Yvonne Asch

Gefährliche Liebe____Lieben ohne Herz? 26

 

Josi ging Gedanken verloren und träumend durch den verschneiten Park, der Schnee viel nun nicht mehr in feinen Flocken, sondern mittlerweile in dicken, die auch auf den Boden liegen blieben, innerhalb einer Stunde war der Schnee auf den Boden und den Dächern der Häusern so hoch das auf jeden fall die Sohle der Schuhe darin verschwand. Mit knirschenden Schritten ging sie Richtung Wohnung. Sie hatte den Werwolf getötet, sie hatte es wirklich geschafft, sie war da angekommen, wo sie ankommen musste. Aber was war jetzt? Wo sie nun nicht mehr ganz so viel Training brauchte, jetzt hatte sie wieder mehr Freizeit, mehr Zeit um nach zu denken. Dann rückte Weihnachten auch noch immer näher! Dieses bescheuerte Fest, sie hasste es! Traurig senkte sie ihren Blick und betrachtete den Boden der mit der weißen Pracht bedeckt war. Sie seufzte als sie sich selber eingestand, dass sie dieses Fest doch eigentlich gar nicht hasste, früher hatte sie es doch geliebt! Sie konnte sich noch genau daran erinnern, wie sie es immer mit ihrer Familie verbracht hatte, sie waren sogar in die Kirche gegangen und selbst das hatte ihre Freude bereitet, sich schick an zu ziehen und mit ihrer gesamten Familie dort hin zu gehen, danach mit ihnen am Kamin zu sitzen, zu lachen und dann die spärliche Bescherung, sie hatten nie viel bekommen, aber das war auch nicht das gewesen was gezählt hatte. Denn gezählt hatte für sie und sicherlich auch für den Rest ihrer Familie, das sie alle beisammen waren.

Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie so daran zurück dachte. Dieses Jahr würde sie wieder einmal alleine verbringen. Sie schluckte, wollte nicht daran denken und schüttelte die Gedanken an ihre Vergangenheit ab, das was heute zählte, war das sie es geschafft hatte, einen Werwolf zu töten und das war durch aus schon ein Fortschritt. Liam war stolz auf sie gewesen.

Plötzlich schreckte sie auf, als sie Schritte hinter sich im Schnee war nahm, erschrocken drehte sie sich um und schaute nun die im Mantel gekleidete Person musternd an. die ganz dicht vor ihr stand. Erst nach längeren hin sehen erkannte sie die muskulöse Figur, mit den langen, dunklen Haaren. „Leonardo?“, fragte sie verwundert. Sie war sich sicher dass er es war, aber trotzdem fragte sie lieber nach. Er schaute sie mit einem seltsamen und vorwurfsvollen Blick an. „Dir geht es gut, ein Glück!“, sagte er nun barsch und trat etwas näher zu ihr. Die Beiden gestalten wurden vom Mondlicht matt erhellt und in Josis Haaren hatten sich einige kleine Schneeflocken festgesetzt, denn sie trug nicht wie er eine Kapuze. Leo sah ihr deutlich an, dass sie kaputt und müde zu sein schien und er konnte deutlich ihre Traurigkeit in ihren Augen lesen. „Wieso sollte es mir nicht gut gehen?“, fragte sie ihn nun verwundert und etwas patzig, was suchte er zu so später Stunde hier? Es war mittlerweile schon 2 Uhr Morgens. „Du warst schon sehr lange nicht mehr in der Schule!“, sagte er vorwurfsvoll, doch sie zuckte nur mit den Schultern und wandte sich um, um weiter zu gehen, sie war nicht sonderlich interessiert an einen Gespräch und sich rechtfertigen zu müssen. Doch Leo hatte nicht vor die junge Frau gehen zu lassen und packte sie kurz entschlossen, mit festem Griff an ihrem Handgelenk und hielt sie fest. Erschrocken über seine Reaktion, stieß sie ein wütendes EY aus und blieb mit den Rücken zu ihm stehen. „Was ist passiert?“, fragte er sie nun mit einem scharfen Ton, er lockerte den Griff keineswegs. Sie versuchte stark zu sein, aber sie konnte nicht stark sein, warum nicht? alles überschlug sich an Gefühlen in ihr und wieso fragte plötzlich ihr Lehrer nach ihrem befinden? Er merkte das sie ihn keine Antwort gab und legte seine freie Hand an ihre Schulter um sie dann grob an sich zu ziehen, sie wehrte sich nicht, nicht einmal dann als sie mit ihren Rücken gegen seinen Körper stieß und spürte wie er ihr mit der einen Hand durchs Haar fuhr. Er senkte seine Kopf näher zu den ihren. „Was ist passiert? Warum erscheinst du nirgends mehr und reagierst auf keinen meiner Anrufe?“, er flüsterte es fast, aber seine Stimme ließ keinen Widerspruch gelten. „Lass mich in Ruhe!“, sagte sie nur patzig. Doch er ließ sie nicht los. „Ich habe dir doch gesagt das ich für dich da sein möchte, oder hast du das schon vergessen? Ich habe dir gesagt das ich mir Sorgen um dich mache und ich habe dir gesagt das ich dich nicht in ruhe lassen möchte, rede bitte mit mir, Josephine!“. Eine Zeit lang war es ganz still zwischen Beiden und man konnte meinen zu hören wie der Schnee zu Boden viel. Dann seufzte sie, sollte sie ihn wirklich alles erzählen? Er wollte doch mehr von ihr, als sie von ihm. Aber es tat vielleicht gut sich an jemanden anlehnen zu können und zu wissen dass man in Moment nicht alleine war, immer hin kannte er ihr Geheimnis doch eh schon. Aber sollte sie sich wirklich ihn anvertrauen, ganz und gar?

„Du zitterst Josi, lass uns zu dir gehen und dann in Ruhe reden, du kannst mir nicht immer aus den Weg gehen“. „Na schön…“; murmelte sie nun sich geschlagen gebend. Beide gingen still durch die verschneite Landschaft und sie redeten nicht mit einander. Aber Josi spürte seinen Blick ganz genau, spürte dass er sie prüfend musterte und versuchte scheinbar aus ihr schlau zu werden.

In ihrer Wohnung angekommen, drehte sie als aller erstes die Heizung auf dann verschwand sie in die Küche und setzte Wasser für einen Tee auf, auf einen Kaffee hatte sie zur so später Stunde nun ganz und gar keinen Appetit. Leo war ihr in die Küche gefolgt und schaute ihr bei ihrem machen zu. „Du siehst nicht besonders gut aus“, stellte er besorgt fest, sie seufzte und drehte den Wasserhahn zu. „Liegt wahrscheinlich daran das es mir auch nicht grade sehr gut geht“, gab sie zu und war nun dabei zwei Becher aus den Schrank zu holen. Leo lehnte sich an die Wand. „Was ist nun los mit dir?“, es klang so als ob ihn es wirklich am Herzen lag, was mit ihr war. „Ich weis nicht, wie ich es erklären kann, eigentlich weis ich ja selber nicht was los mit mir ist. Es geht mir einfach nicht gut“, sie packte in jeden Becher einen Teebeutel und goss nun das kochende Wasser darüber. „Du kannst dich mir ganz und gar anvertrauen und das weist du auch, ich habe dein Geheimnis ja auch für mich behalten.“ Einerseits wollte sie ihn ihr ganzes Herz ausschütten, aber anderseits wollte sie auch nicht darüber reden, denn sie wusste nicht was schwerer war, den Kummer zu verdrängen und zu verleugnen oder aber darüber zu reden, man wurde sich doch immer erst bewusst über das was passiert war, wenn man mit jemanden drüber sprach oder nicht?

„Magst du bitte die Becher zum Wohnzimmertisch bringen? Ich komm auch gleich nach“, sagte sie ohne auf seinen Satz ein zu gehen. Er nahm artig die Becher und musterte sie noch einmal kurz, ihre blasse, glänzende Haut, ihre zierliche Nase und dann ihre Figur die kaum betont wurde, da sie einen schlapper Pullover und eine lockere Hose trug, aber trotzdem sah sie so perfekt und vollkommen aus das einen schon fast das Herz blutete.

Er riss seinen Blick von ihr los und ging dann in die Wohnstube.

Kurze Zeit später gesellte Josephine sich dann zu ihm, sie hatte einen Teller mit Keksen in der Hand und stellte ihn in die Mitte des Tisches.

„Ich weis nicht wo ich anfangen soll zu erzählen!“, gestand sie als sie sich zu ihn auf die Couch setzte. Er lächelte sie an und Beiden schauten sich in die Augen und wieder roch sie seinen Duft nicht, wieder roch er einfach nach gar nichts. Aber sie wollte sich darüber nicht auch noch Gedanken machen. „Ist schon in Ordnung, fang  einfach da an wo du willst, Kleines“, sagte er mit ruhiger Stimme und legte ihr zärtlich seine Hand auf den Oberschenkel.

„Der einzige Grund warum ich gebissen wurde, ist der, dass ich ein Experiment bin, mein Blut wurde mit Tier Genen vermischt, ich soll also einige praktische Eigenschaften von Tieren haben. Nun bin ich verpflichtet die Werwölfe zu töten, wahrscheinlich mein Leben lang!“, auch wenn es alles gar nicht so schlimm klang wie sie es erzählte, spürte man deutlich das es sie belastete und das da noch viel mehr war, ihre Stimme zitterte. Zärtlich streichelte Leonardo ihren Oberschenkel und hörte ihr zu. „Außerdem muss ich ewig alleine sein, ich muss ewig Menschen töten um zu überleben und ich muss stets angst haben, denen Weh zu tun, die mir etwas bedeuten. Ich habe meinen Geliebten umgebracht…“, ihre Stimme versagte und sie konnte nicht mehr weiter sprechen, denn dir Tränen hatten sie für sich in Anspruch genommen und sie weinte jetzt bitterlich ohne das sie es hätte verhindern können, sofort drückte Leo sie an sich und sie drückte ihren Kopf an seinen Oberkörper, er nahm sie schließlich auf seinen Schoss und hielt sie eng fest. So als wäre sie ein kleines Kind. Aber es tat ihr gut und es fühlte sich schön an, seine nähe zu spüren und zu spüren das man gehalten wurde, so lag ihr Kopf einfach nur eine ganze weile an seiner Brust und ihre Tränen liefen still über ihr Gesicht. Er streichelte ihr zärtlich über den Rücken. Ihn erfreute es zu sehen wie kaputt und fertig sie war und wie klein und verletzlich sie nun wirkte. Er verkniff sich ein freudiges Grinsen, legte stattdessen sein Kinn auf ihren Kopf und flüsterte ihr ruhig und verständnisvoll zu: „Ist schon gut, du darfst weinen, du musst dich nicht schämen. Ich lasse dich nicht los, hörst du? Du kannst auf mich bauen, ich möchte immer zu bei dir sein!“. Seine Worte hörten sich in ihren Ohren auf einmal so gut an und dann spürte sie wie er ihre Haare küsste und dann wurde ihr wieder klar das er scheinbar Geruchlos war und das sie deshalb nie auf die Idee kommen könnte ihn zu beißen, war das vielleicht…? sie fühlte sich doch auf einmal in seinen Armen so wohl und sicher. Sollte sie vielleicht..? Für ihn würde es nie eine Gefahr sein, bei ihr in der Nähe zu sein  und sie wusste er wäre nie was das angeht bei ihr in Gefahr. Aber konnte sie wirklich…? Wollte sie es denn wirklich…? Würde sie sich nicht eigentlich selber betrügen wenn sie es tat..? aber wieso…? Ohne weiter drüber nach zu denken hörte sie auf zu weinen, spürte noch wie die letzte Träne ihre Wange runter rollte und hob dann vorsichtig ihren Kopf, ihn entgegen. Sie schaute ihn tief in die Augen und sie fühlte sich auf einmal so unendlich sicher, dann senkte er stumm seinen Kopf zu ihrem entgehen, sie schloss ihre Augenlider und dann spürte sie seine Lippen auf den ihren, sie wusste nicht ob es richtig oder falsch war, sie wusste nicht ob sie es schaffen würde ihr Herz zu betrügen und sie wusste nicht ob es falsch Leo gegenüber war, denn sie liebte doch einen anderen. Aber sie wusste das sie sich in seiner Nähe so unendlich gut fühlte und das es gut tat ihn zu spüren, ist es denn so falsch wenn man sich davon nur leiten ließ????

 

Jäsen schaute aus den Fenster hinaus, sah wie immer mehr Schnee auf die Landschaft viel und er war immer wieder mit seinen Kopf bei diesen Mädchen, das Mädchen mit den Pechschwarzen Haar, mit den Eisblauen Augen und mit der blassen Haut, das Mädchen das so wunderschön war wie nichts auf der Welt, das Mädchen der sein Herz gehörte, sie hatte es geschafft ihn zu zeigen das es Liebe gab, das sie doch existierte aber wo war sie nur? Was war nur mit ihr los? Er musste um sie kämpfen. Sollte sie ihn doch töten, ihn das Blut aus den Adern nehmen, bis er nur noch eine Lehrehülle war, aber wenn er es nicht versuchte in ihrer Nähe zu sein, wenn er damit Leben musste, ohne sie zu sein, dann war er tot, dann war er doch eh schon nicht viel mehr als eine Lehrehülle. Und er wusste, spürte, dass sie einsam und ein verlorener in der unendlichen weiten Galaxie kreisender Stern war, der nach und nach sein Strahlen verlor, weil er sich immer weiter von seinen geliebten Mond entfernte, der ihn nicht  folgte. Er schüttelte den Kopf, ließ seinen Blick noch einmal über die verzauberte, weiße Welt kreisen und wandte sich dann von seinem Fenster weg.

Er würde ihr folgen….

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.11.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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