Christian Pröger

Ein Hoch auf unseren Busfahrer

Es ist spät. Viel zu spät um noch irgendwo
hinzufahren. Aber wie heißt es so schön:

"Die Pflicht ruft!" Ich folge dem Ruf
und es ist spät. Es ist dunkel und spät. Die einzigen

"Beziehungspunkte", die mich durch die
Nacht leiten, sind der "altersschwach-brummende" Motor und die
käsegelben Scheinwerfer des Busses. Doch ich bin nicht der Einzige.

Zu meiner Verwunderung sind noch viele andere dem
Ruf gefolgt. Wie am Fließband

abgefertigt besteigen wir nacheinander den
fahrenden "Blechriesen". Als jeder seinen

Platz eingenommen hat und aus dem Brummen ein
Brüllen wird, beginnt die Reise.

Das anfangs noch angeregte Schwatzen geht bald im
Klappern des alten "Riesen",

dass beinahe schon einschläfernd wirkt, unter.
Meter für Meter kämpfen wir uns durch

die Dunkelheit, mittlerweile ist auch noch Nebel
aufgekommen und der alte "Riese"

mäßigt sein Tempo. Jeder ist mit sich und seinen
Problemen beschäftigt. Nur aus dem

Augenwinkel bemerke ich eine Veränderung auf der
Straße, während meine Ohren

vom MP3-Player beschallt werden. Ruckartig reiße
ich meinen Kopf nach oben

und atme scharf die Luft ein, während meine Augen
sich aus Angst, es könnte mein letzter sein, weiten.



Vor meinem Inneren Auge sehe ich schon das Ende
nahen, es gibt keinen Ausweg mehr. Dieses Bild wird passend mit meinem
Lieblingssong "Left Behind" untermalt. Es scheint so. als ob die
Würfel gefallen wären.

Jedoch nicht für den Mann in der ersten Reihe, der
der immer schweigt und nur fährt. Mit sicherer Hand und einer ausgelassene Ruhe
umfährt er das schwarze Ungetüm: massiger Körper, tausend Arme, keine Furcht.



Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch
heraus, dass es sich bei dem Ungetüm

lediglich um eine alten, morschen Ast handelt, der
vom Baum gefallen war.

In diesem Moment höre ich jedoch nur ein Lied in
meinem Kopf schallen: "Ein Hoch auf

unseren Busfahrer!"
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.12.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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