Ingrid Grote

TOPP, die Wette – Wie es weiterging...1a

 

DER BESUCH

 

„HIMMELLL! Ich bin ja schon daaaaa!“

Irma kommt gerade schwer bepackt vom Einkaufen, und sie hat das Telefon schon von weitem gehört. Was für ein hartnäckiger Anrufer und wer zum Geier könnte das sein? Jessi und Ralf sind immer noch verreist, und sonst fällt ihr auf Anhieb keiner ein.

„Hallo Irma“, sagt eine spöttische Männerstimme, und Irma stutzt, weil sie diese Stimme kennt. Könnte es wirklich sein? Und woher hat er ihre Telefonnummer? Natürlich steht sie im Telefonbuch, aber immer noch mit Exfreund Oliver zusammen, obwohl sie mittlerweile den Anschluss auf ihren eigenen Namen angemeldet hat.

„Wer ist denn da?“ fragt sie vorsichtig, während sie nach Luft ringt, denn sie hat sich ganz schön beeilen müssen, um ans Telefon zu kommen.

„Na, du kennst mich doch!“ Wieder diese spöttische, aber dennoch wohlklingende Stimme.

Sie hat ihn natürlich sofort erkannt, aber das würde sie ihm gegenüber nie zugeben. Es ist tatsächlich Chris. Oh Überraschung! Oh Surprise!

„Oh, der Urlauber“, sagt sie ganz gelassen, obwohl ihr Herz immer noch wie wild klopft, aber das kommt wahrscheinlich vom Laufen. „Und wie war’s so?“

„Gefiel mir richtig gut“, Chris räuspert sich. „Diese Insel hat recht nette Ecken.“

„Obwohl sie rund ist?“ Irma kann sich diesen blöden Spruch nicht verkneifen, obwohl sie immer noch total verblüfft über seinen Anruf ist. Mittlerweile ist es ja drei Wochen her, seit sie mit ihm... Hat sich ganz schön Zeit gelassen, der Blödmann. Wollte sie bestimmt ein wenig quälen. Aber sie hat zum Glück ja kaum an ihn gedacht...

„Ääähh was? Ach so, hahaha...“, wieder räuspert er sich, bevor er sie übergangslos fragt: „Du bist doch wohl nicht schwanger?“

WER? WAS? ICH? Die heiße Sonne von Ibiza hat ihm wohl das Gehirn versengt. Jetzt ist Irma richtig verblüfft, und sie muss überlegen.

Hmmm, andererseits hat er sie auch nicht gefragt, ob sie irgendwie verhütet. Macht er das immer so? Wie unvorsichtig! Das könnte schwer in die Hose gehen, falls er mal an die Richtige, beziehungsweise Falsche kommt, Irma muss grinsen. Aber nicht bei ihr, sie nimmt zwar nicht die Pille, aber sie lässt sich alle paar Jahre eine Spirale einbauen, weil sie die Pille nicht verträgt und Depressionen davon kriegt. Die blöde Spirale verschafft ihr zwar immer heftige Blutungen und auch furchtbare Krämpfe während ihrer Periode, aber da muss man halt mit leben, und bis jetzt hat es ja auch geklappt. Und dann kommt der auf einmal an und fragt so einen Blödsinn. Als ob sie bekloppt wäre, oder es drauf angelegt hätte!

„Nicht dass ich wüsste!“ Sie bemüht sich, ihre Stimme locker und vor allem nicht sauer klingen zu lassen. „Und wenn, dann wäre es ja wohl MEIN Problem!“ Oh, das war vielleicht schon zu emotional, er soll nicht denken, dass er sie mit so einem Mist auf die Palme bringen kann. Aber sie ist auf der Palme! Gütiger Himmel, wenn sie schwanger wäre, dann würde der sich so schnell verdrücken wie ’ne Ratte in die Kanalisation. Wäre ja auch nicht schwer, weil sie weder seinen Nachnamen, geschweige denn seine Telefonnummer weiß.

„Gut“, meint er irgendwie nachdenklich, und seine Stimme hört sich fast bedauernd an, aber da täuscht sie sich bestimmt.

Irma hat keine Lust, noch was zu dem Thema zu sagen, denn das Gespräch erinnert sie an die Nacht mit ihm, und auf die will er ja wohl anspielen. Da ist er wohl mächtig stolz drauf, dass er sie ins Bett gekriegt hat, genauer gesagt IM Bett gekriegt hat. Aber das hat überhaupt nichts zu bedeuten.

„Was meinst du Irma, hast du Lust, bei mir vorbeizukommen? Ich bin gerade in der Badewanne, und du könntest doch dazu steigen...“

„Hmmm...“ Wieder so eine Unverschämtheit vom ihm. Irma hält sich vorsichtshalber die Hand vor den Mund, denn sie befürchtet, ihr könnte sonst eine Beleidigung entwischen. Sie will sich aber nicht von ihm provozieren lassen, also überlegt sie angestrengt.

Ist eigentlich ein verlockender Gedanke.

„Aber ich bin mit meiner Freundin verabredet.“ Freie Erfindung, aber er soll nicht denken, sie hätte am Freitagabend keine Termine.

„Ich wohne in der Ahornstraße Nummer sieben.“ Er wischt ihren Einwand total locker weg. „Du schellst bei Maiwald, es ist die mittlere Schelle, oben wohnt noch ein anderer Maiwald. Und du fährst am besten über die Stadtautobahn.“

„Ich glaube, ich weiß, wo die...“

„Nimm die Ausfahrt Frohnheim! Und dann fährst du direkt links in die Ahornstraße. Es ist ein ziemliches altes Haus.“ Chris lässt sie gar nicht erst ausreden.

Mann, ist der dominant!

„Gut, ich komme.“ Irma weiß selber nicht, wie diese Worte ihren Mund verlassen konnten, denn eigentlich will sie doch gar nicht. Oder etwa doch? Jedenfalls muss sie verrückt sein, wenn sie sich auf diesen Typen einlässt. Aber er reizt sie. Sie will wissen, ob er immer noch so attraktiv aussieht, wie sie ihn in Erinnerung hat. Manchmal kann man sich ja täuschen, und das Objekt der Begierde entpuppt sich beim zweiten Treffen als totaler Blindgänger. Obwohl es jetzt ja schon das dritte Treffen wäre...

Er teilt ihr seine Telefonnummer mit, und Irma schreibt sie in ihr kleines rotes Adressbüchlein, dort wo alle ihre Liebhaber – na ja, so viele sind es nicht – verewigt sind.

Und von wegen Dazusteigen in seine göttliche Badewanne, das kann er sich abschminken. Sie wird erst da sein, wenn das Wasser schon kalt ist. Sehr sehr kalt ist...

 

~~~~~~~~~~~

 

Keine zwei Stunden später fährt sie in Richtung Frohnheim. Und während der Fahrt grübelt sie darüber nach, wie es wohl ablaufen wird und worauf sie achten muss.

Sie darf ihn um nichts bitten, das ist klar, sonst kriegt sie nämlich sofort wieder eine Abfuhr. Sie hat sogar ein paar Zigaretten dabei für den Ernstfall – und zwei Feuerzeuge. Das müsste reichen, sie raucht ja nicht viel, fast gar nichts, aber es könnte ja mal passieren. Was zu trinken wird er ihr wohl anbieten, sie hat nämlich keine Lust, ihren eigenen Wein auch noch mitzuschleppen. Und bei ihr hat er sich ja auch durchgefressen und durchgesoffen.

Sie hat genug Geld eingesteckt, und außerdem trägt sie nichts bei sich, was darauf hindeuten könnte, sie wollte die Nacht bei ihm, beziehungsweise mit ihm verbringen. In ihr winziges Handtäschchen passt gerade mal ein Taschentuch hinein, und das müsste auch der Blödeste erkennen. Okay, Chris ist nicht blöde, ganz im Gegenteil, und deswegen muss man ihn von vorneherein austricksen.

Irma lächelt spöttisch vor sich hin, während sie auf die relativ leere Stadtautobahn abbiegt.

Das Verdeck ihres uralten Cabrios ist aufgeklappt, denn das schöne Wetter hält immer noch an. Sie ist hübsch kaffeebraun geworden, sie trägt ein schwarzes ärmelloses T-Shirt, das ihre Arme wunderbar zur Geltung bringt und dazu eine naturfarbene Leinenhose. Ihre Fußnägel sind dezent hellrosa lackiert, ihre Füße stecken in schlichten schwarzen Sandalen Und im Karmann liegt ein blaues Jeanshemd, falls es abends kühler werden sollte.

Sie ist froh darüber, dass sie dieses uralte Cabrio besitzt, es wird ihm zeigen, dass sie kein armes Mädchen ist. Irma grübelt weiter: Viele Männer lieben ja arme Mädchen. Es schmeichelt ihrem Ego, wenn sie die Kohle haben und bestimmen können, wo’s langgeht. Aber nein, der ist zu geizig dafür! Aber es könnte ja sein, dass er nur ihr gegenüber so geizig ist, und vielleicht schmeißt er sonst das Geld massenhaft für Frauen raus. Aber eigentlich glaubt sie das nicht. Er ist geizig! Oder eher sparsam? Na, wen juckt’s, sie ist kein armes Mädchen und kann sich selber ein Bier und ein Auto leisten.

Chris’ Wegbeschreibung ist gut, und sie findet auf Anhieb die Straße, in der er wohnt.

Hahaha, the street where you live...

Es ist eine ruhige Straße, obwohl sie fast schon in der Innenstadt liegt, es gibt viele freie Parkplätze – die Anwohner sind bestimmt alle ins Grüne gefahren – und sie kann in Ruhe nach der Hausnummer sieben Ausschau halten. Altes Haus, hat er gesagt.

Es gibt nur ein älteres Haus auf der ungeraden Seite, und das ist fast schon eine Villa, bisschen heruntergekommen vielleicht, aber stattlich, wirklich stattlich. Automatisch muss sie an Chris’ Körper denken, der absolut nicht dick war, aber überaus stattlich! Und gut ausgestattet war er auch... Leider muss sie auch an Felipes monströses Teil denken, und sie wird etwas rot. Wie konnte sie sich nur auf so was einlassen.

Irma kann direkt vor dem Haus parken, sie steigt aus und will ihr Verdeck schließen, denn möglicherweise gibt es Perverse, die ihren alten CD-Player samt CDs klauen könnten. Ist zwar unwahrscheinlich, aber könnte ja sein.

„Hey Irma“, hört sie von oben eine Stimme, und sie blickt hoch.

Chris steht auf einem verschnörkelten großen Balkon und zieht sich gerade ein Hemd an. Er sieht toll aus, jedenfalls von weitem.

„Fahr’ in die Einfahrt, dann kannst du das Verdeck offen lassen.“ Chris deutet mit der Hand nach rechts.

„Okay.“ Irma nickt, steigt wieder ein und fährt in die Einfahrt, die sehr lang ist. Er hat Recht, hier ist es wohl sicherer. Und sie hat vergessen, wie saugut er aussieht. Nein Quatsch, hat sie natürlich nicht, so was kann man nicht vergessen, höchstens verdrängen.

Er steht mittlerweile unten in der Haustür und gibt ihr wieder diesen obligatorischen Kuss auf die Stirn, und sie nimmt den Kuss gleichgültig in Empfang, denn das macht er bestimmt bei jeder Frau.

Schöner Hausflur, alte Fliesen auf dem Boden, weiß gestrichenes geschnitztes Treppengeländer, Jugendstil halt.

Seine Wohnung liegt im ersten Stock. Anscheinend gibt es nur drei Wohnungen in diesem Haus. Unten auf den Schellen haben nämlich nur drei Namen gestanden, unter anderem Maibach und Christopher Maibach, das ist dann wohl Chris. Wer mag wohl der andere Maibach sein? Ein Verwandter?

Es gibt keine typische deutsche Diele in dieser Wohnung, sondern es geht wie in amerikanischen Fernsehserien sofort in einen großen Raum. In diesem Raum steht nicht viel drin außer einem Schreibtisch, der ziemlich antik aussieht, einem großen braunen Ledersofa – Gott sei Dank ist das Leder nicht glatt, sondern sieht angeraut und warm aus – einem kleinen Tisch davor und einem Fernseher. An zwei Wänden des Raumes befinden sich alufarbene transparente Regale (IKEA?), die vollgestopft sind mit Büchern, Aktenordnern und Zeitschriften, und auf der freien Wand hängt ein Druck von Degas’ Balletttänzerin. Irma steht ja eigentlich mehr auf die Expressionisten, aber Degas ist auch ganz nett. War er überhaupt Impressionist? Dieses Licht deutet zwar drauf hin, aber sie meint gelesen zu haben, dass er alles im Atelier gemalt hat und nicht draußen in der Natur.

Und es gibt zwei Türen in diesem Raum, die wohl irgendwohin führen. In die Küche vielleicht. Oder ins Schlafzimmer...

Chris’ Anlage ist nicht so übertrieben wie die der meisten Männer, die sie kennt. Und dabei muss sie besonders an Bernie denken, der hatte Boxen so groß wie Wandschränke. Kann es sein, dass die Liebeskunst der Männer proportional mit der Größe der Boxen im Zusammenhang steht? Je größer die Boxen, desto schlechter ist ein Kerl im Bett? Könnte stimmen.

Ein interessantes Cover liegt auf dem Boden vor dem CD-Regal. Eine ziemlich expressionistische papageienbunte Frau ist darauf zu sehen. Irma nimmt das Cover in die Hand und liest den Namen der Band.

Es handelt sich zu ihrem großen Erstaunen um ‚the The’. Es ist das erste Mal, dass sie das Originalcover sieht, denn sie hat die Musik ja nur als MP3, aufgenommen von ihrem Freund Ralf.

„Du hast dir ‚the The’ gekauft?“

„Klar doch!“ meint Chris und lächelt.

Er hat sich ‚the The’ gekauft! Irma ist schwer beeindruckt, denn er hat es bei ihr zum ersten Mal gehört, dieses Album. Es stammt aus den 80er Jahren und war nie so richtig bekannt.

 

Der Fernseher läuft. Er hat wohl Leichtathletik geguckt, bestimmt die Olympiade. Hat sie letztens auch geguckt, und zwar Turmspringen. Ihre Freundin Susanne war da, und man amüsierte sich köstlich über die Profile der Turmspringer in ihren Badehosen...

Nun denn, die Spiele sind eröffnet!

Irma setzt sich auf das braune Sofa aus Büffelleder – zumindest hält sie es für Büffelleder – und es fühlt sich gut an. Nicht so ekelhaft rutschig wie der Barhocker im Café Klack an diesem entsetzlichen Abend mit Felipe. Was hat sie sich eigentlich dabei gedacht? Gar nix wahrscheinlich. Und sie fühlt sich erleichtert, weil nichts passiert ist. Nichts passiert? Von wegen, es ist viel zuviel passiert, und sie hat irgendwie ein schlechtes Gewissen, aber nur sich selber gegenüber, mit Chris hat das nichts zu tun, der hat keinerlei Ansprüche auf sie.

Chris setzt sich in gebührendem Abstand neben sie. Auf dem Tisch stehen eine Flasche Cola, eine Flasche Rotwein und Gläser. Rotwein wäre zwar gut, aber sie nimmt sich von der Cola, es ist besser, nüchtern zu bleiben.

Im TV ist gerade Hammerwerfen angesagt. Der eklig muskulöse ungarische Werfer schleudert den Hammer mit einem Urschrei aus dem Käfig heraus und erzielt wohl eine echt gute Weite, was den dämlichen Sportreporter dazu bewegt, mit begeisterter Stimme und rollendem ‚RR’ von sich zu geben:

Das warr ein irre weiterr Wurrf, err könnte damit die Führrung überrnehmen. Das ist Trradition! Ja, Ungarrn warr immerr schon eine Hammerrwerrferrnation!

Irma blickt Chris an. Und er blickt sie auch an. Sein Blick ist seltsam, er schaut sie an, als wollte er sie prüfen. Aber das macht ihr gar nichts aus, sie hat ja nichts zu verlieren.

„Was meinst du, Chris? Geht man in Ungarn nach Feierabend immer in den Park und wirft ein paar Hämmer? Oh, ist Hämmer eigentlich die Mehrzahl von Hammer?“

„Weißt du was, Irma? Ich glaube, ich habe dich vermisst“, er grinst bei diesen Worten, und natürlich ist es eine Lüge. Es ist sonnenklar eine Lüge.

„Meinst du mich oder vielleicht Teile von mir?“ Irma hofft, dass er ihr jetzt keine patzige Antwort gibt, so was in der Art von: Wie kommst du darauf, dass so einer wie ich so etwas wie dich und seien es auch nur Teile von dir in irgendeiner Art und Weise vermisst hat?

Sie muss mehr aufpassen, sonst legt er sie herein. Und vielleicht hat sie sich schon zu weit aus dem Fenster gelehnt.

„Genau das habe ich vermisst.“ Er lächelt irgendwie heimtückisch.

Wie hat er das gemeint? Ist das jetzt eine Finte, um sie in Sicherheit zu wiegen? Sie stellt ihm jede Menge Fragen, und er beantwortet sie gar nicht richtig, der Blödmann! Und was will er überhaupt von ihr?

Jedenfalls macht er keinerlei Anstalten, sie irgendwie zu berühren und seien es auch nur ihre primären sexuellen Zonen. Warum ist sie eigentlich hier? Ha, noch mehr Fragen... Er will doch gar nichts von ihr.

Sie gucken weiter Fernsehen, und die Entfernung zwischen ihnen verringert sich nicht. Aber es ist lustig. Chris ist nicht so ein Ochse wie ihr Ex Oliver, der ihre Witze nicht verstand, und sie muss nicht durch Alkohol auf Touren kommen, um wie bei Olivers Freund Bernie überhaupt eine zweifelhafte Verständigung herzustellen. Der erzählte ihr tatsächlich nach dem Beischlaf von transzendentaler Meditation. Er hatte tatsächlich schon mal einen fliegen sehen. So einen seltsamen Yogi, der sich ein paar Zentimeter in die Luft erheben konnte. Na und wenn schon!

Irma kann es nicht verhindern, dass sie auflacht, und Chris, nein er heißt ja Christopher, blickt sie erstaunt an.

„Hast du schon mal einen fliegen sehen?“ fragt sie ihn. Oh je, noch eine Frage. Chris muss sie ja für unheimlich neugierig halten.

Er schüttelt den Kopf und muss lachen, anscheinend weiß er, was sie meint. „Nein, und das ist doch albern“, sagt er. „Wenn ich fliegen will, dann bevorzuge ich ein Flugzeug…“

„Gott sei Dank!“ Irma atmet erleichtert auf. Wenigstens hat er keine spirituellen Neigungen, egal was man sonst über ihn denken mag.

 

Es ist fast so witzig wie mit ihrer Freundin, nein es ist besser als mit ihrer Freundin. Sex hängt in der Luft, Chris sieht so hinreißend aus, dass sie ihn berühren will. Ihre Augen hängen unauffällig an seinem Mund, sein Mund sieht wunderschön aus, so ausdrucksvoll und so sensibel... Kicher! Der und sensibel! Der ist doch nur sensibel, wenn’s drum geht, eine Frau ins Bett zu kriegen. Er trägt eine enge Jeans und dieses weiche tiefblaue Hemd darüber. Seine Haare sind ein wenig ausgebleicht von der Sonne, sie sind leicht lockig und nicht mehr so lang wie vor drei Wochen. Aber seine weiße Strähne sieht immer noch genauso affig und sexy aus, und sie möchte ihm gerne übers Haar streicheln, aber natürlich gibt sie diesem Verlangen nicht nach. Das wäre ein gefundenes Fressen für ihn.

„Wie kommst du eigentlich mit deinem guten Aussehen klar?“ Oh nein! Aber sie kann sich die Frage nicht verkneifen. Und es ist ja nicht verkehrt, er weiß, dass er gut aussieht, und er weiß, was für eine Wirkung er auf Frauen hat.

„Ganz gut, denke ich“, sagt er amüsiert und schaut sie wieder so seltsam prüfend an.

„Warum frage ich überhaupt?“ Irma muss lachen. Und was soll der ganze Scheiß eigentlich? Berühren will er sie nicht, die Hoffung hat sie sich mittlerweile abgeschminkt. Und sie selber wagt es nicht, ihn zu berühren, weil sie Angst vor einer Abfuhr hat. Vielleicht macht er sich einen Spaß daraus, will sie zu irgendwas provozieren. Aber darauf kann er lange warten.

Stattdessen schlägt er vor, einen trinken zu gehen. In ein Lokal, das nicht weit und auch ganz nett wäre.

Na super! Was soll das? Will er sie nur demütigen, indem er ihr sein Nichtinteresse so deutlich zeigt? Wäre ihm durchaus zuzutrauen.

 

Fortsetzung folgt

Alle Irma-Chris Geschichten sind auf meiner Homepage, und zwar dort:
http://ingridgrote.de/html/bucher.html
Ingrid Grote, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.01.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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