Wasser tropft mir von der Nase.
Wasser tropft mit in die Augen.
Nichts an mir ist mehr trocken.
Meine Haut ist aufgequollen und faltig von der Feuchtigkeit hier.
Und es ist kalt, so kalt...
Ständig dieses prasselnde Geräusch... tropf...tropf...tropf...
Ich weiß nicht mehr ob das Wasser in meinen Augen Regenwasser ist oder ob es Tränen sind.
Ich sitze hier im feuchten, dunklen Keller und bin alleine. Völlig alleine und verlassen... Nur der Regen leistet mir Gesellschaft.
Dieser verfluchte Regen.
Ich bin nicht gläubig aber so langsam glaube ich an eine zweite Sintflut, die alles menschliche Leben vernichten soll.
Auch meine Mutter. Mama es tut mir so Leid... Aber als ich das irre Glitzern in deinen Augen sah, wusste ich, dass es vorbei ist.
Und alles nur wegen des Regens...
Vor knapp drei Monaten fing es an, ein leichtes angenehmes Nieseln nach einer heißen Woche im Hochsommer.
Dem Nieseln folgten dicke, schwarze Wolken, Blitz und Donner.
Ich liebte zu dieser Zeit noch Gewitter.
Ich weiß noch wie heute, wie ich mich mit meiner Decke vor das Fenster kuschelte um mir das Zucken der Blitze anzusehen.
Doch es hörte nicht mehr auf.
Es war kein besonders heftiges Gewitter. Der Blitz schlug nicht ein und es gab kaum Wasserschäden.
Aber der Regen veränderte die Menschen und auch die Umwelt.
Nach zwei Monaten starben die Pflanzen, nach vier Monaten alle am Land Lebenden Tiere, und nach sechs Monaten begann der Wahnsinn.
Wie eine Seuche schlug die Verrücktheit um sich.
Die Menschen gingen ohne ersichtlichen Grund aufeinander Los. Das Agressionspotential war unendlich hoch. Jeder trug eine Waffe bei sich. Nicht um abzuschrecken sondern für den realen Einsatz. Mitlerweile sind nicht mehr viele von uns übrig. Auch ich sitze hier alleine im feuchten Keller und höre dem Tropfen zu, spüre wie ich mich langsam aber sicher auflöse. Überall nur Leichen. Die Menschen haben sich gegenseitig beseitigt, haben ihren Wahnsinn nicht mehr unter Kontrolle und verwesen nun in den Straßen und Häusern. Wer noch lebt und keine gefährliche Krankheit hat kann sich glücklich schätzen. So wie ich. Ich bin ein glücklicher Mensch.
Von wegen.
Ich habe meine Mutter verloren.
Vor einer Woche war sie noch hier. Nun ist sie fort. Der wichtigste Mensch in meinem Leben. Meinen Vater haben wir beide früh verloren. Schon vor dem Regen. Er wurde bei einem Unfall mit seinem Motorrad getötet. Seitdem waren wir immer füreinander da.
Ich weiß, dass sie nichts dafür kann.
Das Tropfen und Prasseln hat schließlich auch sie wahnsinnig gemacht.
Ich sah das Glitzern in ihren Augen und das Messer in ihrer Hand und ohne ein Wort wusste ich, dass ich rennen musste.
Panisch flüchtete ich auf unser Dach. Einen anderen Ausweg hatte ich nicht. Sie verfolgte mich. Mit wirrem, nassen, verfilztem Haar und diesem schrecklichen Glitzern in den Augen. Diese Fratze war nicht mehr meine Mutter. Das Dach war glitschig und feucht. Ich hörte nur den langezogenen Schrei als sie ausrutschte und stürzte. Als ich wieder hinsah war ihr Körper von unserer Fernsehantenne aufgespießt. Die Metallstreben steckten in ihrem Hals, ihrem Bauch, ihren Armen. Das Glitzern verlosch aus ihren Augen. Sie schaute mich an. "Es tut mir Leid, ich liebe dich!", waren ihre letzten Worten. Dann ging ein Schauer durch ihren Körper und Blut sickerte aus ihrem Mundwinkel während ihre Augen trüb wurden.
Seitdem sitze ich hier. Alleine im feuchten Keller.
Wir haben einen Stromgenerator auf dem Dach und gehören somit zu den Wenigen, die noch über Strom verfügen.
Ein letztes mal will ich Wärme in meinem Leben spüren.
Ich stelle mich jetzt in den Regen und föhne mir mein nasses Haar.
Mama gleich bin ich bei dir......
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.10.2008.
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Feuerblumen in Arkansas?
von Helga Eberle
Anna Schnidenwind, geborene Trutt, wurde in Endingen als Hexe im Jahr 1751 verbrannt. Nachdem die Kräuterfrau Ela der 12jährigen, rothaarigen Katharina davon erzählt hat, kommt diese in einen Schockzustand mit der Folge, dass sie sich mit dem Schicksal von Anna identifiziert. Katharina ist die Älteste in einer großen Familie und trägt früh an Verantwortung. Simeon, ihre große Liebe verliert sie nach zwei Jahren Ehe. Der 28 Jahre ältere Notar verliebt sich in die hübsche, rothaarige Katharina. Als seine Frau verstirbt, hält er um Katharina an. Um die Versorgung des kleinen Julius zu gewährleisten, sagt sie zu. Es werden Kinder geboren, obwohl Katharina keine mehr wollte, und sie sterben. Kleine Gräber mit Feuerblumen zeugen von ihnen. Aus Julius wird ein gefragter Konditor. Er heiratet Marie und macht sich selbständig. Es entsteht in Krozingen das renommierte Café Dirr. Dazu braucht er Geld. Seine Mutter, Katharina, ist Witwe und muss sich mit dem Amt in Emmendingen streiten. Trotzdem überlässt sie ihm ihr Kapital und will nur Zins von ihm, damit sie leben kann. Dieses wird ihr versprochen. Doch alles kommt anders. Die drei Dirr-Mädchen müssen in dem Geschäft mitarbeiten Gegen Vaters Widerstand wird Paula Klavierlehrerin. Der erste Weltkrieg mit folgender Inflation ist für das Leben und Fortkommen bestimmend, der Zusammenhalt in der Familie lebensnotwendig. Als Paula ihre erste Liebe im Krieg verliert, hilft ihr die Musik den Schmerz zu lindern. Sie gibt in Freiburg Konzerte und hat mit Daniel eine neue große Liebe gefunden. Haben Paula und Daniel eine gemeinsame Zukunft?
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