Marianne Knip

Ein Glas Pernod und ein Glas Bier.

 

Da Sandra heute einmal etwas Zeit hatte, spazierte sie durch die Gassen ihrer Heimatstadt. Sie stellte an einigen Veränderungen fest dass sie schon lange nicht mehr hier durchgekommen ist. Sie schaute sich um und sah auf einmal das alte Gaststättenschild. Die Gaststätte ist immer noch da, man könnte meinen hier sei die Zeit stillgestanden. Ihre Gedanken gingen auf einmal 15 Jahre zurück, sie war wieder 18 und sie traf sich hier immer heimlich mit Hans. Ach Papa warum hast du es mir damals nur verboten mit Hans zu gehen, nur weil er 10 Jahre älter war, seufzte Sandra, er war doch ihre erste große Liebe. Hans und sie ging immer zusammen in diese kleine Gaststätte, sie war so urig gemütlich eingerichtet und sie fühlten sich hier wohl. Hans trank immer sein Bier und sie einen Pernod und da merkte sie erst dass sie seit damals keinen Pernod mehr getrunken hatte. denn ohne Hans hatte er ihr nicht mehr geschmeckt. Ob diese Gaststätte immer noch geöffnet ist, überlegte Sandra und ging schon auf die Eingangstüre hin. Tatsächlich und schon machte sie die Türe auf und trat hinein. Sie machte schnell die Augen zu und wieder auf, mein Gott hier schaut es ja immer noch aus wie damals und der kleine Tisch steht auch noch immer so versteckt da hinten und schon ging sie darauf zu und setzte sich. Verträumt strich sie zärtlich über das alte Holz des Tisches und fuhr zusammen als der Wirt kam und nach ihren Wunsch fragte. Sandra starrte ihn an, denn es war immer noch der gleiche Wirt von damals. Auch er schaute sie fragend an und dann leuchtete sein Gesicht auf, sie sind das junge Mädchen welches damals immer einen Pernod getrunken hatte ... stimmt’s fragte er und Sandra konnte nur noch nicken. Sie fragte ob es noch immer Pernod gäbe, denn seit damals hätte sie keinen mehr getrunken. Der Wirt sagte lachend, natürlich und der erste geht aufs Haus, denn ich freue mich sie wieder hier zu sehen. Als er zurück kam und das Pernodglas auf den Tisch stellte fragte er Sandra ob sie immer noch mit diesen Mann zusammen sei. Leider nein, ich habe ihn seit damals nie wieder getroffen, erwiderte Sandra, mein Papa hatte etwas dagegen und sie schaute etwas traurig zu ihm auf. Als der Wirt zurück an seine Theke ging nippte Sandra an ihrem Pernod, er schmeckte immer noch so leicht herb bitter und sie genoss ihn. In Gedanken versunken hörte sie die Eingangstüre klingeln und kam ins träumen und merkte nicht dass sich jemand ihrem Tisch näherte. Sie fuhr erschrocken hoch als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte und sah genau in die Augen von Hans. Das kann gar nicht sein, das liegt bestimmt am Pernod, überlegte Sandra und machte schnell die Augen zu. Sie machte sie erst wieder auf als sie die ihr so bekannte Stimme hörte ... Sandra bist du es wirklich oder ist es nur eine Fata Morgana. Sag mal wie kommst du hier her. fragten sie gleichzeitig, sie schauten sich und mussten lachen. Mein Gott Sandra du bist immer noch so schön, er setzte sich ihr gegenüber, nahm ihre Hand in seine und streichelt sie zärtlich, genau wie damals. Der Wirt stellte stillschweigend ein Glas Bier auf den Tisch und lächelte die beiden an, Zufalle gibt es , dachte er und ging an seine Theke zurück. Sandra und Hans sprachen über die Zeit wie es zur Trennung kam und was danach geschah, auch dass sie beide verheiratet waren, aber in der Zwischenzeit wieder frei sind. Als Hans zärtlich ihre Finger küsste spürte sie ein kribbeln im Bauch, als wäre da ein ganzer Schwarm Schmetterlinge. Es muss Schicksal gewesen sein sagten sie, denn sie waren seit damals beide wieder das Erste mal hier. Hans fragte Sandra ob sie es sich vorstellen könnte wieder zusammen zu sein und sie nickte strahlend. Als sie aufstanden und gingen, sagten sie noch lachend zum Wirt ... ab jetzt kommen wir wieder laufend zu ihnen und dann immer ein Glas Pernod und ein Glas Bier und sie gingen, sich glücklich anschauend zur Tür hinaus.

M.K. ... 20.10.2008

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