Helmut Greier

Björn, auf Messers Schneide Teil 6

Björn, auf Messers Schneide Teil 6

 

Hi Björn,

danke für deinen Brief, du kannst dir vielleicht schon denken warum ich lange nicht zurück geschrieben habe. Das mit deiner Freundin tut mir leid, aber mir ist mal was Ähnliches passiert. Mein bester Kumpel hat mir auch mal die Freundin weggeschnappt, sie haben mir dass lange verheimlicht, bis mir meine Mutter den entsprechenden Tipp gab. Ich bin dann der Sache nachgegangen, und tatsächlich meine Mutter hatte recht. Ich wollte meinen Kumpel zu Rede stellen, doch der feige Sack kam nicht raus. Da habe ich sein Mofa angezündet, und dabei brannte die Hausfassade mit ab. Aber nicht das du mir das nach machst, sonst komme ich hier raus, und du nimmst meinen Platz hier ein. Ach ja, ich bekomme nächste Woche Freigang! Dann können wir über alles in Ruhe reden. Also, bis dann, halte die Ohren steif. Und wichs nicht so viel!

 

Es grüßt dich Hannes 

 

Björn wechselte seine Stammkneipe, weil er Ulrich nicht sehen wollte, in dieser Zeit pokerte er gerne mit Gerd um Mark Stücke, da waren an einem Abend mal schnell 100DM weg, das führte dazu das Björn regelmäßig sein Konto überzog. Als Hannes am Wochenende seinen Freigang bekam, ging er zur Björn, dort wartete schon ein Kasten Bier auf ihm. Björn erzählte dann dem Hannes, das Ulrich gesungen hätte, und das Silke nicht mehr mit Franco zusammen sei, sondern mit Ulrich. Und das die Bullen versucht hatten sie gegeneinander auszuspielen. Björn hatte sich dann bereit erklärt, Hannes zu decken, wenn er dann sowieso Verurteilt würde. Deshalb musste Hannes weiterhin alles abstreiten. Björn meinte, dass man jetzt erstmal die Anklageschrift abwarten müsste. Als sie dann schon etwas angeheitert waren, wollten sie Ulrich erstmal zu Rede stellen, als sie  bei ihm klingelten machte Silke die Tür auf, und ließ die beiden rein. Björn erinnerte Ulrich daran, dass sie sich einmal geschworen haben, wenn einer erwischt wird, dass sie dann niemanden mit rein reißen wollten, Das stritt Ulrich entschieden ab, und sagte dann, mit gehangen, mit gefangen. Er meinte, dass er es nicht einsehen würde, dass er die Suppe alleine auslöffelt, schließlich waren alle daran beteiligt. Björn stand dann auf und schnappte ihn am Kragen, er drückte ihn an die Wand, und sagte, Pass auf was du sagst, du hast zwei Wochen Zeit, um dir das zu überlegen, dann ließ er los und ging mit Hannes nachhause. Ihnen war nun klar das, dass nicht allein auf Ulrichs Mist gewachsen war, denn bevor er mit Silke zusammen war, hatte er solche Sprüche nicht raus gelassen. Als die beiden zu Hause waren, legten sie erst mal eine Heavy Metall Scheibe auf, und wie das Lied Son of a Bitch lief, flippten beide völlig aus und puschten um die Wette. Danach malten sie sich aus, wie sie Ulrich und Silke ans Kreutz nageln würden, und wie sie Ulrich dann den Namen Judas in die Stirn ritzen. Am Sonntag musste Hannes zurück nach Regensburg, Björn brachte ihm noch zur Bushaltestelle. In den nächsten Zwei Wochen ging Björn zum pokern ins Graml, inzwischen hatte er schon über 1000DM Schulden auf der Bank, das gab ihm zu denken, irgendwann zog ihm der Automat die Karte ein, als er sie am nächsten Tag holen wollte, hat die Angestellte sich geweigert ihm die Karte auszuhändigen. Daraufhin ging Björn zum Chef, und fragte, was das soll, warum er sine Karte nicht wieder bekommt?  Der Chef erklärte ihm das sein Konto 2349DM im Soll sei, und er könne ihm bis sein Konto wieder gedeckt sei nur noch 100 DM wöchentlich aushändigen. Björn war ziemlich geschockt, er beschloss ab jetzt lieber im Supermarkt sein Bier zu kaufen. Als Hannes wieder Freigang hatte, ging er wieder zur Björn, wie sie so zusammen saßen und Dosenbier schlürften, entschlossen sich noch einmal zum Ulrich zu gehen. Schließlich hatten sie ihm ein Ultimatum gesetzt, und wollten wissen, ob er inzwischen bei der Polizei seine Aussage zurück genommen hätte, aber als sie vor seiner leeren Wohnung standen, waren sie ziemlich enttäuscht. Sie haben dann rum telefoniert, bei seinen Verwandten, und im Bekanntenkreis, aber keiner wusste was. Dann kam Björn auf eine Idee, er wusste das er Silke bei den Kirows kennen gelernt hatte, dann rief er dort an, als Anuschka sich meldete sagte sie gleich das die beiden da waren, und das sie sich dort eine Wohnung suchen würden. Anuschka war ziemlich enttäuscht über diese Fehde zwischen den beiden Parteien, da sie schon lange mit den Eltern der beiden gut befreundet war, aber sie mischte sich da nicht ein, da Björn und Silke schon erwachsen genug waren um ihre Probleme selbst in den Griff zu kriegen. Björn und Hannes waren erst mal ratlos, denn erstens war Leipzig ziemlich weit weg, und zweitens war das Geld ziemlich knapp, sie waren ziemlich angeschmiert. Hannes meinte, den kriegen wir noch, spätestens nach der Verhandlung, dann kriegt er sein Tattoo. Von nun an trafen sich Björn und Hannes jedes zweite Wochenende, und machten eine Bierdosen Party. Im Mai war es schon ziemlich heiß draußen, darum beschlossen die Beiden an der Donau zu campen. Björn packte seine Angel und sein Zelt ein, während Hannes sich um die Bier Reserven kümmerte. Papa fuhr die beiden dann zur Donau, Björn fand es hier ziemlich cool, weit und breit nur Pampa und ein See nach dem anderen. Nach dem sie mit Papa noch ein Bier getrunken hatten, machten sie mit ihm einen Zeitpunkt aus, wann er sie wieder abholen sollte. Als Papa dann weg fuhr, gingen die beiden zu einem FKK See, der dort in der Nähe war. Hannes kannte sich in dieser Gegend sehr gut aus,  nach etwa 10 Minuten waren sie auch schon da, dann legten sie ein paar Dosebier ins Wasser, und ließen dann Hüllen fallen. Wie sie so da lagen, und ein Sonnebad nahmen, liefen plötzlich zwei scharfe Hüpfer an ihnen vorbei, als sie merkten das irgendwas in ihrer Leisten Gegend immer größer wurde, beschlossen sie erst mal eine Abkühlung zu nehmen. Nachdem sie ein paar Runden geschwommen sind, normalisierte sich ihr Zustand wieder. Sie tranken sich dann ein bisschen Mut an, und wollten sich dann nach den beiden Mädels umschauen, und als sie, sie gefunden hatten, war es auch schon zu spät, denn die waren schon mit zwei anderen Typen beschäftigt. Irgendwann fing Björns Magen an zu knurren, er fragte den Hannes ob auch an feste Nahrung gedacht hätte, der Hannes meinte, nein sie hätten doch eine Angel dabei, darauf fragte Björn ihm, womit er den die Fische ködern wollte? Dem Hannes fiel dann nur eine Szene aus dem Werner Film ein, oh, ich hatte doch noch etwas vor gehabt!?! Ich auch meinte Björn und schubste ihm ins Wasser. In einem Mülleimer fanden die beiden ein altes Brötchen, das sie dann im Wasser auf weichten, um damit kleine Teigkugeln zu formen. Björn nahm seine Angel, und befestigte die Teigkugel an dem Harken, dann holte er weit aus, und schleuderte die Schnur mit dem Köder ins Wasser. Während Björn als Angler sein Glück versuchte, sorgte Hannes für das Feuerholz. Als er wieder zurück kam, fragte er Björn ob er schon was gefangen hätte, Björn sagte, nein er müsse sich noch ein bisschen gedulden, den beim angeln bräuchte man eine Menge Geduld. Als Hannes sein Feuer gemacht hatte fragte er noch mal, na schon was gefangen?  Björn sagte, nein, dann wechselte er den Köder, und warf die Leine noch mal aus, dann befestigte er die Angel an einem Baum, und baute sein Zelt auf, dann setzte er sich ans Feuer, während Hannes immer den Baum im Auge behielt. Inzwischen war es schon dunkel geworden, und sie erzählten sich Geschichten, aus ihrer Schulzeit. Hannes erzählte Björn, dass er ihm an seinen Kumpel Alfons erinnern würde, der hatte auch immer Hunger. Hannes erzählte ihm auch wie Alfons beim Bund war, und unehrenhaft entlassen wurde, weil er im Suff den Fahnenmast angepinkelt hatte. Plötzlich fing es im Baum an zu rascheln, da  sprang Björn auf, und holte die Leine ein, doch leider viel zu schnell, denn als er die Leine aus dem Wasser holte fehlte der Köder mit samt den Harken. Björn befestigte nun einen neuen Harken diesmal legte er auch mehr Gewichte dran, dann machte er den Köder fest, und warf die Leine noch weiter aus. Björn war schon ziemlich müde, er meinte wenn etwas anbeißt, dann würde er das schon merken. Dann kroch er in sein Zelt und schlief bald ein, Hannes hingegen wollte lieber draußen unter freiem Himmel schlafen.

 

Kurzgeschichte von Helmut Greier (Fortsetzung folgt)

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.04.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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