Hechelnd raste seine Atmung. - Hechelnd raste er! - Endlich
frei! Nach so langer Gefangenschaft war er endlich frei gekommen aus dem
Verlies seiner Entführer - der Gefangene.
Gekidnappt hatten sie ihn - schon vor langer Zeit war er
seinen Eltern entrissen worden, um in einem dunklen Loch sein dreckiges Dasein
zu fristen. Kein Tageslicht, keine Unterhaltung, keine frische Luft. Und das
Essen schmeckte widerlich. Einzig sein Hunger trieb die tägliche Mahlzeit in
seinen Magen. Sein Leben hatte er längst aufgegeben, die Hoffnung auf Freiheit
auch. Er war sich sicher, dass er in diesem verdreckten, dunklen Loch sein Ende
finden würde.
In der Umgebung hörte und spürte er, dass die Entführer noch
andere in ihre Gewalt gebracht hatten. - Hunderte! - Tausende! Es war ein
Gefängnis, in dem er sein Dasein fristen musste. Und dies ohne jeglichen
richterlichen Beschluss, ohne Urteil, ohne die Möglichkeit, Revision einlegen
zu können. Die Kidnapper hatten wahllos bestimmt, dass er in dieses Gefängnis gebracht
werden sollte. - Eingepfercht wie der größte Kriegsverbrecher. Dabei hatte er
in seinem jungen Leben niemals zuvor etwas verbrochen…
Doch seine Rasse war eben nichts wert - so hatten die
Kidnapper schon oft zueinander gesagt. Daher war es auch entsprechend mit ihren
Rechten bestellt…
Aber dies war nun völlig egal. Er war frei! - Endlich nach
so langer Zeit roch er wieder die frische Luft, die nun rasend durch seine
Lungen strömte. Er hatte die Chance genutzt, die sie ihm eigentlich niemals
gewähren wollten. Er erinnerte sich zurück…
Es war in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geschehen. Sie hatten
seine Zelle geöffnet und viele andere Mitgefangenen aus dem dunklen Kerker in
ein helles Licht gedrängt. Aus dem Schlaf gerissen waren sie noch völlig
verstört. - Verwirrt und benommen taumelten sie im Strom der Gefangenen in die
Richtung, in die die Kidnapper sie mit Hilfe von Stöcken und Stromschlägen
trieben.
Keiner hatte wirklich gesehen, wo er hin lief - so geblendet
waren sie alle von der plötzlichen Helligkeit. - Dem Licht am Horizont…
Doch so schnell sie in die Helligkeit gedrängt waren, so
schnell wurden sie auch wieder in die Dunkelheit getrieben. - Die Dunkelheit
eines engen Laderaumes umfing sie, die Enge wirkte bedrückend. Laute,
verzweifelte Schreie waren zu hören, die Enge wurde immer unerträglicher, bis
schließlich auch der letzte in den Gefangenenchor mit Stöhnen und Hecheln
einstimmte. Mit lautem Knarren schloss sich die Tür und er spürte einen
kräftigen Ruck, der die Mitgefangenen zum Taumeln brachte. Doch umfallen konnte
man nur schwerlich - so eng standen alle beisammen.
Er kannte diese fahrbare Zelle sehr gut. - Als man ihn von
seinen Eltern getrennt hatte, hatte man ihn auch mit einer solchen zu jenem
Gefängnis gebracht, in dem er die längste Zeit seines bisherigen Lebens
verbracht hatte.
In welchen Kerker würden sie sie jetzt bringen? Oder würden
sie sie hinrichten? - Hatten sie keinen Wert mehr und würde man sie nun töten?
Viele seiner Zellengenossen durchlebten eine ähnliche
Todesangst und schnappten vergeblich nach Luft. Das Fahrzeug bescheunigte
weiter und viele konnten sich nur schwer auf den Beinen halten, taumelten hin
und her, brachten so die Nebenstehenden auch aus dem Gleichgewicht.
Schmerzensschreie ertönten noch lauter als je zuvor, ein Mitverschleppter
schrie laut auf, gab zu verstehen, dass er nicht mehr stehen könne, da sein
Bein gebrochen sein musste.
Die Peiniger jedoch interessierten sich nur wenig für
gebrochene oder kranke Häftlinge. Behandeln ließen sie sie in den seltensten
Fällen. - Und wenn doch, verpasste man ihnen sofort einen Kopfschuss. - Wodurch
sie ihr Leben aushauchten und wenigstens all dem Leid endlich ein Ende gesetzt
wurde…
Es wurde warm, wurde heiß und die Luft wurde immer knapper
in jenem Gedränge. Er hoffte innständig, dass sie endlich das Ziel erreichten.
Die Schmerzensschreie des Verletzten wurden immer lauter, denn er konnte sich
schließlich nicht hinsetzen in dem Gedränge, musste auf dem verletzten Bein
stehen bleiben. - Es war ein ohrenbetäubender Lärm und schmerzte auch die
anderen tief in ihrer Seele. Was hatten sie verbrochen, dass man sie derart
behandelte?
Warum hatte man ihnen all ihre Rechte geraubt? - Von Gott
gegebene Rechte hatte man ihnen genommen.
Plötzlich stoppte das Gefährt mit einem heftigen Ruck. Sie
hörten den Fahrer aussteigen und hofften, nun endlich das Gefährt verlassen zu
können. Die Tür öffnete sich und jemand kam aus der Dunkelheit, trug ein
grelles Licht bei sich. Offensichtlich blickte er sich nach dem verletzten
Gefangenen um. Ein zweiter, schwarzer Schatten stand in der Tür und hielt die
Klappe zu, durch die sie hätten fliehen können. Ungeduldig stieß der
Eingedrungene die verängstigten Gefangenen zur Seite, verschaffte sich Zutritt
zu dem Verletzten, packte ihn am Unterbein und bewegte den Fuß. Ein lauter
Schrei durchhallte die Zelle und auch die anderen Mithäftlinge ließen
ängstliche Schreie los.
„Der ist gebrochen! - Kein Problem also! Aber wir sind ja eh
bald dort - da brauch man jetzt nichts zu machen. Gibt ja auch immer so eine
Sauerei und Papierkram…“, sprach der, der das Bein des Verletzten wieder
unsanft zu Boden stellte und drängte sich wieder Richtung Ausgang.
Und nun war
sein
Moment gekommen - der Moment der Flucht! Der außen Stehende öffnete für seinen
Kollegen vorsichtig die Klappe. Doch ehe dieser nach draußen steigen konnte,
drängte sich der Gefangene geschickt an ihm vorbei, sprang aus der Zelle in die
Tiefe, blickte sich um, erspähte einen Wald und rannte - so schnell er konnte -
davon.
Seine Peiniger riefen laut hinter ihm her, einer nahm die
Verfolgung auf.
Und so rannte er nun durch die Dunkelheit. - Hechelnd raste
seine Atmung! Und hechelnd raste er! Und er hoffte innständig, dass er seinen
Verfolger abgehängt hatte. Dass er ihn nicht weiter verfolgen würde und er sein
restliches Leben in Freiheit verbringen konnte.
Nach unzähligen Schritten verlangsamte der Gefangene endlich
seinen Schritt. Er war völlig außer Puste. Schließlich war er es nicht gewöhnt,
so weite Strecken in einem solchen Tempo hinter sich zu bringen. Zwar hatte er
während seiner Gefangenschaft immer versucht, seine Beine regelmäßig zu
bewegen, um so seine Muskeln zu stärken. Doch war ihm dies nur bedingt
gelungen.
Er horchte in die Nacht hinaus und erkannte keine akustische
Spur seiner Verfolger.
Erfreut blickte er zum Himmel und erspähte hunderte kleiner
Lichtpunkte. - Hier, ließ es sich leben. Einfach in Ruhe und Frieden…
Einen Moment lang schaute er sich um, erkannte eine weiche
Stelle am Waldboden und legte sich dort auf Ohr. Er musste sich einfach
ausruhen, war körperlich völlig am Ende. Es schien ihm, als habe er all seine
Kraft bei der Flucht verloren. - Nur einen Moment lang wollte er sich ausruhen,
in keinem Fall einschlafen…
…doch schon war er ins Traumland versunken, dem Alptraumland
entflohen! - Für einen Moment. - Einen Kurzen Moment.
Ein Ast krachte. Er schlug die Augen auf. Der Morgen
dämmerte inzwischen. Er erblickte einen Menschen, der ihm eine Waffe an die
Stirn drückte. Er vernahm einen lauten Knall.
Schmerz durchbohrte sein Gesicht. - Und es war nicht mehr
lange, bis er endlich seinen letzten Atemzug ausgehaucht hatte…
„Die Sau ist tot!“, sprach einer und beobachtete, wie der
rote Lebenssaft aus der Wunde strömte, das Laub in herbstliches Rot tauchte.
„Da könnt man so schön Blutwurst von machen!“, sprach der Jäger und packte das
entflohene Mastschwein an den Hinterläufen. - Ein Mord am Schwein!
Anmerkung:
Habt ihr von der Problematik der Ferkel-Kastration in der Tierhaltung
gehört? Damit die männlichen Ferkel keinen Ebergeruch entwickeln,
werden sie in den ersten Lebenswochen kastriert. - OHNE JEGLICHE
NARKOSE oder SCHMERZMITTEL schneidet man ihnen die Hohen ab.Laut
dem Deutschen Tierschutzbund sind jährlich 22 Millionen ( 22.000.000 )
Tiere betroffen. - Und dies, obwohl Bio-Landwirte bereits bewiesen
haben, dass ein Narkosemittel aus der Humanmedizin eingesetzt werden
kann, ohne dass es in der Regel zu Komplikationen kommt.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher ein Verbot dieser betäubungslosen Ferkelkastration.
Mehr zur Aktion unter: www.ferkelprotest.de
Helft mit, damit das Leiden ein Ende hat!
Liebe Grüße
Torsten