissen. Es muss wohl jemand was
gehört haben. Ich werde gepackt und mich durchzuckt sofort ein Schock
der den ganzen Körper lähmt. Ich bekomme alles mit doch ich kann keinen
Muskel des Körpers mehr bewegen. Ich höre Stimmen von Ärzten und ca. 8
Paar Stiefel die in das Zimmer trampeln. Ein Arzt lehnt sich über mich
und gibt den Befehl mich festzuhalten, dann spüre ich einen kurzen
Stich in der Ellenbeuge und Dunkelheit legt sich über meine Augen.
5. Des Psychopathen vierter Tag
Als
ich aufwache muss ich mich erst einmal orientieren. Ich schaue mich um
und sehe nur noch weiß. Alles fühlt sich so weich an. Als ich aufstehen
will, und mich mit den Händen abstütze merke ich erst, dass ich in
einer Zwangsjacke stecke. Diese Bastarde haben mich in eine
gottverdammte Zwangsjacke gesteckt. Sie würdigen mein Kunstwerk gar
nicht. Diese verdammten Schweine. Ich probiere mit aller Kraft
aufzustehen, doch es gelingt mir nicht. In der oberen Ecke bemerke ich
die Kamera die mich nicht aus den Augen lässt. Ein grelles Licht strömt
mir in die Augen, dass ich mich konzentrieren muss überhaupt etwas zu
sehen. Ich schreie alle Flüche die ich kenne, gegen diese Bastarde.
Nach einiger Zeit bemerke ich allerdings, dass es alles sowieso nichts
bringt und gebe diesem abscheulichen Ding nach. Hand -und Fußfesseln
sind wenigstens erotisch, wenn sich das kalte Eisen in deiner Haut
einnistet. Doch diese Zwangsjacke ist verdammt unbequem. Ich werde mich
beschweren, einen Künstler wie mich darf man nicht so behandeln. Ich
hasse diese Jacke. Die unbequemen Riemen die aus einem billigen Plastik
bestehen. Wissen diese Ameisen nicht, dass Metall viel erotischer ist,
als dieses abscheuliche Kleidungsstück. Ich starte wieder einen
Versuch, mich zumindest auf die Knie aufzurichten, doch es funktioniert
nicht. Die Situation ist ausweglos. Ich tauche also in meine
Gedankenwelt ein um mich zu erinnern, an mein Kunstwerk und ich
erinnere mich sehr gut, es ist ja noch nicht lange her. Dieses Gefühl
war schön, wie der Saft des Lebens über meine Hände rann. Mir kommen
immer wieder die Gedanken in den Kopf mich selber in ein Kunstwerk zu
verwandeln, ein Kunstwerk das keiner so schnell vergisst. Ich habe die
Bilder klar vor Augen wie es aussehen wird, wenn ich auf den Stuhl
gebunden bin und die Maschine mit der Nadel an meine Armbeuge ansetzt.
Wenn ich die Anwesenheit des Todes riechen kann, die Anwesenheit des
Teufels der auf meine verdammte Seele wartet. Ich werde es genießen,
den letzten Gang, das letzte Mahl und vor allem dann meine Stunde des
Todes, die sicher besser ist wie jeder Orgasmus den ich bis jetzt
hatte. Ich kann mich noch gut erinnern an mein erstes Mal mit 17, wie
die nette Nadine mit mir ins Bett ging, doch leider war sie zu fett.
Ich habe sie geschlagen und gekratzt, bis es mir kam. Es war ein
schönes Gefühl. Nur diese Beamtenschweine hatte ich dann wieder hinter
mir her. Vor allem dieser Richter, es wäre eine Genugtuung gewesen,
wenn ich ihm seinen Wanzt hätte aufschneiden können. Ich werde wieder
barsch aus meiner Gedankenwelt gerissen, wie es immer ist, doch dieses
Mal sind vier Männer da die mich hochheben. Bin ich etwa zu schwer? Ich
werde mit der Jacke aus dem Raum geführt, wo endlich wieder ein
normales Licht herrscht, in einen Raum wo eine Panzerglasscheibe mich
von einem anderen Raum trennt. Auf der anderen Seit erblicke ich einen
Mann mittleren Alters in einem Anzug und einen Berg voller Akten. Er
hat ein blasses Gesicht als er in meine Augen schaut. Wahrscheinlich
ist auch er ein Kunstbanause. In der Viertelstunde klärt er mich nur
auf, dass er nicht viel für mich machen kann. Er sagt nur, dass ich
morgen zur Hauptverhandlung gebracht werde wo ich mein Urteil höre. Er
sagt auch, dass er gehört habe was ich gestern gemacht habe und sie mir
auch dieses als Mord anlasten wollen. Mord? Das ist Kunst, aber was
will man schon mehr erwarten von diesen minderwertigen Geschöpfen, von
diesem Abschaum von Gesellschaft, die sowieso nichts verstehen von dem
was ich sage. Er teilt mir auch mit, dass ich zum Zeitpunkt der Tat als
voll zurechnungsfähig eingestuft worden bin. Ich hätte auch nichts
anderes erwartet. Ich bin ja nicht verrückt, ich bin ja Künstler. Als
mir der Anwalt alles mitgeteilt hat, steht er auf, verabschiedet sich
und verlässt den Raum. Nun werde auch ich wieder in meine weiße Zelle
mit dem grellen Licht gebracht. Nach der Uhr, dessen Anzeige ich kurz
erhaschen konnte ist es jetzt 14 Uhr. Jetzt bekomme ich auch mein
Essen, sogar das wird mir eingegeben, damit sie mich nicht aus der
Jacke holen müssen. Diese Geschöpfe haben wirklich Angst. Angst vor
was? Vor meinen Kunstwerken oder vor mir? Ich kann es mir nicht
erklären, ich bin doch nur ein Mann, ich müsste in Paris geehrt werden
und nicht hier in einer weißen Gummizelle sitzen. Nach dem füttern,
anders kann man es wohl nicht nennen, werde ich sofort aus der Zelle
gebracht, ich muss wieder in ein Untersuchungszimmer, wo ich auf einen
Stuhl geschnallt werde. Dieses Mal werde ich auf meine physischen
Probleme hin untersucht, doch sie können nichts finden. Sie finden
genau so wenig über mich heraus wie bei den geistigen Untersuchungen.
Dieser Abschaum von Mensch, die sich auch noch Gelehrte nennen. Als sie
fertig sind, werde ich wieder in diese Jacke verfrachtet. Ich wehre
mich zwar, doch ich zu fünft sind sie dann doch zu stark. Fünf für
einen, wie armselig. Während meiner Gegenmaßnahmen habe ich wohl einen
dieser Kolosse im Gesicht gekratzt, denn ich habe Blut auf meiner Hand.
Ich werde aus dem Raum geschleppt, doch zu meiner Überraschung nicht in
den grellen Raum sondern in eine Zelle mit vergitterten Fenstern, doch
es ist weder ein Stuhl noch ein Bett darin vorhanden. Einer der Wärter
kommt mit in den Raum, wie ich sehe der, den ich gekratzt habe. Er
verschließt hinter sich die Tür. Ich weiß auch schon was er macht.
Bevor ich nur ein Wort sprechen kann, rast ein Schlagstock auf mich
herab. Ich verspüre einen Schmerz, dieser Schmerz durchfährt meinen
ganzen Brustkorb und es knackt. Eine Rippe muss wohl gebrochen sein.
Ein zweites Mal segelt der schwarze Schlagstock auf mich herab, wieder
durchfährt mich ein Schmerz nur dieses Mal am Kopf. Ich finde es geil,
doch ich kann das Gefühl nicht lange genießen, denn Schwärze legt sich
über meine Augen wie ein Schleier über das Haupt einer trauernden
Witwe. Als ich aufwache bin ich auf ein Bett gekettet und über mir
bemerke ich Gemurmel von zwei Männern, die wahrscheinlich Ärzte sind,
wie ich an den weißen Kitteln sehe. Ich bemerke auch, wie meine Brust
schmerzt und dass sie in weißen Bandagen eingewickelt ist, genau so wie
mein Kopf. In meiner linken Armbeuge hängt eine Kanüle, durch die
Flüssigkeit rinnt. Es muss wohl ein Schmerzmittel sein, doch ich möchte
den Schmerz spüren, das Gefühl ist einfach einzigartig. Ich bemerke wie
ich schon wieder müde werde und in den Schlaf falle.
6. Des Psychopathen fünfter Tag
Es
ist wahrscheinlich ein neuer Tag, der Tag der Verhandlung, denn ich
werde aus dem Bett gezerrt und in einen gelben Anzug gesteckt. Danach
legen sie mir die bequemen und geilen Fesseln an. Habe ich einen halben
Tag und eine ganze Nacht verschlafen? Ich werde von zwei schwer
bewaffneten Beamten aus dem Zimmer geführt, durch den langen Gang auf
einen Ausgang zu, vor dem ein Transporter wartet und vier weitere
Wachen, die auf mich aufpassen. Werde ich beschützt um anderen nichts
zu tun oder aus Hochachtung, dass mir nichts passiert. Das wird es
sein, ich fühle mich wie ein berühmter Mann, ich werde beschützt, dass
mir nichts passiert. Ich muss in den Transporter einsteigen und bemerke
wie er sich in Bewegung versetzt. Die Beamten die mir gegenüber sitzen
unterhalten sich, würdigen mir allerdings keinen Blick, wahrscheinlich
aus Ehrfurcht vor mir und meinem genialen Antlitz. Ich merke wie der
Wagen langsamer wird, doch die Sirene heult immer noch. Vor der Türe
des Wagens kann man Stimmen hören. Sehr viele Stimmen. Ich werde von
den zwei Beamten jetzt von meinem Platz aufgerichtet und gefragt ob ich
ein Tuch über meinen Kopf will oder nicht. Ich habe die Frage für
unsinnig verstanden und nein gesagt. Die Welt soll doch mein Antlitz
sehen, das Antlitz eines Künstlers wie mich. Die Wagentüre öffnet sich
und ein Blitzlichtgewitter bricht los. Ich genieße es fotografiert zu
werden von den ganzen Journalisten. Ich würde gerne länger stehen
bleiben, doch sie zerren mich schnell hinter eine Absperrung wo keiner
mehr hinkommt. Ich finde das unverschämt, ein Genie wie mich vor der
öffentlichen Welt zu verstecken. Vor der Welt die mich preist und
liebt. Doch jetzt kommt wieder dieses Gefühl des Hasses in mir auf, das
Gefühl des Hasses auf diese gottverdammte Menschheit.
Ich werde in den Gerichtssaal geführt, ich bemerke wie auf einmal
die Gesichter der anwesenden erstarren und mich ehrfürchtig ansehen.
Ich genieße dieses Gefühl, wenn andere auf mich aufblicken. Ich schaue
lächelnd durch die Reihen und bemerke auch Onkel Marti und seine Frau
Else sowie noch ein paar Verwandte von mir, ich grüße sie höflich mit
einem Zuruf doch sie wenden die Köpfe von mir ab. Sind auch sie
Kritiker meiner Kunst. Meine eigene Familie. Ich weiß warum ich sie
hasse, ich hasse sie alle diese verdammten Heuchler.
Ich werde ganz nach vorne gezerrt und hinter einen Glaskasten
gebracht, wo ein Stuhl, ein Tisch und ein Mikrofon stehen. Ich muss
mich niedersetzten und beide Hände sichtbar auf den Tisch legen.
Außerhalb des Kastens postieren sich die zwei abscheulichen Wärter, die
mich auch den ganzen Transport lang begleitet haben. Als ich so mit
meinem zufriedenen Grinsen durch die Reihen schaue entdecke ich auch
meinen kleinen Bruder der leider bei Onkel Marti war als ich mein
Kunstwerk vollbrachte. Ach wie gerne hätte ich ihn auch dabei gehabt,
diesen kleinen Bastard, er ist jetzt sechzehn Jahre alt, sieht hübsch
aus und hatte immer Freunde. Er veräppelte mich oft, obwohl er mein
kleiner Bruder war. Ich mache eine sehr eindeutige Geste in seine
Richtung und er wendet schluchzend den Kopf ab. Ich hasse ihn. Ganz
vorne kann ich auch meinen Anwalt erkennen, der genervt und lustlos die
Akten auf den Tisch wirft. Dieses Arschloch meint wohl intelligenter zu
sein als ich, da hat er sich aber gewaltig getäuscht. Niemand ist
intelligenter als ich, denn ich bin der Künstler. Plötzlich werde steht
der ganze Saal auf und ich erblicke die Richterin, die auf den schweren
Lederstuhl zuschreitet der vor mir auf einer Anhöhe steht. Sie spricht
nur ein paar Worte und schon setzten sich wieder alle. Jetzt kommt auch
schon der erste Gutachter mit dem Bericht herein, ich kann auch sehr
schnell erkennen wer das ist, auch wenn er nicht, den weißen Kittel
anhat, es ist der Arzt dem ich in die Nase gebissen habe. Mit zornigen
Augen schaut er mich an dieser verweichlichte kleine Bastard, er soll
froh sein, dass ich in Ketten war, sonst hätte ich ihn mit seinen
eigenen Gedärmen erwürgt. Er liest Sachen vor die gar nicht stimmen,
ich bin nicht schizophren oder habe ein Trauma aus meiner Kindheit. Ich
bin ein Schöpfer der schönen Künste, ich bin ein Genie. Ich springe auf
und schreie ihn an, dass er meine Künste zu würdigen hat und nicht in
diesem Tonfall mit mir sprechen solle, denn so behandelt man einen
berühmten Mann wie mich nicht. Sofort werde ich von Wachen in den Stuhl
gedrückt und die Handschellen an den Händen werden fester gezogen. Ich
spüre schon wieder dieses geile Gefühl, wenn meine Hand taub wird. Als
dieser Gelehrte der Psychologie endlich sein verlogenes Maul hält kommt
auch schon der nächste Lügner. Er stellt sich vor als Detective John
Simmons, doch weder der Name und das Gesicht sind mir bekannt. Ich
stelle aber sehr schnell fest, dass er einer der ersten waren die mein
Kunstwerk gesehen haben. Es werden sogar Fotos von meinen Werken
präsentiert und natürlich setze ich jetzt mein schönstes Lächeln auf,
denn es ist meine erste Vernissage. Doch es sind leider nur Amateure
der Kunst gekommen, denn alle bekommen sie bleiche Gesichter und manche
würgen sogar. Ich frage den Detective freundlich ob ihm mein Werk
gefallen hat, doch er würdigt mir keinen Blick. Ich werde sogar von der
Richterin gerügt still zu sein. Ausgerechnet von einer Frau. Es kommen
wieder die Erinnerungen hoch an meine Mutter und ich muss laut lachen,
als ich mir den abscheulichen, abartigen Körper meiner Mutter in einer
Richterrobe vorstelle. Sofort kommt wieder ein Beamter herein und
drückt mich fest in den Stuhl, dass es schmerzt. Ich sage mit sanfter
und geiler Stimme zu ihm er solle bitte seine SM-Triebe vor Gericht
unter Kontrolle halten und eine Stille trat in den Raum ein, denn es
konnte jeder im Gerichtssaal hören. Scheinbar wütend fesselt er mich
jetzt mit den Händen an den Stuhl, dass ich bewegungsunfähig bin und es
wieder eng in meiner Hose wird. Jetzt wird das Bild von meiner
Schwester auf den Leinwand projiziert und ich genieße den Anblick, doch
die Geschworenen und einige Menschen in der sitzenden Menge müssen
würgen. Warum nur? Es ist doch schön geworden, aber ich kenne den Grund
warum sie würgen, sie hören ja nicht die wunderbare Melodie der
Spieluhr, wie ich sie hörte. Ich summe sie leise in das Mikro vor mir,
aber abrupt werde ich von der Richterin unterbrochen. Schade der
Detective ist jetzt schon fertig mit seiner Präsentation meines
Kunstwerkes, ich finde den Mann sympathisch und danke ihm für die
schöne Gestaltung meiner Vernissage. Er dreht sich kurz zu mir um und
verlässt dann wortlos den Gerichtssaal. Als nächster kommt ein mir
bekanntes Gesicht in den Gerichtssaal, es ist unsere Nachbarin
Elisabeth, dieses kleine Miststück, das mich als Kind immer verjagte
als ich mit ihrem Hund spielte. Ich wollte doch nur spielen. Sie war
also die Ursache warum mein Kunstwerk so schnell gefunden wurde.
Wenigstens etwas hat sie richtig gemacht die alte Kuh. Ich stelle ihr
die Frage, wie ihr das Gefallen hat, als sie die Schreie meiner Eltern
hörte und sie beginnt zu schluchzen wie eine kleine Göre. Sofort wird
sie von der Richterin aus dem Zeugenstand entlassen, dieses arme Ding.
Ach könnte ich ihr doch ein Messer in ihre verdammte Brust rammen. Nun
endlich bin ich dran. Ich werde von den zwei Wachen sehr barsch aus
meiner sitzenden Position gehoben und Stille tritt ein, ich freue mich
über die Stille, denn es ist wahrscheinlich jeder an einer Dankesrede
des Künstlers selber interessiert. Ich muss mich auf einen Stuhl direkt
vor die Richterbank setzen. Als erstes danke ich natürlich für die
Einladung und die nette Präsentation. Doch die Richterin will scheinbar
keinen Dank hören, sie schreit mich an, ich solle sofort den Mund
halten und ihn nur öffnen, wenn ich gefragt werde. Das ist ja eine sehr
unfreundliche Person. Natürlich bitte ich die Herren auf mich
aufzupassen, dass mir diese Person nichts tut und schon wieder werde
ich von ihr gerügt. Ihre erste Frage an mich ist, was ich dabei gedacht
habe ein kleines Kind, das meine eigene Schwester ist und meine eigenen
Eltern umzubringen. Ich antworte mit ruhiger aber bestimmter Stimme,
dass es ein wohltuendes Gefühl war, als die Klinge durch die Körper
glitt und ihnen den Kuss des Todes gab. Es war ein schönes Gefühl, als
das Blut aus der Halsschlagader meiner Schwester in das Gesicht
spritzte. Ich beschreibe ihr auch wie schön es war, als ich den Schmerz
und die Kälte der weiblichen Teile meiner Mutter spürte als ich sie an
meine Brust klammerte. Ich fragte sie auch ob ihr das Kunstwerk
gefalle, was sie vorher auf der Leinwand sehen durfte. Sie schaut mich
angewidert an und stellt mir die nächste Frage. Ich soll erzählen, ob
ich mich vorbereitet habe auf diese Nacht oder nicht. Sie klärt mich
auch auf, dass eine Tat im Affekt mildernd ist, aber wie ich in ihren
Augen erkenne macht sie das nur weil sie das muss. Ich bejahe die Frage
und sie stellt auch schon die Nächste. Sie fragt mich warum ich meinen
Zellengenossen auf so bestialische Weise umbrachte. Ich antworte nur
mit kühler Stimme, weil er eine schöne Ergänzung für meine
Künstlerlaufbahn war. Plötzlich schlägt der Hammer auf den Tisch der
Richterin auf und sie gibt preis, dass sich die Geschworenen jetzt zur
Beratung zurückziehen können. Ich selber werde wieder in den Glaskasten
gebracht und an den Stuhl gehängt. Nach einiger Zeit kommen diese
armseligen Geschöpfe wieder in den Saal und einer davon gibt der
Richterin einen Zettel in die Hand. Blitzlichter gehen auf als
plötzlich alle aufstehen. Sie sagt mit leiser Stimme in das Mikrofon,
dass ich schuldig sei und hiermit in das State Prison von Nevada
verlegt werde, wo ich meine vorgezogene Todesstrafe in zwei Tagen zu
erwarten hätte. Zwei Tage. Ich mache einen erfreuten Aufschrei als ich
das Urteil höre, denn jetzt dauert es nicht mehr lange und ich kann
mich in mein eigenes Kunstwerk verwandeln. Sofort nach dem Urteil steht
sie auf und geht aus dem Saal. Ich werde von den Beamten die, die ganze
Zeit auf mich aufpassten aufgerissen und aus dem Glaskasten gezerrt.
Jetzt komme ich endlich wieder in das Blitzlichtgewitter, das vor der
Türe auf dem Weg zum Transporter auf mich wartet. Ich rufe ihnen auf
dem Weg dorthin meinen Lieblingsspruch zu den ich auch bei Beendigung
meines letzten Kunstwerkes rufen werde. Schau zu mir herunter, du wirst
einen Idioten sehen. Schau zu mir hoch, du wirst deinen Gebieter sehen.
Schau mich direkt an, du wirst dich selbst sehen. Diesen Spruch sagte
auch schon Charles Manson und ich werde seine Künste weiterführen.
Schnell werde ich in den Transporter gezerrt und die Türe wird hinter
mir geschlossen. Ich höre die Beamten sagen, dass ein Arzt geholt
werden soll, der mich schlafen legt, denn die Fahrt dauert drei
Stunden. Ich schnappe auch das Wort Sicherheitsrisiko auf und ich
verstehe sofort, sie wollen mich beschützen, mich das Genie, den besten
Künstler den es je gegeben hat.
Ich spüre wie sich der Wagen mit Sirenengeheul in Bewegung setzt
und auf einmal stehen bleibt. Ein Mann mit einer schwarzen Tasche und
einer Paramedic-Jacke steigt ein und sticht mir eine Nadel in die
Armbeuge. Ein Tuch des Schlafes legt sich über mich und ich tauche ab
in meine freudige Welt die nur mir alleine gehört.
7. Des Psychopathen vorletzter Tag
Dieses Mal
werde ich nicht wach, weil ich aus dem Schlaf gerissen werde, dieses
Mal ist es die Kälte dich mich durchströmt. Als ich wach werde wird mir
bewusst, wo ich bin und wie lange ich geschlafen habe. Ich sehe vor mir
einen dunklen Korridor und Gitterstäbe genau wie hinter mir, wo sich
ein kleines vergittertes Fenster sehe, wo man auf den Hof hinausschauen
kann. Es muss früh am Morgen sein, denn es ist noch nicht richtig hell
aber auch nicht mehr richtig dunkel. Mich den Künstler haben sie in das
State Prison von Nevada mitten in die Wüste gebracht. Diese verdammten
Dreckschweine. Als ich auf den Hof hinunterschaue sehe ich Wachen die
schwer bewaffnet sind mit Hunden über den Hof spazieren, und Wachtürme
mit starken Suchscheinwerfern, die regelmäßig über den Hof und über die
Mauerränder schweifen. Hier haben sie Jack also hingebracht, hier hat
er sein Kunstwerk vollendet. Sein eigenes, dessen eigenes Objekt er
war. Ich schaue durch die Gitterstäbe und kann in die Zelle mir
gegenüber schauen, dort sitzt ein Mann zusammengekauert auf dem Boden,
so wie er aussieht muss er schon länger auf seine Hinrichtung warten
auf die Vollendung seines physischen Lebens. Plötzlich hört man
schweres Metall knallen und vier Männer schreiten im Korridor heran
genau zu dieser Zelle mir gegenüber. Sie gehen hinein und einer davon
ist ein Priester, denn er trägt eine Bibel bei sich und betet. Morgen,
wenn mein Kunstwerk vollendet wird, will ich keinen Priester ich hasse
diese Pfaffe, diese miesen, verlogenen Gestalten. Ich musste sie in
meiner Schule schon ertragen, diese missratenen Geschöpfe die einem die
heile Welt versprechen wollen und selber Angst haben davor in die
andere Welt zu gehen, wie sie diese bezeichnen. Er wird in Ketten
gelegt und einer der Wärter schaut zu mir herüber und sagt mir, dass
ich der nächste sei. Oh wie ich mich schon freue, ich werde stolz
hinaustreten, ich werde mein Haupt nicht senken, ich werde mich von
diesen verdammten, minderwertigen Geschöpfen nicht unterdrücken lassen.
Ich habe bemerkt, dass ich eine Uhr in meinem Zimmer habe, und sehe,
dass es fünf Uhr in der Früh ist. Ich hoffe, dass meine Vollendung
später stattfindet, denn ich möchte an meinem großen Tag meiner
Vollendung, der Premiere meines größten Kunstwerkes nicht
unausgeschlafen erscheinen. Ich gehe zu einem Wärter und sage, dass ich
bitte ein paar Blumen in mein Zimmer haben will, doch dieser schreit
mir ins Gesicht, ich solle die Schnauze halten. Diese unverschämten
Bastarde, wie gehen sie bloß um mit einem Genie wie mir. Er sagte auch
noch ich sei verrückt, das höre ich überhaupt nicht gerne, ich bin
nicht verrückt, ich habe mehr Verstand wie er jemals in seinem
mickrigen Schädel zu spüren bekommen wird. Ich setze mich also wieder
angewidert von den Zuständen in meinem Zimmer auf mein Bett und tauche
ab in meine Gedankenwelt. Es schießt ein Bild von dem Wärter in meinen
Kopf, wie sein Leib wohl aussehen mag, wenn er auf einem Pfahl steckt.
Dies beruhigt mich wieder ein wenig und ich vergesse alles um mich.
Plötzlich wird die Türe aufgerissen und ein Tablett mit einem Brot und
einer Tasse Kaffee wird auf den Tisch gegenüber meines Bettes gestellt.
Ich schaue den Wärter erwartend an und sage ihm er solle mir bitte
Wurst und Käse bringen, denn ich möchte für morgen gestärkt sein. Er
lacht nur laut und tritt mir mit seinen Springerstiefel in die Nieren,
danach verlässt er mein Zimmer wieder. Der Schmerz erregt mich zwar
doch so eine Behandlung finde ich für eine wichtige Person wie mich
nicht angebracht. So sollte man einen Künstler nicht behandeln der
ihnen ein Meisterwerk zu Verfügung stellt. Die Zeit vergeht sehr
kriechend, denn nicht mal eine Beschäftigung lassen sie mir zukommen.
Ich sitze auf meinem Bett und denke wieder an meine vorangegangenen
Kunstwerke. Sehr fasziniert hat mich aber mein letztes Kunstwerk im
anderen Hotel, ach wie schön war der Anblick des Schädels, als er vom
Stuhlbein durchbohrt war. Ich muss mich wohl so in meine Gedanken
hineingesteigert haben, dass ich was verpasst habe, denn es geht wieder
die Türe auf und zwei Wärter kommen herein. Sie fragen mich was ich
morgen essen will. Ich schaue sie an und freue mich darüber, dass ich
jetzt endliche den Service bekomme den ich verdiene. Ich teile ihnen
mit, dass ich eine Flasche Champagner und eine gut gebratene
Truthahnbrust mit Kartoffeln weich gekochtem Gemüse haben will. Sie
schreiben das auf und verlassen wortlos mein Zimmer.
Diesen Service mag ich kurz vor Vollendung meines größten
Meisterwerkes. Die Stunden vergehen ohne, dass eine Menschenseele das
Zimmer betritt. Ich fühle mich wohl in dieser Stille. Am späteren
Nachmittag kommt ein Wärter zu mir in die Zelle und gibt mir einen
Brief in dem das offizielle Urteil des Gerichtes steht, er sagt ich
habe ein Anrecht dies zu lesen, bevor ich hingerichtet werde, um noch
einen letzten Gnadengesuch zu beantragen. Ich will nicht mein Kunstwerk
selber zerstören, ich will es vollenden und zwar so, dass es keiner
mehr vergisst. Ich glaube ich werde mich jetzt in mein Bett legen und
schlafen, denn ich muss morgen fit sein für die Vollendung meines
Seins, für das Eingehen in die Kunst, in die Geschichte und in die
Köpfe vieler Menschen die ich mit Angst erfüllen kann. Mit Angst, die
sie noch nie gespürt haben. Doch vorher lese ich dieses Urteil, damit
ich belustigt über die primitive Intelligenz dieser Bastarde der Justiz
in meine Traumwelt eintauchen kann.
8. Des Psychopathen letzter Tag
Dieses Mal werde
ich selber wach. Ich bin aufgeregt. Meine Hände schwitzen wie vor jedem
meiner Kunstwerke. Mein Puls rast mit unbestimmbarer Geschwindigkeit.
Ich stehe langsam vom Bett auf und schaue auf die Uhr es ist drei Uhr
morgens und ich kann es kaum erwarten. In meinem Kopf rasen Bilder auf
und ab, Bilder meiner Eltern, meiner Schwester. Der Hass steigt wieder
in mir hoch. Ich spüre wie mein Puls immer weiter zu rasen anfängt. Ich
möchte schreien, doch das gehört sich für einen Mann meiner Berühmtheit
nicht, denn dann könnten die Medien ein schlechtes Bild von mir
bekommen. Als ich wieder auf die Uhr schaue ist es fünf Uhr morgens.
Zwei Wärter mit einem Wagen kommen in mein Zimmer. Auf dem ist das
gewünschte Essen was ich bestellt hatte, ein wenig früh aber es ist
wenigstens geliefert worden. Sie sagen mir ich hätte eine Stunde das
Mahl zu essen. Sie nennen es die Henkersmahlzeit, doch ich nenne es
Dinner. Mein Festmahl vor der Vollendung. Ich esse es genüsslich und
trinke meinen Champagner aus, der sehr gut schmeckt. Als ich fertig bin
und satt kommen die gleichen vier Personen bei der Türe herein, wie sie
bei dem Gast auf der anderen Seite auch gekommen sind. Als ich die
Bibel sehe, überkommt mich eine Wut. Ich springe ihn an, damit ich ihm
die seinen Schädel von den Schultern reißen kann.Sofort greifen starke
Männerhände nach mir, ich werde mit dem Kopf auf den Boden gedrückt,
doch bekomme mit wie der verdammte Pfaffe wenigstens die Flucht
ergreift. Ich werde in Ketten gelegt und wieder hochgehoben. Die
anderen Gäste der Unterkunft klopfen rhythmisch an die vergitterten
Türen ihrer Zimmer. Ich fühle mich wohl, denn jeder ehrt mein Genie,
meine Genialität, meine Kunstwerke. Ich werde in eine Kammer geführt,
in der die Maschine steht, die mich in mein Kunstwerk einbringen wird.
Außerhalb der Scheibe stehen ein Arzt, mein Onkel Marti, zwei Wärter
und die Richterin. Der Priester ist seit meiner Gegenwehraktion gegen
ihn nicht mehr aufgetaucht und das ist auch gut so. Die Türe wird
verschlossen und das grelle Licht der der Hinrichtungskammer strahlt
mir ins Gesicht. Die Richterin gibt das Zeichen den Knopf zu drücken.
Mein Kunstwerk ist vollendet.
Schau zu mir herunter, du wirst einen Idioten sehen. Schau zu mir
hoch, du wirst deinen Gebieter sehen. Schau mich direkt an, du wirst
dich selbst sehen!
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christian Hanser).
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.07.2008.
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