Yvonne Asch

Gefährliche Liebe____Jäsen 18

Da saß er nun in der U-Bahn und seine Gedanken kreisten nur bei Josephine, er konnte ihren Ausdruck in den Augen nicht vergessen, diesen wilden und unmenschlichen Ausdruck. Er schluckte und schaute stumm aus den Fenster, immer wieder fragte er sich ob er träumte oder ob das alles war ist, ob alles was er nun gesehen hatte die Wahrheit war. war sie wirklich ein Vampir, war sie deswegen einsam? Weil sie schon Hunderte von Jahren alt war und all die Menschen verloren hatte, die ihr mal etwas bedeutet hatten? Ihn wurde richtig komisch, umso mehr er darüber nach dachte, das klang alles so verrückt und bescheuert, er war 19 Jahre alt und keine 13 mehr, wo man vielleicht noch an so was hätte denken durfte.

In Gedanken fasste er sich an die Stirn und senkte den Blick, schloss seine Augen. Eine alte Dame die ihren Hund auf den Schoss hatte beobachtete ihn jetzt schon eine ganze weile lang.

„Geht es ihnen nicht gut, junger Mann?“, fragte sie ihn dann besorgt und musterte ihn durch ihre Brillengläser. Er zuckte mit den Schultern, die Bahn war fast ganz lehr, außer noch 3 weiteren Fahrgästen war nirgends mehr einer. „Ich weis es nicht...“, gab er leise zu und schluckte schwer. Niemals würde er ihre Augen vergessen.

Die alte Frau lächelte Mütterlich und beugte sich etwas nach vorne. „Liebeskummer oder Körperliche beschwerden?“, fragte sie dann eben so leise. Er zuckte wieder mit den Schultern.

„Liebeskummer? Hmm... ich wäre doch verrückt würde ich sie lieben...“. die Frau zog eine Augenbraue hoch und fuhr ihren Dackel durchs Fell, der nun genussvoll die Augen schloss.

„Warum wären sie denn dann verrückt?“, fragte sie ihn dann. Wieso wollten alten Leute immer alles wissen? Es war ihn ein Rätsel. Aber irgendwie tat es gut mit ihr darüber zu sprechen, nur was sollte er ihr erzählen? Das er sich für einen Vampir interessierte?

Die Bahn hielt derweil an und die letzten Fahrgäste stiegen aus, nun waren sie nur noch zu Zweit in der Bahn. Die Drei Jugendlichen waren schon ganz gut angetrunken und schwankten sich nun ihren Weg hin zur Treppe.

„Weil es keine Liebe gibt...“, gab er ihr nun eine Antwort und irgendwie kam es ihn fast so vor als würde er sich selber belügen. Wie konnte er behaupten das es keine Liebe gibt, wenn er doch Tag ein und Tag aus, an dieses Mädchen denken musste. Von den Tag an als er sie das erste mal gesehen hatte, wie sie umgekippt war, da hatte er nur noch an sie denken müssen, alles in ihn war bei ihr und er machte sich immer zu Sorgen um sie, wenn das keine Liebe war, was war es denn dann?

Die Frau schüttelte entgeistert den Kopf. „Also, also, junger Mann, wie kommen sie darauf das es keine Liebe gibt? Wie können sie denn so was denken? Sie sind doch noch jung, es ist klar das sie nicht gleich die Liebe ihres Lebens finden, aber zu behaupten es gäbe sie nicht...“; sie hielt inne und sah dann aus den Fenster hinaus, in die Dunkelheit. „Manchmal dauert es halt nur etwas bis wir sie finden und bis wir sie erkennen und wenn wir sie dann haben, kann es leider auch sein das man sie uns zu schnell weg nimmt, aber zu behaupten es gäbe sie nicht... nein das wäre doch eine wirklich bittere Lüge!“, er dachte etwas über ihre Worte nach, ja er war noch jung. Aber er hatte schon mal den Hass zu spüren bekommen, er wurde schon mal enttäuscht:

* „Es ist besser mein Sohn, besser wenn du verstehst das ich dich nicht alleine groß ziehen kann...“, die Stimme seines Vaters klang bitter und dennoch traurig. Der kleine Kerl, wollte nach der Hand seines Vaters greifen doch er schüttelte nur den Kopf und steckte seinen großen Händen in die Hosentasche, er schaute seinen Sohn nicht einmal mehr an. „Geh nicht...“, bettelte der Kleine, Tränen standen in seinen Augen. „Doch Jäsen, ich muss gehen, du hast deine Mutter auch gehen lassen, verstehe ich kann dir nicht mehr in die Augen schauen...“, die Stimme des Mannes klang hart. Die Augen des kleinen blonden Jungen füllten sich mit Tränen. „Ich... Ich... wollte nicht... bitte Papa...“, das klägliche Stottern des Kleinen war nun von Kummer schon fast unterdrückt, dann spürte er die zarten Hände seiner Oma auf seinen Schultern und fühlte wie sie ihn an sich zog. „Verschwinde Franz!!“, die Stimme der alten Frau klang wütend und voller Hass. Der Mann nickte und senkte seinen Blick, er ertrug es nicht einmal mehr seinen Sohn das letzte mal in die Augen zu schauen, an seinen 5 Geburtstag verschwand sein Vater durch die Tür, mit einen Rucksack und Geld, er ließ alles zurück, das Haus, Fotos und Erinnerungen, er verschwand durch die Tür, bereit ein Leben neu zu beginnen, ein Leben, wo er keinen Sohn hatte...

Jäsen drückte sich an die Mutter seiner Mutter ran und weinte, sein kleiner Körper bebte und zitterte bitterlich, die alte Dame streichelte ihn zärtlich durchs Blonde Haar. „Du bist nicht an ihren Tod Schuld..“, flüsterte sie ihn zu.... damals hatte er ihr nicht geglaubt.

Doch heute wusste er es besser, heute wusste er das er nicht an ihren Tod schuld war, er war zu Klein gewesen um es hätte verhindern zu können, aber sein Vater konnte es nicht ertragen ihn in die Augen zu schauen, lag es vielleicht daran das er die selben Augen hatte wie seine Mutter, die selben grünen Augen? Sagte sein Vater deswegen, dass er schuld an den Tod seiner Mutter war? aber er war es nicht! Wie konnte ein Erwachsener Mann so etwas einen Kind ein reden, seinen eigenen Sohn? Wie konnte er ihn all die Jahre in den Glauben gelassen haben, das er schuld an den Tod seiner geliebten Mutter war? wie konnte ein Vater sein Fleisch und Blut zurück lassen, abschieben an die Oma und ins Ausland verschwinden, sich nie wieder bei ihn melden und ihn vorher noch so eine Last ein reden? er wird den Tag nie vergessen, nie vergessen wie er im Krankenhaus auf den Stuhl saß und bitterlich weinte und sein Vater ihn nur anschaute und sagte: „Du bist dran schuld nur du!“....*

„Junger Mann?? Junger Mann??...“, die intensive Stimme der Dame ihn gegenüber holte ihn aus seinen Erinnerungen zurück, völlig blass schaute er auf, in die Bernsteinfarbenen Augen der alten Frau, die ihn völlig besorgt an schaute. „Was?“, fragte er verwundert, da er nichts mehr mit bekommen hatte. „Ich fragte, ob ihnen nicht gut sei?“, wiederholte sie sich und ihr Blick wurde nun noch besorgter. „Äh doch... ich denke schon... alles okay“, gab er ihr eine Antwort und versuchte zu Lächeln. Aber nun hatte er die Erinnerungen wieder hoch geholt und es waren wirklich keine angenehmen Erinnerungen, er hatte lange gebraucht um sie zu verarbeiten, er war sich nicht einmal sicher ob er es geschafft hatte.

„Hören sie, es geht mir wirklich gut, danke. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend, hier muss ich aussteigen. Kommen sie gut nach Hause!“, verabschiedete er sich und erhob sich. Als die U-Bahn am Gleis an rollte und langsam zum stehen kam. Die Frau nickte und schaute ihn immer noch besorgt an. „Gehen sie mit Gott“, sagte sie und schaute ihn nach wie er zur Tür ging. Er musste den Kopf schütteln. Gehen sie mit Gott, Ha! Das ich nicht Lache! Wie kann es denn einen Gott auf dieser sch... Welt geben???! Langsam fange ich eher an, an den Teufel zu glauben. Ist sie schlecht? Ich meine ist sie böse? Ist sie so wie man sie immer in Büchern und Filmen beschreibt. Durch und durch böse und von Blutrausch getrieben? Kann sie so sein? Ich meine habe ich sie denn nicht eigentlich anders kennen gelernt?... er eilte schnell die Treppen hoch und kam am Hauptbahnhof raus, hier würde er zur Einkaufsmeile gehen, dort gab es genug Bars und Diskotheken, dass war die  Beste Idee um nach zu denken und sich ab zu lenken. Doch die Straßen kamen ihn einsam und verlassen vor, es kam ihn vor als wäre er der Einzige hier, der sich seinen Weg suchte, er wusste er war nicht der Einzige, hier waren noch andere die ebenfalls den Fußweg im Schein der Laterne mit teilten, aber er nahm sie kaum war, keine Frau hatte eine solche Ausstrahlung wie Josephine, keine hatte so ein Lächeln wie sie und keine hatte solche Augen. Wie konnte sie böse sein? Wie konnte sie ein Vampir sein?

Er betrat die erste Bar die einigermaßen gut aussah, er setzte an den Tisch in einer Ecke bestellte einen Whyski und setzte das Glas erst wieder ab als es lehr war, dann bestellte er sich noch eins und noch eins, danach entschied er sich für Vodka- Osaft. Aber nichts von den Zeug machte es ihn leichter etwas zu verstehen, dass zu verstehen was er grade erlebte und was er schon erlebt hatte...

die Hand der blonden Frau, hing schlapp am Bett hinab und wirkte so unecht und anders als sonst. Der kleine Kerl ging auf das Krankenbett zu und schaute seine Mutter mit glasigen Augen an. „Mama??“, es war mehr ein fragendes Flüstern als alles andere. Aber die Augen der Frau schauten ihn nun lehr an, wirkten wie die Augen einer Puppe, jegliches Leben war aus ihnen gewichen. „Mamaaa??“, fragte er wieder leise und berührte vorsichtig die Hand seiner Mutter, keine Berührung kam zurück, keine Antwort kam zurück. Der kleine Kerl schaute seine Mutter nun einfach an.

Als plötzlich die Tür aufgerissen wurde. „Charlotte???!!!“, die Stimme des Mannes klang verzweifelt, sofort stürmte er zu den Bett seiner Frau hin und schubste den Kleinen unsanft zur Seite. „Du darfst mich nicht verlassen, Charlotte ich liebe dich!!“, bettelte er ihr ins Ohr und drückte dann ihren Oberkörper an sich. „Papa!“, sagte Jäsen flehend, er wünschte sich doch nun nichts sehnlicheres als in den Arm genommen zu werden. Verdammt er war doch erst 4! „Scher dich raus Jäsen!“, sagte nun Franz völlig kalt und fing dann bitterlich an zu weinen. Wie sollte ein kleiner Junge verstehen das man ihn unrecht tat? Wie sollte ein kleiner Junge damit fertig werden, das er auch nichts an den Unfall hätte verhindern können, selbst wenn er es gewollt hätte. Wenn doch aber sein Vater ihn dies Vorwurf, der Mensch zu den er doch Vertrauen gefasst hatte, zu den er auf sah....*

Er wusste nicht das wievielte Glas mit Alkohol er sich die Kehle hin unter goss, aber langsam fing es an ihn in den Kopf zu steigen.

Josephine war heute nicht in der Schule erschienen, Herr Steiner auch nicht. Der traute sich wahrscheinlich erst einmal gar nicht Jäsen unter die Augen zu treten. Herr Steiner wusste also auch schon länger was Josephine war. schon und gut, sie war ein Vampir. ein Vampir! nun rutschte auch schon das nächste Glas Osaft- Vodka seine Kehle hinunter. Er starrte in das lehre Glas und musste plötzlich an fangen zu grinsen. Da saß er also nun, betrinkt sich und denkt über einen Vampir nach, noch dazu hatte er seine Vergangenheit wieder aufgewühlt. Schon und gut, dass war mit Sicherheit alles scheiße, aber warum betrank er sich? Warum kippte er sich zu? Das ergab keinen Sinn, aber ihn war danach.

Er hatte Josi heute nicht gesehen und als er an ihrer Tür vorüber gegangen war, hatte er laute Musik aus ihrer Wohnung ertönen hören, sie war also da. Aber er hatte nicht den Mut gehabt bei ihr zu klingeln, warum nicht? Wie hätte er sich denn verhalten sollen? Was hätte er denn sagen sollen? Sicher er machte sich immer zu Gedanken um sie und ihn schwirrten so viele Fragen wegen diesen Weib im Kopf rum aber was hätte er denn sagen sollen?

Als er das  mit sicherheit 10 Glas Whyski den Hals hinunter gespült hatte, verließ er schwankend die Bar, alles wirkte nun auf einmal wie ein Karussell, aber er fühlte sich leichter und er musste die ganze Zeit übers ganze Gesicht grinsen, er sah zwar die Beiden jungen Männer die auf ihn zu kamen aber er konnte einfach nicht ausweichen, also stieß er mit einen von ihnen zusammen und wurde von den Kerl verärgert weg geschupst. „Scheiß Säufer!“, beschimpfte dieser ihn noch. Jäsen kam aus den Gleich gewicht und hielt sich rettend an den Laternenphal fest. Doch anstatt groll gegen den Mann zu haben. Hielt er sich nun einfach grinsend an der Laterne fest.
“icch glooobe ....“, er hielt inne, umfasste nun auch mit der anderen Hand die Laterne, da anfing zu rutschen. „Also ickkk gloooooobe ick hab mich in die verliegt....“....

 

 

Josi schaute wieder in den Sternenhimmel und die leise Musik im Hintergrund, umspielte sanft ihr Gemüt. Was hatte sie getan? Nun wussten schon zwei Menschen von ihren Geheimnis. Konnte sie Jäsen vertrauen? Er hatte sie bei der Hand genommen und hatte sie einfach in den Arm genommen, als sie wieder mal im Blutrausch gewesen war. wieso war er nicht weg gelaufen? Wieso hatte er keine Angst vor ihr gehabt? Doch er hatte angst gehabt, das hatte sie doch eindeutig gespürt und gerochen. Aber trotzdem war er nicht davon gelaufen sondern hatte sie einfach an sich gedrückt und ihr liebevoll durchs Haar gestreichelt.

Wieso hatte er ihr nicht einmal eine Frage gestellt?

Sie verstand diesen Typen einfach nicht und eigentlich war er ihr doch egal... aber er war ja doch ganz süß... sie seufzte und goss sich noch ein Glas Wasser ein, da sich ihre Kehle so trocken anfühlte. Nein, er ist weder süß noch sonst was... er ist einfach ein nervender Arsch... oder?  Sie schluckte einen Schluck Wasser hinunter, aber wie immer war es nicht zu vergleichen mit einen tropfen Blut. Wie hatte ihr früher eigentlich ein Glas Wasser geschmeckt? Früher hatte sie immer fest geglaubt Wasser hätte keinen Geschmack, aber das war falsch, Wasser hatte auch seinen eigenen Geschmack, nur nach was hatte es geschmeckt? Nach was hatte ein Stück Fleisch geschmeckt, nach was hatte eine Kartoffel geschmeckt....??

Wütend warf sie das Glas gegen die Hauswand und sah wie es in tausend Stücke zersprang. Das Klirren war kaum zu über hören. Sie zog ihre Beine auf den Stuhl und schlang ihre Arm um sie.

Und dann musste sie an Leo denken. Er hatte sie geküsst, also sie hatten sich geküsst, er hatte sie vor den Werwolf beschützt, war das wirklich ein Zufall gewesen?

Und warum war er in ihren Traum diese Stimme die sie verurteilte das sie eine Bestie wäre?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.08.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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