Nico Möller

Dragorse

 

Langsam geht die Sonne am Himmelszelt auf und läutet somit den neuen Tag ein. Ein dichter Nebel liegt über den Tal und lässt nur den großen Berg am Horizont erscheinen. Ein Adler fliegt durch das vernebelte Tal und lässt seinen Ruf verlauten. Plötzlich bewegt sich an den steinernen Hängen etwas und der Nebel lichtet sich an dieser Stelle. Der Stein bewegt sich und nimmt immer mehr die Gestalt eines riesigen Reptils an. Dann lässt das Wesen die Tarnung völlig fallen. Zwei smaragdgrüne Flügel werden gespreizt und aus den Nüstern steigen kleine Rauchwölkchen auf. Langsam öffnet der Drache seine roten Augen und sieht von seinen Platz aus, in das vernebelte Tal hinunter. Er kann nichts erkennen, da der Nebelschleier unter ihm alles undurchdringlich verdeckt. Bevor er etwas anderes macht schüttelt er sich kräftig, um die Trägheit aus den Muskeln zu bekommen. Ruckartig hebt er dann den Kopf und zieht prüfend die frische Morgenluft ein. Der Drache hält überrascht inne und prüft die Luft nochmals um wirklich sicher zu sein. Zufrieden schnaubt er ein wenig Feuer und beginnt dann mit den Flügeln zu schlagen. Zwar hebt er dadurch nicht ab, jedoch vertreibt er damit den Nebel über den Tal. Erwartungsvoll sieht er nun nach unten und entdeckt eine Herde Wildpferde, die friedlich das saftige Gras im Tal fressen. Erinnerungen an das hübsche weiße Drachenweibchen keimten in ihm auf und machten ihn die Entscheidung einfach. Er selber hatte zwar kein Hunger, doch würde die Balzfütterung seine Chancen bei dem Weibchen deutlich steigern. Mit einen gewaltigen Satz springt der grüne Drache in die Tiefe und entfaltete seine mächtigen Schwingen. Abrupt endet sein Sturzflug und er gleitet nun auf den Luftströmungen über das Tal hinweg. Sein Blick schweift über die Herde. Schon nach kurzer Zeit hat ihn die Herde entdeckt doch sie können nirgendwo hin fliehen. Der Drache sucht sich eines der Wildpferde aus und stürzt sich dann, die Klauen zum zupacken bereit, auf sein Opfer. Völlig chancenlos wird das arme Tier von den Klauen gepackt. Das ganze dauert nur ein paar Sekunden, dann ist alles vorbei. Der aufgewirbelte Sand legt sich langsam und lässt den gelandeten Drachen mit seiner Beute allein zurück. Das Hufgetrappel der fliehenden Pferde ist zwar noch zu hören, verstummt letztendlich in der Ferne aber endgültig.Mit einen Anflug von Stolz und Verwunderung betrachtet der Drache das Pferd unter seiner Klaue. Es schien keine Verletzung davongetragen zu haben. Mit einen Schulterzucken, ließ es der Drache dabei bewenden. Er umgriff mit einer Klaue den Leib des zappelnden Pferdes und hob es ohne sich weiter darum zu kümmern hoch. Eine lebende Beute hatte schließlich einen größeren Reiz für das Drachenweibchen. Er stieß sich vom Boden ab und gewann mit einigen kräftigen Flügelschlägen bald an Höhe. Er fliegt mit dem Pferd in der Klaue zu dem Platz wo er das Weibchen zu letzt gesehen hatte. Er kreiste über einen See und sah tatsächlich am Ufer des Gewässers das weiße Drachenweibchen schlafen. Sie hatte es sich auf der Wiese gemütlich gemacht und schlief tief und fest. Der grüne Drache landete ein gutes Stück entfernt von ihr auf der Wiese. Auch als er gelandet war, hielt er respektvoll Abstand zu dem Weibchen, denn sie war ein gutes Stück größer als er. Durch das ängstliche Wiehern des Pferdes dauerte es nicht lange bis das Weibchen aufwachte. Als sie den grünen Drachen sah fauchte sie wütend. “Was hast du auf meiner Wiese zu suchen Grüner?” Der grüne Drache wich vorsichtshalber noch ein Stück zurück, denn das Weibchen schien sehr schlechter Stimmung zu sein. “Ich wollte mich eigentlich mit euch paaren Große Weiße.”Das Weibchen sah ihn an, als ob er den Verstand verloren hätte. “Wieso sollte ich mich ausgerechnet mit dir Winzling paaren sollen?” Der Drache überhörte gezielt die Beleidigung. “Ich habe eben gehört das du derzeit wieder zur Paarung bereit stehst.” Das Weibchen sah ihn prüfend an und fuhr weiterhin spöttisch fort. “Das stimmt. Trotzdem paare ich mich nicht mit jedem dahergelaufenen Drachen. Mich muss man gewinnen und das geht nicht mit Worten so wie du es gerade lächerlicherweise probierst.” Der grüne Drache nickte eifrig. “Ich weiß das es so nie gehen würde, deshalb habe ich ein kleines Geschenk für dich.” Erstmalig wirkte das Weibchen überrascht “Wirklich?” Langsam öffnete der Drache seine Flügel und offenbarte das verängstigte Pferd in seiner Klaue. Als dieses dann auch noch das Drachenweibchen sah, wurde es noch ängstlicher und wieherte hilflos. “Ich habe dieses Vieh heute Morgen für euch gefangen Große Weiße.” Als er auf sie zugehen wollte, knurrte das Weibchen warnend und zeigte ihm die Zähne. “Komm nicht näher wenn dir dein Leben lieb ist.” Der Drache blieb unsicher stehen. “Aber ich…” Sie unterbrach ihn sofort mit einen neuerlichen knurren und sah dabei kurz das Pferd an. “Binde den kleinen Schwarzen sofort an den Baum neben dir!” Der Drache gehorchte lieber als zu widersprechen und ging zu den Baum. Er nahm eine Schlingenpflanze vom Baum und band es dem Pferd um den Hals. Dann ließ er das Pferd auf den Boden gleiten und band das andere Ende der Schlinge um den Baum. Sofort versuchte das Pferd zu fliehen doch die Schlinge hielt es zurück. “Nun darf ich doch sicher…” “Verschwinde du hässlicher Wurm, sonst war dies deine letzte Tat.” “Aber ich habe doch…” Das Weibchen sah den Dachen verächtlich an und brüllte ihn furchterregend nach. Der Drache schwang sich so schnell wie es ging in die Luft als das Weibchen einen Satz auf ihn machte. Schnell schlug er mit den Flügeln und flog so schnell wie möglich davon. Das Drachenweibchen sah den fliehenden Drachen nach. “Ein Scheinangriff und schon sucht er das Weite.” Sie schnaubte verächtlich ein paar Rauchwölkchen aus und drehte sich dann zu dem Baum um.Das Pferd hatte inzwischen versucht die Schlinge zu zerreißen, leider aber kein Erfolg gehabt. Das Drachenweibchen ging langsam auf den Baum zu und blieb einige Schritte vor dem Pferd stehen. Neugierig betrachtete sie ihre Beute und stellte fest, dass es ein junger Hengst sein musste. Sein schwarzes Fell glänzte in der Sonne wie schwarzes Tionium und seine Augen leuchteten in einem hellen Braun. “Eigentlich bist du viel zu niedlich um aufgefressen zu werden, aber anderseits was sollte ich sonst mit dir machen.” Sie löste die Schlinge vom Baum und zog das Pferd erstmal ein Stück hinaus auf die Wiese. Der Rappe legte ängstlich die Ohren an und kam nur widerwillig mit. In der Mitte der Wiese blieb sie stehen und begann die Schlinge an einer ihrer Krallen aufzuwickeln. Zwar stemmte sich der Hengst mit seinen ganzen Gewicht dagegen, doch es half nichts. Nun stand er direkt vor dem weißen Drachenweibchen und wieherte ängstlich. Sie hatte so ein Laut zwar noch nie gehört, aber sie fand ihn ganz angenehm. Dann legte sie sich hin und rollte sich wie beim Schlafen zusammen. Zwar wollte sie den Hengst jetzt fressen, aber etwas hielt sie zurück. Einen Instinkt folgend löste sie nun auch die Schlinge am Hals des Pferdes. Sofort wollte der Hengst davonpreschen, aber weit kam er nicht. Er stieg auf die Hinterbeine und blieb vor einen riesigen weißen Hügel, wie ihm schien, stehen. Das Weibchen hatte ihren Schwanz als Sperre dort hingelegt und schloss nun den schwarzen Hengst in ihren Körperkreis ein. Der Hengst schnaubte und trabte am Schwanz nervös auf und ab. Dabei versuchte er den Abstand zum Körper des Weibchen so groß wie möglich zu halten. Sie begnügte sich derzeit damit ihn einfach nur zu beobachten. Wenn er sich bewegte, dachte sie, sah man seine Schönheit sogar am besten. Sie hatte längst beschlossen ihn nicht mehr zu fressen, sondern viel mehr ihn zu behüten. “Komm zu mir mein Schwarzer.” Die Worte waren nicht barsch, sondern voller Wärme und Zuneigung. Zum ersten Mal zeigte der schwarze Hengst keine Angst, sondern einfach nur Vorsicht. Seine Ohren spitzten sich und er hörte ihr aufmerksam zu. “Vor mir brauchst du dich nicht zu fürchten.” Unschlüssig scharrte der Hengst mit seinen Vorderhuf und schnaubte. “Ich weiß das du Angst hast, aber bei mir ist deine Angst unbegründet. Ich habe auch nicht vor dich zu fressen.” Langsam machte der Hengst erst einen Schritt und dann den zweiten, blieb aber dann trotzdem unsicher stehen. Das Drachenweibchen hob leicht eines ihrer Vorderbeine und hielt es dem Pferd zum schnuppern hin. Erneut setzte sich der Hengst in Bewegung und blieb erst vor der Klaue zögern stehen. Vorsichtig sog er die Luft ein und prüfte die Witterung. Dann wieherte er und stupste die Klaue mit seinen Maul an. “Das machst du fein Kleiner und jetzt bleib ganz ruhig stehen. Es wird dir gefallen.”Sie strich sanft mit einer Kralle über den muskulösen Hals und weiter entlang der Flanke des Hengstes. Das Weibchen spürte das Zittern des Hengstes, doch ließ er es zu, dass sie ihn streichelte. Dann ließ der Hengst ein zufriedenes Schnauben hören und er vergaß für einen Augenblick seine Vorsicht. Komm doch ruhig noch näher mein Hengstchen.” Schnaubend sah der Hengst in die Augen des Drachenweibchen und für einen Augenblick schien seine angeborenen Ängste zu siegen, den er zögerte weiterzugehen. Dann jedoch ließ er ein leises Wiehern hören und schritt Stolz zu dem Weibchen. Diese streichelte ihn erneut über die Flanke und senkte dann den Kopf um an dem kleinen Tier zu schnuppern. Prüfend nahm sie seinen Geruch auf und prägte ihn sich ganz genau ein. “Jetzt werde ich dich immer finden können, wo immer du auch bist.” Plötzlich stieg der Rappe auf seine Hinterbeine und leckte dem Drachenweibchen sanft über die weiße Schnauze. Sein sanftes Wiehern begleitete dabei seine Aktion.Als er wieder auf alle Vier Beinen auf dem Boden stand, sah er sie abwartend an. Das Weibchen umschloss dann mit ihrer Pranke den Leib des Hengstes und hob ihn auf Augenhöhe hoch. Etwas überrascht wieherte der Hengst auf, wehrte sich aber nicht und wartete ab was das Weibchen mit ihn vorhatte.“Jetzt mach ich dich erstmal schön sauber.” Dan begann sie dem Hengst gründlich abzulecken. Dem schwarzen Hengst gefiel die Behandlung und er schnaubte wohlwollend. Als sie damit fertig war rieb er sanft mit seinen Kopf an ihrer Klaue und bedankte sich somit für die Säuberung. “Das mache ich doch gerne mein Kleiner, aber jetzt halt ganz still und fürchte dich nicht, egal was jetzt auch geschieht.”Sie begann damit ihren Schützling hinter den Ohren zu kraulen und dann sanft seine Flanke zu streicheln. Der Hengst hielt die ganze Zeit vorbildlich still und seine Augen verrieten, dass es ihm Spaß machte. Plötzlich hatte das Drachenweibchen eine hervorragende Idee. Sie strich ihm einmal zärtlich über den Bauch und kam dann zu seinen Hoden. Diese Stelle fing sie nun ganz sanft an zu reiben und sah ihn dabei erwartungsvoll an. Überrascht begann der Körper des jungen Hengstes leicht zu zittern und die Vorderbeine zuckten ab und zu unkontrollierbar durch die Luft.Sein Atem ging schneller und er schnaubte aufgeregt. Mit leichter Gewalt hielt das Drachenweibchen seine Beine fest und sah ihn liebevoll an.“Falls du Schmerzen haben solltest sag mir Bescheid mein Kleiner.” Der Hengst nickte nur schwach und schloss dann die Augen. Sie rieb weiter an seinen Hoden und sah mit großer Freude das sie ihren Hengst immer mehr erregte. Dan passierte endlich das was das Weibchen beabsichtigt hatte. Der lange Penis des Hengstes erschien nun und ihr Hengst war bereit für die Fortpflanzung. Zärtlich leckte sie ihm über die samtweichen Nüstern und sah ihn an. Das Fell des Hengstes war schweißüberströmt und er wieherte sie erschöpft an. Wenn sie jetzt mit dem Hengst fortfuhr, konnte das womöglich sein Tod sein. “Ich werde dich immer in meiner Erinnerung behalten, falls was schief läuft mein kleines Sexhengstchen.”Mit diesen Worten hob sie den erregten Hengst zu ihrer Scheide und vollendete ihr Werk. So wurden die Dragors geboren.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.11.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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