Kitty Blechschmidt

Versöhnung auf Umwegen

Alles wonach Karen sich sehnte war Ruhe. Jeder weitere Tag auf Arbeit zehrte an ihren Nerven. Es war nicht die körperliche Arbeit die ihr zu schaffen machte. Es waren die beinahe täglichen Begegnungen mit Alexander, die sie fast in den Wahnsinn trieben. Sie brauchte dringend Entspannung. Urlaub. So kam es, dass Karen kurzer Hand ihre Sachen packte und allein in den Süden fuhr. Ihr Ziel war nicht der Strand und das Meer, sondern ein großes Erholungs-Center.

     Nachdem sie ihre Sachen ins Hotelzimmer gebracht hatte, zog sie sich um und begab sich anschließend auf ihre erste Erkundungstour. Das Gelände, welches unter einer riesigen Glaskuppel errichtet worden war, hatte für jeden etwas zu bieten. Es war eine Welt für sich. Überall gab es Restaurants, kleine Geschäfte und andere Attraktionen. Ein Bereich war in viele verschiedene Bäder eingeteilt und wurde von einem künstlichen Strand gesäumt. Hohe Palmen und viele Arten von exotischen Pflanzen zierten die Umgebung. Karens Aufmerksamkeit fand ein Glashaus in der Größe eines halben Fußballfeldes. Im Inneren glich es einem Gewächshaus. Menschen tummelten sich darin, saßen auf den kleinen Bänken, unterhielten sich und lachten miteinander. Karen war allein und kannte niemanden, doch das störte sie nicht. Sie war überwältigt von der Pracht der Pflanzen, die darin wuchsen. Kakteen in den außergewöhnlichsten Formen, Blüten in den prächtigsten Farben. Sie wanderte gemächlich über die Wege und beantwortete die freundlichen Grüße der Menschen um sich herum mit einem zufriedenen Lächeln. Alles schien ihr so unwirklich, doch sie war so glücklich, dass sie nicht weiter darüber nachdachte.

     Sie verließ das Gewächshaus, folgte dem verschlungenen Kiesweg und kam schließlich zu einem weiteren, aber viel kleinerem, quadratischem Glashaus. Verwirrt starrte sie in das Innere. Eine Frau hatte es vor ihr betreten, doch nun war sie verschwunden. Nun ging ein Mann hinein, neugierig folgte sie ihm. Am Eingang blieb sie jedoch stehen und schaute sich um. Warme Luft strömte ihr in regelmäßigen Abständen entgegen. Der Boden war aus weißem Marmor und in der Mitte des Raumes befand sich ein seltsamer Baum um dessen Stamm sich ein grünblättriges Gewächs wand. Der Mann, der vor ihr eingetreten war sah an die Decke des Glashauses, Karen folgte seinem Blick und entdeckte eine Luke, die sich automatisch in regelmäßigen Abständen öffnete und wieder schloss. Der Mann trat einen Schritt nach vorn, sodass er direkt unter der Öffnung stand und als sich die Luke erneut ganz geöffnet hatte, schwebte er wie durch Zauberhand empor, direkt durch die Öffnung nach draußen. Entsetzt und gleichzeitig verblüfft von diesem Phänomen ging Karen ein Stück weiter nach vorn. Noch ein Schritt, und sie stünde genau unter dieser Luke. Sie sah wieder nach oben und beobachtete die Luke erneut wie sie sich öffnete. Ein weiterer warmer Lufthauch schlug ihr angenehm entgegen. Ohne lange zu zögern tat sie den letzten Schritt und stand nun direkt unter der Öffnung. „Was geschieht hier bloß?“, dachte sie und im selben Moment hoben sich ihre Füße vom Boden ab. Sie schwebte unaufhaltsam nach oben, zuerst langsam, doch dann immer schneller. Ein Prickeln machte sich in ihrem Innern breit. Sie hatte keine Angst, es war ein unglaubliches Gefühl. Karen sah nach unten und hatte das Gefühl den gesamten Boden des Erholungs-Centers überschauen zu können. Als sie den Blick nach oben richtete, sah sie die Spitze der riesigen Glaskuppel. Das Prickeln in ihrem Bauch wandelte sich in ein flaues Gefühl. Was, wenn sie weiter nach oben flog und irgendwo anschlug? Sie hatte den Gedanken noch nicht einmal zu Ende gedacht, als sie für einen kurzen Augenblick in der Luft zum Stehen kam und dann den Weg wieder nach unten fand. Sie fiel in einem hohen Bogen, entlang der alles einhüllenden Glaskuppel Richtung Erde. Sämtliche Glückshormone in ihrem Körper setzten sich frei und ein fröhliches Lachen entrang sich ihrer Kehle. Sie befand sich noch im Flug, als sie ihren Blick auf den Eingangsbereich richtete. Und da sah sie ihn. Alexander.

     Das Glücksgefühl, welches sie sie letzten Minuten in sich spürte war augenblicklich ausgelöscht. Er, Alexander, war der Grund, weswegen sie sich Urlaub nahm, warum sie Erholung suchte. Und jetzt war er ebenfalls hier. Sein Blick sprühte vor Zorn, als er sie erkannte. Aber warum war er wütend auf sie? Sie war es, die wütend auf ihn sein musste – und ja, sie war es. Denn warum musste er ausgerechnet in diesem Moment am gleichen Ort sein wie sie? Karens Gedanken überschlugen sich. Als sie den Boden unter ihren Füßen spürte, konnte sie sich nicht daran erinnern, wie sie überhaupt gelandet war. Sie sah sich kurz um, um sich besser orientieren zu können und stellte fest, dass sie sich nun an einem ganz anderen Ort befand, als zuvor. Richtig, sie war ja auch beinahe durch die ganze Glaskuppel geschwebt! Ihre Gedanken kehrten zu Alexander zurück. Wo war er jetzt? Mit ihren Augen suchte sie den Eingangsbereich ab, konnte ihn jedoch nicht entdecken. Der Zorn, den sie eben in seinen Augen gesehen hatte, ließ ihr einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

     Karen war niedergeschlagen, als sie ihr Hotelzimmer betrat. Auf dem Weg dorthin hatte sie einen Entschluss gefasst: Sie würde auf der Stelle abreisen.

 

Zu Hause fand Karen keine Ruhe und die Lust an einen anderen Ort zu reisen war ihr vergangen. Also beschloss sie, wieder zur Arbeit zu gehen. Vielleicht war die Routine doch das einzige, was ihr jetzt noch helfen konnte. Und Alexander ist schließlich im Urlaub – an dem Ort, wo sie jetzt eigentlich gemütlich durch die skurrilsten Parks wandern sollte. Doch sie verspürte keinen Groll darüber, immerhin würde sie jetzt für eine Weile ihre Ruhe vor ihm haben.

     In der Mittagspause stand Karen mit einer ihrer Arbeitskolleginnen im Freien und berichtete ihr von ihrer weniger gelungenen Urlaubsreise.

     „Na, soviel zu Erholungs-Centren!“, sagte ihre Freundin mit einem besorgten Blick.

     Karen musste augenblicklich über diese Bemerkung lachen. Ein Mann aus einer der nebenstehen Gruppen kam auf die beiden Frauen zu und bot Karen eine Zigarette an, die sie dankend annahm. Auf der Suche nach ihrem Feuerzeug, welches sie immer in der Brusttasche ihres beigen Arbeits-Overalls stecken hatte, blickte sie zufällig zum Hauseingang des Bürogebäudes. Wie vom Donner gerührt hielt sie in ihrer Bewegung inne. „Das darf doch nicht wahr sein!“, murmelte sie halblaut vor sich hin. Doch ihre beiden Kollegen hatten sie verstanden und sahen nun ebenfalls zum Eingang. Alexander öffnete ohne große Eile die Tür und trat ins Haus.

     „Das darf doch nicht wahr sein!“, sagte Karen noch einmal, doch diesmal lauter, während sie nervös in ihrer Brusttasche rumkramte. Sie konnte es nicht fassen. Der Mann, von dem sie die Zigarette bekommen hatte, gab ihr Feuer, denn er befürchtete, sie würde in ihrer aufkommenden Rage ihre Tasche gleich zerreißen.

     „Oh man!“, kam die trockene Bemerkung ihrer Freundin die neben ihr stand und noch immer zur Tür sah, die gerade geräuschvoll zuschlug.

 

Am späten Nachmittag stand Karen, noch immer in ihrer Arbeitskleidung, vor ihrem Hauseingang und rauchte eine Zigarette. Sie dachte nach. Warum war Alexander am selben Tag wie sie zurückgekehrt? Es machte alles keinen Sinn. Ein Geräusch brachte sie in die Realität zurück. War das ein Rasenmäher? Sie ging die Treppe nach unten. Tatsächlich, im Nachbargrundstück, was ihrem Großvater gehörte, lief ein Rasenmäher. Aber wer mähte dort? Schließlich war das Haus im Moment unbewohnt. Ihr Blick wanderte über die große Einfahrt, die beide Grundstücke miteinander verband. „Was geht denn hier vor?“, dachte sie und dann sah sie es. Langsam begann sie zu begreifen, was hier geschah.

     Der Tankdeckel an ihrem Wagen stand offen – wahrscheinlich sollte der Inhalt ungebraucht verdunsten. Ein Stromkabel lag quer über der Einfahrt, deshalb lief der Rasenmäher. Sie folgte dem Kabel und blieb plötzlich wie angewurzelt stehen. Alexander wütete im Garten ihres Großvaters! Er fuhr mit dem Rasenmäher über all die schönen Beete. Aufgeschlitzte Müllsäcke und deren Inhalt war über dem ganzen Rasen und den Wegen verteilt. Sie konnte kaum glauben, was sie da sah. Eine unheimliche Wut überkam sie, die sie auf der Stelle hinausschreien musste.

     Karen schnippte ihren Zigarettenstummel von sich und eilte wutentbrannt auf Alexander zu. „Was soll das?“, brüllt sie so laut sie konnte um den Lärm des Rasenmähers zu übertönen. Keine Reaktion. Jetzt war sie bei Alexander angekommen, packte ihn am Kragen und schrie ihm direkt ins Gesicht: „Verdammt noch mal, was treibst du hier?“ Sie schüttelte ihn. „Was zum Teufel soll das?“ Mit jedem Wort wurde sie lauter, obwohl der Rasenmäher bereits verstummt war.

     Sie schrie ihm ihre ganze, aufgestaute Wut entgegen und er ließ es einfach über sich ergehen. Er schaute ihr nur fest in die Augen, sein Blick war jedoch leer. Er leistete keinen Wiederstand, zeigte weder Zorn noch Reue. Nichts. Als sie seine Kleidung los gelassen hatte, glaube er sie sei fertig, doch sie begann erneut ihn anzubrüllen.

     „Warum warst du dort? Warum bist du jetzt wieder hier?“, sie senkte ihren Blick und schüttelte fast unmerklich den Kopf. Tränen traten in ihre Augen, worüber sie sich ärgerte. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten. „Ich versteh das nicht!“ presste sie hervor und wollte sich abwenden.

     Alexander griff schnell nach ihrem Arm, doch als er etwas sagen wollte, schaute sie ihn erneut in die Augen und schrie noch einmal so laut sie konnte: „Warum lässt du mich nicht endlich in Ruhe?“ Beide schwiegen und schauten sich tief in die Augen. Sein Blick veränderte sich, wurde weich, doch noch immer kam kein Wort über seine Lippen. Karen löste sich auf seinem Griff und dreht sich langsam um. Und dann hörte sie ihn etwas sagen.

     „Ich kann nicht.“, seine Stimme klang brüchig.

Sie drehte sich wieder zu ihm. Die Tränen die sie so tapfer zurückgehalten hatte, ließen sich nun nicht mehr aufhalten und liefen über ihre Wangen. „Was?“, fragte sie leise.

     „Ich kann dich nicht in Ruhe lassen, solange du mich nicht in Ruhe lässt, Karen!“, seine Stimme klang nun fester, beinahe wie eine Drohung.

„Ich?“, fragte Karen nun wieder wütend und wischte sich energisch ihre Tränen vom Gesicht. „Du lässt mich doch nicht in Ruhe und folgst mir immer!“ Sie ging ein paar Schritte beiseite. „Und was“, sie sah sich um, „soll das hier?“

     „Ich...“, er schluckte, als ob er sich erst die richtigen Worte zurechtlegen müsste, „bin wütend auf dich gewesen. Nein, ich bin es noch!“

     „Aber warum um Himmelswillen, bist du so wütend auf mich, Alexander?“

     Er atmete schwer. „Weil du immer dort auftauchst, wo ich bin und...“, er machte eine Pause, atmete tief durch. Dann sprach er es endlich aus: „das macht mich verrückt, Karen. Du machst mich verrückt.“ Sein letzter Satz hatte beinahe sanft geklungen, das verwirrte Karen umso mehr. Er schien in diesem Moment genauso oft die Stimmung zu wechseln wie sie. Am liebsten hätte sie ihn schon wieder angeschrien, doch sie riss sich zusammen, denn sie wusste, sie würde jetzt garantiert das Falsche sagen. Also machte sie auf dem Absatz kehrt und ging langsam über die Einfahrt auf ihr eigenes Grundstück. Sie schritt die Treppe hinauf zum Hauseingang und spürte, dass Alexander ihr folgte. Karen setzte sich auf die kleine Bank, er nahm ohne zu zögern neben ihr Platz. Schweigend rauchten sie jeder eine Zigarette.

     Als Karen fertig war, kam es ihr beinahe peinlich vor, wie sie nebeneinander saßen und sich anschwiegen. „Es war Zufall“, sagte sie plötzlich ruhig.

     „Was? Was war Zufall?“

     Seine Frage machte ihr klar, dass sie ihren Gedanken eben laut ausgesprochen hatte. „Der Urlaub.“ Sie sah in seine Augen. „Ich habe Urlaub genommen, weil ich meine Ruhe haben wollte. Vor dir. Ich habe es nicht mehr ertragen, dich jeden Tag auf Arbeit sehen zu müssen.“ Das war die Wahrheit. Was er jetzt darüber denken würde, war ihr egal. Sie war nicht diejenige, die ihm hinterher gereist war.

     Alexander begann leise zu lachen. Was fand er denn jetzt auch noch komisch daran? Ihre Frage muss sich auf ihrem Gesicht wiedergespiegelt haben, denn sofort gab er eine Erklärung.

     „Ich hatte wohl dieselbe Idee gehabt. Zufall, ja, treffender könnte ich es nicht bezeichnen.“ Sein Lächeln wurde breiter und er fing an langsam den Kopf zu schütteln, als könne er es nicht fassen.

     Karen wusste jedoch nicht, ob sie ebenfalls darüber lachen oder eher weinen sollte, denn das alles erklärte noch immer nicht, warum er am selben Tag wie sie auch wieder zurückgekommen war. Doch auch diese Frage klärte sich schnell. Alexander erzählte ihr, dass er wütend gewesen sei, als er sie im Erholungs-Center gesehen hatte, sodass er augenblicklich wieder abreiste – genau wie sie es getan hatte. Jetzt konnte sie sich nicht mehr zurückhalten und lachte ebenfalls.

     „Und wer räumt jetzt die Schweinerei im Garten weg?“, fragte sie neckend und stupste ihn mit dem Ellenbogen in die Seite.

     „Du könntest mir helfen. Schließlich ist es auch irgendwie deine Schuld, dass...“, er konnte nicht weitersprechen. So wie sie ihn jetzt ansah, wie sie ihm in seine Augen schaute, ließ ihm alles vergessen. Er konnte nur eins tun – er beugte sich zur Seite und küsste sie auf den Mund.

     Karen war verwirrt und wollte ihn von sich stoßen, doch dann spürte sie seine weichen Lippen auf ihren liegen. Es war ein ganz zarter Kuss, der sie an den ersten erinnerte, den sie vor Jahren von Alexander bekommen hatte. Es war ganz genau wie früher, sie saßen auf derselben Bank wie vor vielen, vielen Jahren, als sie sich zum ersten Mal geküsst hatten. Und doch – dieser Kuss, in diesem Moment, schien eine ganz eigene Magie zu haben und die Zeit schien still zu stehen.

     Er löste seine Lippen von ihrem rosigen Mund und nahm für einen kurzen Augenblick die Enttäuschung in ihren Augen wahr. Der Kuss hatte ihr tatsächlich gefallen! „Ich geh jetzt mal... das Chaos beseitigen.“, sagte er leise, er erhob sich und ging die Treppe hinunter.

     Karen saß noch eine Weile da und starrte ihm hinterher – er war schon längst nicht mehr zu sehen. Benommen schüttelte sie den Kopf, als ob ihr Verstand dadurch wieder klar werden würde. Dann stand sie auch endlich auf und sah an sich hinab. Sie hatte noch immer ihren schmutzigen beigen Arbeits-Overall an.

     Während sie ins Haus stürmte überlegte sie, wie lange Alexander wohl noch mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein würde. Sie eilte ins Badezimmer, riss sich die Kleidung vom Leib, steckte ihre langen Haare mit einer Spange auf dem Kopf fest und sprang unter die Dusche. Normalerweise war das immer das Erste was sie tat, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam, doch heute... war irgendwie alles anders. Bei diesem Gedanken hätte sie beinahe laut aufgelacht.

     Alexander hatte den größten Schaden beseitigt und ging mit langen Schritten auf Karens Haus zu. Am Eingang sah er sie nicht, die Tür stand noch ein Stück offen, also trat er ein.

     Karen stieg aus der Dusche und hüllte sich in ein großes weiches Badetuch. Sie hatte in ihrer Eile vergessen sich frische Kleidung im Badezimmer zurechtzulegen. Barfuß verließ sie das Zimmer und im selben Moment sah sie ihn. Alexander stand genau vor ihr.

     „Karen, ich...“, seine Stimme versagte ihm.

     Karen bemerkte den sehnsüchtigen Ausdruck in seinen Augen und wie er sie langsam von oben bis unten ansah – er sah beinahe andächtig aus. Sein Blick glitt wieder nach oben in ihr mittlerweile leicht gerötetes Gesicht.

     Er räusperte sich. „...bin fertig.“, beendete er seinen eben begonnenen Satz. Er brachte die Worte jedoch nur schwer heraus. „Aber die Beete...“

     „Ich...“ begann Karen, „wollte mir gerade etwas zum Anziehen holen.“ Ihre Stimme klang ebenfalls belegt. Ihr war es peinlich so vor ihm zu stehen, allerdings hatte es auch einen gewissen Reiz ihn so verwirrt zu sehen. Bei diesem Gedanken huschte ein Lächeln über ihr Gesicht, doch dann besann sie sich, wandte den Blick von ihm ab und ging in Richtung Schlafzimmer auf der gegenüberliegenden Seite des kleinen Flurs in dem sie sich befanden.

     Alexander griff nach ihrem Arm, als sie neben ihm war. Doch diesmal ganz zärtlich. Sofort blieb sie stehen und sah zu ihm auf. Ihr Kopf reichte gerade mal bis an seine Schulter. Langsam drehte er sich zu ihr, beugte sich hinab und küsste sie erneut.

     Ohne darüber nachzudenken schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn damit noch näher an sich. In dem Moment, als sie ihre Lippen öffnete, glitt ihr Badetuch zu Boden. Alexander seufzte, als er bemerkte, dass sie sich nun nackt an ihn schmiegte.

     Langsam löste er sich von ihrem Mund, seine Augen waren noch immer fest auf die ihren gerichtet, als er die Spange auf ihrem Kopf öffnete und ihre glänzenden Haare ihre Schultern wie Seide einhüllten.

     „Karen, du...“

     „Was?“, unterbrach sie ihn sofort.

     Er lächelte. „Du machst mich verrückt!“

     „Nein“, erwiderte sie ebenfalls lächelnd, „du machst mich verrückt!“

     Und dann nahm er sie auf seine Arme und trug sie in das Schlafzimmer, die Tür fiel hinter den beiden leise ins Schloss.

     Heute, dachte Karen, ist wirklich irgendwie alles anders...

 

 

Kitty Blechschmidt, Februar 2009

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.03.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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„Krachen, Scheppern und dann gewaltiger Lärm, als ein schwerer Gegenstand an die Wand geworfen wurde. Oh verdammt, die Verrückte spielte drüben in der Küche schon wieder ihr absolutes Lieblingsspiel – Geister vertreiben. Gleich würde sie hierher ins Wohnzimmer stürzen, wo ich versuchte, in Ruhe meine Hausaufgaben zu machen. Und dann würde sie mir wieder lang und breit erklären, welches Gespenst gerade versucht hatte, durch die Wand zu gehen und sie anzugreifen. Ich hasste sie! Ich hasste dieses Weib aus ganzem Herzen!“ Die 13-jährige Eva lebt in einer nach außen hin heilen, kleinbürgerlichen Familie. Hinter der geschlossenen Tür herrscht Tag für Tag eine Hölle aus psychischer und physischer Gewalt durch die psychopathische Mutter und den egomanischen Vater. Verzweifelt versucht sie, sich daraus zu befreien. Vergebens - bis ihr ein altes Buch in die Hände fällt. Als letzten Ausweg beschwört sie daraus einen Teufel. Er bietet ihr seine Hilfe an. Aber sein Preis ist hoch...

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