Marlene Klauss

Geliebter kleiner Eisbär - Geliebter Papi

Briefe einer besonderen Liebe

23. September 2008
Geliebter kleiner Eisbär!
Das Leben auf der Erde kann wirklich schnell vorbei sein.
Meinem Herzen gefiel es nicht mehr in meinem Körper und da ist meine Seele flugs in den Himmel geschwebt. Jetzt bin ich frei.
Der Himmel hier oben ist weit, unendlich weit. All die Sterne, die wir uns nachts angesehen haben, sind zum Greifen nah. Auch ich lebe jetzt auf einem Stern. Erinnerst Du Dich noch an diesen leuchtenden Abendstern? Er strahlte heller als alle anderen! Damals kam es uns vor, als wenn er uns zuwinkte. Heute winke ich Dir selbst zu, mein geliebter Bärensohn. Ich kann hier im Himmel nicht mehr traurig sein, aber Du!
Weißt Du, ich bin jetzt Dein Schutzengel geworden! So ergeht es jedem Menschen, der auf Erden geliebt hat und geliebt wurde. Ab jetzt gehst Du keinen Schritt allein....auch wenn Papi nicht mehr bei Dir ist.
Jetzt liegt es in meinen Händen, Dich zu beschützen, zu begleiten und Deine Geschicke in die rechte Bahn zu lenken.
Aber ich zweifle, ob mir als Dein Schutzengel alles gelingt, was ich mir für Dich vorgenommen habe, jetzt, wo ich kein Mensch mehr bin. Habe ich wirklich die Kraft, das zu tun, was ich für Dich tun möchte? Hat ein Schutzengel die Macht in alle Geschicke auf Erden einzugreifen? Muss ich auch Rückschläge hinnehmen? Du siehst, kleiner Knut, Papas Leben hier oben ähnelt dem auf Erden, immer sorge ich mich um Dich.
Geliebter Bär, weine nicht! Was auch kommen mag, wir können unser Schicksal nicht ändern.
Schaue abends immer nach dem ganz hellen Stern, ich werde Dir zuwinken und kräftig leuchten. Der ganze Sternenhimmel wird für Dich da sein. Papi ist nicht mehr bei Dir, aber so nah, als wäre er immer in Deiner Nähe!
Ich werde in Dich hineinlauschen. Auch ohne Worte verstehen wir uns. In Gedanken kannst Du mich beißen, annuckeln oder ein kleines Kämpfchen wagen. Dein Gewicht ist für mich jetzt federleicht. Keiner sieht mich, aber Du spürst mich. Das wird unser großes Geheimnis bleiben.

Ich umarme Dich!
Papi

Im September 2008



Geliebter Papi!
Himmlische Post von Papi? Wie kann das sein? Er kommt doch immer bei mir vorbei. Nun ja, die letzten Tage war er nicht hier, er wollte sich sein Knie operieren lassen, danach sehe ich Dich ja wieder. Oh, Papi, ich habe immer Sehnsucht nach Dir! Auch wenn die Menschen uns getrennt haben, ich schnuppere Dich meilenweit!
Nur Papi, die Tage sind vergangen, Du bist nicht mehr bei mir. Hast Du mich vergessen?
Papi ich spürte es, es ist etwas Furchtbares passiert!
Ich habe es gefühlt .....es war, als wenn Du mich gestreichelt hast. Nicht so wie sonst, sondern ganz zart, war das Deine Seele? Hast Du Dich so von mir hier auf Erden verabschiedet? Es strich etwas in meinem Kopf herum, ganz sanft und es roch so gut nach Dir.
Papi! Ich sehe dich nie wieder! Ich weiß es ganz genau!
Hier im Zoo meinen es alle gut mit mir. Jeder will mein Bestes. Aber was ich wirklich will, das weißt nur Du! Paps, umarme mich noch einmal! Ich mach mich auch ganz klein, so wie damals, als ich ein kleiner Junge war.
Nun bist Du im Himmel. Ein blinkender Stern. Millionen Kilometer von mir entfernt. Aber doch ganz nah bei mir. Darüber bin ich aber froh.
Die anderen Pfleger sind auch nett zu mir. Da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Zu essen bekomme ich auch genug. Aber keiner duftet so gut wie Du.
Papi, jetzt kann ich Dich nie mehr schnuppern. Dafür bist Du zu weit entfernt! Brauchst Du meine grüne Decke?
Und mein Schutzengel bis Du geworden. Nun brauche ich mir keine Gedanken mehr zu machen, was mit mir geschieht. Du lenkst meine Wege.
Ach, Papi, es ist alles so furchtbar. Du fehlst mir so sehr! Gibt es keine Möglichkeit, dass Du wieder bei mir bist?
Man sagt, ich sei das größte Raubtier der Erde....Papi, kann ich auch ein Stern werden? Vielleicht sogar auf Deinem Stern? Wir sind dann beide der Superstern. Und alle würden zu uns aufschauen. So ähnlich, als uns alle bei unserer Show zusahen.
Ach, Papi, können wir die Uhr nicht noch einmal zurückdrehen?
Noch einmal bei ganz am Anfang anfangen? Ich will auch immer so klein und niedlich bleiben. Niemals frech. Du hattest wirklich viel Mühe mit mir. Das soll nie wieder vorkommen.
Nur lass uns zusammensein!
Ich habe solche Sehnsucht nach Dir. Lass mich nicht allein!

Unsagbar traurig: Knuti



Im September 200
Mein Knuti, meen Kleener!
Wie wunderschön, von Dir Erdenpost zu erhalten.
Dich bewegt jetzt so viel, viel zu viel für Dein kleines Eisbärenherz.
Papi wird versuchen, Dir auf Deine Fragen eine Antwort zu geben, damit Du die Welt wieder verstehst.
Nein, Du kannst noch kein Stern werden. Du hast Dein Leben noch vor Dir. Es würde mich sehr stolz machen, wenn Du ein liebes Weibchen finden und viele kleine Eisbärenkinder - meine Eisbärenenkelkinder - zeugen würdest. Es ist sehr wichtig, denn die Menschen lassen den freilebenden Eisbären in der Arktis nicht viel Zeit mehr. Die Erde ist im Wandel. Die Menschen zerstören euren natürlichen Lebensraum, dann bleibt nur noch als einzige Zuflucht der Zoo, wo ihr euch geschützt vermehren könnt. So wie hier bei uns im Berliner Zoo.
Dass Du trotz Deines Kummers noch daran denkst, ob ich die grüne Decke benötige. Hier oben brauche ich nichts Irdisches....Hüte die Decke und gebe sie an Deinen Erstgeborenen weiter!
Nein, Knut, das ist das Leben. Es läuft - zurückdrehen geht nicht. Wie gerne hätte ich Dich immer klein und als Baby bei mir gehabt. Da wurdest Du immer größer, fast schon erwachsen und dann habe ich Dich verlassen. Wir können unser Leben nur so lange leben bis der große Stern uns zu sich nimmt. Das ist auch gut so, denn wenn wir wüßten, dass unser Leben bald zu Ende ist .... Wie sollten wir dann bis dahin leben? Die größte Erfüllung meines Lebens warst Du ... Hätte ich gewußt, dass ich bald sterben würde, hätte ich auch so gelebt, wie ich gelebt habe? Ich weiß keine Antwort darauf - denn eine Antwort darauf gibt es nicht. Man kann nur unendlich dankbar sein für jeden Tag, den man auf Erden verlebt. Man vergißt es so leicht, wie schnell ein Leben zu Ende ist.
Du wirst Dich daran gewöhnen, genauso wie alle anderen auch, dass ich nicht mehr bei euch bin. Die Welt dreht sich so schnell und damit auch das Vergessen. Eines Tages kommt es Dir dann vor, als wenn mein Stern nur noch einer unter tausend Sternen ist. So ist das Leben, was wir einst geliebt, werden wir einst vergessen.
"Unvergeßlich" sanft streicht der Wind über unseren Namen, sanft deckt der Sand des "Vergessens" alles zu!

Kleiner Bär, das ist alles zu viel für Dich. Lebe!
Sei jetzt ein wenig bekümmert .... Papi sorgt in ferner Zukunft für Dein Vergessen.

Ich hab' Dich lieb!
Papa



Im Oktober 2008
Liebstes Bärchen!
Es ist so schwer, Dich dort unten leiden zu sehen. Ich werde versuchen, Dein Leben in der Zeit des Herzwehs leichter zu machen:
Denke an all die schönen Tage, die wir miteinander verlebt haben. Erinnerungen steigen hoch, werden greifbar und werden Dich wie in einer Welle umhüllen und Dich über den Strand der Sehnsucht tragen.
Erinnerst Du Dich noch, wie wir beide einmal einen Regenbogen sahen? Du hast mit großen Augen zum Himmel geschaut, all diese Farbenpracht!
Von nun an wird er eine Brücke zu mir sein.
Schließe immer die Augen und lasse Deine Gedanken wandern, wenn Du traurig bist.
Mache die Augen zu, setze in Gedanken vorsichtig einen Schritt vor den anderen, eine große Reise beginnt! Hinauf zum Regenbogen ...wo ich auf Dich warte und Dich in meine Arme schließe.
Kleiner Bär,
weine nicht! Siehst Du die abertausend Sterne am klaren Nachthimmel? Schaue nur genau hin.... Sie leuchten nur für Dich. Papi hat den Sternenteppich für Dich ausgebreitet....nur für Dich.
Sie scheinen immer, auch wenn Du sie nicht siehst.
Vielleicht wirst Du eines Tages in ein fernes Land reisen, um eine Gefährtin zu finden. Papi ist schon da, denn so schnell sich die Erde auch drehen mag, die Sterne sind fest verankert am Firmament und scheinen unvergänglich.
Fühlst Du die Macht der Sterne? Siehst Du sie in Deinem Wassergraben glitzern? Sie wollen Dir sagen, wir sind bei Dir, ein Gruß von Papa, jeden Tag, allezeit!
Ich umarme Dich
Für immer: Dein Papi!
Von heute an wirst Du nie mehr Post von mir erhalten, denn mit der Beerdigung meiner sterblichen Hülle wird auch das letzte Irdische aus mir heraus in den Himmel schweben



Im Im Oktober 2008


Liebster Papa!
Danke, Papi, für Deine aufmunternden Worte. Ich fühle mich gleich viel besser, als ich Deine tröstenden Worte gelesen habe. Ich tue alles was Du sagst. Du hast ja recht, ich bleibe hier auf der Erde und werde mein eigenes Leben, ohne Dich, leben müssen. Aber Du bist doch als mein Schutzengel immer für mich da und leitest mich. Ich muß mein Leben natürlich in die eigenen Pfoten nehmen, schließlich will ich jedem zeigen, was ich für ein Prachtkerl Dank Deiner Liebe und Fürsorge geworden bin. Deinen Herzenswunsch, dass ich eines Tages viele Kinder zeugen werde, erfülle ich Dir gerne!.
Dein Vorschlag, immer wenn ich traurig bin, in Gedanken auf unserem Regenbogenpfad zu Dir zu wandern, ist eine feine Sache. Ich habe es gleich ausprobiert. Mein Herz ist richtig froh geworden. Konnte ich doch in Gedanken mit Dir spielen, mich von Dir mit Babyöl einreiben lassen und gesungen hast Du natürlich auch. Ich habe richtig vor Behagen geschnurrt, wie sagst Du immer: "genuckert".
Ich habe in Dein liebes Gesicht gesehen, einen Eisbrärenkuss auf Deinen Bart gedrückt und eine wohlige Wärme hat meinen Körper erfreut. Mein Schutzengel hat mich getröstet!
Du hast mir nun Deinen letzten Brief geschrieben. Und es soll wirklich Dein und mein letzter Brief sein? Nie wieder Himmels- oder Erdenpost?
Du hast doch bald Geburtstag. Darf ich Dir nicht mehr gratulieren? Letztes Jahr warst Du viel zu bescheiden, Dein Geburtstag war für Dich ein Tag wie jeder andere. Wenn Du gewußt hättest , dass Du Deinen nächsten nicht mehr hier verlebst! Es wäre eine große Festlichkeit geworden. So großartig, wie bei meinem! Als Du mit der riesigen Torte zu mir kamst! Die war so schwer, dass Du noch Ronnie zum Tragen brauchtest. Wie gerne würden wir Dir alle auch so eine Torte backen. Wir hätten sie dann gemeinsam aufessen können. Und meinen Geburtstag feiere ich ohne Dich! Was mach' ich bloß an diesem Tag? Schickst Du mir das Vergessen? Aber bitte nur an diesem einen Tag, ich möchte doch noch lange an Dich denken! Es wird schwer werden für mich.
Oder kommst Du ganz unwahrnehmbar zu mir? Weißt du was? Ich werde in meinen Gedanken zu Dir hinaufkommen, auf unserem Regenbogenpfad, Du wirst dann mit mir spielen und mich fest drücken. Und eine große Torte gibt es auch. Was für ein Geburtstag!
Der Herbst zieht kräftig ins Land. Und bald wird es hoffentlich schneien. Ich liebe doch den Schnee!
So wird es nun jedes Jahr sein, alle Vier Jahreszeiten - ohne Dich.
Lebewohl, Papi!
Wenn viele Monde und Jahre vergangen
sind und meine Lebensuhr
abgelaufen ist, komme ich zu Dir.

Bis dahin!
Dein kleener Knut


5. Dezember 2008

Liebstes Geburtstagskind!
Hatte ich nicht geschrieben "nie wieder Himmelspost?" Nein, Knuti, ich kann nicht! Die Erde hält mich fest. Ich liebe euch alle und besonders Dich, mein Geburtstagskind. Eigentlich sollte man mit der Beerdigung auf Erden abgeschlossen haben....aber, waren wir nicht - Du und ich - einmalig.....? Es geht alles nicht so einfach, wie man es sich denkt.
Heute bist Du Berlins weltbekanntes Geburtstagskind, 2 Jahre schon. Ach, wie die Zeit vergeht. Könnte ich noch einmal die Torte für Dich tragen! So können wir nur auf unserem Regenbogenpfad Deinen Geburtstag feiern. Wir werden einen herrlichen Tag verleben. Was ich Dir alles versprochen habe, wird auch Wirklichkeit ...auf unserem Regenbogenpfad. Keiner sieht mich! Nur Du spürst mich.

Weißt Du, auf Erden habe ich nie viel geredet. Mit Dir konnte ich mich auch ohne Worte unterhalten. Für alle anderen war ich nur "Dörflein, Bären". Doch im Himmel merke ich, dass ich mich gerne mitteile. Das Schreiben geht mir so leicht von der Hand. So gewandt und mit guten Worten. Wird meine Hand hier im Himmel geführt? Ach, mein Bärchen, es ist alles so anders, als ich es mir vorgestellt habe. Manchmal möchte ich die Zeit zurückdrehen. Es klingt so, als wenn es hier oben nicht so schön wäre, wie es sich die Menschen denken. Du wirst es nicht verstehen, kein Mensch jemals.
An Deinem täglichen Leben auf der Erde kann ich persönlich nicht mehr teilhaben. Das fällt sehr schwer. Nur von oben sehen, wie Dein Leben abläuft... Ach, einmal noch Dein Gehege säubern und mich um alles kümmern.....
Knuti, das Wasser im Graben ist so dreckig, da kannst Du gar nicht richtig spielen! Ich habe nicht die Möglichkeit dies zu ändern. Weißt Du, anfangs meinte ich, alles von hier oben zu regeln, was ich auch auf Erden geregelt hätte. Aber das ist schwerer als man denkt.
Wie gerne würde ich, wenn Du so ein richtiges Dreckschweinchen bist, von oben bis unten schwarz, Dich mit einem Wasserschlauch abwaschen und dann hinterher mit Babyöl einreiben, bis Du wieder so ein seidiges Fell hast. Doch ich muß sehen, dass Dich keiner abduscht und Du so lange liegst, bis der Dreck von alleine abgeht. Auch auf unserem Rgenbogenpfad hast Du schon Schmutzspuren hinterlassen. Ich sehe, ich fehle dort unten überall.
Du kannst mir nie wieder antworten. Deine Pfoten würden im Schreiben innehalten, würdest Du es versuchen. Ob ich jemals wieder die Gelegenheit habe, Dir zu schreiben? So werde ich jetzt die Zeit nutzen und alles niederschreiben, was mich bewegt und was ich meine, dass es auch Dich bewegt.
Auch einem Schutzengel sind die Flügel gebunden. Ich kann schon viel bewerkstelligen, nur die Menschen denken, dass sie das selbst gemacht haben. Aber das Leben dort unten ist sehr kompliziert, jeder will jeden übervorteilen. Das ist mir erst im Himmel aufgefallen. Der Neumünster Zoo streitet mit dem Berliner um Dich. Wie geht der Streit aus? Auch ich weiß es nicht. Denn die Richter urteilen nicht weise sondern nach den Gesetzen. Da wird einem als Schutzengel schon mal ganz bekümmert. Ich vermag meine Hände schützend über Dich auszubreiten. Aber am Ende zählt nur das irdische Leben. Es wäre wunderbar, wenn Du das erhalten würdest, was Dir gebührt und ich mir immer für Dich gewünscht habe: Ein schönes Gehege mit richtigen (Eis)bergen, viel klares, tiefes Wasser und dann ein liebes Weibchen und viele niedliche kleine Knutis....Meine Berufung hier oben ist noch nicht abgeschlossen. Ich werde nicht nur Dich und Deine Familie sondern Deinen Erstgeborenen ganz besonders auf seinem Lebensweg begleiten. Ein Stern bleibe ich auf jeden Fall für euch alle.
Es gibt so viele Menschen, die mich geliebt haben, von denen man nie etwas erfährt! Ich jedoch, hier auf meinem Stern, lege auch schützend meine Hand über sie. Es ist nicht die greifbare Liebe - sondern eine außergewöhnliche Liebe, wie sie nur wenigen zuteil wird. Ich hatte auf Erden immer gedacht, dass ich nichts Besonderes bin. Nur ein Mensch, wie viele andere auch. Aber nun hier oben...Tausende von Herzen schweben mir zu. In Trauer, in Liebe, es werfe keiner den ersten Stein ....auch wenn viele mich gerne als ihren Liebhaber gesehen hätten ...jetzt kommen alle ihre Herzen zu mir...egal...wie sie meinten mich zu lieben. Die Tränen schweben als gigantische Wolken hinauf, und legen sich als Schleier über das Land.

Vor Deiner Zeit habe ich lange mit den weißen Wölfen zusammen gelebt. Sie haben mich als ihren Rudelführer akzeptiert. Auch sie vermissen mich. Die Wölfe leben gemeinschaftlich zusammen, aber die Eisbären in der Weite der Arktis ganz für sich. So hätte ich auch gerne gelebt - fernab von den Menschen. Das hat mich immer fasziniert. Wir ähneln uns. Deshalb zog es uns beide auch zusammen...und es war meine Bestimmung, Dein Leben zu retten. Dir kleinem Wesen konnte ich meine Liebe bedingungslos anvertrauen. Das war der richtige Weg in meinem kurzen Leben.

Ach, mein Bärchen, verstehst Du auch alles, was Papi Dir erzählt?
Du hast geschrieben, ich sei auf Erden viel zu bescheiden gewesen. Das bin ich auch im Himmel. Obwohl ich es geschafft habe, der große Abendstern zu werden. Das ist selbst hier oben eine Leistung. Ob wohl meine Medaille daran schuld war? Oder die große Liebe zu Dir? Oder Deine Liebe zu mir? Oder eure aller Liebe zu mir? Ich weiß es nicht. Auch das wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Es gibt hier oben so viel Geheimnisvolles, was die Menschen auf Erden nie verstehen würden.
Siehst du die letzten bunten Blätter von den Bäumen wirbeln, meen Kleener? Oder die Schneeflocken, die jetzt vom Himmel auf die Erde niederfallen? Grüße von Ferne ... von Papi.

Viele Menschen kommen an mein Grab und weinen. Sie hatten nicht den Mut an den Gräbern ihrer Angehörigen zu weinen, so nehmen sie meinen Tod als Anlass zum Trauern. Es ist tröstlich, sie weinen zu sehen. Sie meinen, um mich zu weinen. Aber in Wirklichkeit weinen sie um das, was sie einst verloren. So schließt sich mit meinem Tod der große Kreis der Trauernden, die meinten, nie trauern zu können, weil das Leben ihnen nicht den Mut dazu gegeben hat. Doch an meinem Grab kam die Befreiung. Mögen ihre Herzen jetzt von ihrem Kummer gestillt sein. Wenn ihre Tränen Kieselsteine wären, die den Lebensfluß heruntergeflossen und vom Mahlstrom der Trauer mitgerissen wären, hätte sich mein Grab zu einem großen Berg aufgetürmt. Millionen Seufzer würden ihn zum Schwingen bringen und tausende trauernde Herzen an ihm zerschellen. Zum Schluss würde der Sturm der Erinnerung über alles hinwegfegen und ein leises, klagendes Weh in alle Welt tragen.
Zurückgeblieben wären reine Herzen, die im süßen Klang der Erleichterung sich wiegen.
Lächelt, weinet, seid traurig... Euer Kummer wird wie in einer Wolke schweben...hinauf zum großen Stern. Dort ist er gut aufgehoben, denn die ganz große Liebe wird es nur alle Millionen Jahre auf Erden einmal geben. Hatte ich euch nicht versprochen:
"Wie ein Schleier legt sich das Vergessen über euch, deckt euch sanft zu. Webt ein Gewand aus zarten Bändern und hüllt eure Körper in einen Cocon aus Erinnerungen ein. So geschützt, werden auch eure Seelen eines Tages zu mir in den Himmel kommen. Eure Lebensgeschicke verweben sich zu einem Gobelin des Schicksals, versponnen zum Musterbild des Lebens, der Liebe, der Freude und des Leidens. Wenn alles verknüpft ist, dann sehen wir uns als Muster der Vollkommenheit wieder".

An Deinem Geburtstag werden viele Sternschnuppen fallen... ein Geschenk an Dich. Zähle sie alle, so viele Wünsche hast Du frei und sie werden in Erfüllung gehen.

Lebewohl, mein geliebtes Geburtstagskind!
Verlebe einen wundervollen Tag. Es werden viele Menschen Dich besuchen, in Gedanken verweilen und auch an mich denken. Die Menschen erkennen jetzt endlich, dass das Leben so schnell vorbei sein kann.
Ich werde an diesem Tag immer
in Deiner und ihrer Nähe sein.

Für immer: Dein Papa

Im Dezember 2008

Liebster Paps!
Und ich schreib' Dir doch! Sollen meine Pfoten abfallen!
Danke, danke Papi, für Deine wunderbaren Zeilen. Weißt Du, es ist merkwürdig....es ist genau wie Du geschrieben hast ...nach Deinem Tode war ich todtraurig ... konnte vor Sehnsucht nicht schlafen ... nur an Dich denken. Mein Herz war so schwer! Diese Leere ohne Dich. Ich wollte zu Dir. Ich hätte auch mein Herz für Dein Leben geopfert...nur dass Du wieder bei mir warst. Dann Deine tröstenden Worte.....
Wehleid, unendliche Trauer....Dein Stern blinkt...wir auf unserem Regenbogenpfad...ein Erlebnis...nie in Worte zu fassen. Oh, Papi, weißt Du, mein Herz wird immer ruhiger. Verzeih mir Paps, ich denke gar nicht mehr so viel an Dich wie anfangs, als Du mich verlasssen hast. Ich weiß ja, dass Du bei mir bist. Die Trauer ist in Trost gewandelt. Als Dein Körper dann hinauf in den Himmel wandelte, da hast Du leise geflüstert: "Meen Kleener, das Vergessen kommt eher als ich gedacht habe. Es ist gut so, denn das Leben geht weiter. Neue Eindrücke warten auf Dich. Du siehst ja, das Leben kann so schnell vorbei sein...lohnt es sich dann immer nur zu trauern? Ganz werde ich mich nie aus Deinem Gedächtnis löschen". -
Du hast geschrieben, auch Dir sind die Hände gebunden. Wieso und warum? Wenn Du nichts bewegen kannst, wer denn? Oder verstehen wir hier unten eure Sprache nicht? Es sieht ganz danach aus. Was Du zu unserem Guten leitest, meinen wir selbst getan zu haben.
Dass Du Dir so viele Gedanken über mein zukünftiges Leben machst. Lass' sie sich alle streiten...am Ende siegt doch das Herz. In Berlin gefällt es mir sehr gut. Ich kenne es ja nicht anders. Allerdings, wenn ich Frau und Kinder habe...ist nicht so viel Platz für alle. Aber dafür muß ich dann eben noch mehr Männchen machen, damit üppig Geld in die Zookasse kommt und man uns ein schönes Gehege, so wie Du es Dir immer gewünscht hast, bauen kann. Siehst Du Papi, ich nehm' mein Leben schon in die eigenen Pfoten. Auch wenn Du nicht gestorben wärest, Du hättest nichts dagegen ausrichten können.
Papi, viel schlimmer war, als sie uns getrennt haben. Es war wie ein Abschied auf Zeit. Mal warst Du da, mal nicht. Es tat so weh und Du hast genauso gelitten. Nun ist durch Deinen Tod ein Abschied für immer daraus geworden. Aber all das Schöne, was wir erlebt haben, bleibt unauslösbar in meinem Herzen. Als Du noch halbirdisch warst und Du Dich als mein Schutzengel vorbereiten mußtest, hattest Du so viele Ideen, was Du alles für mich vom Himmel aus regeln wolltest. Siehst Du, Paps, das ist doch nicht so leicht. Überall Hürden, wie im richtigen Leben. Papa, tu' was in Deinen Kräften steht. Ich glaube, dass das schon sehr viel ist. Doch die Welt umdrehen kannst auch Du nicht.
Papi, ich will gar nicht abgeduscht werden, immer so schmutzig bleiben....mach' Dir nicht so viele Gedanken. Ich warte bis der Regen kommt, dannn wälze ich mich in einer Pfütze und bin wieder sauber oder noch dreckiger. Jetzt schlägst Du die Flügel vor's Gesicht! Dein Kleener hat seinen eigenen Willen. Ja, Papi, als Du noch bei mir warst, es gab nichts Herrlicheres als Deine Fürsorge. Oft war ich sehr bockig und eigensinnig. Dann hast Du mich in Deine Arme genommen, ein Liedchen gesungen und die Welt war für uns beide wieder in Ordnung.
Aber jetzt Papi...,.mit dem stetigen Vergessen werde ich immer selbständiger bis zum Zeitpunkt, wo ich ganz erwachsen werde. Dann brauche ich nur noch mit der Tatze zu wedeln....und alle kuschen. Aber Du gibst mir doch darin Hilfestellung, wie sich ein erwachsener Eisbär zu verhalten hat? Ich kann immer noch viel von Dir lernen.
Mir macht es nichts aus, wenn das Wasser schmutzig ist. Die Leute können mich sowieso nicht mehr so gut sehen, wenn ich im Wasser bin und mir sind sie egal. Als Du bei mir warst, da mußte das Wasser sauber sein! Wie hätte man uns sonst beim Baden zusehen können? Aber jetzt? Alle sind schon glücklich, wenn sie etwas von mir sehen. Viele sagen: "Ach, ist der dreckig, das kann doch nicht der kleine Knut sein!" Lass sie. Wer mich unter Schmutz nicht als den kleinen Knut erkennt... hätte mich auch als Sauberbär nicht erkannt. So sind die Menschen eben. Da machen sie nicht mal mehr ein Foto. Die schönsten Fotos waren sowieso von uns beiden. Und die gingen um die ganze Welt.
Nach Deinem Tod haben unzählige Menschen an meinem Gehege gestanden, Blumen niedergelegt und geweint. Mir war das irgendwie unheimlich. Ich kannte ja nichts vom menschlichen Kummer. Aber nun hast Du mir geschrieben, wie alles zusammenhing und dass die Menschen Dich auch so geliebt haben wie ich Dich. Du hast so schön von der großen Trauer in ihnen erzählt.
Papi, die Welt lag Dir zu Füßen!! Doch Du hast Dich nur um mich gekümmert. Dafür müßtest Du den Orden für Bescheidenheit verliehen bekommen! Und du wunderst Dich, warum Du der große Abendstern geworden bist.
Papi, noch einmal mit Dir in der Schlafkiste schlafen! Mein Pelz ist jetzt schon ganz dick. Ich könnte Dich gut wärmen, wo der Winter bald kommt.
Die Wölfe heulen nachts oft. Jeder im Zoo vermißt Dich.
Was Du schon vor der "Stunde Knut" alles erlebt hast! Trotzdem war ich die Erfüllung Deines kurzen Lebens. Da kann ich aber sehr stolz darauf sein.
Und ich habe nie geahnt, wie krank Du wirklich warst. Dazu war ich zu klein. Du hast um mich gekämpft, damit ich überlebe. Dabei hast Du selbst um Dein Überleben gekämpft. Du hast mich umgehegt und umsorgt. Du warst immer mein Tröster und stets für mich da. Ich hätte Dich umsorgen müssen. Du hast Dich für mich aufgeopfert. Nachher, als ich größer wurde, habe ich es Dir oft mit Ungehorsam gedankt. Das tut mir sehr, sehr leid, lieber Papi! Gerne würde ich es ungeschehen machen. Aber kleine Kinder sind nun mal so, hast Du immer gesagt. Das wußtest Du selbst aus Erfahrung. Ach, Papa, Du warst mir nie sehr lange böse. Du hattest so ein gutes Herz. Nimm mich noch einmal in Deine Arme. Deine wunderschönen, sanften Hände, die haben mich so zärtlich gestreichelt und sie schmeckten so gut. Besonders Deine Daumen, meine Nuckeldaumen! Es waren schon die Hände eines Engels. Ich liebe Dich, Papi. Doch höre ich Deine Stimme nie mehr. Singst Du auch im Himmel?
Papiiii....., obwohl ich es mir nicht eingestehen mag, ich habe solche Sehnsucht nach Dir. Halt mich fest. Ich will keine Torten, ich will Dich. Umarme mich. Die Menschen lieben Dich auch über Deinen Tod hinaus. Und Du schickst ihnen ebenfalls eines Tages das Vergessen.
Papi...mein erster Geburtstag ohne Dich. Es war sehr schmerzlich, obwohl Du immer bei mir warst. Viele haben mich besucht und Dich ebenfalls vermißt. Trotzdem freue ich mich, wieder ein Jahr älter geworden zu sein. Und wo Du nicht mehr bei mir bist....ist es doch gut, schnell erwachsen zu werden.
Du schickst mir Sternenschnuppen, doch die riechen nicht nach Dir. Ach, Papi, ich bin jetzt undankbar. Du bist der beste Schutzengel der Welt und ich so ungerecht. Aber Papa, mein Herz ist noch immer erfüllt von Trauer, auch wenn ich es nicht wahrhaben will. In Gedanken kämpfen wir miteinander. Du spürst mein Gewicht nicht. Da sind einige Kilo mehr kein Grund, sich nicht auf Dich zu werfen. Stark bist Du immer noch. Aber mit meinen vielen Bärenkilos krieg ich Dich leicht runter. Das wären tolle Fotos geworden. Nein, ich will Dich richtig spüren.... Nie würde ich Dir etwas Böses antun. Noch einmal Deine Liebe erleben, Deinen Bart streicheln, der immer so schön kitzelt und dann einen dicken Eisbärenkuss auf Deine Nase von mir. Du hast dabei immer so ein komisches Gesicht gemacht. Waren meine Küsse zu naß? Es wird für mich alles nur noch ein wunderschöner Traum bleiben.
Ich werde meine Liebe zu Dir an meine Nachkommen weitergeben. Sie werden es von Familie zu Familie als Kostbarkeit hüten. Und es wird heißen...."In Berlin lebte vor langer Zeit der Eisbär Knut mit seinem Papa Thomas. Der alles für ihn gab".
Papi, nun funkeln schon die Tannenbäume. Eine festliche Zeit beginnt.
Der erste Schnee! Wie habe ich ihn genossen. Ich habe immer meine Schnauze aufgemacht und die Schneeflocken sind hineingeflogen! Hoffentlich schneit es noch mehr! Du hattest den Schnee angekündigt. Danke dafür, lieber Papa. Welch' große Freude! Lass es bitte noch oft schneien.
Mein Nikolausstiefel war gar nicht mit meinen Lieblingsleckereien, die Du immer für mich ausgesucht hast, gefüllt. Letztes Jahr gab's so viel Gutes, was mein Herz erfreute.
Ronni ist zu meinem persönlichen Pfleger aufgestiegen.. . Er will nur mein Bestes und versucht Dich, so gut es geht, zu vertreten. Aber die große Lücke im Zoo, die Du hinterlassen hast, kann auch er nicht füllen. Leckereien bringt er immer mit, das entzückt natürlich mein Bärenschlemmerherz und stimmt mich freundlich. Ich werde nett zu ihm sein. Eisbärenehrenwort! Irgendwie hat er es auch verdient. Schließlich erledigt er nun alles allein.. Papi, kannst Du ihm nicht himmlisch helfen? Er bricht sonst zusammen!
Ich muß mich umstellen. Es gibt ja keinen wie Dich! Ich will alle nicht. Soll doch der Direktor selber kommen! Bin ich undankbar? Alle werden sagen, dass ich verwöhnt bin! Aber wer solchen Papa hatte....da gibt es keinen Ersatz. Ich seh' Dich schon da oben, geknickt und Dir Vorwürfe machend, dass Du mich so verhätschelt hast. Aber hättest Du mich nicht noch mehr verwöhnt, wenn Du gewußt hättest, das Du nicht einmal mehr meinen 2. Geburtstag erlebst? Auch als Engel hast Du viel Arbeit mit mir: Mußt die Wogen glätten, die Kollegen beruhigen (das fällt Dir bestimmt nicht schwer), aus mir ein Schäfchen machen (sehe ich nicht von der Seite aus wie ein Lämmchen?), das ganz sanft ist.
Warum ist das Leben so schwer? So viel Kummer, so viel Trauriges, so viel Nichtverstehen? Wenn ich eines Tages ganz erwachsen bin, werde ich, so glaube ich, eine Antwort darauf finden. Bis dahin bleiben viele Fragen offen.
Geliebter Papi, halt mich! Fühl mich! Auch wenn ich im Dreck liege ...mir ist alles egal, Papiiii!!!
Paps, nun habe ich so viel geschrieben. Ich hoffe, Du liest das auch alles. Es ist nur noch ein großer Trost in mir. Mein Herz sieht zu Deinem Stern, sieht ihn blinken, sieht einen Regenbogen, sieht im Wassergraben die Sterne funkeln ... doch sanft legt sich der Wind des Vergessen über alles....
Wenn die Eisberge geschmolzen, die Meere verschwunden und alles Irdische versunken ist...dann leben wir zusammen auf Deinem großen Stern bis in die Ewigkeit. Und alles Sehnen hat ein Ende.
Ich schenke Dir mein Herz
In unendlicher Liebe:
Dein kleenes Eisbärensöhnchen

Im Dezember 2008

Geliebter großer Bärensohn!
Himmlischen Dank für Deine lieben Zeilen.
Wenn ich sie so lese.....sie erfüllen mich mit großem Stolz. Du bist erstaunlich selbständig geworden. Da hat Ronni gewiss seine Mühe mit Dir. Hab' ihn ein bißchen lieb. Auch wenn es Dir schwerfällt. Er hat es verdient. Gerne helfe ich ihm "himmlisch", wenn Du es möchtest. Mal sehen, bestimmt kommt er gut alleine zurecht. Er kennt Dich doch schon lange und war während Deiner Babyzeit mir eine große Stütze. Wenn Du alle mit mir vergleichst, schneidet jeder schlecht ab. Dies ist für Dich ein neuer Lebensabschnitt.
Nächstes Jahr wird Dein Nikolausstiefel wieder voller Lieblingsleckereien sein. Dafür sorge ich. Leider habe ich es dieses Jahr vergessen. Siehst Du, auch Dein Schutzengel vergißt etwas. Nikolaus kam so schnell. Ich muß mich erst einrichten. Kommt nicht wieder vor! Großes Ehrenwort!
Du glaubst es nicht: Ich habe hier oben einen angenehmen Herrn getroffen, der genauso gern wie ich musiziert. Allerdings spielt er keine Gitarre und singt nicht, dafür spielt er wunderbar Querflöte. Auch sonst ist er sehr musikalisch und kennt viele große Komponisten seiner Zeit. Er will sie mir alle vorstellen. Ich hoffe, dass wir bald zusammen musizieren können. Du siehst, für allerlei Kurzweil ist gesorgt. Weißt Du Knuti, hier oben ist es einerlei, ob man 1786 oder 2008 gelebt hat. Hier gibt es keine Lebensgrenzen.
Deine Küsse waren überaus feucht! Ich mußte mich erst daran gewöhnen, aber dann konnte ich sie nicht mehr entbehren. Auch die fehlen mir im Himmel sehr!
Das Kaleidoskop des Lebens wirbelt alles durcheinander. Deshalb sei nicht traurig, mein kleiner Bär - neue Eindrücke werden Dich umschmeicheln - Dir ein neues Leben ohne Papa anbieten. Greife zu - fern bin ich Dir nie! Ob Du weit weg von Berlin ein neues Leben beginnst - ich kann es Dir nicht sagen, denn die irdischen Gesetze sind nicht im Himmel gemacht.
Du kennst das Geheimnis unseres Regenbogenpfades, die Wölfe nicht. Deshalb ist unsere Bindung weitaus größer. Darum heulen die Wölfe in der Nacht....schaurig schön schallt es durch Berlin. Sehnsucht nach ihrem Gefährten, der so fern - das Band der Erinnerung wird eines Tages zerreißen. Auch hier wird ein anderer meinen Platz einnehmen. So ist das Leben - kleiner, großer Knut. Du denkst nicht mehr so viel an mich. Jetzt bist Du ganz auf Dich allein gestellt....so ist das Dasein...nur wer den Weg des Überlebens geht, besteht in der rauen Welt.
Würde ich auf einmal vor Dir stehen...könnte ich nie mehr zurück. Denn Dein Instinkt schnuppert mich Tausende von Meilen. Aber so bin ich nicht mehr irdisch und nicht mehr zu spüren...natürlich auf unserem Regenbogenpfad. Der besteht jedoch nur in unseren Gedanken..eine köstliche Fata Morgana der Sinne. So macht der Übergang der Trauer alles erträglicher.... bis auch die Fata Morgana sanft entschwebt. Dann ist Papi ganz entschwunden, aber Dir immer noch nah. Bis dahin machen wir regen Gebrauch von unserem Geheimnis. Ich liebe Dich, mein großartiger Eisbär!
Ich werde Dich nie loslassen können, mein zärtlicher Bärensohn. Papi bleibt in Deiner Nähe. Unser Lebensband spult ab - kürzer - länger - wer weiß? Nutze Dein Leben - !
Du bist der Eisbär des 21. Jahrhunderts!

Ich habe Dich immer lieb, Papi

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.12.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Keine Spur von Mirko (Kriminalroman) von Yvonne Habenicht



Ein Kriminalroman ohne Leichen, Blut und die übliche Klarsicht von Gut und Böse. Dafür geht hier um menschliche Schicksale, die nur allzu vorstellbar sind. Im Mittelpunkt ein ergreifendendes Schicksal von Mutter und Kind.

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