Lutz Floetenmeyer

Gestrandet

 

Bernhard

 

Der Radiowecker sprang an und „If everyone cares“ von Nickelback riss ihn aus seinem ruhelosen Schlaf. Es halb sieben Uhr morgens und er hatte früh aufstehen wollen, um nicht aus seiner Routine herauszufallen. Routine, das hatte er festgestellt, hatte auch etwas Gutes: Es waren Regeln, an denen er sich festhalten konnte, Rituale, die ihm einen geregelten Tagesablauf suggerierten und einen gewissen Rest von Festigkeit in seinem Leben. Heute war der erste Tag nach einem halben Jahr, an dem er nicht zur „Arbeit“ fahren konnte. Diese Arbeit war ein „Ein-Euro-Job“ gewesen, den ihm die ARGE Syke zugewiesen hatte, in einer Behindertenwerkstatt. Er hatte als ehemaliger Diplom-Maschinenbauer die dort lebenden Menschen in ihrem täglichen Leben unterstützen sollen. Zu seinen Aufgaben gehörte es, ihnen bei schwierigeren Aufgaben Hilfestellung und Tipps zur Bewältigung zu geben. Anfangs war er sehr skeptisch gewesen, hatte er doch bis dahin in seinem Leben so gut wie keinen Kontakt zu behinderten Menschen gehabt. Aber von den dort angestellten ErzieherInnen und Sozialpädagoginnen war er sehr freundlich aufgenommen worden und sie bereiteten ihn sorgfältig auf seine Arbeit vor. So fand er in seiner offenen Art schnell Kontakt zu den Menschen mit meistens geistigen Behinderungen und der Job begann, ihm Spaß zu machen. Er ging mit seinen Klienten einkaufen, er half ihnen in deren Wohnungen in ihrer Wohngemeinschaft und er schloss zu einigen sogar etwas wie Freundschaft. Er empfand viele dieser Menschen als freundlich und war selber froh, wieder eine Aufgabe gefunden zu haben.

 

Die vier Jahre davor waren schlimm und es drohte auch jetzt wieder, ähnlich zu werden. Nach dem ersten Monat in der Behindertenwerkstatt hatte sich sein normaler Schlafrhythmus wieder eingestellt. Er konnte wirklich gegen 23 Uhr die Augen schließen und ruhig schlafen. Es war unglaublich wohltuend, wieder einen gewohnten Tagesablauf zu haben und eine Aufgabe, die zufrieden macht. Anfangs, als man ihm diesen Job zugewiesen hatte, hatte er sich noch innerlich gesperrt. Er als Maschinenbauer – wie sollte er da mit Menschen mit Handicaps arbeiten? Waren die im „Arbeitsmarktservice“ wirklich so hilflos, dass sie jedem jeden nur erdenklichen Job aufs Augen drückten? Oder wäre es wirklich eine Chance, in einem anderen Beruf Fuß zu fassen? Grundsätzlich hatte er nichts dagegen, auch jetzt noch, mit 45, noch einmal von vorne anzufangen, wie es so schön hieß. Aber war das wirklich ein geeigneter Weg? Tatsächlich die dann erlebte Realität war wesentlich angenehmer als er es befürchtet hatte. Und jetzt? Am Tag nach seinem letzten Arbeitstag? Es war wieder eine schlaflose Nacht gewesen, bis um halb vier Uhr hatte er sich im Bett rumgewälzt, die alten Ängste hatten ihn sofort wieder eingeholt. Nach der ersten halben Stunde mit den sich immer um das Gleiche drehenden Gedanken war er wieder aufgestanden, hatte den Fernseher angeschaltet und zwischen den Programmen rumgezappt. Ihm kroch der Gedanke hoch, das alle Sender zumindest zu dieser Uhrzeit nur noch auf Verblödung geschaltet waren. Killerfilme, Horror- oder Bumsgeschichten wechselten sich mit Pornowerbung ab. Angewidert und gelangweilt hatte er sich ein Bier aus dem Kühlschrank geholt und gleich aus der Flasche getrunken. Besaufen wollte er sich nicht, trotzdem tat ihm die Kühle des Gesöffs gut. Dann hatte er sich wieder ins Bett begeben, aber nach der nächsten halben Stunde Schlaflosigkeit, endlosen Gedankenspiralen und Schweißausbrüchen war er wieder aufgestanden. Die nackte Wut, das lähmende Entsetzen, die schmierige Angst, die gleichzeitig das Herz rasen lässt und einen Stahlring um die Brust immer enger zieht, ließ ihn zeitweise in Panik verfallen. Er musste an Petra, seine Tochter denken, die schon seit drei Wochen nicht mehr bei ihm. Weihnachten sollte sie kommen, aber wovon sollte er das bezahlen? Das Bahnticket wollte seine Exfrau bezahlen, das hatten sie schon abgesprochen. Aber das Essen? Was sollten die beiden hier in seiner kleinen Zweizimmerwohnung miteinander unternehmen? Die ganze Zeit vor der Glotze hocken? Nur draußen spazieren gehen? Immer wieder die selben Spiele, Halma, Mensch ärgere dich nicht und Monopoly? Er war unfähig, die immer wiederkehrenden eiskalten Kreise von Furchtwolkengedanken abzuschalten, sie krochen ständig in sein Hirn hinein, fanden immer wieder ein neues Schlupfloch, wenn er gerade eines ausgeschaltet hatte. Nach der zweiten Flucht aus dem Bett, diesmal legte er eine CD ein, wollte er sich mit Musik beruhigen. Ein zweites Bier, das ihm erwartungsgemäß auch keine Ruhe brachte, ein drittes, ein dritter Schlafversuch und dann (hatte er jetzt geschlafen oder doch nicht?) der Wecker.

 

Er konnte es auch jetzt, nach fünf Jahren Arbeitslosigkeit, nicht verkraften, was anfangs geschehen war. Er hatte damals in Hannover gelebt, zusammen mit seiner Ehefrau Sylvia, die zehn Jahre jünger ist als er. Ihre gemeinsame Tochter Ines war gerade drei Jahre alt geworden. Das Unternehmen, in dem er arbeitete, geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Er war für die Wartung und Weiterentwicklung der Produktionsmaschinen verantwortlich, die Verpackungsmaterialien herstellten – Plastikbecher, -schalen, -dosen und anderes. Das Unternehmen sollte schließlich von einer größeren Konkurrenzfirma übernommen werden. Alleine schon diese Zeit, eine Phase der Ungewissheit, ob der Arbeitsplatz erhalten bliebe oder nicht, hatte damals bereits an seinen Nerven gezerrt. Und als es dann klar war, dass sein Job ersatzlos gestrichen werden sollte, ging seine Welt für ihn unter. Seine Frau und er hatten sich gerade zwei Jahre vorher die Wohnungseinrichtung komplett neugekauft, der Van vor ihrer Haustür war geleast und die Raten sollten noch ein Jahr lang laufen. Ines wuchs und gedieh prima und brauchte ständig neue Schuhe, Kleider, Hosen, Blusen etc., vom altersgemäßen und pädagogisch wertvollen Spielzeug, selbstverständlich schadstofffrei und entsprechend teuer, einmal abgesehen. Das normale Leben, dass sich in diesem Lande doch die meisten wünschen, mit Essengehen, Kino- oder Konzertbesuchen und Babysitter schien in einem einzigen, gigantischen, scheinbar endlos andauerndem glanzlosen Funkenregen auseinander zu platzen. Seelisch konnte er es überhaupt nicht verkraften. Als er sich beim Arbeitsamt in Hannover arbeitslos meldete, machte man ihm dort keine Hoffnungen. Der Markt für Maschinenbauer in seinem Alter (40 Jahre!) war klein, hier in dieser Stadt so gut wie nicht vorhanden. Er hatte sich für die Firma ständig weiterqualifiziert und in den letzten Jahren seine kleine Abteilung eigenverantwortlich geleitet. Und genau das, was man ja landläufig als eine gute Karriere bezeichnete, sollte ihm jetzt den Hals brechen. „Welchem Abteilungsleiter soll ich Sie vermitteln?“ wurde er gefragt. „Sie verfügen über bessere Qualifikationen als die meisten anderen, die ich hier kenne. Jeder würde sofort Angst bekommen, Sie würden an seinem Stuhl sägen.“

 

Eine solche, wenn auch ehrliche, Antwort hatte er niemals erwartet. Bis dahin war er der festen Überzeugung gewesen, dass eine bestmögliche berufliche Ausbildung fast so etwas wie eine Garantie für ein lückenloses Arbeitsleben wäre. Und so hatte er alles getan, um seine Aufgaben bestmöglich zu bewältigen. Und genau das, was ja auch immer in den nie müde werdenden Medien gebetsmühlenartig gepredigt wurde, sollte ihm jetzt zum Verhängnis werden? Aber dann sah er plötzlich ein wenig klarer: Er hatte gehört, dass sein alter Job jetzt von einem Uni-Absolventen getan wurde. Als Praktikant. So wurde natürlich Geld gespart – der junge Mann mit einem frischen Diplom in der Tasche musste kaum bezahlt werden, Praktikanten kosteten ja so gut wie gar nichts.

 

Zuhause wurde die Lage immer angespannter. Er, der den Boden unter den Füßen verloren hatte, wurde entweder depressiv oder aggressiv. Seine Launen waren für seine Frau kaum noch auszuhalten. Aber auch sie litt darunter, konnte die Veränderungen, die ihr bisheriges Leben total auf den Kopf stellten, nicht verkraften. Ihre art, damit umzugehen, war, dass sie ihm ständig Vorwürfe machte – er würde sich nicht genug bemühen, einen neuen Job zu finden, er wäre selber Schuld, warum würde er sich nicht mit schlechter bezahlten Jobs zufrieden geben? (Und das bei ihren hohen monatlichen Fixkosten und den zu bezahlenden Raten? Wie hätte das gehen sollen?). Obwohl er jeden Tag die Zeitungen las und innerhalb von vier Monaten fünfzig Bewerbungen sogar bis nach München hinunter geschrieben hatte. Das Arbeitslosengeld, 65 Prozent seines letzten Gehaltes, reichte jetzt schon hinten und vorne nicht. Rechnung blieben unbezahlt, es wurden Mahnungen daraus und letztlich gerichtliche Mahnungen. Das ging ungefähr ein Jahr lang so. Was geht in einem Mann vor, der in einer Gesellschaft aufgewachsen ist, in der die meisten Menschen ihren persönlichen Wert, und auch den ihrer Mitmenschen, über die Höhe des Einkommens definieren und der plötzlich kein eigenes Einkommen mehr hat? Was geht in einem Menschen vor, der nicht mehr für sich und seine Familie in dem Maße sorgen kann, wie man es nach unausgesprochenen gültigen gesellschaftlichen Standards für ausreichend hält? Diese Art von Angst lässt sich schwer beschreiben. Sie drückt sich körperlich aus – zuerst in Schlafstörungen. Es fühlt sich an wie eine bleischwere Leere im Kopf, ein Tonnengewicht auf der Brust, ein Stahlkorsett aus winzigen, unzähligen kleinen Stäbchen und Windungen, das sich unbarmherzig um die Rippen wickelt und wie mit einem Gewinde immer härter zusammengezogen wird. Jedes Selbstvertrauen, jedes Vertrauen in die Tragfähigkeit der Gesellschaft wird zerstört, nackte Panik in Form tiefer Existenzangst macht in sich unbarmherzig in Seele und Geist breit. Aber Existenzangst ist nur ein Wort, ein Gebilde aus Vokalen und Konsonanten aus der Psychologie, aus der Welt der Wissenschaft, kalt, wertfrei, bedeutungsleer. Wirklich beschreiben lässt sich Geschehen und Erleben in der inneren Welt des davon Betroffenen nicht. Das schlagartige Gefühl, wertlos zu sein, breitet sich aus wie eine undurchdringliche graue Nebelmauer. Wertlos? Warum? Hat ein Mensch nicht einen Wert an sich? Aus seiner puren Existenz heraus? Nicht bei uns, nicht in unserer Gesellschaft, dachte Bernhard oft voller ermattender Verzweiflung, viel zu oft. In dieser Falle aus Perspektivlosigkeit zu sitzen, macht hilflos, machtlos, menschlos. Der natürliche Drang, für sein eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen, wird förmlich niedergeschlagen durch die Gesetze, die einen Menschen in einer solchen Position zur Untätigkeit zwingen. Jede Absage auf eine geschriebene Bewerbung erscheint dann als erneute Bestätigung des schon längst erhärteten Verdachtes, ohne Zukunft in einer Welt dahin vegetieren zu müssen, die rein materialistisch ausgerichtet ist und in der der Mensch nur eine Nummer zu sein hat, eine Personalnummer, eine Kundennummer, eine Ausweisnummer, eine Sonstwasnummer. Und am besten eine Maschine, die wartungsfrei läuft. Oder noch besser: Ein Primat, ein Gorilla oder ein Schimpanse, denen wurde wenigstens noch Sympathie entgegen gebracht, bevor man sie in ihren Urwäldern abschlachtete.

 

Bernhard saß oft lange in seinem Sessel in ihrem Wohnzimmer, brütete mit leerem Blick stumm vor sich herum, hin und her getrieben von Fassungslosigkeit und dem Entsetzen beim Anblick des stetig wachsenden Rechnungs- und Mahnungsstapels. Verzweifelt durch die nicht abwendbare Erkenntnis, dass alle ihre gemeinsamen Zukunftspläne sich schon längst in Luft aufgelöst hatten, dass es vor einem der größten Horrorvisionen unserer Gesellschaft, der Insolvenz, keinen Ausweg mehr gab. Wütend, weil all das, woran er einmal geglaubt hatte, sich in Luft aufgelöst hatte. In seinen jungen Jahren und bis vor wenigen Monaten hatte er geglaubt, dass es zwar durchaus im Rahmen des Möglichen wäre, in die Arbeitslosigkeit zu geraten. Und er war überzeugt gewesen, dass eine solche Situation zwar schwierig, aber keineswegs unüberwindbar wäre. Es hatte ja letztendlich Umschulungsmöglichkeiten gegeben. Aber die waren jetzt gestrichen worden.

 

Mit vierzig einen neuen Job erlernen? Klar, warum nicht? Wenn das Leben dann weiterging, wenn man dann wieder einen Job bekam? Warum nicht etwas völlig Neues lernen? Gerne! Aber wie? Ausbildung kostet Geld und das war jetzt nicht mehr verfügbar. Nicht bei ihm und nicht beim Arbeitsamt, diese Maßnahmen hatte man gestrichen. Nachts im Bett wühlte er sich hin und her, konnte keinen Schlaf finden, an Essen war oft nicht zu denken, er magerte in einem halben Jahr um 8 Kilo ab. Er fuhr seine Frau grundlos an, raunzte seine Tochter an, meckerte an allem herum, genau wie seine Frau. Sie gerieten sich wegen allen erdenklichen Kleinigkeiten in die Haare: Wer hatte das Geschirr nicht ordentlich weggeräumt, wer hat die Wäsche da liegen lasen, wer hat den Rasen zu mähen hatte und vieles andere mehr. Jede nur erdenkliche Möglichkeit zur emotionalen Explosion wurde von beiden genutzt. Beiden waren sie nicht in der Lage, mit dieser Situation umzugehen.

 

Dann fand er im Internet eine Praktikumstelle in Syke – als CNC Programmierer. Syke? Wo liegt das denn? Aha, 80 Kilometer auf der B6 in Richtung Bremen. Er rief zuerst dort an, dann machte er seine Bewerbungsunterlagen fertig und eine Woche später begann sein Praktikum. Das Arbeitsamt hatte es schnell genehmigt, hatte er doch etwas geschafft, was die dort für eigentlich unmöglich gehalten hatten. Im ersten Monat fuhr er jeden Tag nach Hause, aber er merkte schnell, dass diese Fahrerei auf der Bundesstraße weder finanziell noch körperlich durchzuhalten sei. Also suchte er sich eine kleine Wohnung, seine Frau zog ebenfalls kurz danach aus ihrer bei dahin gemeinsamen Wohnung aus. So begann allmählich die Trennung – was anfangs vernünftig erschien, entpuppte sich nun für ihn als ein weiterer Alptraum. Allein dieser Weg war schon schwer genug für ihn gewesen. Vernünftig war er, denn beide Wohnungen gleichzeitig, ihre gemeinsame alte und seine jetzige kleine Zweizimmerbude, konnten sie sich wirklich nicht mehr leisten. Aber die Trennung wurde dadurch deutlich, spürbare, sichtbare, fühlbare enttäuschende, entsetzliche, traumzerstörende Wirklichkeit. Was sonst nur ein dumpfes Grummeln in seinen nächtlichen Alpfantasien war, wurde jetzt zur Realität. Die Fahrten nach Hause wurden seltener, die neue Wohnung seiner Frau besuchte er nur noch zweimal, bis sie dann die Scheidung einreichte. Bei jedem Besuch hatten sie sich gestritten, über Kleinigkeiten, aber beinah bis aufs Blut, fast schon mit Hass in den Augen. Aber als die Papiere in seinem Briefkasten lagen, ging auch noch der Rest seiner Welt zugrunde. Das, was eigentlich einem Menschen in Not den letzten Halt geben sollte, nämlich die Familie, war zerbrochen. Eine Welt ohne Werte, eine Gesellschaft ohne Zusammenhalt, Leben ohne menschliche Wärme. Er fühlte sich verraten, in den härtesten Monaten seines Lebens allein gelassen, ohne Unterstützung, ohne Vertrauen, ohne Menschen um ihn herum, die ihn einfach nur liebten – liebten, weil er da war, als Mensch mit all seinen Fehlern und all seinen guten Seiten. Er begann, zu weinen, seine Kehle schnürte sich geräuschlos, aber schmerzhaft zusammen, zuerst lautlos, ohne jede Träne, denn er war innerlich ausgetrocknet, dann brach es aus ihm heraus, mit aller Gewalt. Er weinte und weinte, er schrie, bis in ein Sofakissen, um die Laute zu ersticken, die ihn selber entsetzten, und die er nicht wahrhaben wollte, aber nicht verleugnen konnte, sackte auf dem Teppichbodens seines Alptraumheimes in sich zusammen, unfähig, diesem Leiden irgendetwas entgegen zu setzen. Die Tränen rannen über seine Wangen, schmeckten salzig auf seien Lippen, solange er noch einen Geschmack empfinden konnte. Als das Schluchzen nachließ, zog er sich mühsam an den Kanten seines Sofas hoch und ließ sich kraftlos darauf zusammenfallen, die Scheidungspapiere in der rechten Hand, zerknüllt und nass waren sie mittlerweile, dann hielt er sich wieder eines der Kissen vor seine, wie er meinte, sandig rotglühenden Augen und ließ seinem Entsetzen und seiner Einsamkeit noch einmal freien Lauf. Er betrank sich völlig sinnlos, was er schon seit vielen Jahren nicht mehr getan hatte und musste sich drei Tage lang krank schreiben lassen. Er wäre nicht in der Lage gewesen, zu arbeiten.

 

Als dann das halbe Jahr bei dem Syker Unternehmen zuende ging, stellte sich heraus, dass man es sich nicht leisten konnte, ihn fest anzustellen. Jetzt war die Katastrophe perfekt. Er saß hier auf den Lande fest, seine Frau hatte die Scheidung eingereicht, sie hatte kurz darauf einen anderen gefunden – mit Job, und seine Tochter konnte er nur noch wenig sehen, da er sich jetzt auch kein Auto mehr leisten konnte.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.10.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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