Andreas Rüdig

Besuch in Oer-Erkenschwick

"Die westfälische Stadt Oer-Erkenschwick  liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster. Das „e“ in Oer ist ein niederdeutsches Dehnungs-e, so dass Oer ähnlich wie „Ohr“, nicht wie „Ör“, ausgesprochen wird.

Geografie

Räumliche Lage

Die Stadt Oer-Erkenschwick liegt östlich der Kreisstadt Recklinghausen und am Südrand des Naturparks Hohe Mark sowie der Haard.
Gemeinsam mit Datteln, Waltrop und Flaesheim bildet Oer-Erkenschwick inoffiziell die Region Ostvest.

Stadtgebiet

Die Stadt gliedert sich in die Ortsteile Oer, Klein-Erkenschwick, Groß-Erkenschwick, Rapen, Erkenschwick und die Honermannsiedlung.

Geschichte

Die Stadt Oer-Erkenschwick in der Form, in der sie heute existiert, erhielt ihre volle Selbständigkeit durch die Stadtrechte am 2. März 1953. Damit ist sie eine der jüngsten Städte des Ruhrgebiets. Einzelne Stadtteile wie z. B. Oer finden aber schon in mehr als 860 Jahre alten Schriftstücken Erwähnung. Das große Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert resultierte aus der massiven Zuwanderung durch den Kohlebergbau.

Nachdem die örtliche Zeche Ewald-Fortsetzung 1997 stillgelegt wurde, lag der Wirtschaftsschwerpunkt der Stadt im Jahr 2005 in der Fleischverarbeitung. Kreisweit bekannt wurde die Stadt für das Freizeit- und Erlebnisbad Stimbergpark, für das 2004 ein neues, privatisiertes Sport- und Spaßbad namens Maritimo eröffnet wurde.

Weit über den Kreis Recklinghausen hinaus bekannt wurde die Stadt nach dem 2. Weltkrieg durch einen der bis Mitte der 1950er Jahre in Westdeutschland führenden Fußballvereine, die SpVgg. Erkenschwick.

Politik

Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Kommunalwahlkampf in Oer-Erkenschwick im Jahre 1999, als bekannt wurde, dass der Bürgermeisterkandidat der FDP, Dirk Chittka, vor seinen Mitgliedschaften in CDU und CSU auch der rechtsextremen NPD angehört hatte. Die FDP forderte ihn zum Rücktritt von seiner Kandidatur auf, die der beruflich als Unternehmensberater und Motivationscoach arbeitende Chittka, jedoch aufrecht erhielt. Daraufhin rief die FDP die Bürger auf, bei der Kommunalwahl nicht FDP zu wählen, da er auch als Spitzenkandidat der FDP für den Stadtrat angetreten war. Letztlich blieb ihm der Einzug in den Rat der Stadt – per Wählervotum – verwehrt.[3] Zwischenzeitlich wieder zur NPD zurückgekehrt, fungierte Chittka im Jahre 2006 kurzzeitig als Spitzenkandidat der rechtsextremen Partei Ab jetzt...Bündnis für Deutschland für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen hält Chittka wieder Vorträge für die NPD.

Zu einem besonderen politischen Ereignis kam es auch im Jahr 2004: Der damalige SPD-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Rusche kandidierte bei der Bürgermeisterwahl gegen den von der SPD nominierten Kandidaten, da er aufgrund eines parteiinternen Streits aus der Ratsfraktion ausgeschlossen worden war. Bei der Stichwahl konnte sich dann der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Johannes-Joachim Menge gegen Alfred Schlechter (SPD) durchsetzen und wurde zum Bürgermeister der Stadt Oer-Erkenschwick gewählt. Er ist damit der erste Bürgermeister in Oer-Erkenschwick, der nicht Mitglied der SPD ist.

Im Stadtteil Oer liegt die NRW Landes- und Bundesbildungsstätte der SJD-Die Falken – das Salvador-Allende-Haus, in dem auch das Archiv der Arbeiterjugendbewegung angesiedelt ist.

Stadtrat

Dem Stadtrat gehören 40 Mitglieder an. Seit der letzten Kommunalwahl sind darin 6 Fraktionen vertreten, nämlich SPD mit 16, CDU mit 11, Bürgervereinigung Oer-Erkenschwick (BOE) mit 5, Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) mit 3, Grüne Liste und FDP mit je 2 Sitzen. Nach dem Wechsel einer Ratsfrau der Grünen Liste zu Bündnis 90/Die Grünen sind letztere mit einem Sitz vertreten.

Städtepartnerschaften

Oer-Erkenschwick unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

    * North Tyneside (Vereinigtes Königreich)
    * Halluin (Frankreich)
    * Lübbenau (Brandenburg)
    * Kočevje (Slowenien)
    * Oba (Türkei)
    * Pniewy (Polen)

Wirtschaft

Auch Jahre nach dem Niedergang der Montanindustrie, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt bestimmte, leidet die Stadt noch unter hoher Arbeitslosigkeit als Folge dieses Abhängigkeitsverhältnisses. Neben der umsatzstarken Fleisch- und Wurstfabrik Barfuss (Westfleisch) herrscht heute vor allem der Handel vor. Die Industrie ist nicht mehr der prägende Faktor. Vielmehr arbeitet der überwiegende Teil der Oer-Erkenschwicker Bürger außerhalb der Stadt. Oer-Erkenschwick kann sich daher zu Recht als Wohn- und Freizeitstadt bezeichnen.

Medizin

Oer-Erkenschwick verfügt über kein eigenes Krankenhaus. Für die medizinische Versorgung sind die Krankenhäuser in Recklinghausen und Datteln zuständig.

Sport

Die SpVgg Erkenschwick gehörte nach dem 2. Weltkrieg fast ein Jahrzehnt der höchsten Spielklasse an. Gespielt wurde im heimischen Stimbergstadion," stellt die Internetenzyklopädie Wikipedia Oer-Erkenschwick vor.

Ist der Berliner Platz das (heimliche) Zentrum Oer-Erkenschwicks? Kommt man als zufälliger Bescuher in diese Ruhrgebietsstadt in unmittelbarer Nachbarschaft Recklinghausens, kann man schnell diesen Eindruck gewinnen. Die gleichnamige Bushaltestelle ist ein Knotenpunkt der örtlichen Buslinien. Das auch architektonisch uninteressante Rathaus liegt nur wenige Meter entfernt. Am Berliner Platz beginnt eine kurze verkehrsberuhigte Zone, an der lokaler Einzelhandel angesiedelt ist. DIrekt an der Bushaltestelle liegt das Kaufland - Einkaufszentrum, in dem sowohl Einzelhandel wie auch die lokale Stadtbücherei angesiedelt sind.

Und sonst? Die Anreise erfolgt - für Bus- und Bahnreisende - am besten über Recklinghausen. Verschiedene Buslinien steuern vom dortigen Hauptbahnhof aus Oer-Erkenschwick an.

Der fehlende (Haupt-)Bahnhof offenbar auch die große Schwäche der Stadt: Sie liegt ländlich; Touristenattraktionen kann sie nicht vorweisen. Wer keine Freunde und / oder Verwandte in Oer-Erkenschwick hat, wird sich also nicht so rasch in diesen Ort verirren.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.05.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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