Bianca Hard

Blutige Tränen - Kapitel 2

 

 

Angst und Verzweiflung machen sich in mir breit.
Wie sollte es nur weiter gehen?
Ich habe die Wahrheit kennengelernt
und muss nun alleine damit Leben.
Ist es das überhaupt wert?



Witternd stand er auf dem Dach der Villa außerhalb der nahen Stadt. Die Nacht war schon längst hereingebrochen. Es wurde Zeit zu gehen. Ryan und Kora warteten schon auf ihn. Er konnte ihre Ungeduld spüren und sie in ihren Gedanken lesen. Ein Lächeln zog über sein Gesicht.
Dass sie es immer so eilig hatten, dachte er, dabei hatten sie doch alle Zeit der Welt. Und das wortwörtlich.

Alle drei freuten sich endlich einmal wieder unterwegs sein zu können. Die Wochenenden brachten immer Abwechslung mit sich denn dann hatten die Clubs und Bars offen. Freudig vor Erregung der kommenden Nacht beeilten sie sich um endlich dem tristen Alltag zu entfliehen.
Ryan hatte Kora liebevoll im Arm und drücke ihr einen Kuss auf ihre roten Haare. „Ich kann es kaum erwarten dich endlich wieder tanzen zu sehen!“ murmelte er ihr in ihr Haar. „He ihr zwei Turteltauben! Ihr seid nicht alleine hier!“ gespielt empört regte sich Raffael über die beiden auf. Es war nicht immer leicht für ihn die beiden so zu sehen und zu wissen dass ihm solch ein Glück wahrscheinlich nie zuteil werden würde. Kora grinste ihn an. „Abwarten,“ sagte sie geheimnisvoll „manchmal geht so was schneller als man denkt.“
„Als ob Zeit für uns eine Bedeutung hätte.“ Raffael verzog das Gesicht.

Als sie in den großen Raum eintraten, überflutete sie eine Welle von Gerüchen, Lichtern und Geräuschen ihre Sinne. Aber es dauerte nur ein paar Sekunden dann hatten sie sich an die Eindrücke gewöhnt, und soweit heruntergeschraubt das es für sie erträglich war. Nun steuerten sie ihren angestammten Platz in einer Ecke des Clubs an.
Die Musik dröhnte laut aus den großen Boxen. Jeder Bassschlag ließ das Herz erzittern und drückte die Luft aus den Lungen. Die bunten Laserlichter zucken wild durch den Raum und erhellten immer nur Stückchenweise das was sie gerade anstrahlten. Heute war Freitag, das hieß dass der ganze Club restlos überfüllt war. Über all standen die Menschen dicht gedrängt und ein vorwärts kommen schien fast ein Ding der Unmöglichkeit. Aber nicht für sie.
Ohne das es auch nur einer wagte ihnen den Weg zu versperren durchquerten sie den Raum. Viele Augenpaare von den anderen Besuchern blieben an ihnen haften, die meisten bewundernd, aber auch einige neidische Blicke trafen sie. Kora begann sich im Takt der Musik um Ryan herum zu bewegen. Und Ryan hatte nur noch Augen für sie. „Na dann lass ich euch mal allein.“ Schmunzelte Raffael. Nur ein kurzes „Mh...“ kam von Ryan zurück.

Raffael zog los. Heute Abend hatte er keinen Nerv dazu seine beiden Geschwister so verliebt tanzen zu sehen. Er brauchte unbedingt Ablenkung. Naja vielleicht fand er ja auch ein nettes Mädel mit dem er sich nett unterhalten konnte. Dachte er sich. Auch wenn es dann wahrscheinlich so ausgehen würde das sie ihn unbedingt mit zu sich nach Hause nehmen wollte. Bei diesem Gedanken musste er grinsen. Sein Ziel war die Empore, von dort aus hatte man einen idealen Überblick über den Club. Und ohne zu arg aufzufallen konnte er von dort aus die Menschen beobachten.

Gerade als er die Treppen nach oben gehen wollte, kam ihm ein Mädchen entgegen. Er erkannte sie sofort. Sie achtete nicht wirklich darauf wo sie hintrat, rutschte auf der letzten Stufe aus und fiel ihm fast direkt in die Arme. Gerade noch rechtzeitig konnte er sie auffangen.
Wie vom Blitz getroffen blieb er stocksteif stehen und starrte sie in seinen Armen an. Sie starrte genauso zurück und bewegte sich keinen Millimeter. Die paar Sekunden die sie so da standen und sich gegenseitig tief in die Augen starrten, fühlten sich an wie Stunden. Und dann plötzlich erwachte sie aus ihrer Starre. „Ähm Verzeihung...“ murmelte sie. Die Situation war ihr merklich unangenehm und so wandte sie schnell den Blick von ihm ab und befreite sich aus seinen Armen, die sie immer noch festhielten.
Nur einen kurzen zögerlichen Blick warf sie ihm noch zu, dann drehte sie sich um und mischte sich unter die Menge.
Sein plötzlich aufsteigender Blutdurst war fast unerträglich. Die Berührung von ihr hatte ihn getroffen wie ein Schlag in den Magen. Nur mit der größten Anstrengung war es ihm gelungen sie nicht gleich hier vor all den anderen Leute abzuschlachten.
Ihr Duft hing immer noch in seiner Nase, er wollte ihr schon hinterher gehen um sie in einem guten Augenblick mit sich aus dem Club zu zerren und endlich seinen Durst nach ihr zu stillen. Doch dann besann er sich.
Die Bilder seiner Fantasie erschreckten ihn, er schüttelte den Kopf. Tief atmete er noch einmal durch die Nase ein. Ihr Geruch war immer noch da! Er war so verführerisch! Und brachte ihn fast um den Verstand.
Er spürte wie sich sein Magen schmerzhaft zusammenzog und ihm das Wasser im Mund zusammenlief. Schon fast verzweifelt rang er um seine Selbstbeherrschung.
Als Raffael sich so halbwegs wieder unter Kontrolle hatte, änderte er sein Ziel und ging wieder in die Richtung aus der er gekommen war. Er musste hier raus. Noch so ein zusammentreffen mit ihr würde sie nicht überleben. Das war so sicher wie die Sonne, die jeden Tag auf- und wieder unterging.

 

 

 

Was war das eben gewesen? Bianca war immer noch total verwirrt. Sie wollte nur kurz auf die Toilette und dann musste sie ausgerechnet Raffael in die Arme fallen. Und dann sein Blick.
Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Seine Augen waren fast schwarz gewesen, nicht so wie bisher leuchtend Blau, wie ein Saphir. Und wie er hatte sie angestarrt hatte, als ob sie sein Lieblingsessen wäre! Bei diesem Gedanken kamen ihr die Worte ihres Vaters in den Sinn. Mit einem Kopfschütteln wollte sie sie vertreiben. Nein. Er war nur ein ganz gewöhnlicher, ok vielleicht nicht ganz so gewöhnlich wenn sie die Schmetterlinge in ihrem Bauch beachtete, junger Mann.
Und trotzdem ließ sie das Gefühl nicht los das er mehr war als es auf den ersten Blick schien. Als sie sich berührt hatten, hatte es ihr einen richtigen Schlag gegeben. Ihr Herz pochte immer noch wie verrückt und da wo er sie berührt hatte, konnte sie immer noch seine Hände auf ihren Armen spüren.
So schnell es in dieses Gewühl zuließ drängte sie sich in Richtung Toilette. Jetzt war ihr auch klar warum sie vorhin so ein komisches Gefühl gehabt hatte. Sie hatte gespürt das Raffael da war. Aber wieso konnte sie ihn spüren?
Auf der Toilette war sie zum Glück alleine. Bianca stütze sich auf dem Waschbecken ab und atmete erstmal wieder tief durch. Der ganze Abend wurde ihr einfach zuviel. Ihr kamen die Bilder von am Montag in den Sinn. Als sie in Richtung Parkplatz lief und Raffael sich bei nahe auf sie gestürzt hatte. Jetzt hatte sie keine Zweifel mehr daran dass es wirklich passiert war.
Auf einmal bekam sie Angst. Warum wusste sie selbst nicht. Bildete sie sich seine Hasserfüllten Blicke manchmal nur ein? Aber eben war von seinem Hass nichts zu fühlen gewesen.
Der Abend wurde ihr allmählich zuviel. Sie wollte nur noch nach Hause. Noch so ein zusammentreffen und sie würde.... ja was würde sie dann tun? Einen Nervenzusammenbruch bekommen? Ihm um den Hals fallen und seine unglaublich sinnlichen Lippen küssen? Oh je! Wie kam sie nur auf so eine blöde Idee!

Schnell Spritze sie sich kaltes Wasser ins Gesicht und verließ die Toilette. Kurz überlegte sie wo sie Marie wohl finden konnte. Sie wollte nicht gehen ohne ihr Bescheid zu sagen. So klapperte sie Raum für Raum ab und fand sie schließlich im Chill-Out Bereich, mit Paul knutschend.
„Ähm, Marie?“ räusperte sie sich um auf sich aufmerksam zu machen. „Oh, hey Bianca! Was ist los? Du bist ja ganz blass! Hast du einen Geist gesehen?“ witzelte sie.
„Was? Nein. Ähm... Mir geht es einfach nicht so gut. Ich denke ich werde nach Hause fahren.“
Besorgt schaute Marie sie an. „Ok, wir holen nur noch schnell unsere Jacken und dann können wir gehen.“
„Nein. Schon gut, ich werde mir ein Taxi nehmen. Macht ihr euch noch einen schönen Abend.“ Noch bevor Marie etwas erwidern konnte, wurde sie von Bianca umarmt. „Viel Spaß noch!“ wünschte sie den beiden und verschwand in der Menge.
Bianca stand schon an der Gardarobe, als ihr auf einmal brennend heiß Lukas einfiel. Wie hatte sie ihn nur vergessen können? Sollte sie noch mal zurück? Nein. Ihr war die Gefahr zu groß noch einmal Raffael in die Arme zu laufen. Lukas würde ihr bestimmt verzeihen wenn sie es ihm am Montag in der Schule erklärte.




Seine Geschwister waren schnell gefunden. Bevor er sie erreichte schottete er seine Gedanken vor ihnen ab. Sie mussten nicht wissen wie verwirrt er war. „Hi Raffael schon wieder hier?“ begrüßte Kora ihn. „Ja, ähm ich geh nach Hause. Hab noch was zu tun.“
Ryan warf ihm einen besorgten Blick zu. „Macht euch keine Sorgen. Wir sehen uns später.“ Leicht gereizt drehte er sich um, verließ den Club und ließ seine verwunderten Geschwister stehen.

Außerhalb des Clubs bog er in eine Seitenstraße ein. Er müsste eigentlich dringend nach Hause etwas trinken, doch irgendwas hielt ihn davon ab. Es war so eine schöne Nacht. Die Sterne leuchteten am Himmel und auch die Mondsichel war zu sehen. Sein Durst wurde unerträglich, schon lange hat er ihn nicht mehr so intensiv gespürt wie heute Nacht.
Sobald er unbeobachtet war, begann er zu laufen. So schnell das er für das menschliche Auge unsichtbar war. Während er lief geisterte SIE immer wieder durch seinen Kopf. „Bianca...“ leise murmelte er ihren Namen vor sich hin. Er zerging ihm beinahe wie zarte Schokolade auf der Zunge. In seinem Geist sah er ihr schmales, fast zierliches Gesicht vor sich. Die hellgrauen Augen die immer so Gedankenverloren blicken, als ob sie in einer anderen Welt leben würde. Ihr Lächeln, von ihren süßen, verführerischen Lippen, erreichte diese Augen fast nie. Ihre lila Haare, er musste schmunzeln, welche Haarfarbe sie wohl in Wirklichkeit hatte?, die auf der linken Seite kinnlang waren, hinten kurz geschnitten und hochgestylt und rechts das Ohr frei geschnitten. Es war ungewöhnlich, aber es passte gut zu ihr. Es zeigte umso mehr, dass sie anders war.
Ohne es zu wirklich zu registrieren war er auf eine Lagerhalle ein paar Blocks vom Club entfernt stehen geblieben. Hier war sein Lieblingsplatz. Er konnte von hier aus fast die ganze Stadt überblicken und die Umrisse der Berge im Hintergrund sehen. Es erschreckte Raffael, das er so über SIE nachdenken musste. Die ganze Zeit war es Hauptsächlich ihr Blut gewesen das er ihr am liebsten sofort genommen hätte. Und jetzt? Jetzt hörte er sich schon fast so an wie Ryan wenn er über Kora sprach! Nein das konnte er nicht zulassen. Er musste sich dringend etwas einfallen lassen. Er ließ seinen Geist durch die Nacht schweifen und erstarrte plötzlich.

Er hörte 5 fremde Vampire, alle noch relativ jung, sie hatten es auf ein junges Mädchen abgesehen, das alleine unterwegs war. Gerade planten sie wie sie sie am besten in eine Seitenstraße locken konnten um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Vorsichtig durchstöberte er ihren Geist. Immer bereit sich sofort zurück zu ziehen falls sie in bemerken sollten. Mit unglaublicher Geschwindigkeit machte er sich auf den Weg als das Bild des Mädchens, das sie zerfleischen wollten, seinen Geist durch zuckte.
Bianca!
Raffael konnte ihre Vorfreude fühlen. Für sie war es nur reiner Zeitvertreib. Ihren Hunger hatten sie schon längst gestillt. Hass stieg in ihm auf, er konnte nicht verhindern dass ein gefährliches Knurren aus seiner Kehle entwich. Das konnte er nicht zu lassen! SIE gehört nur IHM!
Sie hatten sie nun in eine Ecke gedrängt und knurrten sie an. Biancas Angst versetzte die jungen Vampyre in eine Euphorie. Sie hatten nicht vor sie sofort zu töten. Zuerst wollten sie ihren Spaß mit ihr haben.
Zwei stützten sich auf sie, drückten sie auf den Boden und hielten sie an den Armen fest. Einer anderer war schon über ihr und zerriss ihr gerade die Kleidung. Die Restlichen zwei lachten und grölten. Es zerriss Raffael fast vor Wut als er die Szene in seinen Gedanken miterleben musste.
Er stieß ein markerschütterndes Brüllen aus das in einem tiefes Knurren überging. SIE gehörte IHM! Nur ihm! Keiner durfte auch nur daran denken sich an ihr vergehen zu wollen! Die Vampyre horchten auf. Sie hatten ihn gehört. Und trotzdem das sie vorgewarnt waren, waren sie nicht schnell genug. Denn schon war er bei ihnen und riss den Vampir der sich eben noch an Bianca vergreifen wollt von ihr runter. Raffael packte den Kopf von ihm und mit einem kurzen, kräftigen Ruck hatte er ihn auch schon abgerissen. Der Vampyr zerfiel zu Staub ohne überhaupt einen Sßchmerzenslaut von gegeben zu haben
Eine Welle von Panik und Verzweifelung schwappte von Bianca herüber, sie war fast ohnmächtig vor Angst.
Es tat Raffael schon fast körperlich weh sie so zu sehen. Ihre Kleidung zerrissen, die Augen weit aufgerissen, das Make-Up von Tränen verschmiert. Seine Wut wurde durch ihren Anblick nur noch größer.
Doch die jungen Vampyre hatten sich von seinem Überraschungsangriff erholt und standen ihm nun zu viert gegenüber. Ihre Haltung leicht gebückt, die Zähne gefletscht, die Augen tiefschwarz, sie warteten nur darauf das er einen von ihnen Angriff und sich die anderen über ihn hermachen konnten.
Sein Vorteil war das er ihre Gedanken hören konnte. Sie aber seine nicht. Dafür waren sie noch zu jung.
Und dann hörte er plötzlich seine Geschwister. >>Wir sind gleich bei dir.<< Im Grunde war es ihm egal. Zur Not wäre er auch mit allen vieren gleichzeitig fertig geworden. Als er fühlte das sie in 2 Sekunden zu Stelle war, griff er den Vampyr der der ihm an nahesten stand an. Blitzschnell packte er ihn an der Kehle und drückte zu. Das Geräusch von Knochenbrechen erklang in seiner geschlossenen Faust. Die andere freie Hand stieß er dem Vampyr in die Brust und riss ihm das Herz raus. Und schon zerfiel er in seinen Händen zu staub.
Die anderen drei hatten keine Gelegenheit sich mit Raffael anzulegen. Zwei von ihnen wurden in demselben Augenblick zu Staub wie ihr Kamerad. Nur der letzte hatte Glück. So schnell er konnte rannte er um sein Leben.
Ryan wollte ihm schon hinterher, doch Raffael hielt ihn zurück. „Lass ihn. Er wird uns keinen Ärger mehr machen.“
Dieser starrte ihn wütend und ungläubig an.
Doch Raffael hatte nur noch Augen für Bianca. Diese saß immer noch an der gleichen Stelle wo er den Vampir von ihr herunter gerissen hatte. Leise schluchzte sie. Mit ihren Armen hatte sie ihr Knie umschlungen. Tränen rannen ihr übers Gesicht, doch der Ausdruck ihrer Augen war leer. Kora kniete sich neben sie und legte ihr einen Arm um ihre Schultern. „Hey alles ist wieder gut. Keiner wird dir etwas tun.“ Versuchte sie, sie zu beruhigen. Raffael stand konnte nur dastehen und die beiden anstarren. Heftige Eifersucht durchzuckte ihn und schon wieder drang ein tiefes Knurren aus seiner Kehle. Kora warf ihm einen warnenden Blick zu.
Aus einer Risswunde an Biancas Arm tropft tiefrotes Blut auf den Boden. Wie gebannt starrte er es an. Er konnte es riechen. Es zog ihn förmlich an und schien ihm entgegenzuschreien er solle es sich holen. Ryan bemerkte seinen Blick und riss ihn aus seiner Erstarrung. „Raffael? Alles ok mit dir?“ Nur mit Mühe konnte er seinen Hunger nach ihr unterdrücken. Er schloss die Augen um sich besser konzentrieren zu können. „Ja, alles ok.“ Log er und wandte sich ab, er traute sich selbst nicht über den Weg.
Ryan entging nicht wie ihm zu mute war. Er warf einen fragenden Blick zu Kora. In der Regel kannte sie ihren Bruder wesentlich besser als er selbst. Doch diese Zucke nur mit den Schultern. Mit ihrem Geist konnte sie ihn nicht erreichen. Dafür war seine Abschirmung zu stark.



Biancas Tränen trockneten langsam im kühlen Nachtwind. Sie konnte nicht fassen was sie eben erlebt hatte. Das konnte alles nur ein böser Traum sein. Sie war leicht zusammen gezuckt als die Rothaarige ihr den Arm um die Schultern gelegt hatte. Sie wollte nicht von ihr oder den anderen Dingern berührt werden. Doch sie traute sich nicht von ihr weg zu rücken. Sie hatte gesehen wie schnell und stark sie waren. Immer noch zitterte sie am ganzen Körper. Mit weit aufgerissenen Augen betrachtete sie Raffael. Die ganze Zeit schon hatte sie es im Gefühl gehabt das er anders war. Aber niemals hätte sie daran gedacht dass er so anders war.
Stumm erwiderte er ihren Blick und wandte sich dann plötzlich ab. Langsam wich die Lähmung aus ihrem Körper. Das zittern wurde weniger und endlich konnte sie auch registrieren was die drei beredeten.
„Was machen wir jetzt mit ihr? Wir können sie jetzt nicht einfach nach Hause schicken als ob nichts passiert wäre! Sie werden sie suchen und das von heute Nacht beenden. Bianca weiß einfach zuviel“ das kam von Kora die immer noch neben ihr saß. Ich warf ihr einen Ängstlichen Blick zu.
„Ich weiß es doch auch nicht.“ Raffael stöhnte gequält auf.
Nachdenklich sah mich Ryan nun an. „Und wenn wir es für sie beenden?“ Mit einem wütenden Knurren sprang Raffael seinem Bruder an die Kehle und drückte ihn an die Lagerhauswand. Nur undeutlich konnte sie verstehen was er sagte. „Das... wirst du schön sein lassen... wenn dir dein Leben lieb ist!“ knurrte er ihn gepresst an. Und schon stand auch Kora neben ihm und drückte ihn von Ryan weg.
„Ey Mann, das war nur eine Überlegung! Kein Grund für dich gleich auszurasten!“ Ryan rieb sich den Hals. „Und wenn du gegen den Vorschlag bist, dann lass dir eben was besseren einfallen.“
Die blanke Angst überkam Bianca. Was sollte sie nur tun? Ob sie es schaffen würde sich wegzuschleichen während die drei sich stritten? Ein Versuch war es alle mal wert. So leise wie möglich drehte sie sich um und krabbelte langsam ohne die drei aus den Augen zu lassen in Richtung Straße. Es waren nur noch 10 Meter. 10 Meter die vielleicht über Leben und Tod entscheiden würden. Noch acht. Nun stütze sie sich an der Wand um aufzustehen. Sie schwankte bedenklich. Die Welt um sie herum drehte sich immer schneller. Und dann hörte sie es. „Bianca!“ Raffael hatte sie entdeckt. Trotz der rotierenden Welt um sie herum rannte sie los. Ihr wurde schwarz vor Augen und stürzte. Den Aufprall bekam sie schon nicht mehr mit.

Gerade noch rechtzeitig war Raffael bei ihr um sie aufzufangen. Bewusstlos lag sie nun in seinen Armen. In seinem Körper machte sich ein unglaublich warmes Gefühl breit. Sein Durst nach ihr war zwar immer noch da, aber diesmal anders als zuvor. Er wollte ihr nicht weh tun. Er wollte sie bei sich haben. Für immer.
Sanft strich er ihre kurzen Haare aus ihrem Gesicht und nahm sie dann auf seine Arme.
Über Koras Gesicht huschte ein Lächeln.
„Was willst du jetzt mit ihr machen?“
„Naja, so wie es aussieht bleibt mir nichts anderes übrig als sie erstmal mit nach Hause zu nehmen.“
Kora und Ryan grinsten sich an. „Na dann lass uns mal nach Hause gehen. Mal sehen was Calvin und Tasha dazu sagen werden.“
Daran wollte Raffael noch gar nicht denken. Calvin würde ihn bestimmt für verrückt erklären einen Menschen in sein Haus zu schleppen.



Ihr war kalt. Schwerfällig tastete sie mit geschlossenen Augen um sich, fand aber nicht das was sie suchte. Wo zum Teufel war nur wieder ihre Decke? Seufzend öffnete sie langsam ihre Augen. Helles Licht blendete sie. Verschlafen blinzelte sie ein paar Mal und rieb sich mit der Hand über die Augen.
Ein leises Lachen erklang neben ihr. Erschrocken fuhr sie auf und sah in die Richtung wo es her kam. Auf dem Bett in dem sie aufgewacht war, lag soweit weg wie es die Matratze zuließ, Raffael. Seinen Kopf hatte er auf einen Arm abgestützt und sah sie aus seinen tiefen saphirblauen Augen schon zärtlich an.
Trotzdem das er so schön wie ein Gott wirkte, stieg wieder Panik in ihr hoch. Sie wollte ihn nicht so nahe bei sich haben. Nicht nachdem was sie letzte Nacht gesehen hatte. Ohne darüber nachzudenken krabbelte sie so schnell es ihr möglich war rückwärts von ihm weg. Sie traute sich nicht ihn aus den Augen zu lassen, selbst wenn sie es gewollt hätte, wäre es ihr wahrscheinlich nicht möglich gewesen, sein Blick fesselte sie und so bedachte sie nicht das das Bett zu ende war. Und schon griff sie mit einer Hand ins Leere und fiel rückwärts vom Bett. Ein erschrockener kurzer Schrei drang aus ihrer Kehle. Doch bevor sie so recht wusste was los war, wurde sie sanft aufgefallen und davor bewahrt mit dem Kopf auf den harten Boden zu knallen.
Raffael war über ihr und hielt sie mit einer Hand in ihrem Rücken fest und zog sie mühelos wieder zurück ins Bett. Starr vor Angst lag sie unter ihm. „Na, na nur nicht so hastig, wir wollen doch nicht das du dir weh tust oder?“ seine Stimme strömte durch ihren Körper. Eine tiefe Ruhe über kam sie. Die Angst verschwand und etwas anderes machte sich in ihr breit. Er kniete ganz nah über ihr. Seine vollkommenen Lippen waren nun zu einem zuckersüßen Lächeln erstarrte. Sie fühlte seinen Atem wie einen warmen leichten Sommerwind auf ihrer Haut. Eine ihr unbekannte Hitze durchströmte sie, sie grenzte schon fast an Körperlichen Schmerzen. Sie wollte ihn nur noch näher bei sich haben. Warum konnte sie selbst nicht verstehen. Sie konnte nur noch an IHN denken und sich nicht satt sehen an ihm. Sein perfektes Gesicht war so dicht über ihrem. Sein Körper ihrem so nah.
Sie fühlte sie sich geborgen und sicher. Tief schaute sie ihm in seine wunderschöne Augen und kam aus dem staunen nicht mehr heraus.
Ohne darüber nachzudenken was sie tat, legte sie ihm eine Hand auf seine Wange und strich mit dieser sanft die Konturen seines Gesichtes nach. Mit den Fingerspitzen strich sie sanft über seine vollkommenen Lippen. Sie waren genauso weich wie sie aussahen. Er schloss die Augen und spannte seine Kiefermuskeln an. Sie ließ ihre Hand in seinen Nacken wandern. Streichelte sanft durch seine Haare. Ganz sanft zog sie ihn mit der Hand in seinem Nacken zu sich herunter. Nur noch wenige Zentimeter trennten seine Lippen von ihren. Sie konnte nicht anders. Sie wollte ihn kosten. Wissen ob er genauso gut und betörend schmeckte wie er roch. Sie schloss ihre Augen und konnte es kaum erwarten seine weichen Lippen auf ihren zu spüren.
Ein überraschtes Keuchen kam von ihm und schon war er weg. Verwundert öffnete sie ihre Augen. Doch kein Raffael war mehr über ihr. Stattdessen starrte sie an die weiße Decke des Zimmers.
Vorsichtig stütze sie sich auf ihren Ellenbogen ab und sah sich suchend im Raum um. Raffael stand regungslos an dem großen Fenster welches vom Boden bis zur Decke reichte und fast die ganze Wand im Zimmer einnahm. Nachdenklich sah er hinaus. Sie wollte gerade etwas sagen als er sein Schweigen brach.
„Es tut mir leid, das hätte nicht passieren dürfen.“ Er seufzte.
Vorsichtig fragte sie, „Du meinst das gestern?“
„Nein. Doch auch. Aber eher das eben.“
Seine Worte waren für sie wie ein Messer das sich in ihr Herz bohrte und darin umdrehte. Und das obwohl sie noch nicht einmal richtig kannte. Warum musste sie sich immer nur die falschen Typen aussuchen in die sie sich verliebte?


Raffael spürte das er sie verletzt hatte. Doch ihm war es lieber es jetzt zu tun als irgendwann später wenn sie sich noch mehr Hoffnung machen würde. Oh wie sehr er sich wünschte das sie ihn begehrte, das er ihr sagen konnte wie viel sie ihm mittlerweile bedeutete. Doch das durfte nicht sein. Nicht mit ihr, denn sie war nur ein Mensch.

Minutenlang schwiegen sie beide. Dann hörte er wie sie aufstand und zu ihm kam. Am liebsten wäre er vor ihr davon gelaufen um nicht ihre Nähe spüren zu müssen, die es ihm unmöglich machte einen klaren Gedanken zu fassen.
Er wusste das sie ihn musterte, doch er ignorierte es und starrte weiter aus dem Fenster.

„Danke.“ Überrascht schaute er sie an. Mit allem hatte er gerechnet. Aber nicht damit.
„Danke? Für was?“
„Für alles. Besonders für gestern Abend.“ Sie senkte ihren Blick. „Ich will dir nicht länger zur Last fallen. Also werde ich so langsam gehen.“ Sie wusste dass sie zuhause jede Menge Ärger bekommen würde und eigentlich war das jetzt der letzte Ort an dem sie sein wollte, aber sie wollte auch nicht hier bleiben. Sie wollte keine Hoffnung an jemanden haben, der offensichtlich nicht an ihr interessiert war.
„Nein.“ Das Wort zischte durch die Luft wie ein Peitschenknall. Erschrocken zuckte sie zusammen und sah ihn wieder an. Seine Miene war zu einer regungslosen Maske erstarrt.
Er durfte, konnte sie nicht gehen lassen. Denn wenn sie jetzt ging war sie spätestens heute Nacht Vampyr Futter. Zusätzlich dazu wusste sie einfach zuviel. Viel zu viel von seiner Welt.
„Wie bitte?“ fragte sie ihn ungläubig.
„Ich kann dich nicht gehen lassen. Du weist leider zu schon zuviel.“
„Ich weis zuviel?? Was soll ich den bitte schön wissen? Und was willst du tun um mich hier gefangen zu halten? Mich auf das Bett fesseln und knebeln?“ sie schrie ihn schon fast an. Wütend hatte sie ihre Hände zu Fäusten geballt.
Unten konnte er hören wie Calvin und Tasha sich leise unterhielten und kurz innehielten als sie Bianca hörten. Heute morgen hatte er sich schon mit ihnen beraten was sie nun tun sollten und sind zu dem Schluss gekommen Bianca vorerst hier zu behalten bis sie den Meister der Vampyre gefunden und zur Strecke gebracht hatten. Anschließend würden sie dann sehen müssen wie es weitergeht.
Über ihren Wutausbruch konnte nur amüsiert grinsen. „Du hast doch gestern selbst gesehen zu was ich fähig bin. Also nimm den Mund mal nicht zu voll.“
Mit offenem Mund stand sie ihm nun gegenüber. Was bildete sich dieser, dieser Hornochse bloß ein! Trotzdem beschlich sie ein leichtes Angstgefühl. Ja sie hatte leider nur zu gut gesehen, wie stark er war. Aber würde er ihr wirklich etwas antun? Sie bezweifelte es. Denn sonst hätte er es doch schon längst getan.
Wütend drehte sie sich um und wollte aus der Zimmertür hinauslaufen. Schon fast wartete sie darauf dass er sie zurückhalten würde. Doch Raffael sah ihr einfach nur nach als sie aus der Tür stürmte.
Er seufzte. Warum tat er sich das nur an? Warum ließ er sie nicht einfach ins verderben laufen? Bei jedem anderen Menschen hätte er es wohl auch wirklich getan. Aber sie. Sie war anders. Das spürte er. Er wäre falsch sie einfach so sterben zu lassen.
Die Gedanken an vorhin kamen zurück. Wie sie im Schlaf ausgesehen hatte. Wie er so nah bei ihr war. Ihre Hand die zart über sein Gesicht strich. Das Verlangen in ihren Augen.
Sein Durst nach ihr brannte ihm wieder in der Kehle. Er fragte sich wie das ganze Enden würde. Calvin und Tasha würden sie unten aufhalten, also ging er ihr langsam und nachdenklich hinterher.


Bianca rannte schon fast durch den Flur in Richtung Treppe. Sie hatte keine Ahnung wie sie aus diesem Haus kam. Notfalls würde sie auch aus dem Fenster springen. Hauptsache weg von hier. Sein Gesicht tauchte vor ihrem inneren Auge auf. Wie er sie angesehen hatte als sie erwachte. So wunderschön. Ohne es zu merken verlangsamte sie ihren Lauf. Warum lief sie vor ihm fort? Es fühlte sich doch so gut an bei ihm zu sein! Wie gerne hätte sie seinen Körper an ihrem Gespürt.
Unbewusst lief sie die Treppe hinunter. Ihn Gedanken nur bei ihm. Eigentlich müsste sie nur umdrehen und zurück gehen um zu ihm zu gelangen.

„Hallo Bianca!“ eine unglaublich schöne Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Aus reinem Reflex wollte sie schon davonrennen als er sagte, „Oh ich wollten dich nicht erschrecken! Tut mir Leid!“ Ein Mann, der aussah als wäre er gerade aus einem Modelmagazin gekommen stand vor ihr. Seine Haut war makellos und strahlte schon fast von selbst. Seine Augen hatten die Farbe von einem frischen hellgrünen Apfel und die blonden Haare waren leicht zurück gegelt. Seine Stimme war samtweich und wirkte sofort beruhigend auf sie. Seine weißen Zähne blitzen als er sie freundlich anlächelte.
„Sch... Sch... Sch... Schon gut. Ich... äh... ich...“ stotterte sie. „Na du brauchst wegen mir nicht verlegen werden!“ lachte er auf.
Hinter ihm trat nun eine ebenfalls relativ junge Frau hervor. Bianca schätze beide auf ungefähre Mitte dreißig. Auch sie strahlte über das ganze Gesicht und war mindestens genauso schön wie der Mann. Ihre Augen hatten einen warmen braunen Ton der Bianca an geschmolzenes Karamell erinnerte. Ihre Hellbraunen Haare waren ungefähr Schulterlang und stufig geschnitten. „Hallo! Ich bin Tasha, Raffaels Mutter, schön das du endlich wach bist. Wir haben uns schon sorgen um dich gemacht.“

„Ich hoffe bei dir ist alles Ordnung? Wir haben dich oben schreien gehört und hatten schon Angst das was passiert ist.“ Fragte sie der junge Mann. „Keine Sorge Calvin, alles in Ordnung. Wir... Wir hatten nur eine kleine Meinungsverschiedenheit.“ Kam es erklärend von Raffael. Bianca zuckte zusammen und wich einen Schritt von ihm weg. Sie hatte ihn nicht kommen hören.
Calvin beobachtet ihre Reaktion uns sah Raffael fragen an. Doch dieser schüttelte nur leicht den Kopf. Er würde es später erklären.
„Klar, eine Meinungsverschiedenheit. Was hätte es sonst sein sollen.“ Sarkastisch und provozieren sah sie Raffael nun an. Er ignorierte sie einfach. Ihre Geduld war am Ende. Sie wollt nur noch nach Hause.
Dann wandte sie sich an Calvin. „Es war wirklich nett sie kennen zu lernen, aber ich muss jetzt leider nach Hause. Meine Familie wartet bestimmt schon auf mich.“
Calvin verzog das Gesicht. „Es tut mir wirklich schrecklich Leid Bianca. Ich kann dich verstehen dass du jetzt lieber nach Hause möchtest. Aber das geht nicht. Du bist dort nicht sicher genug.“
Mit offenem Mund sah sie erst ihn dann Tasha an und schüttelte den Kopf. „Ihr könnt mich hier nicht festhalten!“ ungläubig und unentschlossen was sie jetzt machen sollte stand sie da.
Beschwichtigend hob Tasha die Hände und kam langsam auf Bianca zu. „Bitte lass es uns dir erst erklären. Wenn du dann immer noch wirklich gehen willst, dann kannst du das tun. OK?“
Was blieb Bianca auch anderes übrig? Langsam und zögerlich nickte sie.

Bianca folgte sie Mr. Und Mrs. Badrick, Raffael bildete den Schluss. Erst jetzt betrachtete sie sich das Haus näher. Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Haus der Badricks glich eher einem kleinen modernen Schloss. Ein riesiger Kronleuchter hing an der Decke über der Eingangshalle in der die Treppe, die sie heruntergekommen war, endete. Die Wände waren mit einem dunklen Holz getäfelt und stellten somit einen krassen Kontrast zu den schneeweißen Marmorfließen dar.
Von dort ging es durch eine große Flügeltür in ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer, das das moderne und das rustikale perfekt widerspiegelte.
„Nimm doch bitte Platz, Bianca.“ Calvin deutete auf eine bequem aussehende schwarze Couch. Er selbst setzte sich mit Tasha im Arm auf die zweite gegenüberliegende Couch. Raffael ließ sich in einem der schwarzen Sessel nieder.
„Also,“ begann Calvin, „Raffael hat mir erzählt was letzte Nacht passiert ist.“ Vorsichtig sah er sie an um abschätzen zu können wie sie auf das Thema reagierte. Doch sie schwieg und hörte angespannt seiner weichen warmen Stimme zu. Er fuhr fort, „Ich möchte jetzt zuerst deine Version der Geschichte hören, bevor ich dir alles erkläre.“

Das hatte Bianca am wenigsten gewollte. Kurz sah sie zu Raffael hinüber, der ihren Blick auffordernd erwiderte.
„Naja, ich wollte nach Hause laufen. Die Nacht war nicht besonders kalt und ich brauchte etwas Zeit um über einiges Nachzudenken, sonst hätte ich mir wohl ein Taxi gerufen. Und dann, als ich schon ein paar Blocks weit gelaufen war spürte ich das etwas nicht richtig war.“ Sie starrte auf ihre Hände, die sie ineinander verschlungen hatte. Sie hatte Angst von den Badricks als verrückt abgestempelt zu werden.
„Hab keine Angst vor uns. Ich schätze wir verstehen dich besser als jeder andere. Bitte erzähle weiter.“ Die tröstlichen Worte von Calvin ermunterten sie weiterzusprechen.
„Also ich spürte das etwas falsch war. Was es war konnte ich aber nicht sagen. Deswegen bin ich in die Seitenstraße abgebogen und das Gefühl wurde kurzfristig schwächer. Doch dann wurde es mit jeder Sekunde immer schlimmer. Und plötzlich standen diese, diese Kerle oder was auch immer sie waren um mich herum. Ich wusste nicht was ich tun sollte! Und bevor ich reagieren konnte, hielten sie mich auch schon fest und starrten mich mit diesen blutroten Augen an. Mir war klar dass sie mehr wollten.... Sie knurrten mich an und stritten untereinander wer zuerst darf.“ Tränen rannen ihr die Wangen runter unter schluchzen fuhr sie fort. „Aber sie wollten noch mehr, das spürte ich. Ich spürte dass wenn DIE erstmal mit mir fertig waren es erst der Anfang von noch wesentlich schlimmeren wäre.“
Starke warme Arme legten sich um ihren Körper. Instinktiv vergrub sie ihr Gesicht in die Schulter. Raffael. Sanft wiegte er sie vor und zurück. Wie ein kleines Kind.
„Und dann als ich schon dachte es wäre aus mit mir, war plötzlich.... Raffael da.....“ Einige Minuten sprach keiner ein Wort.
Calvin musste erst darüber nachdenken was er soeben gehört hatte. Es war ungewöhnlich das ein Mensch spüren konnte was passieren würde. Und vor allem noch so genau.
Allmählich wurde Biancas schluchzen wieder weniger. Trotzdem ließ Raffael sie nicht los. Es tat ihm weh sie so zu sehen.
„Was denkst du waren das für Kerle?“ fragte Calvin vorsichtig. Bianca runzelte die Stirn. „Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen es waren Vampire.“ Sie lachte kurz auf. „Aber das ist ja Unsinn wie jeder weiß.“
Raffael versteifte sich neben ihr. Ihr war als wäre plötzlich zu einer Statue erstarrt. Endlich schaute sie auf und sah die ebenfalls Maskenartigen Gesichter von den dreien. „Hab ich was Falsches gesagt?“
„Warum bist du dir so sicher das es keine Vampire waren?“ fragte sie Calvin.
„Weil es keine gibt!“
„Und wie erklärst du dir dann, das die Typen sich in Asche verwandelt haben als Raffael sie vernichtete?“
Bianca lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Daran hatte sie gar nicht gedacht! Sie erinnerte sich wie stark die Angreifer gewesen waren und wie leicht Raffael sie trotzdem besiegt hatte. Sollte Ihr Vater am Ende wohl doch recht haben?

So das war der 2te Teil meiner Geschichte. Der dritte folgt auch bald!
Über Kommentare und Benotung würde ich mich sehr freuen!
Bianca Hard, Anmerkung zur Geschichte

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