Der brennende Stein
Fred Kreuter war am Ziel. 8 Stunden Fahrzeit hatten ihn ganz schön genervt. Doch jetzt begann endlich der langersehnte Urlaub, hier an der Ostsee in Usedom.Gerda seine Frau und Tim und Anna ,seine beiden Kinder waren schon ganz aufgeregt und konnten es kaum erwarten, den Strand und das Meer zu sehen.
Das Ferienhaus, dass sie gebucht hatten, lag inmitten eines weitläufigen, sehr gepflegten Wohnparks. Hier standen locker verstreut die kleinen Bungalows in herrlichem alten Baumbestand. Schnell wurde der Wagen ausgeräumt, die Sachen verstaut und dann ging es erstmal runter zum Meer. Über eine kleine Düne ging ein gepflasterter Spazierweg und dann lag sie vor ihnen, die Ostsee.“Wunderschön hier,“seufzte Gerda und freute sich wie ein kleines Kind. Man spazierte am Meersaum entlang und genoß erstmals die frische Seeluft.Dann ging es zurück zum Park.
Am nächsten Morgen schien die Sonne warm auf das Land und Familie Kreuter machte sich auf den Weg , um den Parkeigenen Supermarkt zu besuchen und einzukaufen. Schwer mit Einkaufstüten beladen kehrte man ins Haus zurück. Nach einem ausgiebigen Frühstück, eingenommen auf der sonnigen Terrasse, wurden die Badesachen eingepackt und dann ging es die wenigen hundert Meter zum Strand. Man suchte sich einen schönen Liegeplatz aus und Tim und Anna tollten bereits im Wasser, welches für Mutter Gerda aber viel zu kalt war. Sie legte sich auf die Decke und las in einem Buch. Fred aber schlenderte am Strand entlang und suchte am Meeressaum nach Muscheln und Bernstein. Ja Bernstein, das Gold der Ostsee, suchten hier eine Menge Leute, obwohl es immer seltener wurde, größere Stücke zu finden. Die Zeit verrann. Bald war es Mittag und die Familie gönnte sich eine Mahlzeit in einem der zahlreichen Imbissbuden. Später gab es noch Eis für die Kinder und für Fred ein Fläschen Bier. Noch einmal lief er jetzt am Strand entlang, au der Suche nach dem Goldgelben Harz. Und da, eine kleine Welle hatte es freigespült, ein Stück Bernstein, hellgelb und groß wie eine Kastanie. Hocherfreut griff Fred sich das Stück, reinigte es mit Meerwasser, rieb es mit der Hand und hielt es gegen die Sonne. „Schade, kein Einschluß“ dachte er bei sich, hatte er doch im Stillen gehofft, ein Insekt ,eingeschlossen im Harz zu finden. Er zeigte seiner Frau und den Kindern den Fund und dann packte er den Stein in ein Papiertaschentuch und verstaute ihn in seiner Jeanstasche. Es wurde langsam Zeit, den Heimweg anzutreten und frohgelaunt ging man zum Bungalow zurück. Man hatte etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt, da verspürte Fred einen brennenden Schmerz an seinem rechten Oberschenkel.Er griff an das Hosenbein und mit Entsetzen bemerkte er, daß die Jeans Feuer gefangen hatte. Reflexartig schlug er mit der Hand auf die Flammen und da fing seine Hand zu brennen an. Ungläubig starrte er auf seine brennende Hand, dann rannte er so schnell er konnte zum Strand zurück. Sein rechtes Hosenbein brannte jetzt lichterloh und weil er versucht hatte, mit der Linken, die Rechte zu löschen, brannte diese nun auch. Endlich hatte er das Wasser erreicht und stürzte sich voll in die Brandung. Schlagartig verlosch das Feuer und das kalte Wasser betäubte den Schmerz. Gerda und die Kinder waren jetzt auch angekommen und starrten sprachlos auf die verbrannte Kleidung und die stark geröteten Hände. Immer noch im Wasser sitzend, entledigte sich Fred seiner Hose und da sah er, dass der rechte Oberschenkel mit einer handtellergroßen Brandstelle versehen war. „Was war das?“ Ungläubig betrachtete er seine Wunden. Inzwischen hatte sich eine Schar von Leuten um die Familie gschart und die Fragen prasselten auf sie drauf. „Holt doch einen Arzt“ rief Gerda voller Verzweifelung und es dauerte auch nicht lange und ein Rettungswagen näherte sich mit Sirene und Blaulicht. Dann ging alles sehr schnell. Der Notarzt besah sich die Wunden und schüttelte immer wieder den Kopf. Solche Verbrennungen hatte er noch nicht gesehen. Später im Krankenhaus wurden die Wunden versorgt und und Fred mußte wiederholt schildern, was sich zugetragen hatte. Eine ältere Krankenschwester aber fand die Ursache dieses seltsamen Unfalls. „Haben Sie Bernstein gesammelt?“ Fred bejahte. „Wo haben sie diese?“ „In meiner Jeanstasche rechts, müßte der Stein sein,“ flüsterte Fred mit schmerzvoll verzogenem Mund.. Als Gerda die verbrannte Hose hochhob und schüttelte, fiel ein kleiner gelbschwarzer Klumpen auf den Boden. „Das ist kein Bernstein,“ sagte die Schwester, „das ist Phosphor!“
Wie man später feststellte, war es tatsächlich Phosphor von einer Brandbombe aus dem 2. Weltkrieg, welches sich in der warmen Hosentasche von selbst entzündet hatte.
„Da haben Sie ja nochmal Glück gehabt, das hätte böse enden können,“meinte der Doktor und klopfte Fred auf die Schulter.
Vorheriger TitelNächster Titel
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Hardy Schneck).
Der Beitrag wurde von Hardy Schneck auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.10.2008.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
gmail.com (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)Hardy Schneck als Lieblingsautor markieren

Komm, ich zeige dir den Weg!
von Gudrun Zydek
Durch Träume und Visionen wurde ich zu einer ganz besonderen und geheimnisvollen Art des Schreibens hingeführt: Dem Inspirierten Schreiben! Eine „innere Stimme“ diktierte, was meine Hand aufschrieb, ohne eine einzige Silbe zu verändern! Nie wusste ich vorher, welches Thema an der Reihe sein würde.
Das Buch "Komm, ich zeige dir den Weg!" gibt ungewöhnliche Antworten auf die ewig uralten und doch immer wieder neuen Fragen der Menschen nach ihrem Woher und Wohin, nach dem Sinn des Lebens und seiner zu Grunde liegenden Wahrheit.
Was inspiriertes Schreiben ist und wie mein persönlicher Weg dorthin voller spiritueller Erfahrungen ausgesehen hat, beschreibe ich ausführlich im Vorwort als "Chronik meines Weges".
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: