Yvonne Asch

Ein Leben: für nur eine Nacht______Teil 3

 

Was hätte sie da nur fast getan? Ja, sie war sauer auf Manuell und sie hatte auch Grund dazu, aber das Berechtfertige doch noch lange nicht ihr verhalten. Normalerweise war sie ein total treuer Mensch, was ist nur in sie gefahren? Gut, es ist nichts passiert, es kam doch nicht zu Sex, aber wieso kam sie sich dann trotzdem so vor, als hätte sie Manuell betrogen? Sie liebte ihn doch, sie waren jetzt 6 Monate zusammen und den Urlaub wollten sie machen, um mehr Zeit mit einander zu verbringen, aber verbrachten sie jetzt auch mehr Zeit mit einander? Irgendwie ja nicht, er wollte lieber Fußball schauen oder mit seinen neu gewonnenen Freunden zusammen trinken. Hatte sie sich eine Beziehung so überhaupt vorgestellt?

Ihr Hals brannte von der Galle und sie fühlte sich ganz fürchterlich, hing über einer fremden Toilette, gestand sich ein, dass sie zu viel getrunken hatte und hatte schon drei mal gebrochen, außerdem war ihr aus irgendeinen Grund fürchterlich zum heulen und sie sehnte sich nach starke Arme, die sie fest hielten und an sich drückte, sie stellte sich vor wie Stephan durch die Tür kam und sich  zu ihr beugte, sie besorgt ansah und sie dann einfach an  sich zog, aber da war niemand der hin ein kam. Und wieso dachte sie an Stephan wenn sie an starke Arme dachte, eigentlich sollte sie doch an ihren Freund denken. Doch auch dieser kam nicht, wahrscheinlich trank er noch immer. langsam kämpfte sie sich auf ihre Beine und ging zu der Tür, was alles gar nicht so einfach war, alles drehte sich so fürchterlich und sie hatte das Verlangen da nach, einfach wieder zur Toilette zu stürzen und zu….

Doch sie schleppte sich weiter, verließ das WC, schleppte sich über den Flur, zum Fahrstuhl und drückte auf den Knopf… Knopf und nicht den Lichtschalter! Zu spät, jetzt stand sie auch noch in einen dunklen Flur, egal die Fahrstuhltür geht auf und ein älteres Ehepaar tritt hinaus, dabei halten sie gannnnnnnzz viel Abstand von ihr, wahrscheinlich sah sie aus wie ein Zombie und rochen tat sie sicherlich auch so. Also konnte sie es den Beiden  nicht verübeln, das die so viel Abstand hielten. Die wunderten sich noch darüber wieso der Flur nicht beleuchtet war, aber das war Kaja egal, sie war schon im Fahrstuhl und wollte nur noch ins Bett. Das grelle Licht der vielen Knöpfen, bereiteten ihr richtig Kopfschmerzen und außerdem wollte ihr grade nicht einfallen welche Etage ihr Zimmer lag. Dann dachte sie scharf nach und nahm Etage 5 und wie sich her raus stellte war es sogar richtig, sie fand sogar noch unerklärlicherweise ihr Zimmer. Natürlich hoffte sie das mittlerweile auch Manuell wieder da sein müsste, doch er war es nicht, ihr war es ERST einmal egal, sie wollte schlafen und das tat sie auch, sie hatte nicht einmal Kraft und Lust dazu, sich aus zu ziehen, also schlief sie mit Kleidung und das sogar richtig tief und fest.

Am nächsten Morgen straften sie Kopfschmerzen aber dadurch wachte sie nicht auf, jemand streichelte ihr zärtlich über die Wange, langsam öffnete sie die Augen und schaute in das Gesicht von Manuell. Sein dunkles Haar, war schon gekämmt und er sah auch frisch rasiert aus, seine braunen Augen, hatten auch wieder ihre normale Größe. „Guten Morgen Sonnenschein!“, begrüßte er sie und drückte ihr einen Kuss auf ihre Wange. Doch Kaja, hatte den Abend gestern nicht vergessen und sie war noch immer etwas sauer. „Alles okay?“, fragte er sie, als er keine Erwiderung, seiner Begrüßung bekam. Ihre Augen waren zu kleinen Schlitzen zusammen gedrückt, oh ja sie war noch immer sauer. Ohne etwas zu sagen, schaute sie ihn noch einmal strafend an und drehte sich dann um. Er strich ihr liebevoll mit seinen Finger, die Wirbelsäule entlang. „Schatz, nun sei doch bitte nicht mehr sauer wir sind doch zusammen in Urlaub…“, versuchte er es weiter aber wieder bekam er keine Antwort, sie wusste einfach nicht, was sie nun noch zu ihm sagen sollte? Sie war wütend und enttäuscht und außerdem plagte sie ein schlechtes Gewissen. Ob er ihr das wohl noch anmerken würde?

„Kaja, Schatz, ich werde heute den ganzen Tag mit dir verbringen, okay?“, er schien es einfach nicht zu verstehen, dass sie grade wenig Interesse daran hatte mit ihr zu reden. Als er wieder keine Antwort bekam, gab er es dann schließlich auf und erhob sich vom Bett. „Na gut, wie mir scheint bist du noch immer sauer wegen gestern Abend, Schatz hör zu…“, der tat ja fast so als hätte sie über reagiert, plötzlich konnte sie nicht mehr anders, sie sprang vom Bett auf und schaute ihn Wut geladen an „Nein, ich höre dir jetzt sicherlich nicht zu! Du bist einfach so was von ungerecht! Ich wollte den Urlaub mit dir verbringen aber nein du willst lieber Fußball schauen! Ich wollte am Strand mit dir entspannen aber du vergisst mich und seufzt dir lieber die Birne zu! Ich hab also allen Grund mich aufzuregen, so hatte ich mir den Urlaub sicherlich nicht vorgestellt!“, hui, ihre Stimme zitterte schon fast vor Aufregung außerdem sprach sie sehr laut und deutlich, Manuell war deutlich verwundert über ihre Reaktion und schaute sie nun etwas Hilflos an. „Schatz…“, versuchte er es, aber sie wischte sein „Schatz“ mit einer Handbewegung weg. „Verbring den Tag heute doch wieder alleine oder mit deinen neuen Freunden! Ich möchte heute etwas Zeit für mich haben!“, mit diesen Satz, ließ sie ihn einfach im Zimmer stehen und verließ den Raum, in den alten, stinkenden Sachen, aber erst einmal wollte sie ihn nicht mehr sehen müssen, sie war so wütend und enttäuscht und außerdem hatte sie noch immer ein schlechtes Gewissen, sie musste selber erst einmal nachdenken, über all das.

So ging sie erst einmal Frühstücken und sich danach umziehen um dann zum Strand zu gehen.

 

Stephan ärgerte  sich noch immer ganz schön über seinen versauten, ne, ne Moment mal, über seinen nicht versauten Abend. Wieso war sein Freund nicht wie geplant weg gewesen?

Er war so in seinen Gedanken versunken, dass er  gar nicht die Blicke der beiden jungen Frauen auf sich bemerkt. Normalerweise bemerkte er es sofort wenn ihn eine Frau anschaute aber heute, war er einfach nicht ganz da, lag bestimmt an Kaja, die ihn doch irgendwie nach Strich und Faden  verarschte. Sie wollte nicht mit ihn schlafen, dann wollte sie wieder, dann erzählte sie was von treu sein und dann… ach ja, ihr Freund, hatte sie überhaupt einen?

Er schlenderte weiter den Strand entlang der heute etwas voller war, als er es gestern war. Er hatte sich nur ein Handtuch unter den Arm geklemmt und lief in seiner blauen Badeshorts den Strand entlang, auf der Suche nach… Ja, nach was eigentlich? Er musste feststellen das er sich doch wieder nach ihr umschaute, nach der Blonden. Sie war wirklich eine hübsche Frau, keine Frau die nur für eine Nacht war, sie würde sicherlich sich einen Mann nicht so schnell hingeben, wollte er deswegen so furchtbar gerne mit ihr schlafen? Fast hätte er es ja auch geschafft. „Hey Stephan!“, ihre süße Stimme erschreckte ihn richtig, fast hätte er sogar das Handtuch runter geworfen. „Oh Entschuldigung, ich wollte dich nicht erschrecken!“, Kaja entschuldigte sich aufrichtig, aber trotzdem war das Grinsen in ihrer Stimme nicht zu über hören. Er versuchte locker zu wirken und sich nicht anmerken zu lassen, dass er grade nicht mit ihr gerechnet hätte.

„Na du Stürmerin!“, sagte er während er sich zu ihr drehte. Oh Gott, sah sie heute gut aus, das blonde Haar locker zusammen gebunden, dann trug sie ein hell blaues, kurzes, Strandkleid, und eine schwarze Umhängetasche, eigentlich nichts besonderes, aber sie sah so vollkommen aus, unbeschreiblich, er musste sie einfach von oben bis unten betrachten, sie trug ebenfalls wie er keine Schuhe und selbst ihre kleinen, zierlichen Füßen sahen perfekt aus.

„Was soll denn das heißen?“, fragte sie grinsend. „Wie was soll was heißen?“, uh, er war richtig abgelenkt gewesen und nun wirkte er sogar etwas nervös, was war auf einmal los mit ihn? Er musste sich schnellstens wieder fangen.

„Ist ja auch egal, gehst du noch schwimmen?“, fragte sie ihn dann und schaute ihn abwartend an. warum war sie auf einmal so nett zu ihm? Hatte ihr der Abend gestern etwa gefallen? Er konnte sich bei den Gedanken ein Grinsen nicht verkneifen und auch den Gedanken wie freundlich sie wohl jetzt wäre, wenn sie mit einander geschlafen hätten. Er stellte sich ihren Körper richtig unter seinen vor, zitternd, explosiv und bebend, wie sie ihre Hände in seinen Rücken vergraben würde und nach mehr flehen würde, wie sie voller Genuss ihre wunderschönen Augen geschlossen hielt… „Geht’s dir nicht gut?“, ihre Stimme riss ihn aus seinen heißen Tagtraum und er versuchte sich wieder zu fangen. Er musste schnell wieder zum Jäger werden und nicht als Beute enden, die dann sowieso nicht verspeist wird!

„Doch, doch! War nur grade in Gedanken!“, gab er zu und lächelte nun wieder angriffslustig.

„Du kannst also denken?“, grinste sie und ihre Augen strahlten.

„Werd ja nicht frech, Kleine oder willst du das es schlecht für dich endet?“, er mochte es wenn sie ihn ärgerte, oder es zu mindestens versuchte, er mochte unerklärlicherweise so vieles an ihr. „Hast du Zeit?“, fragte sie ihn das grade echt? Warum tat sie das? Warum wollte sie auf einmal Zeit mit ihm verbringen? Nur weil sie Stress mit Manuel hatte, konnte sie doch nicht gleich Trost bei diesen Fiesling suchen! Genau Fiesling, dass traf es richtig!

„Klar doch, ich wollte zu meiner Lieblingsstelle, da hat man seine Ruhe und es ist so herrlich schön da, nichts als nur Natur, ich liebe die Natur!“, was redete er da eigentlich? er liebte die Natur und er hätte hier ein Lieblingsplätzchen, so ein Schmant.

„Dann begeleite ich dich doch!“, langsam machte sie ihn richtig angst, jetzt musste er nur noch hoffen das er auch wirklich eine gute Stelle fand, sonst würde sie ja bemerken das er gelogen hatte und dies würde sich sicherlich nicht sehr gut bei ihr machen.

Also gingen sie Beide den Strand entlang. Sie wusste eigentlich selber nicht so wirklich warum sie dies  jetzt tat und er in der Hoffnung seine „Lieblingsplätzchen“ zu finden.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.12.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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