Karl Wiener

echt geile Scheiße eh ...

 

          ...sagte Schanniehn zu Schackeliene, zwei geile Feger, die anscheinend wußten, was sie sagten. Nur ich armer Tor verstand gar nichts. Mühsam versuchte ich mir den Inhalt ihrer Worte zu erklären. „Echt“ sollte wohl zur Bestärkung der nachfolgenden Rede dienen, etwa so wie wahrlich oder wahrhaft. Also, warum nicht echt? Aber „geil“? – Geilheit ist nach meinem Verständnis die erhöhte Bereitschaft zur geschlechtlichen Paarung. Bei Katzen sagt man für geil auch rollig, bei Hündinnen heiß. Man könnte diesen Zustand also als gesteigertes Liebesbedürfnis umschreiben. Das aber konnten die beiden nicht gemeint haben? Da ich nie ein Spielverderber war und der Sache immer gute Seiten abgewinnen konnte, möchte ich hier geil mit gut übersetzen. Was aber hat gut mit „Scheiße“ zu tun, jenem braunen übelriechenden Verdauungsprodukt? Ich würde so etwas nie in den Mund nehmen. Sicher ist es gut, wenn man kann wenn man muß. Auch könnte man sich für das Wort gerade noch rechtfertigen, wenn man aus Unachtsamkeit hineingetreten ist oder den Nagel nicht auf den Kopf, sondern mit dem Hammer den Daumen getroffen hat. Aber von beidem konnte hier keine Rede sein. Nehmen wir also an, das sich das Wort auf ein Ding oder eine Sache schlechthin beziehen sollte. Das angehängte „eh“ wollen wir wiederum als eine Floskel zur Bekräftigung des vorangegangenen Satzfetzens betrachten. So besehen handelt es sich bei der Aussage „echt geile Scheiße eh“ also um die Feststellung, daß es um eine „wirklich gute Sache“ ging. Abschließend ist demnach festzustellen, daß die beiden zwar wußten, was sie meinten, aber nicht, was sie sagten.

Die Überschrift stammt nicht von mir. Sie wurde dem Gespräch zweier Mädchen abgelauscht. Vielleicht beruht sie auf einem raffinierten Geheimcode?Karl Wiener, Anmerkung zur Geschichte

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