Harry Schloßmacher

1_ANDY und die Meister-des-Banalen

VIELE AUF DEM FALSCHEN DAMPFER ...

Was war auch da zu erwarten, in einer Welt, wo esoterisch-astrologischer-Nonsens
die Print- und später auch TV-Medien beherrschte. Ein ehemaliger Pfarrer hatte gar in
seiner TV-Talksendung regelmäßig einen Astrologen sitzen, der zumindest von anwesenden
Prominenten seine 'Weisheiten' verkündete. Auch gab es im TV eine Astro-Wettersendung
u.ä. mehr. In Kiosken wurde genannter esoterisch-astrologischer-Unsinn gleich in
dutzenden Heften verbreitet - echte Wissenschaftshefte aber konnte man an einer Hand
abzählen. Das spricht Bände. Ein schwaches Bild für Gesellschaften seinerzeit - aber
noch viel mehr für die Verantwortlichen dieser Misere,
die Bildungs- und Wissenschafts- wie Kultusminister und deren Vorgesetzten.

Mystisch-astrologischer-Quatsch mußte zwangsläufig dominieren in großen
Menschenvereinigungen, in denen Unterricht und Studium in den Kybernetik- und
Naturwissenschaften immer mehr heruntergefahren wurde. Es mangelte katastrophal an
Wissen über elementare Vorgänge und Zusammenhänge im Mikro- und Makrokosmos.
Dementsprechend fehlte auch eine gesunde Skepsis bei allem (noch) Unerklärlichen.
Naivität, Leichtgläubigkeit und ein Hang zum Simplen verseuchten Generationen.
Ein Eldorado für Scharlatane jeglicher Couleur und die Meister des Banalen.

Esoteriker, Astrologen, Kartenleger, Handleser, 'Pendler', Hellseher, Geistheiler,
Jenseitsforscher, Wiedergeburtler, Geistergläubige, Schamanen, Hexen, Magier, Mystiker,
Sekten; Piercer, Tätowierer, 'Tatooisten', etc., hatten leichtes Spiel.
Dies war eine große Gefahr für Staaten und Staatengemeinschaften; denn mit den
Abergläubigen sämtlicher Schattierungen konnte nicht mehr vernünftig geredet werden.
Logik und Nachweisbares interessierten sie nicht. Okkulte Gesellschaften sind
denkfaul und vergöttern daher nur simple Praktiken und "Weisheiten", die aber nicht
im geringsten ausreichen, Vorgänge in einem solch gewaltigen und schwierigen Weltall
zu erklären.

Wie gesagt: Je primitiver und niveauloser, um so besser. Jenes galt auch für die
Schlagerbranche derzeit. Verblödungs-Songs wie "Ö La Palöma Blanca", "Hier kommt
die Maus", "Maschen-Draht-Zaun" und "Wadde hadde dudde da?" stürmten in der
"Pechzeit" die Hitlisten.

Oder: Viel zu viele "Intelligenzen" auf der Erde
wünschten sich etwas, wenn eine Sternschnuppe vom Himmel fiel. Dies war zwar kein
Verbrechen, aber wer solchen Blödsinn praktizierte, der glaubte auch anderen Mist.
Motto zumeist: "Einmal abergläubig, immer abergläubig!". Wehret den Anfängen...
Auch deshalb mußte später jeder, der Kuköm werden wollte, einen Eid auf "echte"
Wissenschaft ablegen und jedem Aberglauben abschwören! Was reine Wissenschaft ist,
wird in Kuköm-Schulen und -Universitäten ergiebig gelehrt.

Fehlt nur noch der Schmarren mit dem "Lichttunnel": Selbst wenn einige Aussagen von
Nah-Todes-Erlebern stimmen, so ist das ja weiß Gott nicht die Welt. Für immer und
ewig nur Licht zu sehen, dies hält ja keiner aus. Da ist es auf der Erde tausendmal
interessanter. Licht - so hell es auch sein mag - als Synonym für das Jenseits, gar
für Gott, ist ja nun wirklich nicht berauschend. Dafür ist das Universum wohl zu
komplex und kompliziert, als einen möglichen Urheber auf solch eine schrecklich
einfache Erscheinung zu reduzieren.



'NUR EIN QUATSCH-COMEDY-CLUB...'

Es war schon seltsam: Die Biologischen (Bios) protestierten und demonstrierten noch Ende
des 20. Jahrhunderts gegen alles mögliche, nur nicht gegen das, was sie alle am
schlimmsten betraf - der eigene Tod! Und in zahllosen 'Banalitäten -Talkshows' wurde alles
mögliche thematisiert, nur nicht das eigene Ableben.
So stritten und ereiferten sich die Bios bzw. Sterblichen jener Zeit über 'hochstehenden' Schwachsinn wie

- Körper- und Gesichtspiercing
- Tatoos
- Tätowieren
- etc..

Der 'Wissenschaftshorizont' wurde bei den meisten nur gebildet durch

- Horoskope
- Hellsehen
- Gedankenlesen
- Pendeln
- Kartenlegen
- durch uralte (Für die Moderne wie überhaupt völlig untaugliche) Schamanenweisheiten
- etc.,

wohlwissend, daß sie in spätestens wenigen Jahrzehnten abkratzen bzw. sterben
würden, wenn nichts Außergewöhnliches passieren sollte.


Typisch für jene Zeit waren auch Talkthemen wie:

- "Schafft die Männer ab! Die nerven doch nur"
- "Du Luder! - Hast du nur das Eine im Kopf?"
- "Bärbel, mach mich schön!"
- "Glaubt mir - ich habe schon mal gelebt!"
- "Heute sollen es alle wissen: Ich will dich!"
- "Ich möchte so gerne heiraten, doch keiner will mich!"
- "Jetzt reicht´s, du Ferkel!"
- "Du machst mir alles nach - das nervt"
- "Du bist ein verdammtes Tratschmaul!"
- "Meine Schönheit ist mein Kapital" (Aber spätestens als Leiche wohl auch nicht mehr,
d.Verf.)

...Und alle(s) schön vereint im 'Quatsch-Comedy-Club des Lebens'. Hauptsache: Kinder,
Jugendliche und Erwachsene lernten tüchtig Sprachen und es gab genügend Nachwuchsverkäufer
für Fastfoodketten ;-)) ...

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Harry Schloßmacher).
Der Beitrag wurde von Harry Schloßmacher auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.08.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Harry Schloßmacher als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Das Mädchen aus Oberschlesien von Brigitte Hanisch



Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
Die Nachkriegsjahre und der Aufbau der jungen Bundesrepublik prägen Brigitte. Sie lernt einen Flüchtling aus Pommern kennen und lieben. Sie heiratet ihn nach vielen Hindernissen 1954. Ein Jahr später ziehen sie nach Stuttgart. Dort endet das Buch.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Science-Fiction" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Harry Schloßmacher

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Todes-Aderlaß weltbekannter Genies nicht einfach hinnehmen! von Harry Schloßmacher (Gesellschaftskritisches)
"Strg+Alt+Entf" von Johannes Schlögl (Science-Fiction)
Verdummung der Kunden von Norbert Wittke (Glossen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen