Sonja Provost

Abschied mit neu Anfang


Der leichte Pulverschnee gab sanft unter ihren Füssen nach während sie versuchte schnellst möglich wegzulaufen. Lachend versuchte sie im Laufen etwas Schnee in die Hände zu bekommen, um diesen dann, zu einer Kugel geformt, auf ihren Verfolger zuwerfen.
Melissas blonde Strubbelhaare flogen wild um ihr Gesicht und versperrten ihr die sicht. Sie stolperte und fiel hin. „Jetzt gibt es kein entkommen!“ mit Schnee bewaffnet stürzte sich Ben, ihr bester Freund auf sie. Meli bekam eine ganze Ladung Schnee ins Gesicht, versuchte aber sich erfolglos zuwähren.
Sie kannte Ben schon seit dem kindergarten. Sie waren unzertrennlich, nur dumm dass sie sich bald für eine ganze weile nicht sehn würden! Er würde bald ein halbes Jahr ins Ausland gehen. 6 Monate waren lang und heute war der letzte Tag den sie zusammen verbringen konnten. Übermorgen gegen 5 Uhr sollte Ben am Flughafen sein.
Sie lagen neben einander im Schnee, beide dachten an den abschied morgen. Bis Meli ihn aus den Gedanken riss: „Kann ich mit zum Flughafen kommen? Ich weiβ du willst das nicht, weil der Abschied dann zu schwer wird“ bei dem letzten teil tropfte ihre stimme nur so vor Ironie „aber ich will trotzdem mit!“
„Wenn du dir was in den Kopf gesetzt hast, hab ich eh keine Chance mehr! Aber sobald du anfängst zu heulen, verschwinde ich!“ gab er nach. „Gut“ Meli strahlte, sie hatte wieder mal erreicht was sie wollte.
Langsam wurde es kalt und da heute Heilig Abend war, mussten beide nach Hause.
An Weihnachten klingelte es, wie jedes Jahr, um 12 Uhr an der Tür. Meli war gerade dabei ihrer Mutter in der Küche zu helfen, Katrin ihre kleine Schwester öffnete die Tür. Wie jedes Jahr feierten die Familien von Ben und Meli zusammen und wie jedes Jahr standen Bens Eltern pünktlich um 12 vor der Tür. Katrin rannte vor, um ihrer groβen Schwester und ihrer Mutter zu berichten, dass Ben später kommen würde. Im Wohnzimmer erklärte Bens Mutter er müsse noch die letzten Sachen packen, wäre aber zum Essen da.
Der Sekt wurde geöffnet und bald war auch Ben angekommen. Das Essen konnte beginnen.
Es wurde viel geredet und sehr viel gegessen. Das Gesprächsthema Nummer 1 war natürlich die Abreise morgen. Ben sah gequält drein und nach dem Essen nahm Meli ihn mit hoch in ihr Zimmer. Melissa harkte nach:„Was ist denn? Du scheinst dich ja gar nicht zu freuen!“  „ Doch eigentlich schon, aber wenn ich daran denke 6 Monate lang nicht hier zu sein… Ich kenn dort niemanden! Und ich wird euch vermissen!“ Meli verschränkte die Arme „Aber du wolltest das doch unbedingt! Du wirst das schon überleben! Es sind nur 6 Monate!“ „Nur 6 Monate? Wenn es dir so wenig ausmacht, wieso heulst du dann?“ Er hatte Recht, beim Gedanken ihren besten Freund 6 Monate nicht zu sehn hatte sie Tränen in den Augen. „Ich werd dich so vermissen!“  Sie lagen sich in den Armen bis die Eltern von unten nach ihnen riefen. Den Rest des Tages versuchte niemand mehr daran zu denken.
Weder Meli noch Ben konnten in der Nacht gut schlafen, beide erwachten früh. Doch während bei Ben die Zeit viel zu schnell umging, meinte Meli die Minuten wären zu Stunden geworden.
Endlich saβen beide im Auto von Bens Eltern, unterwegs zum Flughafen. Keiner sagte ein Wort, Bens Mutter vorne hielt nur mit Mühe die Tränen zurück und auch Meli musste kämpfen.
Am Flughafen vor dem Check-In nahm Ben Meli noch mal zur Seite.
„Wir kennen uns ja schon sehr lange…“ „Jaaah??“ Worauf wollte er hinaus?
„ Und ich hab lange nachgedacht. Naja, wir sehn uns ja jetzt 6 Monate nicht mehr und da dachte ich…“ „Ben komm zum Punkt!“ „Schon gut! Jetzt lass mich ausreden!“ meint er genervt „gut, also, ich hab in letzter zeit, oder in den letzten Jahren? So genau kann ich das nicht sagen! Auf jeden Fall, hat sich was geändert bei uns, es ist nicht mehr so wie früher…“ „Sag mal, hast du dir selbst schon zugehört? Das hört sich an als wolltest du Schluss machen, dabei sind wir noch nicht mal zusammen!“ „MELI! Du hast mich schon wieder unterbrochen! Naja, darauf wollte ich raus. Wenn ich zurück bin, will ich nicht mehr mit dir befreundet sein…“  „wa…“ „ Entweder du liebst mich so wie ich dich und wir fangen endlich eine Beziehung an oder gar nichts, ich kann nicht mehr nur mit dir befreundet sein!“ Meli war sprachlos, darauf war sie nicht vorbereitet gewesen! „Meli jetzt sag doch was!“ Er war sichtlich beunruhigt, aber Melissa bekam nur ein „äh“ heraus.
Bens Flug wurde aufgerufen, er sah meli noch mal an und ging dann.
Doch sie hielt ihn fest und sagte endlich „Ich liebe dich auch! Und 6 Monate sind nicht lang, danach fängt die wirklich glückliche zeit an!“ „ Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk das ich je bekommen habe!“ Sie küssten sich und dann ging er, für 6 lange Monate lang aus ihrem Leben.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.07.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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