Jessica Scharf

Miyu-a real Life

"Miyu" holte eine vertraute Stimme Miyu aus ihren Gedanken heraus. Lächelnd sah die junge Dame sie entschuldigend an, sie konnte nichts dafür, Tagträume und in Gedanken zu versinken, war ein Wegbegleiter der sich nicht kontrollieren lassen wollte
"Sollen wir ins Kaufland etwas trinken gehen?" sahen Angies Augen sie nun bittend an, dessen sie nicht verneinen konnte und lächelnd zu nickte, um danach mit Elan "Na klar, ab nach Kaufland!" von sich erklingen zu lassen.
Miyu und Angie waren schon soweit sie zurück denken konnte unzertrennlich, vielleicht hatte die Tatsache das sie zur selben Familie gehörten eine Rolle mit in dieser festen Freundschaft gespielt, doch viel mehr war es die Tatsache das die beiden sich blind verstanden.
In Kaufland angekommen, dem Mittelpunkt von Oer-Erkenschwick, wo sich zu ihrem Glück auch ein großer Becker befand. Saßen die beiden nun hinten am Fenster, an einem Tisch mit vier Stühlen und der wunderbaren Aussicht auf die Bushaltestellen, was wollte man mehr? Anstatt schöne Wiesen mit Blumen, grau Asphaltierter Asphalt und fahrende Autos.
"Und zwischen dir und Jens alles in Ordnung?" sah Miyu ihre Cousine fragend an, wobei sie ein Schluck von der Cola sich runter würgen musste. Man konnte dort wirklich gut sitzen und die Atmosphäre war angenehm, doch die Cola schmeckte wie ein Gepanscht aus Wasser und viel zu viel Zucker! Und ließ es jedes Mal zu einem Akt der Unmöglichkeit werden, diese bis zum Ende aus zu trinken.
"Natürlich, alles bestens!" lächelte Angi schwer, doch Miyu kannte sie gut genug um zu wissen das es nicht so war.
"Komm schon, was ist los?" grinste Miyu viel sagend, den ihr konnte Angie wirklich nichts vor machen, zu viel Zeit hatten die beiden miteinander verbracht, zu sehr konnte der andere in einem wie in einem offenem Buch lesen, als das sie sich gegenseitig was vor machen könnten.
"Ach ich weiß auch nicht, er ist irgendwie viel zu lieb! Der hat ja nicht einmal Stolz!" gab sie nun endlich zu, was sie bedrückte.
"Kein Stolz? Miyus Augen wurden etwas irritiert, sie hatte Jens im Chat kennen gelernt, eine eigenartige Plattform die sich Knuddels nennt und irgendwie langsam zu einem Kindergarten mutierte.
Es war eigentlich eine seltsame Fügung des Schicksals, aus pure Langeweile hatte sie sich dort angemeldet, war in den Chanel Oer-Erkenschwick rein gegangen, wo nur einer in ihrem Alter sich tummelte, den sie natürlich sofort ansprach (Neugier war schon immer Miyus größtes Problem)
Er schilderte ihr dann sein Liebeskummer, weil er von seiner damaligen Freundin verlassen wurde, die Miyu natürlich auch durch Zufall (Durch die Maßnahme in der sie war) kennen gelernt hatte und so den Draht zu Jens fand und ihn kurzerhand mit Angi zusammen brachte. So holte sie ihre Cousine von dem Kerl bei dem sie war weg und half Jens sein Liebeskummer ab zu werfen.
Zu Angies Ex muss man folgendes sagen, er war von Anfang an schon ein Dorn in Miyus Augen gewesen. Zu jener Zeit wusste sie nicht wieso, doch als Angi ihr dann peinlich gerührt erzählte, dass er auf seine eigene Mutter steht und auf ihre dazu, reichte es ihr vollkommen, denn der Rest ging schon ins lächerliche hinein.
Mann musste sich einfach mal einen jungen Mann von sechsundzwanzig Jahren vorstellen, der vom Aussehen her wie ein gematschter Kürbis wirkte und dazu eine Perversion besaß, die schon nicht mehr normal war.
Sein bester Freund, ein junger Mann namens Benny, dessen Gehirn von Drogen aus einander gepflückt wurde, es war einer dieser Tage wo Angies Ex betrunken war und ihr im Suff verriet das er Benny total süß finden würde. Angie hatte es natürlich mit dem Handy aufgenommen (Hatte ihn noch mal dazu gebracht es zu sagen) doch bevor sie die Chance noch bekam es Benny vor zu spielen, hatte sie sich auch schon von ihm getrennt.
"Ich dachte genau das würdest du an ihm lieben=" fragte Miyu unsicher, Angie nickte unwillkürlich und doch irgendwie gewollt. Ja, am Anfang war es süß, doch mittlerweile erinnerte er sie ein wenig an ein Schoßhündchen, der Spring wenn man es sagt und bloß fragt wie hoch?
"oh, wir haben schon drei!" sah Angie auf ihrem Handy und sprang panisch auf
"Ich hatte Jens versprochen gehabt, in von der Post ab zu holen, bin gleich wieder da, ja!" huschte sie davon und Miyu saß nun allein dort in diesem Kaffee, alleine unter Menschen und hielt ihren Blick starr aus dem Fenster.
So lange Angie anwesend war ging es noch, doch sobald sie allein war, nein dann ging es überhaupt nicht mehr, ein Gefühl von Angst beschlich ihre Nerven und innerlich fing sie an zu zittern. Etwas was beide besaßen und sie noch viel enger aneinander schweißte als sie es sowieso schon waren. Wovon man nach außen hin bei Miyu nichts sah, nein nach außen hin wirkte sie stark, als ob nichts ihr was an haben würde, doch die Wahrheit sah anders aus!
Langsam ließ sie ihr Atem tief ein und ausgehen, die Luft fühlte sich plötzlich anders an, aber vielleicht bildete sie sich auch das nur ein, genauso wie dieses Gefühl beobachtet zu werden! Sie konnte denn Blick richtig auch sich schon haften spüren, doch den ihren in diese Richtung zu wagen, nein das traute sie sich nicht, dafür besaß sie nicht genug Mut um ihm in die Augen zu sehen, lieber aus dem Augenwinkel, ohne das er es bemerkte.
Es war ein junger Mann der zwei Tische weiter saß, dunkles kurzes Haar, was etwas wirsch mit den angedeuteten Locken gestylt war und dazu warme Gesichtszüge, wo zwei blaue Augen richtig raus stachen. Es war ein schönes faszinierendes Blau, als ob man Tinte in ein Glas Wasser geben würde und das Resultat in seinen Augen wieder findet.
Miyu wurde innerlich immer unruhiger, den Blick nun mutwillig geradeaus gerichtet, versuchte sie auf dem Stuhl ruhig sitzen zu bleiben. Es waren gemütliche Stühle, die leicht gepolstert waren und mit dem ebenso weißen Tischen harmonierten.
Innerlich wieder etwas erleichterter, hatte Miyu bemerkt das er ihr den Blick wieder entnommen hatte und sah nun ihn aus gesenktem Blick neugierig an, indessen er Zeitgleich plötzlich wieder in ihre Richtung blickte und ihren damit auffing. Ein Grinsen zierte seine Lippen, als ob er damit sagen wollte : Ich sehe das du mich anschaust, so mit ihr zu kommunizieren schien, was sie verschüchtert sofort an ihm vorbei schauen ließ. So tuend als ob sie nur in seine Richtung blicken würde. Sein Grinsen einfach ignorierend, was normalerweise auch immer sehr gut klappte, sie vielen alle immer drauf rein und auch bei ihm schien es diesmal nicht anders zu sein, schien! Lachte ihr Verstand höhnisch, als sein Grinsen plötzlich breiter wurde, aber zu ihrem Glück genau in diesem Moment Angie mit Jens den Becker betraten
"Wieder da!" lachte Angie, wobei Miyu erst froh die beiden zu sehen hoch blickte, sich dann aber schnell erhob um mit den beiden den Becker auf schnellsten Weg zu verlasen.
Durch Kaufland, dem Ausgang entgegen, verlangsamte Miyu ihren Schritt etwas und sah die beiden für den Moment schweigend an. Vom Äußerlichen her passten sie gut zusammen!
Angie hatte dunkel gefärbtes Haar (War eigentlich blond), dazu grüne Augen, die seltsamer Weise wie die einer Katze wirkten und eine zierliche Figur konnte sie ihr eigen nennen.
Jens hingegen war größer, mit blauen Augen bestückt und hell braunes Haar.

Der Abend hatte nun seine Arme wie ein blauer Vogel über alles ausgelegt, dessen Federkleid aus unendlichen Sternen bestand.
Der Wind wehte sachte und hinterließ sein eigenes Geräusch in der Seele zurück, es war einer dieser Momente wo man sich fragte was das alles doch soll. Wieso all dies so geschah und was noch werden sollte. Leise und still liefen Miyu die Tränen, war es Trotz? Heulte sie still und leise vor sich hin aus Trotz? Aus Stolz? Oder doch aus Leid? Einige Sekunden sah sie Angie schweigend an, die mit ihre zusammen auf dieser Schlafcouch lag, in der Zweizimmer Wohnung, wo das Wohnzimmer zum Schlafzimmer umfunktioniert wurde. Sie schlief schon seit einigen Stunden tief und fest.
Angie war vom Mensch her eine sehr ruhige Person, mit der man über alles reden konnte und genau wusste das es niemals jemanden anderen erreichen würde, in ihr verschlossen bleibt. Es war nicht nur eine tiefgründige Freundschaft die sie und Angie seit der Kindheit verband, nein auch die Tatsache das sie zu einer Familie gehörte, verband sie mit einander.
"Schläfst du schon?" fragte Miyu leise, in der Hoffnung das Angie vielleicht doch noch nicht schläft.
"Nein!" öffnete Angie nun tatsächlich langsam die Augen, dabei hätte Miyu eigentlich angenommen das sie wirklich schon schlafen würde.
"Ich war nur am duseln!" ein Lächeln legte sich auf Angies Lippen, was Miyu erwiderte
"Ich kann nicht schlafen!"
"Wirklich?" lachte Angie, als ob sie sagen wollte, hätte ich nie gedacht! Als das Klingeln von Miyus Handy beide mit einen Satz Kerzengerade im Bett liegen ließ
"Sebastian!" murmelte Angie verstört, Miyu nickte, sie wusste nicht ob sie sich freuen sollte oder mit dem Messer aus Handy los soll.
"Ja?" nahm sie schnell ab, um dieses permanente Klingeln endlich ab zu würgen.
"Kommst du Schatz?" leierte es an dem anderen Ende, es war Wochenende! Ließ Miyu die Schultern fallen.
"Ehm..." sah sie zu Angie herüber, die lächelnd zu nickte
"ja, ich komm gleich!"

Der Himmel war düster, dunkle Regenwolken zogen sich über die kleine, aber durch aus schöne Stadt Oer-Erkenschwick hinweg und Miyu fragte sich immer mehr wie er sie nur dazu kriegen konnte, mitten in der Nacht raus zu gehen und das immer wieder!
Der Zeiger ihrer Armbanduhr zeigte halb drei Nachts! Mit zügigen Schritten lief sie die Hauptstraße entlang, runter in Richtung Stadt, wo das erste was einem an der Kreuzung entgegen strahlte das Einkaufzentrum war. Kaufland! Was für ein Name, nicht originell, oder einfallsreich und doch direkt auf dem Punkt gebracht.
In ihren Träumen versunken war es für sie eine Leichtigkeit dem zu entgehen, was sich um sie herum abspielte, es sogar fast zu vergessen.
Die leise Melodie, was der kleine Discman von sich gab lenkte ab und doch war es kein Schutz vor den fremden Blicken, geschweige vor den fremden Menschen an denen Miyu vorbei gehen musste.
Immer unwillkürlicher wurden ihre Schritte langsamer, es brauchte immer seine Zeit bis ihre Gedanken sie vollkommen einnahmen und in einer eigenen Welt eintauchen lie0en. Eine Welt die Wünsche und Leid vereinte und neue Voraussetzungen für das Leben schufen. Wie es vielleicht hätte seien können! Später nieder geschrieben in ein paar Zeilen die Miyu ein Lächeln abringen und vielleicht einige vereinzelten Leser gestatten in diesen Gedanken für kurze Zeit zu verweilen.
Die Kreuzung zurück gelassen, fing sich ein leiser Verdacht an in ihr zu festigen, Miyu wünschte sich den Weg in die Unendlichkeit durchleben zu dürfen! Dazu muss man sagen, das Miyu eine Phobie besitzt die ihr Leben erschwerte und sie praktisch zu einem Einzelgänger machte. Es war eine Angst die keinen Grund besaß und dennoch schlimmer als jede reale war!
Und trotzdem war der Wunsch den Weg niemals enden zu lassen so enorm, das es die Angst für diesen einen kleinen Gedanken vergessen ließ.
-Was will ich nur mit dem?- eine prinzipiell eigenartige Frage. Miyu war mit einem jungen Mann zusammen, von dem sie am Anfang annahm er sei das was sie gesucht hatte und sich nach und nach zu einem Fehltritt entpuppte. Wie kann man sich in Menschen nur so vertun? Etwas sehen was überhaupt nicht vorhanden ist? Nennt man so etwas reine Fiktion die man sich selbst erschafft? Miyu wusste es nicht und wahrscheinlich würde sie es auch nie herausfinden. Es war jedes Wochenende dasselbe, er ging auf seine Sauftouren durch die Discos, um anschließend durch die Kneipen zu tilgen, wo das Resultat immer dasselbe war, entweder er schellte mitten in der Nacht an, ohne Rücksicht auf irgendjemanden zu nehmen, oder ruft sie an, das sie mitten in der Nacht vorbei kommen solle!
Miyu wusste nicht ob sie sauer, verzweifelt oder gar enttäuscht von Sebastian sein sollte.
Vor einem Alten in grau gefasstem Haus blieb sie nun stehen, ein Eigentum seiner Familie, vom Amt leben und doch ein eigenes Haus besitzen? Etwas was man wahrscheinlich selten sieht!
Suchen gingen ihre Augen über den steinigen Boden, kleine Steine, große Steine und mittel große Steine.
-LÄCHERLICH!- schrien Miyus Gedanken, es war einfach nur lächerlich, sie sollte sich einen dieser vielen Steine aussuchen und das oberste und nicht gerade große Fenster treffe? Nur weil seine Schelle nicht ging, gerade Sie? Jemand der nicht einmal etwas treffen würde, wenn es nur einen Meter von ihr entfernt stehen würde?
Und das wobei der Wagen seiner Eltern genau unter dem Fenster geparkt war, ein Roter Familienwagen, mit glänzendem lack, wo Miyu es schon einmal geschafft hatte, den Stein beim zurück Prall auf das Dach des Wagens fallen zu lassen, was eine unschöne Macke verursachte, die Miyu natürlich nicht ansprach, schließlich wollte sie nicht werfen, doch Sebastian hatte drauf bestanden!
Sekunden vergingen in denen sie regungslos dort stand, die Augen mit leerem Blick nach unten gerichtet und ihrem Zweifel unterliegend.
Seit fast zwei Monaten war Miyu nun schon mit ihm zusammen, man konnte nicht abstreiten das er sie gut behandelte wenn die beiden alleine waren, doch sah es anders aus wenn seine Freunde dabei waren. Dann herrschte eine Kälte und doch große Eifersucht von seiner Seite her anderen gegenüber! Sich dann doch endlich für einen Stein entschieden, hob sie ihn gleich auf, ihre Haltung ging schon in Zielposition herüber, doch ihre Zweifel stoppten Miyu kurz bevor sie den Stein schmeißen konnte.
"Nein! Ich will das nicht mehr!" drehte Miyu um und lies den Stein wieder fallen, mit einer Bewegung die ganz langsam geschah. Den halben Weg hatte Miyu schon wieder hinter sich gelassen, als ihr Handy anfing zu klingeln. Seufzend nahm sie es aus ihrer Jackentasche heraus und konnte das Wort -Schatz- mit unangenehmem Gefühl lesen
"Ja?" nahm sie ab
"Wo bleibste?" fragte er leiernd, Miyu konnte sich nie so recht helfen, er klang immer irgendwie am Telefon so als ob er etwas haben würde, etwas nicht in Ordnung sei und nun wo er betrunken war auch noch dieses leiern, ein Schauer von Anwiderung schlich ihr den Rücken runter.
"Mir geht es nicht so gut, Sebastian!" log sie perfekt
"Stell dich nicht so an Schatz, los komm!" redete er einfach drüber hinweg, was Miyus Gesicht zu einer Wutverzerrten Fratze werden ließ. Am liebsten hätte sie in diesen Moment lauthals hinein geschrien das er ein beschertes Ar... ist, was Miyu jedoch nicht als so klug ansah.
"Tut mir leid Schatz, aber ich bleibe zu Hause"
"Dann hol ich dich jetzt ab!" redete er weiter, wieder überkam sie ein Anfall von Schreiwut, den sie fest bekämpfen musste
"Schatz nein!"
"Doch, ich komm jetzt, bis gleich Schatz" legte er auf, wonach nur noch das Tuten Miyus Ohren erreichte.
Da stand sie nun, an der Kreuzung von Kaufland, das Handy in der Hand und mit einer Wut, die sie endlos deprimierte, bestückt. "Nein!" brummte Miyu leise, sie wollte es nicht und sie würde auch nicht zu ihm gehen! Und trotzdem blieb sie wie versteinert dort stehen. Minuten vergingen in denen Miyu eine unfesselbare Wut entstehen ließ, die wie ein Stromschlag durch ihre Adern sauste
-Der kann was erleben!- versteifte ihre Haltung sich - Soll er ruhig kommen! Diesmal wird er sein blaues Wunder erleben!- stampfte sie mit dem Füßen fest auf dem Boden. Doch als sie ihn dann dort kommen sah, nur noch wenige Meter von sich entfernt, mit diesem kleinen süßen weißen Hund (der gerade etwas größer als ne Ratte war und mit ihm zusammen lächerlich wirkte!) verblasste all der Hass wieder und sie ließ einfach nur verzweifelt die Schultern fallen. Sollte sie ihn nun die Wahrheit sagen? Dass sie das Ganze nicht mehr will? Schluss machen?
"Hallo Schatz" begrüßte Sebastian sie, kein Kuss, keine wirkliche Gäste die zeigen könnte das die beiden zusammen sind
"Alles in Ordnung Schatz?" sah er Miyu lächelnd an, einen Moment sah Miyu sich schweigend sein Gesicht an. Am Anfang fand sie es so Makellos, schöne braune Augen, der sauber geschnittene Bart und das dunkle Haar! Und nun sah sie etwas ganz anderes! Seine Augen wirkten fad, irgendwie Hilflos. Das Haar sah langweilig aus, der Bart viel zu dick, was seinem Gesicht die Form ihres Daumens gab, den Miyu unwillkürlich ansah. Und von der Nase wollte sie gar nicht erst reden, das war ein Mordwerkzeug, da musste man ja Angst haben das er einen ein Auge aussticht, wenn er einen Kuss will! Innerlich schüttelte Miyu den Kopf, ihre Gedanken waren FIEß!
-War die Nase schon immer so gigantisch?- sprach eine Stimme in ihr jedoch einfach weiter und lies sie wieder seine Nase anstarren.
-Schluss jetzt!- schüttelte sie wieder in ihren Gedanken den Kopf, doch die Stimme wollte einfach nicht verstummen, sie sagte ihr immer und immer wieder das er hässlich sei und fragte sie demütig was sie mit so einen will...
"Können wir Schatz?" sah Sebastian sie fragend an, Miyu schwieg, wollte keine Antwort geben und noch viel weniger mitgehen.
"Schatz?" machte er Nachdruck, Miyu verkrampfte sich
"Schatz?" fragte er erneut und lies den letzten kleinen, eh schon angerissenen Geduldsfaden reißen
"NEIN VERDAMMT, nein, ich werde nicht mit kommen, klar?" schrie sie plötzlich. Hilflos sah er sie an, seine Augen wirkten noch immer, genau wie sein Blick Hilflos!
Miyu ekelte sich so sehr vor diesen Blick und hasste es wenn er trank und noch viel mehr hasste sie ihn.
Sauer drehte Miyu um, doch Sebastian ließ nicht lange auf sich warten
"Machste wieder stress ja?" fragte er mit rauer Stimme, die immer noch am leiern war, so wie er es am Anfang auch immer fragte. Zu Sebastian muss man folgende Worte sagen, er war vielleicht nicht intelligent, vielleicht aber auch nicht dumm, doch in ihren Augen wurde er immer mehr zu einer Persönlichkeit die irgendwie zurück geblieben war, so wie er sich ausdrückte.
Starrend sah Miyu ihn an, sie wusste in diesen Momenten nie was sie sagen sollte, es war als ob eine Mauer sich in ihr aufbaut und sie unendlich weit von sich selbst entfernt.
Ohne ein Wort ging Miyu einfach weiter, sie wollte nicht mehr und dies sollte ein Schlussstrich sein, zu mindestens für diesen Moment
"Sach mal Schatz, willste mich jetzt verarschen?" blieb er stehen, schränkte die Arme ineinander und starrte Miyu mit diesen nichts aussagenden Augen an
"Nein Sebastian, ich werde jetzt einfach nach Hause gehen!" schaute Miyu ihn noch mal kurz an und ging zurück.

Den ganzen Weg über hatte Miyu nachgedacht, über diese Beziehung, über diese Person, sie war sich einfach unschlüssig was sie tun sollte.
Auf einer Seite wollte sie ihn verlassen, auf die andere Seite hatte sie Angst davor ihm weh zu tun und das war auch der Grund wieso sie immer noch bei ihm war!
-Vielleicht liebe ich ihn ja auch?- verzog sie den Mund
"Ihn lieben? Was, sie große Nase?" lachte Miyu sich selber aus, doch der Versuch sich selber auf zu heitern fruchtete nicht, ihre Stimmung blieb auf dem Nullpunkt. War es Ironie? Dass die einzelnen Regentropfen sich nun zu einem wirklichen Niederfall von Wasser offenbarte?
-Ja warum auch nicht!- sackten ihre Schultern noch ein Stück nach unten, stand sie nun wie ein gegossener Pudel dort auf der Straße und hob deprimiert die Augenbrauen an, als ob sie sagen wollte, Danke!
War es nun komisch wieder zurück zu gehen? Oder alleine in dieser Einfahrt vom Buschkamp zu stehen?
"Verdammt!" stampfte Miyu sauer und verzweifelt zu gleich mit den Füßen auf, wobei das Nasse Haar unangenehm gegen ihr Nacken klatschte. Plötzlich besaß sie nämlich wieder dieses schlechte Gewissen, was einen drang in ihr aufkeimen ließ, der ihr eindeutig befehlen wollte zurück zu rennen, ihm nach! Und sein Leid zu lindern! Es war Gott verdammt jedes Mal das gleiche, wieso war es ihr immer so wichtig das andere nicht leiden? Was war sie? Mutter Teresa ohne Selbstbeherrschung?
Müde machte Angi die Tür auf, es war mitten in der Nacht, aber wer es sein musste, konnte sie sich schon denken, denn es kam nur eine in Frage
"Pssssst" signalisierte sie an der Tür leise, das Jens schon schläft, Miyu nickte und ging leise in die Wohnung rein.
Angie holte Jens immer zu sich wenn Miyu wieder Flüge wurde, sie hatte Angst allein zu sein und Jens kein Problem um welche Uhrzeiten auch immer, her zu kommen.
"Rufst du morgen für mich bei der Kindergeldkasse an?" setzte Miyu sich noch für ein paar Minuten mit Angie am Küchentisch. Lächelnd nickte Angie, Miyu kämpfte nun schon seit drei Monaten um eine Nachzahlung, mal wollte gar nicht meinen wie viel die dafür brauchten und wie scheibchenweise die das alles offen legen konnten, aber wehe die würden was bekommen! Schimpfte ihr Verstand.

Müde schloss Miyu die Augen, nach dem sie Angie eine Gute Nacht gewünscht hatte (Alle drei schliefen nun auf dem Schlafsofa) und verschwand auch so gleich ins Land der Träume.


Am nächsten Tag waren Miyu und Angie auch wieder unter sich, die Uhr zeigte das es kurz nach Zehn war und ein erleichtertes Grinsen lag für den Moment auf Miyus Lippen, weil von Sebastian bis her nichts zu hören war.
"Rufst du gleich..." wollte Miyu gerade fragen ob Angie bei der Kindergeldkasse anruft, es war eine eigenartige Sache, Miyu rief überall Problemlos für Angie an und Angie überall für Miyu, aber wehe einer sollte mal für sich selber anrufen!
"Hab ich schon!" wurde ihr Gesicht traurig, als sie vom Flur ins Wohnzimmer kam und Miyus Blick fragend.
"Was ist?" wurde Miyu unruhig, wenn Angie so verzweifelt den Blick nach unten richtete, hieß es nie etwas Gutes und Miyu befürchtete das schlimmste.
"Die haben doch gesagt das es schon durch ging oder?" runzelte sie die Stirn und verzog den Mund so klein es ging
"Miyu..." versuchte Angie zu reden an zu fangen, doch es viel ihr scher, sie wusste nicht wie sie es sagen sollte.
"ja?" zog sie das -A- in die Länge und lächelte Hoffnungslos
"Die wollten die Todesbescheinigung deiner Mutter haben!" wurde die Stimme von Angie leise und dünn.
Miyus Blick erstarrte...
-Todesbescheinigung?- das Wort wiederholte sich immer und immer wieder, sie sah sich wieder als vier jähriges Kind auf der Fensterbank sitzend, die Augen suchend und wartend nach Draußen gerichtet, in der Hoffnung die Mama kommt wieder! Doch die kam nicht wieder, sie kam nie wieder! Nein sie hatte die kleine Tochter und dessen Vater allein gelassen. Lange, viele Jahre wusste Miyu nicht warum, ihr Vater war mit ihr zur Oma gezogen und niemand hatte mehr wirklich ein Wort über Miyus Mutter fallen lassen! Wo dem kleinem Kind damals nicht einmal gesagt wurde das sie nicht mehr wieder kam, sie es von allein begreifen musste, mit der Realisierung das sie nicht wieder kam. Erst mit der Zeit fand sie immer mehr heraus, was leider sich auch nur auf die Information beschränkte, das sie nach Amerika gegangen war. So oft wollte Miyu ihren Vater nach ihrer Mama fragen, wissen wieso und was geschehen ist, doch es ging nicht, nein! Denn auch als kleines Mädchen war die Angst den Vater weh zu tun größer als die Sehnsucht, die zu jener Zeit doch so tief saß.
"Sie wollen die Todesbescheinigung?" erhob Miyu sich und setzte sich auf die Fensterbank, wo das weiße Holz sich plötzlich so hart anfüllte.
Lange hatte sie dieses Thema vergessen gehabt! Litt nicht mehr darunter, denn was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen und die Erinnerungen an Miyus Mutter waren mittlerweile Gesichtslos geworden. Doch diese Nachricht nun, so wie sie es erfahren musste! Es war grausam und doch fühlte Miyu nichts! Keine Wut, keine Trauer, das einzige was sich in ihr breit machte war eine verzweifelte Leere und das Begreifen das sie nun nie eine Antwort von dieser Frau bekommen sollte, nie erfahren würde ob sie Miyu je geliebt hatte, oder mal an sie dachte!
"Alles in Ordnung?" legte Angie ihre Hand vorsichtig auf Miyus Schultern, Tränen der Leere und der Unsicherheit musste Miyu stark bekämpfen
"Ich weiß nicht, w-wi-iso i-ich nun weine!" sah Miyu zu ihr auf, sie wusste es wirklich nicht, es tat nicht mehr weh und es würde auch nie wieder wehtun, doch es war doch ihre Mutter! Wieso tat es dann nicht weh?
"Das ist doch normal!" strich Angie ihr über den Rücken, Miyu schüttelte den Kopf energisch
"Ich fühle nichts!" verfinsterte sich Miyus Gesicht, es wurde endlos kalt und die letzte Träne trocknete auf ihrem Gesicht.
"Du fühlst nichts?" sah Angie sie geschockt an, sie kannte Miyu gut und wusste, das genau so liebevoll und naiv sie sein konnte, genau so kalt konnte sie aber auch werden, eine Art die nicht zu ihr passte, die auf erschreckender Weise sie gleichgültig wirken ließ.
"Nein ich fühle nichts" unterstrich Miyu ihre Worte mit einem langsamen Nicken
"Es liegt wahrscheinlich daran das sie dir wehgetan hat" wurde Angies Stimme dünn und leise. Miyu erwiderte nicht darauf, das Thema war ihr einfach zu weit entfernt, als das sie sich wirklich nun mit auseinander setzen wollte.
"Mal ehrlich, Männer sind doch scheiße oder?" grinste Miyu, das Thema wechselnd, Angie Lachte
"Ja aber wirklich alle!" war ihre Stimme für den Moment hohl
"Bis auf..." sie stoppte
"Bis auf Thomas ja?" hackte Miyu weiter nach, Angi nickte verlegen.
Thomas war ihre erste wirklich große Liebe gewesen, vier Jahre waren sie zusammen und der Wunsch nach einem Kind, der ihnen nicht erfüllt wurde, hatte die Beziehung irgendwann zu Grunde gerichtet, wo sie grausamer Weise auf ihren zwanzigsten Geburtstag zerbrach.
"Und willst du irgendwann dieser Wahrheit mal ins Gesicht schauen?" ließ Miyu sich von der Fensterbank runter auf die ausgeklappte Couch mit ihren Oberbetten und sich zurück in die Kissen fallen. Womit die Erinnerung an dem Telefonat wieder unwillkürlich zurück kam
-Ich muss es meinem Vater noch sagen!- wurde ihr Herz wieder schwer! Wie sollte sie dies bewerkstelligen? Sie wusste dass er nie aufgehört hatte sie zu lieben und ihr auch zu jener Zeit versprach zu warten. Miyus Vater hatte als Miyu alt genug war irgendwann endlich den Mut gefunden mit ihr darüber zu reden. Es war eines dieser Dinge die ihrem Vater sehr schwer nur von den Lippen gehen sollte. Doch mehr als wohin sie gegangen war hatte dieses Gespräch nicht als Resultat, erst viel Später erfuhr sie nachzüglich von ihm das ihre Mutter schwer krank gewesen war, aber zu jener Zeit die Krankenhäuser hier noch nicht so weit gewesen war und sie den Gehirntumor in Amerika behandeln lassen musste. Das sie eigentlich wollte das er und Miyu mitkommen, doch er sich nur für die Dauer der Chemotherapie bereit erklärt hatte, was ihr allerdings nicht ausgereicht hatte.

Fortsetzung folgt^^...

Diese Geschichte war ein versprechen an eine junge Dame und ist deswegen auch ihr gewitmet^^

LG Jessica Scharf
Jessica Scharf, Anmerkung zur Geschichte

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Jessica Scharf).
Der Beitrag wurde von Jessica Scharf auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.05.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Hypnotische Phantasiereisen - Auf den Pfaden des Unterbewusstseins zu tiefer Entspannung und Selbsterkenntnis von Thomas Niklas Panholzer



Stress, psychische Belastung, Sorgen und Angst führen automatisch zu körperlicher und geistiger Anspannung. Längerfristig sind verspannte Muskeln, Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände die unweigerlichen Folgen. Fantasiereisen sind das perfekte Mittel, um mit seinem Unterbewusstsein direkt in Kontakt und dadurch zu der erforderlichen tiefen Entspannung zu gelangen. Thomas Panholzer führt uns in die magische Welt der Fantasiereisen ein. Aus seiner langjährigen Praxis ist er mit vielen verschiedenen emotionalen und sozialen Extremsituationen bestens vertraut. Er nennt Beispiele von Patienten, die sich wegen Stress, Trauer, Partnerkrise, schlechtem Betriebsklima oder Schlaflosigkeit an ihn gewandt haben. Zu jedem dieser Konflikt- und Problemfelder bietet er eine Fantasiereise, die einen selbst dann in den Bann zieht, wenn man von dem Problem nicht betroffen ist. Die Texte sind auch zum Vorlesen bestens geeignet.
Einen ganz besonderen Vorteil dieses Produkts bietet die beigelegte Audio-CD mit den schönsten Fantasiereisen dieses Buchs. So kann man sich nicht nur in die Traumwelten des Unterbewusstseins hineinlesen, sondern auch ganz entspannt hineinhören.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Liebesgeschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Jessica Scharf

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Liebe eines Traums(3)schwere Bürde und hass von Jessica Scharf (Liebesgeschichten)
Eine Nacht mehr von Nando Hungerbühler (Liebesgeschichten)
Alles über Schlemils oder Männer, Männer, Männer von Martina Wiemers (Liebesgeschichten)