5 Jahre
ja oder nein, was soll ich sagen? mama hat gesagt , wenn papi mich fragt, wen ich lieber habe, ihn oder sie, dann soll ich sagen, dass ich ihn lieber habe.... aber wird mami nicht traurig sein? ich bin immer traurig, wenn papi sagt, er hat bruderherz lieber als mich.. ich werd jetzt mal sagen, dass ich mami lieber habe. wieso schubst papi mich weg und warum schreit er so? hat er mich nicht mehr lieb? mami weint, warum weint sie wenn ich sage ich habe sie lieber hab als papi? bis jetzt habe ich immer gesagt, ich habe papi lieber und da hat sie nicht geweint, sie war erleichtert, aber jetzt weint sie, ich versteh das nicht.
7 Jahre
mami? was ist denn passiert? warum schreit papi denn schon wieder so? immer muss er schreien... warum läuft er raus? jetzt sind nur wir beide im zimmer... schon wieder sehe ich diese tränen in deinen augen. Halt, neiin, du blutest ja! was soll ich papi sagen wenn er fragt? ich soll sagen, das glas wäre dir hinuntergefallen um beim scherben einsammeln hast du dich geschnitten? Aber ich habe doch gesehen, dass das nicht stimmt, du hast das glas so lange gedrückt bis es zersprungen ist! bitte mach so was nie wieder bitte mami, bitte. Sonst glaubt dir papi nicht und schreit wieder und tut dir weh...
10 Jahre
wann ist endlich dieser elternsprechtag zu ende... ah, endlich, jetzt sind ich und mama an der reihe, die letzte lehrerin für diesen elternsprechtag... wer klopft denn da, sieht der denn nicht, dass andere draußen warten bis wir fertig sind? papa? was will der denn hier? o nein... bitte nicht hier ... bitte nicht vor meiner lehrerin, das ist doch meine lieblingslehrerin, er kann mama doch nicht hier vor der lehrerin und bei offener tür eine scene machen, und das nur weil omi und opi nicht gegessen haben? ich kann die lehrerin nicht einmal anschauen... ich fühle ihren blick auf mir, doch ich selbst kann sie nicht ansehen. endlich sagt mama wir sollen gehen... nie, nie werde ich ihm das verzeihen, nie werde ich das vergessen. noch 8 jahre, dann kann ich endlich weg von ihm...
14 Jahre
nacht...schreie... mama? mama? was ist passiert? warum hast so in der nacht geschrieen? was hat er wieder gemacht, ich weis doch das er es war... irgendetwas hat er gesagt, dass du so bist, wie du jetzt bist. nun hör doch auf mami, reiß dich zusammen. du hörst doch, was er sagt, er wird es wirklich tun, er wird dich in die nervenheilanstalt schicken, wenn du dich nicht zusammenreißt! und wenn das passiert, dann bin ich entgültig weg. dann hält mich nichts mehr hier. alleine werde ich nicht mit ihm fertig, ich brauche dich doch! wir beide müssen doch zusammenhalten, wir beide müssen uns doch gegenseitig stärke geben, wenn du nun zusammenklappst, dann habe ich niemanden mehr! bruderherz ist doch schon halb aus dem haus, dann werd ich ganz alleine sein! bitte, nun hör doch auf zu zittern, siehst du nicht, wie er immer wütender wird? mami, bitte, beruhige dich wieder, ich will dich nicht verlieren, ich kann dich doch nicht verlieren, ich darf dich doch nicht verlieren!
18 Jahre
Du kannst es schaffen! Wenn du 18 Ehejahre mit ihm durchgestanden hast, dann schaffst du es auch alleine. Ich weiß, dass du noch nie alleine auf dich gestellt warst, aber ich helfe dir doch! du weißt, ich kann dich nicht alleine bei ihm lassen! ich möchte doch endlich auf eigenen beinen stehen, doch ich werde nicht gehen, solange du noch bei ihm bist. so kann ich dich beschützen, aber das kann ich doch nicht mein ganzes leben lang machen! ich brauche gewissheit, dass du in sicherheit bist, wenn ich nicht da bin... du wirst es schaffen, du kannst von ihm los werden, du bist nicht abhängig von ihm, er ist viel mehr abhängig von dir als du von ihm! nun wird er alleine sein, ohne irgend jemanden! das hat er auch verdient!
WIR haben es verdient endlich glücklich zu sein!
jetzt sind wir endlich an der reihe, unser leben für UNS zu leben!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.02.2009.
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Die blauen Märchen. Märchen für kleine und grosse Kinder
von Elke Anita Dewitt
"Wie willst du mir denn helfen, liebe Birke?", seufzte Elise traurig.
"Ich kenne viele Geschichten, die der Wind mir zugetragen hat. Als Kind hast du mich mit Wasser und deiner Fürsorge genährt. Heute nähre ich dich mit meiner Kraft und meinen Geschichten."
"Erzähle mir deine Geschichten, lieber Baum," sagte Elise.
Da begann die Birke zu erzählen. "Dies sind die Geschichten der Blauen Märchen."
So lyrisch beginnt eines der "Blauen Märchen", die Elke Anita Dewitt in ihren neuen Buch erzählt und die voller Zauber nicht nur Kinder begeistern, sondern auch das Kind gebliebene Herz, das in jedem Erwachsenen schlägt.
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