ANDY zunächst total am Boden zerstört ...
ANDY ging es zunächst ganz dreckig. Schon früh plagte ihn eine seelisch-nervliche Geschichte bzw. Krankheit, von der er fürchtete, daß sie ihn ein Leben lang begleitet: oft starke Depressionen, Angstzustände, Panikattacken, etc.. Er war deswegen auch 6 Wochen in einer Klinik gewesen. Doch die Tabletten hatten ihn - wieder zuhause - zunächst zu sehr gedämpft. ANDY fühlte sich so seltsam, daß er nicht vor die Türe wollte und nur in der Wohnung rumlag, was aber auch nicht so einfach war. Konnte auch nicht mehr richtig schlucken beim Essen und Trinken. Insbesondere Spaghettis, die er gerne aß, mußten klein geschnitten werden, damit er nicht daran erstickte.
Auch waren Kreativität und Konzentration weg, so daß er nichts mehr schreiben konnte und auch keine Geduld mehr hatte, eine TV-Sendung ganz zu sehen. Einerseits war ANDY so unruhig, daß er keine 5 Minuten ruhig sitzen, aber andererseits auch kaum liegen konnte, weil ein komisches "Ziehen" in den Beinen zu sehr störte. Alles Nebenwirkungen der verdammten Tabletten, die andererseits sehr wichtig waren.
Die 6 Wochen in der Klinik waren die Hölle - die wohl schlimmste Zeit seines Lebens. ANDY war überglücklich, als er da raus kam. Aber auch die ersten Monate danach waren - wie oben geschildert - kein Zuckerschlecken. Der behandelnde Arzt sagte, daß er sehr krank war. Regelmäßig fuhr ANDY mit Charlotte - einer Lebensabschnitts-Gefährtin - zu ihm, zur Ambulanz.
Nur Schrittchen für Schrittchen - im wahrsten Sinne des Wortes - besserte sich sein Zustand. So war ANDY's erste "Heldentaten", hin und wieder Getränke aus dem Keller holen sowie den Müll dort in die Mülltonne bringen. Nächster Schritt: im Automaten Zigaretten ziehen (20m - und wenn der defekt war, 50m zum nächsten).
Für größere "Exkursionen" war er aber weiterhin zu benebelt, so daß der Gang zur nächsten Tankstelle zur kleinen Weltreise wurde. Nur Arm in Arm mit Charlotte konnte er die 200/300m dorthin bewältigen. Er hätte nie gedacht, daß ein Mensch so schlimm dran sein könnte. Manchmal kam ANDY sich wie ein hilfloser Greis vor. So etwas muß man selbst erlebt haben, sonst glaubt man es nicht, dachte er noch.
Und als es ihm wieder etwas besser ging, mußten sie leider öfter mit dem Taxi zur Stadt oder zum Einkaufszentrum, sonst wäre er nicht vor die Türe gekommen. Der Trubel in der Stadt aber half ihm bei der Genesung, denn
- ANDY konnte so etwas seinen sonstigen Leerlauf kompensieren
- solange er in der City war, grübelte er zumeist nicht - zumindest konnte es sich nicht richtig entfalten
- er war heilfroh, auf einmal die Anwesenheit vieler Menschen nicht nur ertragen zu können - ANDY fühlte sich sogar ganz wohl unter ihnen, im Gegensatz zu früher
Dann startet ANDY auf einmal voll durch ...
Als ANDY auch noch arbeitslos wurde, konnte er nur noch durchstarten. Auf dem zweiten
Bildungsweg schaffte er es tatsächlich: Studiumszugang und das lange Genetik-,
Biotechnik- wie Robotikstudium selbst.
Schließlich wurde er Leiter des entsprechenden Ressorts in einer der -
mittlerweile wie Pilze aus der Erde schießenden - Wissenschaftsstädte. Konkurrenz
belebte nicht nur das Geschäft, sondern beschleunigte auch drastische Erfolge
in den Wissenschaften.
ANDY und seinem Team gelang als ersten auf der Welt tatsächlich das Knacken des
Alterungscodes. Und: irgendwann auch die nachträgliche Korrektur an bereits länger
lebenden Menschen, wozu ANDY auch mittlerweile zählte. Sein Team und er waren
erste Nutznießer dieser Sensation. Dann alle Interessierten der Wissenschaftsstadt
TOTAL FUTURE.
Auch stellten sie ihm neueste Mega-Parallelrechner in die Wohnung, die ihm
weitgehend realistische Flüge zu zahlreichen belebten Planeten simulierten
...jetzt war er auf dem Flug zum nächsten Braunen Zwerg mit rund hundert
Erden!
Ebenfalls Holo-Cyberspace-Spiele sind für ANDY faszinierend - wie tolle
Musikkompositionen mit seinen Computern.
Das erinnert ihn daran, daß er zeitweilig "Klein-Nero" genannt wurde. Weil der römische Kaiser Nero:
1) Hörte auch sehr gerne Musik
2) War ein begnadeter Künstler/Poet
3) Hatte Ödipus-Komplex
4) War auch "durchgeknallt"
5) Aber auch wie ANDY politisch versiert
6) Konnte sich schlecht für einen Bereich entscheiden (Politik oder Kunst)
... In einem Spezialkäfig hielt er sein Haustier, einen genetisch wiederbelebten
Säbelzahn-Tiger. Im Genetikpark der Wissenschaftsstadt liefen sogar geklonte Mammuts
und Saurier im sehr geschützten Gehege!
Auch wurde bereits von interessanten, gut erhaltenen Menschenleichen - z.T. beträchtlich
alt - geklont.
Früher - ja, viel früher - da begann es, daß vieles von Robotern übernommen
wurde. Nicht nur sämtliche Montagearbeiten, auch alle Dienstleistungen.
Es war auch die Zeit, die viel zu ernst und problembeladen war, als daß man
sich noch überflüssigen Spielchen wie Esoterik und Scheinwissenschaften à la
Astrologie hingeben konnte.
Alles klotzte ran - aber fast nur noch in Sachen Wissenschaft, Forschung und
Technik. Konzentriert - schon in der Schule!
ANDY und die Roboter
Privat pflegte ANDY - der in der Welt Hochgefeierte - ebenfalls besondere Hobbies.
Kollegen anderer Bereiche schenkten ihm 3 Dienstroboter. Nett und menschlich
anzusehen - und zu ihrem Herrn äußerst hilfsbereit und versiert.
- Sie kommunizieren zudem mit ihm auf jeder gewünschten Ebene
- Die Dienstroboter kennen alle aktiven wie passiven Sexpraktiken und sind
da auch sehr ausdauernd und willig
- Auch Haushalt und sonstige Erledigungen schmeißen diese wie nichts
Sie ließen ihn schnell zahlreiche Pleiten, Pech und Pannen mit Menschen des
anderen Geschlechts vergessen - wie auch Vergewaltigungsunterstellungen, die
ihn öfter in Teufels Küche brachten.
ANDY und andere wußten zwar: "Frauen sind die Würze des Lebens - verlockend glimmend schon am Tag, doch erst ein Feuer in der Nacht...". Aber durch zu viele Zicken, Emanzen + 'Verweigerinnen' (Die sich dann am meisten über 'Vergewaltiger' aufregten, logisch...und fast schon lustig) frustrierte, geschädigte und defizitäre Männer, waren es eines Tages leid:
Sie bauten willige, intelligente und sehr flexible Liebes-Roboter, die auch genau dem gewünschten (und zumeist lange gesuchten) weiblichen Körper- und Charakter-Ideal entsprachen.
Seine anspruchslosen Roboter stellen ihn so zufrieden, daß ihm nur noch selten nach normalmenschlichen Kontakten zumute ist. Sie erfährt er dann im ausreichenden Maße in einem Super-Internet.
Kuköm ANDY und das Universum
Raum- und Mondstation wie Marskolonie hatte ANDY bereits besucht. Seine nächsten
Urlaubsziele waren der Jupitermond Europa und der Saturnmond Titan, die beide
noch primitives, aber recht interessantes Leben beherbergen
- Zum Beispiel gemeinsam mit Cyborg/Kuköm(Kunstkörpermensch)-Kollegen und -Freunden endlich ermitteln, was die Welt denn nun im Kleinsten zusammenhält. Mit Super-Mikroskopen, Gigant-Teilchenbeschleunigern, Mega-Rechnern, etc., das erste Teilchen der Teilchenkette zu erreichen.
Wie ist es beschaffen?
Kann es aus sich selbst heraus entstehen oder ist doch ein Schöpfer nötig?
Etc.
- Gemeinsam ebenfalls den Makrokosmos gründlich erforschen: mit Teleskopen, Satelliten, Sonden, Robotern, Raumflügen, etc..
'Wo gibt es Außerirdische Intelligenzen?'
'Gab es wirklich einen Urknall? Wenn ja, wie und wo könnte ihn ein möglicher Schöpfer überlebt haben?'
Allmähliche Besiedlung des Weltalls durch den Kuköm. Etc..
Da ANDY potentiell ewig leben kann, war es nur eine Frage der Zeit, daß er auch den (zumindest philosophisch) immens bedeutenden Nachweis der außerirdischen Intelligenzen miterleben konnte.
Vorbei endlich die Jahrhunderte, wo "Rels" und Erde-Egozentriker weismachen wollten, wir seien alleine im unerschöpflichen Kosmos.
Und ANDY sinniert:
Aber was sage ich, wahrscheinlich wäre ich dann bereits lange fern im Weltall.
Vielleicht ist es ohnehin meine eigentliche Heimat. Immer wieder Neues,
Aufregendes, Interessantes und Faszinierendes auf anderen Welten zu erleben -
jenes macht Spaß (natürlich auch Streß) und es wird dann für einen u.U. ewig
Lebenden bestimmt nicht langweilig.
So dürfte es auch nur eine Frage der Zeit und des Forschungsstandes sein,
wann Gleichgesinnte und ich, persönlich außerirdischen Intelligenzen begegnen.
Zeit hatten wir nun mehr als genug und in gewissen Wissenschaften wurde nun
rangeklotzt wie noch nie zuvor.
...Selbst die Raumfahrt-Wissenschaft hatte Anfang des 21. Jahrhunderts erkannt,
daß es viel billiger, schneller herzustellen und effektiver ist, sich auf den
Bau eines Cyborgs bzw. Kunstkörpers (Als Unterbau für steuernde Menschenhirne) zu
spezialisieren, der universell im Sonnensystem und darüber hinaus einsetzbar
ist, als über viele Jahrtausende ein extrem arbeits-, kostenintensives und
risikoreiches Terraforming (z.B.) auf dem Mars zu betreiben...
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Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Harry Schloßmacher).
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.09.2008.
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