Der König von Mallorca. Dieser Titel ist ja schon vergeben. Ich werde
der König des Sado-Maso. Das behaupte ich immer, wenn mit Erwachsene
fragen, was ich mal machen möchte, wenn ich erwachsen bin. Nach einer
kurzen Überraschungspause geben sie mir recht. Ich sei ja jetzt schon
ein Quälgeist, hätte also als Kind schon die richtigen Veranlagungen
dafür, meint fast jeder Fragende. Der König von Sado-Maso wäre die
ideale Berufung für mich.
„Sado-Maso
ist eine Sexpraktik, bei der sich die Teilnehmer verprügeln,
auspeitschen, fesseln, zerquetschen und anscheinend auch noch Spaß
daran haben.
Sado-Maso wurde in den Folterkammern von alten
Burgen und Schlössern erfunden. Ziel war es eigentlich, Geheimnisse (z.
B. über den Feind) zu entlocken oder die Leute zu bestrafen. Die
Folterer merkten aber allerdings schnell, daß dies den Gefolterten
gefiel und diese bis zu ihrem Orgasmus stöhnten. Die gemeine
Bevölkerung hat deshalb absichtlich Verbrechen begangen, um selber mal
in den Genuß von SM zu kommen. Der Sonnenkönig veranlaßte deshalb, die
Folterkammer als Bestrafung abzuschaffen und hat statt dessen die
Teletubbis erfunden, denen die Gefangenen nun stundenlang zusehen
mußten. Die Verbrechen sanken innerhalb kürzester Zeit auf einen Wert
von Null. Die Folterkammer wurde ab diesem Zeitpunkt an sechs Tagen die
Woche von der Königsfamilie genutzt; ab siebten Tage diente es als
erster Puff der Welt.
Die Frau (Domina) quält in der Regel den
Mann (Sklave) und kassiert dafür auch noch Geld. Ein Peitschenhieb
kostet in der Regel 10 Euro. Dominas sind also meistens reiche Leute,
während die Sklaven aber noch reicher sind. SM ist folglich der
Regelsex der Reichen. Sind die Rollen der Domina und des Sklaven
vertauscht, fließt das Geld auch vom Mann zur Frau. Warum das Geld
immer in diese Richtung fließt, konnte bis heute noch nicht
herausgefunden werden. Bei schwulen SM-spielchen geht das Geld
ebenfalls vom Mann weg, verschwindet allerdings im Nirgendwo. Bei
lesbischen SM-spielchen kommt hingegen das Geld von irgendwoher zu den
Frauen hin. Woher das Geld kommt, weiß keiner so genau. SM-Praktiken
sind auspeitschen, fesseln, würgen, schlagen, kochen, kratzen, besamen,
Brustwarzen 1 Meter lang ziehen oder Windelspiele,“ stellt die
Internetenzyklopädie Studipedia den Sado-Masochismus vor.
Wieviel
davon der Wahrheit entspricht? Keine Ahnung. Jonas! Jooonaaas! Wo
steckst du? Wo bleibst du? Ich habe da einen Auftrag für dich. Im
Venusviertel hat letzte Woche ein neues Etablissement aufgemacht. Es
heißt „Sodom & Gomorrha“. Hier hast du eine Eintrittskarte dafür.
Liefere mir Montag einen Bericht darüber.
(Duisburger Generalanzeiger, 30. Februar 2015)
Sodom
& Gomorrha heißt der Sündenpfuhl in der Bibel. Die Menschen treiben
dort Unzucht. Nichts ist ihnen heilig. „Sodom & Gomorrha“ heißt
auch ein Etablissement in unserer Stadt. Dezentes Rotlicht weist den
Weg dorthin. Am Eingang ist Einlaßkontrolle – ohne Eintrittskarte läuft
nichts. Ganz in schwarzes Leder sind die Herren dort gekleidet,
Catsuite und Peitsche bedeckt die weibliche Bedienung. Wer dort als
Kunde auftaucht, ist dagegen gut betucht und sucht die Abwechslung.
Erniedrigung und Demütigung wird erwartet.
„Von wegen,“
behauptet Frederick. „Hier ist alles anders. Wir Gäste müssen das
Personal quälen. Bei den geringsten Fehlern dürfen wir sie schlagen.
Gefallen uns die Damen, dürfen wir sie hemmungslos begatten. Hier ist
alles anders herum. Ich muß es ja wissen, ich bin hier Stammgast.“
Heißt
Sado-Maso eigentlich, daß der Chef erfährt, wie wir kleinen Leute leben
und für kurze Zeit erlebt, wie es ist, wenn man im Leben zu kurz kommt?
„Im Gegenteil. Hier wird der Chef nicht von Arbeitsgesetzen
eingeschränkt, hier darf er sich austoben. Der Choleriker ebenfalls.
Hier wird man nur korrigiert, wenn man mit dem Personal zu gnädig und
gutmütig umgeht.“
„Ich war schon immer ein Quälgeist, schon als
Kind und später als Erwachsener auch,“ berichtet Sigurd Sigurski,
Inhaber des Etablissements „Wer bei mir anfängt, muß Leidensfähigkeit
beweisen. Er muß sich aber auch zur Wehr setzen können. Manche Gäste
glauben, sie könnten das Bedienungspersonal verprügeln, wenn dieses
vermeintlich etwas falsch macht. Mein Personal hat die Erlaubnis,
zurückschlagen zur dürfen, zumindest bei Männern. Es gab hier schon so
manchen spektakulären Boxkampf. Drei Boxer begannen bei mir schon ihre
Boxerkarriere. Und unsere Domanis sind ganz clevere Mädels. Sie tun nur
so, als ob sie sich vergewaltigen lassen. Wir hatten hier schon drei
Bauchmuskelzerrungen, weil sich die Damen über die mickrige
Männlichkeit ihrer Kunden kaputtlachten. Lassen Sie sich also nicht ins
Bockshorn jagen von der Rederei der Kunden.
Nagelbetten,
Vogelkäfige in Menschengröße an den Decken, Peitschen,
Keuschheitsgürtel und Peniszwinger – sie gehören zur
Standardeinrichtung der Räumlichkeiten und vermitteln eine gruselig –
wohlige Atmosphäre.
Rauh aber herzlich ist hier der Umgang. Bei
meinem Besuch ging man friedlich miteinander um. Der Notarzt mußte
nicht geholt werden. Schiedlich – friedlich trennten wir uns in den
Morgenstunden.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Andreas Rüdig).
Der Beitrag wurde von Andreas Rüdig auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2008.
- Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).
web.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)Andreas Rüdig als Lieblingsautor markieren

Erotische Reise
von Selma I. v. D.
"Erotische Reise" sind Gedichte die von Liebe und Lust, Leidenschaft und Sehnsucht erzählen.
Wir können unser Leben angenehmer machen wenn wir uns leidenschaftlich lieben, die Phantasie wirken lassen und nicht verklemmt damit umgehen.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Reise.
Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!
Vorheriger Titel Nächster Titel
Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:
Diesen Beitrag empfehlen: