Helmut Greier

Björn, auf Messers Schneide Teil 7

Björn, auf Messers Schneide Teil 7

 

Am nächsten Morgen hatten beide einen ziemlichen Hunger, und an der Angel hing immer noch kein Fisch. Das brachte die beiden auf eine tolle Idee, da die beiden wussten, das Froschenkel eine Delikatesse sind, hielten sie nach Fröschen Ausschau, aber sie fanden keine Frösche, nur eine fette Kröte die sie zurück ins Wasser warfen. Dann kam der Hannes auf eine neue Idee, er wollte mit der Angelschnur soweit wie möglich raus schwimmen, weil er meinte in der Mitte des Sees würden die Fische besser anbeißen, aber das hatte auch nichts gebracht. Als sie bis Mittags immer noch nichts gefangen hatten, gingen sie zu dem See, wo sie nachmittags von Papa abgeholt werden sollten. Sie fanden dort im Gebüsch ein kleines Paddelboot, damit ruderten sie Kreutz und quer übern See, so versuchten sie doch noch ein Fisch zu fangen, indem sie die Schnur mit einen Köder hinten am Boot fest banden. Um 15 Uhr kam Papa und Mama mit Kevin, und brachten Kaffe und Zwiebelkuchen mit. Björn und Hannes stürzten sich ausgehungert auf den Zwiebelkuchen, und tranken erst mal einen echt starken Kaffe. Kevin ist Björns kleiner Bruder, er war grade mal neun Jahre alt, und weil er noch nicht richtig schwimmen konnte, durfte er nicht mit seinem Bruder zu der kleinen Insel schwimmen. Dafür durfte aber er mit Mama und Hannes übern See paddeln. Als die drei übern See ruderten, aßen Papa und Björn den Rest vom Zwiebelkuchen auf. Um 16 Uhr fuhren sie zusammen wieder nach Hause, Björn brachte den Hannes noch zur Bußhaltestelle, wo er dann zurück nach Regenburg fuhr. Björn ging an diesen Abend ziemlich früh ins Bett, weil er erstens ziemlich kaputt war, zweitens musste er am nächsten Tag wieder arbeiten. Mitten in der Nacht wurde er plötzlich wach, und kotzte den ganzen Zwiebelkuchen aus. Sein ganzes Zimmer stank nun nach Zwiebelkuchen, seit dem aß er nie wieder Zwiebelkuchen. Als Björns Oma sich im Juli wieder erholt hatte, wollte Papa ihr eine Freude machen. Er wollte sie mit der ganzen Familie besuchen, also fuhren sie, kurz vor Björns Geburtstag nach Leipzig. Oma war zwar ziemlich abgemagert, aber immer hin konnte sie wieder in der Wohnung herum laufen. Alle freuten sich das Oma sich so gut erholt hatte. Da Oma auch noch viel ruhe brauchte, schliefen Björns Familie bei den Kirows. Ein Tag vor Björns Geburtstag, verabredete er sich mit Ulrich, Ulrich lebte der Zeit bei Silkes Familie. Sie trafen sich in einer nahe gelegen Kneipe, Ulrich brachte Silkes Vater zur Verstärkung mit. Als die beiden miteinander redeten, fingen Ulrichs Hände an zu zittern, so als währe er aufgeregt. Björn hatte zwar auch ein unruhiges Gefühl im Bauch, aber er wirkte ziemlich lässig. Björn wollte eigentlich nur wissen, was er den Bullen erzählt hätte, ihm umzustimmen war der Zeit nicht mehr möglich, das hätte eh kein Sinn gemacht, den das Verfahren war schon am laufen. Aber wenigstens konnte er sich jetzt vorbereiten. Am nächsten Tag feierte Björn seinen 20 Geburtstag, nachmittags gab es Kaffe und Kuchen Bei Oma. Am Wochenende fuhren Björn und seine Familie wieder nachhause. Björns Auto hatte in letzter Zeit sehr gelitten, erst ging die Lichtmaschine kaputt, und dann fing der Motor an zu lecken. Aber trotz dem hatte Björn, die Flinte nicht ins Korn geworfen, Papa und Björn fanden bald eine Lösung. In Altenthann gab es einen Italiener der günstige Ersatzteile hatte, er machte ihnen ein fehres Angebot, einen fast neuen Golf Motor für 500 DM inklusive Einbau, so billig kamen sie nirgends an einen Motor. Allerdings mussten sie noch eine Woche warten, in dieser Zeit fuhren sie zusammen mit Erich und Hannes zum Wald Spielplatz, wo sie erst Pilze sammelten, und dann gemütlich zusammen saßen und Bier tranken. Als Mama nach langer Zeit das erste Mal wieder angeheitert war, fing sie auf der Motorhaube an zu tanzen, und alle waren fröhlich am klatschen. Als sie dann nach Hause fahren wollten, gab es noch eine Rally Einlage, Papa fuhr mit hoher Geschwindigkeit einmal quer durch den Acker, so das sie sich fast überschlugen, angestachelt von Erich wollte er noch eine Zugabe geben, doch Mama protestierte. Außerdem meinte sie, das Papa schon besoffen währe, und das er seinen Führerschein aufs Spiel setzen Würde, wen er so besoffen durch Altenthann fahren würde. Björn meinte, das es sicherer währe wenn er fahren würde, den er hätte ja nichts zu verlieren, falls sie angehalten werden sollten, musste Erich sagen, das er nicht wusste das Björn kein Führerschein hätte, und Papa musste so tun als währe er total besoffen, und nicht mehr zurechnungsfähig. Dann könnte Björn sagen er hätte Papa den Schlüssel weggenommen, um ihn dann nachhause zu bringen. Damit waren alle einverstanden und ließen Björn nachhause fahren, Björn hatte schon etwas Lampenfieber, als sein Vater als Beifahrer neben ihm saß und ihn genau beobachtet hatte. Schließlich hatte er seine Familie und seinen beiden Kumpels heile nach Hause gebracht, und das allein zählte. Abends saßen alle noch zusammen und aßen einen leckeren Jägertopf. Von nun an hatte Björns Auto einen Namen, er nannte es Dora, diesen Namen hörte er oft im Polizeifunk. Als die Dora also in die Werkstatt kam, musste Björn noch einen Tag warten bis er sie Abholen konnte. Dann fuhr Papa mit ihm auf die Autobahn, um mit ihr eine Probefahrt zu machen, Dora schnurrte wie ein Kätzchen, und brachte locker 180Kmh. Die Reparatur hatte sich gelohnt, Dora hatte jetzt mindestens 30 Pferde mehr unter der Haube. Björn war Stolz auf seine Dora, er fragte sich, ob er es wohl schaffen würde seine Führerschein Prüfung zu wiederholen, und ob er sie diesmal bestehen würde? Schließlich hatte er in letzter Zeit kein richtiges Training. Als Björn wieder langes Wochenende hatte, saß er zu Hause, und starte aus dem Fenster, sein Vater war damals noch ein Angestellter bei der Post, und kam grade mit Dora von der Arbeit. Björn stank es, dass sein Vater jetzt sein Auto fuhr, und er musste laufen. Björn hatte schon lange davon geträumt, einfach so über die Autobahn zu fahren, und nur Gas zu geben. Wie Papa dann endlich ins Bett ging, schnappte Björn sich die Autoschlüssel, und ein paar geile Kassetten, und setzte sich ins Auto und fuhr los. Er fuhr in Richtung Regenburg, und von da aus auf die Autobahn in Richtung München, in Regensburg tankte er erst mal voll, und fuhr dann weiter in Richtung München, und dann in Richtung Ulm. In Ulm machte er eine Stadtrundfahrt, und als er ein paar rote Ampeln übersah, entschloss er sich wieder zurück auf Autobahn in Richtung Regensburg zu fahren. Die Fahrt über die Autobahn war für ihn ein richtiger Kick, wie eine Droge die ihm euphorisch machte, und dann war da noch die Gefahr, jeder Zeit erwischt zu werden. Als er nach Hause kam stellte er seine Dora wieder am ihrem Platz ab.

 

Kurzgeschichte von Helmut Greier (Fortsetzung folgt)

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.04.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Wie herbstlich wird die Dämmerung,
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