Torsten Jäger

...die Sau ist tot...

Hechelnd raste seine Atmung. - Hechelnd raste er! - Endlich frei! Nach so langer Gefangenschaft war er endlich frei gekommen aus dem Verlies seiner Entführer - der Gefangene. Gekidnappt hatten sie ihn - schon vor langer Zeit war er seinen Eltern entrissen worden, um in einem dunklen Loch sein dreckiges Dasein zu fristen. Kein Tageslicht, keine Unterhaltung, keine frische Luft. Und das Essen schmeckte widerlich. Einzig sein Hunger trieb die tägliche Mahlzeit in seinen Magen. Sein Leben hatte er längst aufgegeben, die Hoffnung auf Freiheit auch. Er war sich sicher, dass er in diesem verdreckten, dunklen Loch sein Ende finden würde. In der Umgebung hörte und spürte er, dass die Entführer noch andere in ihre Gewalt gebracht hatten. - Hunderte! - Tausende! Es war ein Gefängnis, in dem er sein Dasein fristen musste. Und dies ohne jeglichen richterlichen Beschluss, ohne Urteil, ohne die Möglichkeit, Revision einlegen zu können. Die Kidnapper hatten wahllos bestimmt, dass er in dieses Gefängnis gebracht werden sollte. - Eingepfercht wie der größte Kriegsverbrecher. Dabei hatte er in seinem jungen Leben niemals zuvor etwas verbrochen… Doch seine Rasse war eben nichts wert - so hatten die Kidnapper schon oft zueinander gesagt. Daher war es auch entsprechend mit ihren Rechten bestellt…   Aber dies war nun völlig egal. Er war frei! - Endlich nach so langer Zeit roch er wieder die frische Luft, die nun rasend durch seine Lungen strömte. Er hatte die Chance genutzt, die sie ihm eigentlich niemals gewähren wollten. Er erinnerte sich zurück… Es war in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geschehen. Sie hatten seine Zelle geöffnet und viele andere Mitgefangenen aus dem dunklen Kerker in ein helles Licht gedrängt. Aus dem Schlaf gerissen waren sie noch völlig verstört. - Verwirrt und benommen taumelten sie im Strom der Gefangenen in die Richtung, in die die Kidnapper sie mit Hilfe von Stöcken und Stromschlägen trieben. Keiner hatte wirklich gesehen, wo er hin lief - so geblendet waren sie alle von der plötzlichen Helligkeit. - Dem Licht am Horizont… Doch so schnell sie in die Helligkeit gedrängt waren, so schnell wurden sie auch wieder in die Dunkelheit getrieben. - Die Dunkelheit eines engen Laderaumes umfing sie, die Enge wirkte bedrückend. Laute, verzweifelte Schreie waren zu hören, die Enge wurde immer unerträglicher, bis schließlich auch der letzte in den Gefangenenchor mit Stöhnen und Hecheln einstimmte. Mit lautem Knarren schloss sich die Tür und er spürte einen kräftigen Ruck, der die Mitgefangenen zum Taumeln brachte. Doch umfallen konnte man nur schwerlich - so eng standen alle beisammen. Er kannte diese fahrbare Zelle sehr gut. - Als man ihn von seinen Eltern getrennt hatte, hatte man ihn auch mit einer solchen zu jenem Gefängnis gebracht, in dem er die längste Zeit seines bisherigen Lebens verbracht hatte. In welchen Kerker würden sie sie jetzt bringen? Oder würden sie sie hinrichten? - Hatten sie keinen Wert mehr und würde man sie nun töten? Viele seiner Zellengenossen durchlebten eine ähnliche Todesangst und schnappten vergeblich nach Luft. Das Fahrzeug bescheunigte weiter und viele konnten sich nur schwer auf den Beinen halten, taumelten hin und her, brachten so die Nebenstehenden auch aus dem Gleichgewicht. Schmerzensschreie ertönten noch lauter als je zuvor, ein Mitverschleppter schrie laut auf, gab zu verstehen, dass er nicht mehr stehen könne, da sein Bein gebrochen sein musste. Die Peiniger jedoch interessierten sich nur wenig für gebrochene oder kranke Häftlinge. Behandeln ließen sie sie in den seltensten Fällen. - Und wenn doch, verpasste man ihnen sofort einen Kopfschuss. - Wodurch sie ihr Leben aushauchten und wenigstens all dem Leid endlich ein Ende gesetzt wurde… Es wurde warm, wurde heiß und die Luft wurde immer knapper in jenem Gedränge. Er hoffte innständig, dass sie endlich das Ziel erreichten. Die Schmerzensschreie des Verletzten wurden immer lauter, denn er konnte sich schließlich nicht hinsetzen in dem Gedränge, musste auf dem verletzten Bein stehen bleiben. - Es war ein ohrenbetäubender Lärm und schmerzte auch die anderen tief in ihrer Seele. Was hatten sie verbrochen, dass man sie derart behandelte? Warum hatte man ihnen all ihre Rechte geraubt? - Von Gott gegebene Rechte hatte man ihnen genommen. Plötzlich stoppte das Gefährt mit einem heftigen Ruck. Sie hörten den Fahrer aussteigen und hofften, nun endlich das Gefährt verlassen zu können. Die Tür öffnete sich und jemand kam aus der Dunkelheit, trug ein grelles Licht bei sich. Offensichtlich blickte er sich nach dem verletzten Gefangenen um. Ein zweiter, schwarzer Schatten stand in der Tür und hielt die Klappe zu, durch die sie hätten fliehen können. Ungeduldig stieß der Eingedrungene die verängstigten Gefangenen zur Seite, verschaffte sich Zutritt zu dem Verletzten, packte ihn am Unterbein und bewegte den Fuß. Ein lauter Schrei durchhallte die Zelle und auch die anderen Mithäftlinge ließen ängstliche Schreie los. „Der ist gebrochen! - Kein Problem also! Aber wir sind ja eh bald dort - da brauch man jetzt nichts zu machen. Gibt ja auch immer so eine Sauerei und Papierkram…“, sprach der, der das Bein des Verletzten wieder unsanft zu Boden stellte und drängte sich wieder Richtung Ausgang. Und nun war sein Moment gekommen - der Moment der Flucht! Der außen Stehende öffnete für seinen Kollegen vorsichtig die Klappe. Doch ehe dieser nach draußen steigen konnte, drängte sich der Gefangene geschickt an ihm vorbei, sprang aus der Zelle in die Tiefe, blickte sich um, erspähte einen Wald und rannte - so schnell er konnte - davon. Seine Peiniger riefen laut hinter ihm her, einer nahm die Verfolgung auf.   Und so rannte er nun durch die Dunkelheit. - Hechelnd raste seine Atmung! Und hechelnd raste er! Und er hoffte innständig, dass er seinen Verfolger abgehängt hatte. Dass er ihn nicht weiter verfolgen würde und er sein restliches Leben in Freiheit verbringen konnte. Nach unzähligen Schritten verlangsamte der Gefangene endlich seinen Schritt. Er war völlig außer Puste. Schließlich war er es nicht gewöhnt, so weite Strecken in einem solchen Tempo hinter sich zu bringen. Zwar hatte er während seiner Gefangenschaft immer versucht, seine Beine regelmäßig zu bewegen, um so seine Muskeln zu stärken. Doch war ihm dies nur bedingt gelungen. Er horchte in die Nacht hinaus und erkannte keine akustische Spur seiner Verfolger. Erfreut blickte er zum Himmel und erspähte hunderte kleiner Lichtpunkte. - Hier, ließ es sich leben. Einfach in Ruhe und Frieden… Einen Moment lang schaute er sich um, erkannte eine weiche Stelle am Waldboden und legte sich dort auf Ohr. Er musste sich einfach ausruhen, war körperlich völlig am Ende. Es schien ihm, als habe er all seine Kraft bei der Flucht verloren. - Nur einen Moment lang wollte er sich ausruhen, in keinem Fall einschlafen…   …doch schon war er ins Traumland versunken, dem Alptraumland entflohen! - Für einen Moment. - Einen Kurzen Moment.   Ein Ast krachte. Er schlug die Augen auf. Der Morgen dämmerte inzwischen. Er erblickte einen Menschen, der ihm eine Waffe an die Stirn drückte. Er vernahm einen lauten Knall. Schmerz durchbohrte sein Gesicht. - Und es war nicht mehr lange, bis er endlich seinen letzten Atemzug ausgehaucht hatte…
„Die Sau ist tot!“, sprach einer und beobachtete, wie der rote Lebenssaft aus der Wunde strömte, das Laub in herbstliches Rot tauchte. „Da könnt man so schön Blutwurst von machen!“, sprach der Jäger und packte das entflohene Mastschwein an den Hinterläufen. - Ein Mord am Schwein!
 
 
Anmerkung:
Habt ihr von der Problematik der Ferkel-Kastration in der Tierhaltung gehört? Damit die männlichen Ferkel keinen Ebergeruch entwickeln, werden sie in den ersten Lebenswochen kastriert. - OHNE JEGLICHE NARKOSE oder SCHMERZMITTEL schneidet man ihnen die Hohen ab.Laut dem Deutschen Tierschutzbund sind jährlich 22 Millionen ( 22.000.000 ) Tiere betroffen. - Und dies, obwohl Bio-Landwirte bereits bewiesen haben, dass ein Narkosemittel aus der Humanmedizin eingesetzt werden kann, ohne dass es in der Regel zu Komplikationen kommt.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher ein Verbot dieser betäubungslosen Ferkelkastration.
Mehr zur Aktion unter:  www.ferkelprotest.de
Helft mit, damit das Leiden ein Ende hat!


Liebe Grüße

Torsten

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.07.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Zwei Kommissare ermitteln, da der Leiter eines Genmais-Versuchsfeldes tot aufgefunden wird – übersät von Bienenstichen. Zunächst erscheint es wie ein Unfall. Sehr bald wird klar, dass es sich um keinen Unfall handeln kann. Doch auch ein Mord erscheint unerklärlich. Wie sollte man schließlich auch einen Bienenschwarm dazu bringen, einen Menschen zu attackieren? Die Kommissare verschaffen sich einen Überblick über die Lebensweise der Bienen und ermitteln in alle Richtung. Einerseits gibt es da eine Bürgerinitiative, die gegen den Genmais wettert. Andererseits existiert der Bruder des Opfers, der in Brasilien ausgerechnet Flora und Fauna erforscht und über ein nötiges biologisches Hintergrundwissen für die Tat verfügen könnte. Und nicht zuletzt gibt es auch noch die Imker in Bodenheim und Umgebung, die nur schwer Honig mit genverändertem Pollen verkaufen können.

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