Benjamin Hesse

Topie - Ein Teil

Rollen:

 

            König
            Sein Bruder
            Der erste Berater
Der zweite Berater

Der dritte Berater

Die beiden Dichter (oder bloß einer)

Gruppe der Frauen

Gruppe der Alten

Gruppe der Kinder

Gruppe der Jünglinge, die sich später in die zwei Gruppen von Soldaten aufteilen

Der erzählende Zwerg

 

 

1. Szene:         Der König herrscht über sein Reich, doch weiß er, oder erfährt er, dass viele der Einwohner ihm misstrauen oder ihn gar hassen. Aus Furcht vor seinem Untergang, wie ihn alle Könige erlitten, ruft er seine Berater: Der erste will die Feinde einfach töten. Der andere will die Gegner hindern Gruppen zu bilden. Der dritte Berater aber rät ihm seinen Bruder zu holen. Dieser solle sie, die Gegner, zusammenhalten und ihr Führer sein. Wer misstraut schon dem, auf den Thron eifersüchtigen Bruder des Königs? Man folgt ihm, weiß nämlich nicht, dass er dem König folgt.

Der König ist von dem Vorschlag begeistert und ruft seinen Bruder zu sich. Dieser weigert sich anfangs, könnte dies ja auch nur ein Versuch des Königs sein, seinen gefährlichen Bruder loszuwerden, doch dieser erinnert ihn an ihr gemeinsames Blut, und er willigt ein, auch weil er auf Macht und möglicherweise einmal auch seinen Königsthron hofft. Der dritte Berater begleitet ihn von der Bühne um ihm die genauen Instruktionen zu geben.

2. Szene:         Auf der Straße, zahlreiche Bürger spazieren herum, reden, sitzen, lesen etc. Der König kommt in Uniform, steigt auf eine Kiste, damit ihn alle sehen können, pfeift und ruft dann: „Es herrscht Krieg!“

Die nun vorkommenden Gruppen müssen schon zu Beginn der Szene lose existieren, oder sich zusammenstellen, wenn der König pfeift.

Die Frauen werfen sich auf die Knie und verstecken schluchzend ihr Gesicht, bis der König die Szene verlässt.

Ein Mädchen aus einer Gruppe kleiner Kinder: „Es herrscht Krieg? Wo?“

Der König antwortet ihnen in militärischem Ton, es herrsche Krieg in ihrem Land.

Ein Jüngling aus einer Gruppe junger Männer fragt: „Es herrscht Krieg? Gegen wen?“

Der König antwortet, es herrsche Krieg gegen die anderen.

Ein alter Mann aus der Gruppe der Alten: „Es herrscht Krieg? Warum?“

Der König antwortet, es herrsche Krieg, da man unterschiedlicher Meinung sei und „Es herrscht Krieg“ Jugend kämpfe für deine Seite!“

Während er das sagt erscheint der Bruder des Königs, stellt sich ebenfalls auf eine Kiste oder auf etwas Ähnliches und ruft: „Es herrscht Krieg! Jugend kämpfe für die Freiheit!“

Die Jünglinge teilen sich auf und verschwinden mit den Führern. Als die Führer verschwunden sind holen die Alten, die Kinder und die Frauen, die nun lachend aufgesprungen sind, Fahnen und ähnliches heraus und jubeln, die einen dem König, die anderen seinem Bruder zu.

3. Szene:         Ein Zwerg tritt auf und erzählt das Märchen vom Dichter und dem Rosenstrauch, danach steht der schweigend auf der Bühne und blickt erwartungsvoll in das Publikum. Nach etwa zwei Minuten verlässt er die Bühne mit gesenktem Kopf und anderen Zeichen der Enttäuschung.

4. Szene:         Die Gruppe der Gegner und die Gruppe der Befürworter des Königs. Abwechselnd versuchen zwei Dichter, die auf den Schultern anderer sitzen und somit aus ihrer Gruppe herausragen, ihre eigene Gruppe zu überzeugen, die doch bereits seiner Meinung ist. Die Gedichte, die sie dazu verwenden sollen den Reimen, wie sie gern zu Faschingsumzügen vorgetragen werden ähneln (Paarreim, weder Enjambements noch Stabreime, kein Rhythmus etc.) und ebensolche Wirkung bei den Soldaten haben (Spott und Gelächter über die Gegner und Zustimmung, dass nun endlich jemand gesagt habe, wie es wirklich sei etc.). Es ist außerdem darauf zu achten, dass sie stets das Argument des anderen Wiederholen, jedoch für sich selbst benutzen (Der König ist gut- Der Bruder des Königs ist gut etc.)

Es ist auch möglich, dass nur ein Dichter ständig seine Position wechselt.

Die Gruppen werden immer aufgebrachter und wollen gegeneinander kämpfen. Sie rennen in die entgegengesetzte Richtung los.

Es folgt ein Wechsel, ohne dass der Vorhang fällt. Der König und sein Gefolge, sowie der Bruder treten auf. Die Brüder tragen den Thron gemeinsam auf die Bühne, auf den sich nun der König setzt. Sie loben sich gegenseitig über den Erfolg.

Der Vorhang fällt, während sie sprechen.

Ich weiß nicht, warum ich diesen Text jetzt veröffentlicht habe. Geschrieben wurde er schon vor knapp einem Jahr.Benjamin Hesse, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.08.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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